impuls | August - Oktober 2022

Leitartikel

„Kommt und seht…!“

Im Herbst 2015 führte mich der Weg auf die Philippinen. Aus einigen Diözesen Deutschlands hatten sich etwa 20 Seelsorger und Seelsorgerinnen auf den Weg gemacht zum„Bukal“ – Team in der Hauptstadt Manila. Dieses Team steht für neue Ansätze in der Katholischen Kirche. Die Abteilung Kirchenentwicklung unserer Diözese hatte dazu eingeladen. Zum täglichen Programm gehörte das „Bibel-Teilen“. An drei Tagen betrachteten wir dieselbe Bibelstelle: Jesus ist mit seinen Jüngern im Tempel. Dort verweist er auf eine ältere Frau, eine Witwe, die einige wenige Pfennige in den Opferstock warf. Jesus machte deutlich, dass sie gab, wovon sie mehrere Tage hätte leben können. Der Reiche mit der viel größeren Spende gab lediglich von seinem Überfluss. In unserem Text rief Jesus seine Jünger zum Opferstock mit den Worten: „Kommt und seht!“ (Man könnte ergänzen: und lernt daraus!)

Plötzlich berührten mich diese drei Worte. Ich merkte, Jesus meint auch uns. „Kommt und seht, wie sie hier auf den Philippinen Kirche leben“. Dadurch wurde mir klar, dass ich nicht mir selbst oder der Diözese verantwortlich war, was ich aus dieser Reise mitnahm, sondern Jesus. „Komm und sieh“, das könnte ich auch über die letzten zwei Jahre schreiben. Seit 2020 lebe ich mit Eintritt in den Ruhestand wieder in meinem Heimatort Offheim. Hin und wieder werde ich gebeten, in den Gemeinden in und um Limburg am Sonntag Gottesdienste zu übernehmen. Es lässt mich einen Blick in die verschiedenen Gemeinden werfen. Da sehe ich in allen Orten engagierte Gemeinde mitglieder. Gerade in der Corona Zeit haben sie mitgeholfen, dass Gottesdienste gefeiert werden konnten. Viele sind bereit, Dienste zu übernehmen. Frauen und Männer sind tätig als Lektor, Kommunionhelfer, Küster, Organist, Ministrant, im Empfang bei den

2

Made with FlippingBook Digital Publishing Software