GOLF TIME 5/2025

Die GOLF TIME 5/2025 als E-Paper, Erscheinungstermin 05.08.2025

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5–2025

BMW, AMUNDI, INTERWETTEN: HIGHLIGHTS TURNIERE

FOTO TIME LOTTIE WOAD: PROFI DEBÜT NACH MASS FUN TALK OLIVER WILSON WAS MACHT … BEATRIZ RECARI? GOLFREGELN DER BEWEGTE BALL

NORDIRLAND IM VORFELD DER OPEN: RUNDE IN ROYAL PORTRUSH

DIAMOND CC NACH FLUTKATASTROPHE BESSER DENN JE COMEBACK

HEISSE WARE DAS NEUESTE EQUIPMENT FÜR DIE GOLFSAISON 2025

WENN SIEGEN ZUR ROUTINE WIRD: SCOTTIE SCHEFFLER UND DER FLUCH DER HYPER-DOMINANZ CHAMPION DER GELANGWEILTE SCOTTIE SCHEFFLER

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TRAINING STEFAN QUIRMBACH: HANGLAGEN

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EDITORIAL

BESTER LANGWEILER Scottie Scheffler ist zweifelsohne der sportliche Dominator im Herrengolf. Der frisch gebackene „Champion Golfer of the Year“ gibt dennoch Anlass zum Stirnrunzeln.

angweiliger geht’s wohl nicht mehr: Mit vier Schlägen Vorsprung gewinnt Scottie Scheffler quasi im Spaziergang unangefochten die 153. Open Championship im Royal Portrush Golf Club und gibt sich bei der Siegerehrung nüchtern realitätsbewusst: „Ich weiß, dass ich heute nicht der Publikumsliebling war, deshalb schätze ich es umso mehr, dass ihr trotzdem gekommen seid, um mich zu unterstützen.“ Der 29-jährige Texaner, souverän die Nummer 1 der Weltrangliste, spielt Golf wie von einem anderen Stern. Der nun vierfache Major-Gewinner – es fehlt nur noch ein U.S.-Open-Sieg für den Karriere-Grand-Slam – und 17-fache PGA-Tour Sieger ist drauf und dran, Tiger Woods den Rang als erfolgreichster Golfer aller Zeiten abzulaufen. Wenn allerdings, dann nur rein sportlich. Denn emotional ist der gläubige Scheffler eher eine Schlaftablette. Während Woods die Zuschauer massen durch seinen mitreißenden Jubel elektrisierte, gibt sich der schlaksige Mus terschüler nach seinem ersten Open-Sieg so, als ob er gerade den Monatsbecher in seinem Heimatclub gewonnen hätte (Cover „In einer eigenen Liga“, ab Seite 26). L

„Irgendwann setzte sich bei Scheffler das Image als „Mr. Nice Guy“ durch, der langweilig ist, dem die Emotionen fehlen.“

Nicht die Claret Jug hob er triumphierend in die Höhe, sondern seinen einjährigen Sohn Ben nett, der tollpatschig auf seinen Vater zusteuerte und schließlich vor ihm auf dem Bauch landete. Bitte nicht missverstehen: Wie gut, einmal einen stoisch ruhigen Champion zu erleben, der nicht wie verrückt auf dem Grün herumhüpft, nur weil er gewonnen hat – aber dennoch ... „Ich denke, mit der Zeit könnte sich Scheffler sogar als besser und langlebiger erweisen als Tiger Woods“, sagt kein Geringerer als Ex-Ry der-Cup-Captain Paul McGinley. Tatsächlich ist Scheffler auf dem Golfplatz eiskalt und wickelt die Majors ab wie ein Roboter, im Gegensatz zu

Open-Champion: Scottie Scheffler mit Sohn Bennett und der Claret Jug

Tiger, den ein Killerinstinkt auszeichnete, vor allem, wenn er in Führung lag. Irgendwann setzte sich bei Scheffler das Image als „Mr. Nice Guy“ durch, der langweilig ist, dem die Emotionen fehlen. Dazu passen auch die Worte Schefflers: „Ich bin nicht hier, um die nächste Generation von Golfern zu inspirieren …“ Und: „Zu siegen ist nicht das Wichtigste in meinem Leben, ich identifiziere mich nicht über Erfolge, sondern über meinen Glauben an Gott und meine Familie.“

In diesem Sinne,

Ihr

OSKAR BRUNNTHALER Chefredakteur

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5 | 2025 INHALT

HEISSE WARE

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DAS NEUE EQUIPMENT FÜR DIE GOLFSAISON 48

TEE OFF 16 NEWS Neues und Interessantes aus der Welt des Golfsports. 20 D RIVE MIT EMOTION Daniel Brown krönt sich im GC München-Eichen ried zum Sieger der BMW Int. Open. 22 GOLFFEST IM NORDEN Shannon Tan gewinnt das Amundi German Masters vor den Toren Hamburgs. 24 PREMIERE GEGLÜCKT Heimsieg für Maximilian Steinlechner bei der Erstaustragung der Interwetten Open. COVER 26 I N EINER EIGENEN LIGA Scottie Scheffler dominiert die 153. Auflage der The Open in Royal Portrush. CLUBS 32 DOPPELTES JUBILÄUM Das Hof gut Georgenthal hat in diesem Jahr gleich zwei Gründe zum Feiern. 36 GELEBTES GOLF Golf International Moyland besticht durch seine 27- Loch-Anlage und innovative Konzepte. 38 PERFEKTE AUSZEIT Die Golfregion Schladming-Dachstein lockt mit tollen Plätzen und 18 Partnergolfbetrieben.

EQUIPMENT 48 HEISSE WARE Interessante Ent wicklungen und neue Trends. REISE 54 NORDIRLAND Exklusives Golferleb nis: Royal Portrush im Vorfeld der 153. Open Championship gespielt. TRAINING 68 HANGLAGEN Stefan Quirmbach er klärt, wie man Hanglagen meistert. 74 NEUROATHLETIK Leigh Whittaker mit revolutionärem Trainingsansatz.

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TEE OFF 8 FOTO TIME

Lottie Woads Sieg beim Profi-Debüt

10 QUICK TIPP

Schlagroutine am Beispiel Scottie Scheffler

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12 GO ASK … Fun Talk mit Oliver Wilson 14 WAS MACHT … Beatriz Recari?

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TEE OFF NEWS | LEUTE | HIGHLIGHTS

Perfektes Profi-Debüt: Lottie Woad gewinnt die ISPS HANDA Women‘s Scottish Open 2025

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EINSTAND NACH MASS! Was für ein Einstand! Die Engländerin Lottie Woad hat ihr Profi-Debüt auf eindrucksvolle Weise gekrönt – mit einem souveränen Drei-Schläge-Sieg bei der ISPS HANDA Women’s Scottish Open 2025. Nach einem geteilten dritten Platz bei der Amundi Evian Championship und dem damit verbundenen Erhalt ihrer LPGA-Tour-Karte, schlug Woad in Schottland erstmals als Proette ab. Die 21-Jährige übernahm auf den Dundonald Links bereits nach 36 Löchern die Spitze des Leaderboards und ging mit zwei Schlägen Vorsprung in die Finalrunde. Ein starker Auftakt mit zwei Birdies auf den Löchern 2 und 3 sowie neun Pars in Folge legten den Grundstein. Auf den Bahnen 13 und 14 folgten zwei weitere Birdies. Auch ein Bogey auf der 16 brachte die ehemalige Weltranglisten erste der Amateure nicht aus der Ruhe – mit einem Birdie auf der 18 sicherte sie sich den Sieg bei 21 unter Par. „Es ist wirklich schwer, das bei seinem ersten Profi-Start zu schaffen, deshalb ist es etwas ganz Besonderes“, sagte Woad nach ihrem Triumph. „Alle haben mich heute gejagt, aber ich konnte die Führung halten und habe vor allem auf den letzten Löchern richtig gutes Golf gespielt.“ Trotz fehlender Leaderboards auf dem Platz blieb Woad fokussiert: „Ich wusste nicht genau, wie eng es war, aber nach dem Turn lag ich nur ein paar Schläge unter Par. Die Birdies auf den Löchern 13 und 14 haben mir dann das Gefühl gegeben, wieder vorne zu liegen.“ Woad ist damit die erste Spielerin seit Shannon Tan (Magical Kenya Ladies Open 2024), die ein LET-Event bei ihrem Profi-Debüt gewinnt. Auf der LPGA Tour gelang das zuletzt Rose Zhang bei der Mizuho Americas Open 2023. Nicht zuletzt ist Woad die erste englische Siegerin der Women’s Scottish Open seit Trish Johnson im Jahr 2014. GT

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QUICK TIPP

MIT SEINEM SIEG BEI DER 153. THE OPEN DEMONSTRIERTE SCOTTIE SCHEFFLER EINMAL MEHR SEINE DOMINANZ. MIT EIN SCHLÜSSEL ZUM ERFOLG IST SEINE SCHLAGVORBEREITUNG! ERFOLGS- ROUTINE Scottie Scheffler ruft nicht umsonst Vergleiche mit Tiger Woods zu seinen besten Zeit hervor. Abge sehen von seinem technischen Können, ist es aber vor allem die Schlagvorbereitung, der der Weltranglistenerste ganz besondere Aufmerk samkeit zukommen lässt. LANGES SPIEL: Ich stelle mich hinter den Ball und visualisiere genau den Schlag, den ich spielen möchte. Dann mache ich einen Probeschwung, der exakt dem entspricht, was ich vorhabe. Anschließend trete ich an den Ball, richte meine Füße aus, werfe einen kurzen Blick aufs Ziel – und schlage. Der Ablauf dauert etwa 15 bis 20 Sekunden – ohne Hektik, aber auch ohne zu trödeln. KURZSPIEL: Beim Chippen und Pitchen verschaffe ich mir zunächst ein Gefühl für den Schlag, noch bevor ich an den Ball gehe. Ich gehe zum anvisierten Landepunkt, stelle mir den Ballflug und das Rollen bis zur Fahne genau vor – und treffe dann eine klare Entscheidung. Danach mache ich einen Probeschwung, bei dem ich bewusst den tiefsten Punkt meines Schwungs spüre, trete an den Ball – und schlage. PUTTEN: Ich betrachte die Puttlinie aus verschiedenen Blickwinkeln, mache meine Probeschwünge, während ich zum Loch schaue, und richte mich dann konzentriert aus – mit den Augen fest auf der gewählten Linie. Wichtig ist, eine eigene, fixe Routine zu entwickeln. GT Fünf Schläge Vorsprung bei der PGA Championship in Quail Hollow, vier bei der The Open in Portrush:

SCOTTIE SCHEFFLER 153. The Open Champion 22 Toursiege (4 Majors)

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TEE OFF | INTERVIEW

GO ASK OLI...

Oliver John Wilson ist schon fast so etwas wie ein Altmeister auf der DP World Tour. Der 44-Jährige war 2003 ins Profilager gewechselt, stieg in der Folge über die damalige Challenge Tour nach ei ner Saison (2004) direkt in die heutige DP World Tour auf. Im Jahr 2008 war er Mitglied Der zweifache DP-World-Tour Sieger Oliver Wilson im Fun Talk über einen lebensverän dernden Moment, seine Liebe für die Alpen, eine schmerz hafte Niederlage und beson ders emotionale Momente auf und abseits des Golfplatzes. Von Marcus Brunnthaler

Dein Lieblingsschläger im Bag? Das ist mein Callaway Driver. Ich hatte immer Probleme mit dem Drive, aber dieser Schläger hilft enorm: mehr Länge, mehr Spaß ...

des europäischen Ryder-Cup-Teams, seinen ersten von zwei DP-World-Tour-Siegen holte Wilson nach 228 Turnierstarts bei der Alfred Dunhill Links Championship 2014. Neben seiner Golfkarriere, die ihm bislang über 8 Millionen US-Dollar an Preisgeldern eingebracht hat, ist er auch Partner der Modemarke „TRUE linkswear“. Oli, dein Leben steht auf dem Spiel, es gilt, einen Downhill-Putt mit starkem Break aus drei Metern zu lochen. Du darfst den Putt jedoch nicht ausführen – wen wählst du dafür? Darf ich in der Zeit zurückgehen und Tiger wählen? Dann Tiger in seiner besten Zeit. Er hatte diesen unglaublichen Willen, den Ball ins Loch zu bringen – den würde ich nehmen. Deine Top-3-Golfer (tot oder lebendig)? Tiger, Jack Nicklaus, Ben Hogan. Vielleicht nicht nur statistisch, aber was sie dem Spiel gegeben haben – das zählt.

Dein emotionalster Moment auf dem Golfplatz?

Der Sieg bei der Dunhill Links 2014. Das war unerwartet, eine riesige Woche und lebensverändernd. Dein emotionalster Moment abseits des Golfplatzes? Die Geburt meines ersten Sohnes, Levi. Beim zweiten, Luca, war ich nicht dabei – ich war auf einem Turnier, er kam früher. Aber bei Levi war ich dabei. Das war für mich etwas ganz Besonderes. Welcher Sieg war für dich der wichtigste? Die Dunhill Links Championship 2014, ganz klar.

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Deine schmerzhafteste Niederlage? Die BMW PGA Championship 2008. Zwei Löcher vor Schluss einen Schlag Vor sprung. Dann Fehlschlag auf der 17, Bogey, auf der 18 Birdieputt ausgelippt. Playoff gegen Miguel Ángel Jiménez verloren. Es war mein Heimturnier. Ich habe geweint – es tut heute noch weh. Gibt es einen Schlag in deiner Karriere, auf den du besonders stolz bist? Beim Ryder Cup 2008 in Valhalla, als ich einen 25-Fuß-Putt gegen Mickelson und Anthony Kim auf der 17 lochte – Left to-right-Break. Nach vielen vergebenen Chancen fiel der endlich – pure Emotionen. Gibt es einen Schlag in deiner Karriere, den du gerne noch einmal spielen würdest? Meinen Abschlag an der 17 bei der BMW PGA Championship 2008. Ich hatte gese hen, dass ich vorne lag, wurde nervös, ließ die Schlagfläche offen. Es folgte ein Bogey zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Was wärst du wahrscheinlich geworden, wenn nicht Golfpro? Skilehrer! Ich liebe die Alpen. Deine Stärken auf dem Platz? Mein Putten, das kurze Spiel und auch meine mentale Stärke. Gibt es Schwächen bzw. woran arbeitest du am meisten? Am Driver. Was ist deine erste Golf-Erinnerung? Das war ein Putt-Wettbewerb mit mei nem Jugendtrainer in Oakmere Park. Ich war zehn. Er lochte alles – ein Linkshänder mit Blade-Putter. Das hat mich geprägt.

Fisch, Fleisch oder vegetarisch? Fleisch.

Das Beste am Leben als Tourpro? Man reist, trifft tolle Menschen, sieht fantastische Orte. Und: Wenn du hart arbeitest, liegt alles in deiner Hand – niemand kann deinen Erfolg stoppen.

Hund oder Katze? Hund.

Das letzte Buch, das du gelesen hast? „Never Split the Difference“ von Chris Voss – ich fand das ein wirklich faszinieren des Buch. Wir nehmen dich mit zu einer Faschingsparty. Welches Kostüm wählst du? Wahrscheinlich gehe ich als Minion – mein Sohn liebt sie. Welche übernatürliche Kraft hättest du gerne? Am liebsten wohl, mich teleportie ren zu können – am Sonntagabend vom Turnier direkt nach Hause. Keine Flüge, keine Verzögerungen. Das wär’s ...

Und das Unangenehmste daran? Die Zeit weg von der Familie.

Welche drei Menschen würdest du gerne zu einer Runde Golf einladen? Tiger Woods, Ryan Holiday (Autor; Anm. d. Red.) und meinen Vater. Ein Quick-Tipp für unsere Leser? Erstens: Holt euch Unterricht bei einem Pro. Zweitens: Lernt die Fluggesetze des Balls – versteht, warum der Ball kurvt, wie der Schläger Einfluss nimmt. Dann könnt ihr euch selbst helfen – und mit Pro-Unter stützung deutlich besser werden. Alles beginnt mit dem Verständnis. GT

GOLF TIME Fun Talk: Oliver Wilson (l.) und Marcus Brunnthaler (GT)

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TEE OFF | NEWS

CHRIS GOTTERUP feierte bei der Genesis Scottish Open seinen zweiten PGA-Tour-Sieg und qualifizierte sich so in letzter Minute für

The Open in Royal Portrush. Beim letzten Major des Jahres zeigte der 25-jährige Amerikaner erneut seine Klasse und belegte einen starken dritten Platz. Gotterup zählt damit zu den Aufsteigern der Saison und selbst ein Platz im Ryder Cup ist möglich. GRACE KIM Major-Siegerin und feierte ihren ersten Titel auf großer Bühne. Die 24-jährige Australierin bewies im französischen Évian-les-Bains Nervenstärke und gehört als fünfte australische Major-Siegerin der Geschichte nun endgültig zur Weltklasse. ALDRICH POTGIETER indem er auf dem fünften Extra‑Loch einen 5‑Meter‑ Birdie‑Putt versenkte und damit Max Greyserman und Chris Kirk auf den zweiten Platz verwies. Ein überfälliger Triumph für den 20‑jährigen Shooting star aus Südafrika, der in der ersten Runde mit einer 62 auch den Platzrekord gebrochen hatte. krönte sich bei der Amundi Evian Championship mit einem Eagle im Playoff gegen Atthaya Thitikul zur sicherte sich bei der Rocket Classic in Detroit seinen ersten PGA‑Tour‑Sieg in einem dramatischen Fünf‑Loch‑Playoff,

Solheim Cup 2013: Beatriz Recari leistet ihren Beitrag zu einem historischen Erfolg

BEATRIZ RECARI WAS MACHT EIGENTLICH …?

Beatriz Recari zählte einst zu den Gesichtern des europäischen Damengolfs. Die Spanierin, 1987 in Pamplona geboren, gewann Turniere auf der Ladies European Tour und der LPGA Tour, stand 2013 im europäi schen Solheim-Cup-Team – und war bekannt als Kämpferin mit Nerven aus Stahl. Vor allem in ihrer Zeit in den USA feierte Recari ihre größten Erfol ge. Drei LPGA-Titel stehen in ihrer Bilanz, darunter der prestigeträchtige Sieg bei der Marathon Classic 2013. In jenem Jahr ge wann sie nicht nur zwei Turniere, sondern gehör te auch zum europäischen Team, das in Colorado Ge schichte schrieb, als es erst mals einen Solheim Cup auf amerikanischem Boden gewann. Doch nach rund einem Jahrzehnt im Profigeschäft zog sich Recari 2020 schrittweise vom Tourleben zurück. „Ich habe gespürt, dass es Zeit für ein neues Kapitel war“, sagte sie. Dieses neue Kapitel heißt: Immobilien. So gründete die heute 38-jährige Spani erin im Juni 2022 ihr Immobilienun ternehmen in Boca Raton, Florida, mit dem Namen Beatriz Recari Eransus. Dabei nutzt sie die gleichen Vorausset zungen, die sie früher als Athletin stark gemacht haben: Disziplin, Zielstre bigkeit und das Talent, Menschen zu

begeistern. „Golf hat mir Disziplin, Ausdauer und Zielstrebigkeit beige bracht – Eigenschaften, die in jeder Branche zählen“, sagt Recari. Dank ihrer persönlichen Marke und ihrem bekannten Namen konnte sie rasch Fuß fassen — in einer wirtschaft lich starken Region mit großem Luxus- und Wohnimmobilien-Markt. Ihre neue Herausforderung: Klienten beim Verkauf und Kauf hochwerti Engagement zu unter stützen. „Die Leiden schaft und Disziplin, die ich im Golf gelernt habe, helfen mir auch in meiner jetzigen Arbeit“, erzählte sie in Interviews. In den frühen Jahren ihrer Profikarriere kämpfte Recari zudem mit einer Essstörung. 2011 machte sie öffentlich darauf aufmerk sam, spendete ihre Preisgelder und fungierte ab 2013 als Botschafterin der Alliance for Eating Disorders Aware ness. Dem Golfsport blieb sie trotz ih res Wechsels in die Immobilienbranche treu – als Zuschauerin, Unterstützerin junger Talente und hin und wieder als Teilnehmerin an Pro-Ams. Ihre Karriere auf der großen Bühne hat sie zwar bewusst beendet, aber ihr Name bleibt mit einer erfolgreichen Ära des europäischen Damengolfs für immer verbunden. GT ger Immobilien in Südflori da mit Authentizität und

H T

SHANE LOWRY erhielt in der zweiten Runde der Open in Royal Portrush eine umstrittene Zwei Schläge-Penalty: Videoaufnahmen zeig N T

ten, dass sein Ball nach einem Probeschlag im Rough leicht rollte – ein Regelverstoß, den er selbst nicht bemerkte. Der 38‑Jährige akzeptierte die Strafe, um sein Ansehen nicht zu riskieren, gab jedoch offen zu, dass es „hard to take“ war. CHARLEY HULL musste die Amundi Evian Championship nach einem Kollaps auf dem vierten Abschlag in der ersten Runde abbrechen, nachdem sie aufgrund eines Virus zweimal zu Boden gegangen war und schließlich von Sanitätern im Cart abtransportiert wurde. Am Tag darauf signalisierte Hull via Instagram, dass es ihr wieder deutlich besser gehe. EDDIE PEPPERELL führte vor dem finalen Tag der Le musste jedoch aufgrund starker Rückenschmerzen vor dem vierten Durchgang aufgeben. Dieser Rückzug verhinderte nicht nur seinen ersten Sieg seit dem Jahr 2018, sondern kostete ihn auch wertvolle Plätze in der Road-to-Mallorca-Rangliste. Vaudreuil Golf Challenge (HotelPlanner Tour) in Frankreich bei 13 unter Par,

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ADVERTORIAL

TEE OFF | NEWS

DAS PROMI - MAJOR

NHL-Ass Joe Pavelski gewinnt die prestigeträchtige American Century Championship am Lake Tahoe. ishockey-Ikone Joe Pavelski hat sich bei der diesjährigen Ameri can Century Championship erstmals den Titel gesichert. Beim bekanntesten Prominenten-Golfturnier der USA am Edgewood Tahoe Golf Course setzte sich der frühere NHL-Profi der San Jose Sharks und Dallas Stars gegen ein stark besetztes Teilnehmerfeld aus Sport lern, Entertainern und Showgrößen durch. Die traditionsreiche Veranstaltung lockte auch 2025 wieder zahlreiche be kannte Namen an den Lake Tahoe. Mit dabei waren unter anderem NBA Superstar Steph Curry, der 2023 das Turnier für sich entscheiden konnte, die NFL-Quarterback-Legenden E

ie Ladies European Tour (LET) steht vor einem personellen Umbruch an der Spitze. Alexandra Armas, seit 2020 CEO der LET, hat überraschend ihren Rücktritt erklärt. Die spanische Managerin war eine Schlüssel figur in der Konsolidierung und Weiterentwicklung der Tour in schwierigen Zeiten. Armas übernahm das Amt Anfang 2020 in einer Phase, in der die LET sportlich und wirtschaftlich herausgefordert war. Ihr gelang es, die Tour in enger Partnerschaft mit der LPGA zu stabilisieren und das Turnierangebot deutlich auszubauen. Auch während der schwierigen Pandemiejahre erwies sich Armas als starke Führungspersönlichkeit, die den Spielbetrieb aufrechterhielt und neue Chancen für Spielerinnen erschloss. „Ich bin stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben“, erklärte Armas in ihrem Statement. „Die LET steht auf einem starken Fundament und ist bereit für weiteres Wachstum.“ Über ihre Zukunfts pläne oder konkrete Gründe für den Rückzug äußer te sich die 48-Jährige bislang nicht. Die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger läuft bereits. Erwartet wird eine interna tional erfahrene Führungspersönlichkeit, die den eingeschlagenen Wachstumskurs fortsetzen und die Marke LET im globalen Profi-Golfsport weiter stärken kann. GT LET-CEO RÜCKTRITT Führungswechsel bei der Ladies Eu ropean Tour — CEO Alexandra Armas tritt zurück und die Suche nach einem Nachfolger bzw. einer Nachfolgerin ist in vollem Gang. D

Aaron Rodgers, Tony Romo und Josh Allen sowie NBA-Urgestein Charles Barkley. Auch Persönlichkeiten aus der Un terhaltungsbranche wie Schauspie ler Jack Wagner, Comedian Alfon so Ribeiro oder Hollywoodstar Ray Romano sorgten für den gewohn ten Mix aus Sport und Entertain ment, der das Event Jahr für Jahr prägt. GT

PREMIEREN-SIEG Mark Brown gewinnt bei seinem Legends-Tour-Debüt in Bad Ragaz. Deutschlands Thomas Gögele wird Achter.

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on null auf 100 in drei Runden: Mark Brown gab beim Swiss Seniors Open 2025 in Bad Ragaz

turniers fehlerfrei und sicherte sich mit insgesamt 15 unter Par für das Turnier den Siegerscheck in Höhe von 52.500 Euro. Starke Leistungen zeigten auch die deutschsprachigen Spieler im 60-köpfigen Teilnehmerfeld. Allen voran der am Starnberger See lebende Thomas Gögele. Wie bereits bei seinem ersten Antreten in Bad Ragaz 2023 gelang dem Deutschen auch dieses Jahr ein Blitzstart ins Turnier. Mit einer 64 lag Gögele zum Auftakt sogar in Führung. Am Ende musste sich der Deutsche mit Platz acht zufrieden geben. Österreichs Golfpionier Markus Brier zeigte ebenfalls eine couragier te Leistung und beendete das Turnier auf Rang 14. Der Schweizer Lokalmatador André Bossert wurde bei seiner zehnten Teilnahme in Bad Ragaz 39. GT

sein Debüt auf der Legends Tour und holte sich auf Anhieb seinen ersten Titel bei den Senioren. Am Fi nalsonntag in der Ostschweiz blieb der 50-jährige Neuseeländer bei der bereits 29. Ausgabe des Traditions

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SIEG MIT REKORDERGEBNIS Der Südafrikaner J. C. Ritchie gewinnt die 5. German Challenge powered by VcG. Philipp Katich begeistert auf Rang vier als bester Deutscher, Tiger Christensen wird geteilter 11. D ie fünfte Ausgabe der German Chal lenge powered by VcG begeisterte

bester Deutscher beim einzi gen Heimspiel auf der Hotel Planner Tour glänzte Philipp Katich, der sich am Sonntag mit einer 66 noch bis auf Posi tion vier vorspielen konnte. Auch Tiger Christensen feierte auf Rang elf sein bislang bestes Tour-Ergebnis. Tim Tillmanns und Michael Hirmer über zeugten auf dem geteilten 18. Platz ebenfalls. „Die German Challenge powered by VcG hat auch in diesem Jahr eindrucksvoll gezeigt, wofür sie steht: Golf als emotionales Erlebnis, das weit über den Sport hinausgeht“, zeigte sich Turnierdirektor Christian Schunck in seinem finalen Resümee zufrieden. GT

mit Spitzengolf, mitreißen den deutschen Auftritten und einem besonderen Live-Sport Erlebnis auf der vielgelobten Anlage des Wittelsbacher Golf clubs. Sieger J. C. Ritchie aus Südaf rika dominierte das Event mit 25 Birdies und einem Eagle ab Runde zwei und verbesserte am Ende mit einem Endergeb nis von 24 unter Par den Tur nierrekord um beeindruckende sieben Schläge. Mit demselben Abstand verwies er dabei die Engländer Joshua Berry und Tom Lewis auf Rang zwei. Als

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TEE OFF | NEWS

Wyndham Clark wurde vom Oakmont Country Club zur Persona non grata erklärt. HAUSVERBOT IN OAKMONT och vor zwei Jahren feierte Wyndham Clark den größten Triumph seiner Karriere, als er die U.S. Open 2023 gewann. Nun steht sein Name aus ganz anderen Gründen in den Schlagzeilen: Der 31-jährige Amerikaner erhielt vom traditionsreichen Oakmont Country Club ein Hausverbot – nach einem Wutausbruch, der Spuren hinterließ. Nach dem verpassten Cut bei der diesjährigen U.S. Open in Oakmont ließ Clark seiner Enttäuschung freien Lauf – und das buchstäblich an der Einrichtung des Clubhauses. Berichten zufolge demolierte er im Umkleideraum mehrere Spinde und beschädigte Holzelemente. Der Oakmont Country Club, berühmt für seine strengen Etikette-Regeln, reagierte umgehend: Hausverbot auf unbestimmte Zeit. Eine Rückkehr sei nur unter strengen Auflagen möglich – darunter Schadensersatz, eine Spende für wohltätige Zwe cke und die Teilnahme an Wutbewältigungsseminaren. GT N

YOUTUBER ZIEHT ZURÜCK YouTube-Star Grant Horvat sagt Barra cuda Championship ab – aus Prinzip.

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er 26-jährige YouTube‑Star und Golf‑ Influencer Grant Horvat (rund 1,4 Mio. Abonnenten) sollte ursprünglich per Sponsoreneinladung bei der Barracuda

ROYALE BOX Tennis trifft Tee-Time: Golfstars wie Justin Rose oder Tommy Fleetwood gaben sich die Ehre in Wimbledon.

Championship (PGA Tour) antreten – zog jedoch kurz vor dem Turnierstart zurück. Der Grund: Strikte Medien‑ und Filmbestimmungen der PGA Tour verbieten das Filmen während der Wettkämpfe.

Horvat erklärte, dass sein YouTube‑Kanal die Basis dafür war, überhaupt erst eine Einladung erhalten zu haben. Da Kame rateams während der Runde nicht erlaubt seien, passte das für ihn nicht – und somit sagte er 48 Stunden vor Turnierbeginn ab. GT

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ährend auf dem Centre Court in Wimbledon die Tennis-Elite um Titel und

europäischen Tour-Stars Thomas Detry und Matt Wallace gaben sich in der Royal Box die Ehre. Vor allem der Engländer Justin Rose, der Wimbledon traditionell als Fixpunkt im Kalender hat, zeigte sich bestens gelaunt und scherzte auf Social Media über die „perfekten Greens“ – in Anspielung auf seine eigentliche Sportart. GT

Prestige kämpfte, nutzten einige der Größten des internationalen Golf sports das traditionsreiche Turnier als stilvollen Zwischenstopp. Ryder Cup-Helden wie Justin Rose und Tommy Fleetwood, Major-Sieger Matt Fitzpatrick, das schwedische Supertalent Ludvig Åberg sowie die

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Vor 40 Jahren legte Sean Connery den Grundstein für einen Golfplatz voller Leidenschaft und Geschichte. Schon bald darauf feierte hier Annika Sörenstam, die einst weltbeste Golferin, ihren ersten großen Tour-Titel. In Zell am See-Kaprun verschmelzen seit jeher Tradition und grenzenloses Golfvergnügen.

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TURNIERE | DP WORLD TOUR

Dan Brown feiert einen emotionalen Sieg bei der BMW International Open 2025

DRIVE MIT EMOTION Der Engländer Daniel Brown triumphiert beim Birdie-Festival in Eichenried – die 36. BMW International Open begeisterte mit Spitzengolf, Emotionen und prominenten Gästen. Von Markus Scheck

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aniel Brown ist der neue Champion der BMW Inter national Open. Mit einem Gesamtscore von 266 Schlä

Smith – wie bereits 2024 – auf Rang zwei landete, blieb Brown cool und bogeyfrei auf der Back Nine. „Es bedeutet mir sehr viel“, erklärte Brown. „Bei meinem ersten Turniersieg habe ich es nicht wirklich realisiert. Aber heute hat es mich sofort umgehauen. Ich habe am vergangenen Wochenende einen Freund verloren. Das ist für ihn. Es hat sich den ganzen Tag über angefühlt, als stecke ich nicht in meinem eigenen Körper. Ich habe die Nervosität gespürt, und dann ka men die Gedanken auf, was es bedeutet, so ein Golfturnier zu gewinnen. Das hat ein bisschen zurückgedrängt, was geschehen ist. Ich glaube, er war bei mir und das hat es ein bisschen einfacher gemacht.“

gen (−22) und Runden von 70, 65, 65 und 66 krönte sich der 30-jährige Engländer beim einzigen Turnier der DP World Tour in Deutschland zu einem mehr als verdien ten Sieger – getragen von einer fehlerar men Leistung, mentaler Stärke und einem Hauch Emotionalität. Das Finale war ein wahres Birdie-Feuer werk: Brown und sein Landsmann Jordan Smith starteten im letzten Flight spekta kulär und begeisterten die 17.500 Fans am Sonntag mit insgesamt neun Birdies allein auf den ersten neun Löchern. Während

Der Engländer Jordan Smith lieferte Lands mann Dan Brown einen tollen Fight

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Mit seinem zweiten Karriereerfolg auf der DP World Tour reiht sich Brown als achter englischer Sieger in die Geschichte der BMW International Open ein – nach Namen wie Matt Wallace, Danny Willett oder Lee Westwood. DEUTSCHE AUSRUFEZEICHEN Für die deutschen Farben sorgten vor allem Matti Schmid und Tim Wiedemeyer für Glanzlichter. Schmid, der seine Saison primär auf der PGA Tour bestreitet, glänz te mit Platz sieben (−15) und bilanzierte: „Die Stimmung war die ganze Woche über mega. Ich hoffe, alle kommen wieder, denn es ist schön, wenn wir hier die Hütte voll haben. Natürlich nehme ich das Ergebnis gerne mit, die Top 10 sind immer ein super Resultat. Meine Leistung war gemischt. Insgesamt war mehr drin, aber das geht vermutlich allen so. Auf dem Grün hat te ich ein sehr gutes Gefühl. Irgendwann bringen wir mal alles zusammen.“ Der 20-jährige Wiedemeyer, Lokalma tador aus München, wurde als bester Amateur ausgezeichnet und beendete das Turnier auf einem sensationellen geteilten 17. Rang. Vier Runden in Par oder besser – ein Ausrufezeichen des Youngsters: „Es war richtig cool. Ich habe zwar ein biss chen was liegen lassen, es wäre auf alle Fälle noch mehr drin gewesen, aber ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Ich habe in allen Bereichen etwas mitnehmen können. Der Gang zum 18. Grün am Final tag war der schönste Moment der Woche.“ Insgesamt schafften es sieben Deutsche ins Wochenende, darunter auch Routi nier Martin Kaymer (−11, T19), Marcel Schneider (T26) und Marcel Siem (T58). LANGE DRIVES IN EICHENRIED Nicht nur sportlich, auch gesellschaft lich setzte das Turnier starke Akzente. Im Rahmen der Initiative „Eagles for Educa tion“ spendet BMW 1.000 Euro pro Eagle an die Philipp Lahm Stiftung – 73 Eagles bedeuten eine Rekordsumme von 73.000 Euro. Damit fördert BMW die Bildung und Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen mit schwieri gen Startbedingungen. Bereits am Mittwoch begeisterte das Pro-Am die Zuschauer, bei dem unter an derem der walisische Ex-Fußballstar Gareth Bale mit Europas Ryder-Cup-Kapi tän Luke Donald aufteete. Am frühen Samstagabend ließ dann der deutsche Long-Drive-Weltmeister Martin Borgmei er die Bälle fliegen und sorgte beim Long Drive Contest für spektakuläre Weiten und beste Stimmung auf der Anlage. GT

Der deutsche Amateur Tim Wiedemeyer wurde von den Fans frenetisch bejubelt

Toller Auftritt beim Heimspiel: Matti Schmid

Long-Drive-Show mit Martin Borgmeier

Fußball trifft Golf auf den Fairways des Golfclubs München-Eichenried: Der Waliser Gareth Bale (l.) und Ryder-Cup-Kapitän Luke Donald

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TURNIERE | LADIES EUROPEAN TOUR

GOLF- FEST IM NORDEN Von einem Golf-Spektakel getragen, setzte das Amundi German Masters powered by VcG 2025 auf dem North Course der Green Eagle Golf Courses neue Maßstäbe für den Damengolfsport in Deutschland. Von Markus Scheck

S

pektakuläres Golf, ein stim mungsvolles Publikum und ein großartiges deutsches Ergebnis: Das Amundi German

Masters 2025 ist zu einem emotionalen High light auf der Ladies European Tour (LET) avanciert. Vor rund 12.500 begeisterten Zu schauerinnen und Zuschauern feierte Shan non Tan aus Singapur ihren zweiten LET-Sieg – mit nur einem Schlag Vorsprung vor der üdeutschen Senkrechtstarterin Helen Briem. Die 21-jährige Tan zeigte auf dem berüchtigten „Green Monster“ Nervenstärke und sicherte sich bei neun unter Par den Titel. Für die jun ge Asiatin, die 2024 bereits die Magical Kenya Ladies Open für sich entscheiden konnte, ist es ein bedeutender Erfolg: „Das war definitiv knapp“, sagte Tan, die sich besonders an der 17 und an der 18 aus misslichen Lagen befreien konnte. „Es bedeutet mir sehr viel, besonders nach den vielen Chancen zuletzt, die ich nicht nutzen konnte.“ BRIEM VERPASST HEIMSIEG Fast noch mehr bejubelt als die Siegerin wur de die erst 19-jährige Helen Briem. Bei ihrem ersten Profiauftritt in Deutschland spielte sich

Siegerin Shannon Tan aus Singapur mit Turnierdirektor Dirk Glittenberg

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Helen Briem begeisterte als Zweite in Hamburg

Deutschlands Olympia-Silbermedaillen-Gewinnerin Esther Henseleit stand im Fokus der Fans

kulinarischer Vielfalt und zahlreichen Mitmachaktionen – darunter ein Golf-Er lebnistag für 72 Mädchen aus dem Norden. Mit der Standortverlegung nach Green Eagle, einer der spektakulärsten Anlagen Europas, und der breiten Unterstützung von Amundi, VcG und dem DGV ist der Grundstein gelegt, dass das Amundi German Masters auch in den kommenden Jahren zu einem festen Ankerpunkt im in ternationalen Damengolfkalender wird. Die Entscheidung, das Turnier bis 2028 weiterzuführen, unterstreicht das ambitio nierte Ziel: Deutschland soll zur Hochburg für erstklassiges Damengolf werden. GT

die Nürtingerin auf den zweiten Platz und verpasste ihren zweiten Sieg auf der LET mit einem Gesamtergebnis von acht unter Par nur um einen Schlag. „Natürlich ist es schade um die beiden verpassten Putts auf den Löchern 17 und 18. Aber über die vier Tage hinweg war es eine sehr solide Leis tung“, erklärte Briem, die das Heimturnier in bester Erinnerung behalten wird. „So viele Zuschauer habe ich jedenfalls noch nie bei einem Turnier erlebt. Es war wirk lich toll. Vor allem an den Schlüssellöchern waren extrem viele Leute. Das war brutal cool, ein einmaliges Erlebnis.“ DEUTSCHE TOP-ERGEBNISSE Auch für weitere deutsche Spielerin nen gab es Grund zur Freude: Esther Henseleit, Olympia-Silbermedaillen-Ge winnerin von Paris, wurde vor heimischer Kulisse geteilte Zehnte und lobte vor allem die Atmosphäre: „Das war ein tolles Turnier. Hamburg ist eine Golferstadt, und der neue Standort hat absolut überzeugt.“ Noch besser lief es für Carolin Kauffmann, die sich mit einer starken Finalrunde erstmals in ihrer Karriere in die Top Ten spielte (T8). „Ich war supernervös, aber es hat unglaublich viel Spaß gemacht“, sagte die Kölnerin, die sich besonders über ihr Par an der 18 freute. Neben den vier Genannten überzeugten auch Charlotte Back und Celina Sattelkau (jeweils T19), sodass gleich fünf deutsche Spielerinnen unter den Top 20 landeten –

ein historisches Ergebnis. Titelverteidige rin Alexandra Försterling hingegen musste sich mit einem 39. Platz begnügen. BLICK IN DIE ZUKUNFT Turnierdirektor Dirk Glittenberg zeigte sich überwältigt von der Premiere auf dem North Course: „Wir haben mit dieser mit reißenden Premiere in Hamburg sicher lich eine Benchmark auf der LET gesetzt.“ In der Tat überzeugte das Event nicht nur sportlich und mit einem geselligen Pro Am (u. a. mit dabei die Schauspielerin Re becca Kunikowski, bekannt aus dem Kino Hit „Maleficent – Mächte der Finsternis), sondern auch mit seinem Public Village,

Auftakt mit einem geselligen Pro-Am: Schauspielerin Rebecca Kunikowski machte gute Figur

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TURNIERE | HOTELPLANNER TOUR

PREMIERE GEGLÜCKT

Auf dem Weg zum Sieg bei der Interwetten Open 2025: Maximilian Steinlechner

Bei der Erstaustragung der Interwetten Open im Golfclub Schladming-Dachstein feiert der österreichische Lokalmatador Maximilian Steinlechner einen emotionalen Heimsieg. Von Markus Scheck

Ö

großartig, das macht es noch schöner“, schwärmte er. Das Feld in Schladming war interna tional gut besetzt. So teilten sich hinter Steinlechner und Celli die Südafrikaner J. C Ritchie und Jovan Rebula sowie der Franzose Oihan Guillamoundeguy mit −18 den dritten Rang. KARRIERESCHUB RICHTUNG DPWT Mit dem Erfolg bei den Interwetten Open katapultierte sich Steinlechner auf Rang drei der „Road to Mallorca“-Rangliste und darf sich nun berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg zur DP World Tour machen. Noch stehen in dieser Saison der Hotel- Planner Tour einige Turniere auf dem Programm – doch mit dem Sieg in Schlad ming hat sich der Österreicher in eine exzellente Ausgangsposition gebracht. „Ein Sieg bedeutet in dieser Saison enorm viel. Ich bin jetzt in einer sehr guten Position und will dieses Momentum unbe dingt mitnehmen“, so Steinlechner. Sein Ziel: „Gegen die besten Spieler der Welt bei den größten Turnieren antreten – und heute war ein wichtiger Schritt dorthin.“ GT

sterreich hat einen neuen Golfhelden: Maximilian Steinlechner sicherte sich bei der ersten Auflage der

Sein letzter Putt zum Birdie auf dem 18. Grün wurde vom steirischen Publikum frenetisch gefeiert – ein Moment, der selbst den kühlen Steinlechner rührte. „In Österreich aufzuwachsen und jetzt vor diesen Fans zu gewinnen, ist etwas ganz Besonderes. Die Atmosphäre war

Interwetten Open im malerischen Golf club Schladming-Dachstein seinen ersten Titel auf der HotelPlanner Tour – und das vor heimischer Kulisse. Mit einer starken Finalrunde von 64 Schlägen (−5) krönte sich der 25-Jährige mit insgesamt −21 zum Premierensieger des neuen Turnierformats in der Alpenregion. MIT NERVENSTÄRKE ZUM SIEG Steinlechner war mit einem Schlag Vor sprung in die Finalrunde gestartet und zeigte am Schlusstag große Nervenstärke. Sieben Birdies und zwei Bogeys reichten, um sich gegen den stark aufspielenden Italiener Filippo Celli (−19) durchzusetzen. „Es fühlt sich großartig an“, sagte der Tiroler nach dem Triumph. „Ich wusste, dass ich heute performen muss, um zu gewinnen. Vom Tee bis zum Grün war es nicht immer spektakulär, aber ich habe auf den Back Nine einige wichtige Putts gelocht und solide gespielt.“

Österreichs Maximilian Steinlechner freut sich über den Sieg vor heimischer Kulisse

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COVER | 153. THE OPEN

Scottie Scheffler wird auch in Royal Portrush seiner Favoritenrolle gerecht: Der Weltranglisten-Erste holt bei der 153. The Open souverän die Claret Jug

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Beinahe im Spaziergang gewinnt Scottie Scheffler die 153. Open Championship in Royal Portrush. Während die Konkurrenz vor Staunen kaum Worte findet, steuert der 29-Jährige seelenruhig dem Karriere-Grand-Slam zu. Die Dominanz von Scheffler erinnert mehr und mehr an jene eines gewissen Tiger Woods … IN EINER EIGENEN LIGA

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s war ein Triumph der Kontrolle, der Geduld und der Nervenstärke: Scot tie Scheffler krönte sich bei der 153. Open

Championship in Royal Portrush zum Champion Golfer of the Year — und das auf eine Art, die Erinnerungen an die ganz Großen des Golfsports wachrief. Der Dunluce Course an der stürmischen Küste Nordirlands zeigte sich einmal mehr als Prüfstein für das Komplettpaket eines Open-Siegers: Präzision vom Tee, Kreati vität im Kurzspiel, mentale Härte und un erschütterliches Selbstvertrauen. Scheffler lieferte all das — in Perfektion. Bereits an den ersten beiden Tagen setzte sich der Weltranglistenerste mit fehlerfreiem Spiel und stoischer Ruhe an die Spitze. Am Moving Day baute er die Führung auf vier Schläge aus und auch der Finaltag wurde zum Statement: Scheffler eröffnete mit drei Birdies auf den ersten fünf Löchern, ließ sich auch von einem kurzen Wackler in Form eines Doppel-Bogeys am achten Loch nicht beeindrucken und notierte gleich auf der Neun das nächste Birdie. MIT LEICHTIGKEIT ZUM SIEG Die Back Nine wurden zum lockeren Spaziergang für Scottie. Am Ende stand eine 68 zu Buche – und ein Gesamtscore von -17, vier Schläge vor dem zweitplatzier ten Landsmann Harris English. Auf Rang 3, einen weiteren Schlag dahinter lande te mit Chris Gotterup, der in der Woche zuvor die Genesis Scottish Open gewinnen konnte, ein weiterer US-Amerikaner. Doch Scottie Scheffler war auch in Port rush einmal mehr das Maß aller Dinge und freute sich über den erstmaligen Sieg bei der ältesten Meisterschaft der Welt. „Danke an die Fans für all ihre Unterstüt zung. Ich weiß, dass ich heute nicht der Pu blikumsliebling war, deshalb schätze ich es umso mehr, dass ihr trotzdem gekommen seid, um mich zu unterstützen. Insgesamt war es eine großartige Woche“, erklärte der 29-jährige Texaner bei der Siegerehrung.

Von Markus Scheck

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COVER | 153. THE OPEN

KOLUMNE

EXTREMWETTER: DIE GROSSE HER AUSFORDERUNG! W ir schwitzen bei über 30 Grad im Schatten und blicken auf halbleere Plätze. Zu heiß zum Gol fen. Wir blicken auf Teiche, an deren Grund nur noch ein wenig Wasser vor sich hindümpelt. Es wird eng mit der Beregnung der Fairways. Gleichzeitig machen extreme Regenfälle Golfanla gen zu schaffen. Der Wittelsbacher Golf Club, Mitglied der Leading Golf Clubs of Germany, hat bei einem Unwetter 80 Bäume verloren, viele von ihnen über 100 Jahre alt. Der Sommeranfang 2025 hat der deutschen Golfindustrie deutlich gemacht, dass der Klimawandel sie direkt betrifft. Das ist ungemütlich und nicht schön, aber eine Tatsache, der wir uns stellen müssen. Was das für den Alltag bedeutet: Golf clubs müssen individuell angepasst mehr Resilienz entwickeln, Daten über Wasser- und Stromverbrauch sammeln, ihre Strukturen anpassen. Das betrifft nicht nur das Greenkee ping, sondern auch Turnierabläufe, die Organisation von Kinder-Sommer camps oder die Budgetplanung. Qualität, wie wir sie bei Leading Clubs im Auge haben, wird auf Dauer stark abhängig davon sein, wie Golfanlagen auf Extremwetter eingestellt sind. Sind ausreichend Elektro-Carts für heiße Tage vorhanden, gibt es Startzeiten auch frühmorgens und am Abend? Ist die Beregnungsanlage optimiert und funktionieren die Drainagen auf dem Golfplatz auch bei starkem Regen, so dass die Spielqualität bei Trockenheit und nach Starkregen gehalten werden kann? Fragen, auf die wir Antworten finden müssen. Das ist eine Herausforderung. Aber die letzten Monate haben ge zeigt. Wegducken funktioniert nicht mehr. Packen wir’s an! Ihr

Gut gekämpft, am Ende aber brotlose Kunst: Rory McIlroy verpasst Heimsieg in Portrush

Erfreut, aber auch ein wenig reser viert nahm der Weltranglisten-Erste die Ovationen der Zuschauer entgegen. „Ich glaube nicht, dass ich etwas Besonderes bin, nur weil ich es manche Wochen bes ser schaffe, eine tiefere Runde zu spielen als andere Jungs“, sagte Scheffler, für den die Familie (Frau Meredith und Sohn Bennett) höchste Priorität im Leben hat. „Bin ich dankbar dafür? Macht es mir Spaß? Oh mein Gott, ja — das ist ein unglaubliches Gefühl. Ich kann es kaum erwarten, nach Hause zu kommen und diesen Titel mit den Menschen zu feiern, die mich auf meinem Weg unterstützt haben. Aber am Ende des Tages erfüllt es nicht die tiefsten Sehnsüchte meines Her zens. Ich weiß nicht, warum ausgerechnet ich das Glück habe, meine Träume zu leben — aber ich bin sehr dankbar dafür.“ VERPASSTER HEIMSIEG Die Fans in Nordirland hätten sich natür lich gewünscht, dass Lokalmatador Rory McIlroy Scheffler in der Finalrunde noch ein wenig mehr zusetzen würde. Der aktu elle Masters-Champion, der in diesem Jahr mit dem Sieg in Augusta den Karriere Grand-Slam komplettieren konnte, hatte sich viel vorgenommen für das Heimspiel in Portrush — doch der ganz große Wurf blieb erneut aus. McIlroy spielte solide und kämpfte sich am Finaltag mit einer 69 auf den geteilten siebten Platz. Es war sein bestes Ergebnis bei einer Open in

Nordirland, doch McIlroy blieb selbst kritisch: „Ich wünschte, ich wäre näher an Scottie dran gewesen und hätte wirk lich Druck machen können.“ Der Rück stand auf Scheffler betrug am Ende sieben Schläge. Die Atmosphäre an der Küste war dennoch elektrisierend — McIlroy wurde von den heimischen Fans frenetisch gefei ert, auch wenn der ersehnte Open-Sieg im eigenen Land weiter auf sich warten lässt. „Keiner von uns konnte in dieser Woche mit Scottie mithalten“, zeigte McIlroy Be wunderung für Scheffler. „Er ist ein un glaublicher Spieler. Diese Woche war er absolut dominant. Ehrlich gesagt: Er ist seit ein, zwei Jahren dominant. Er ist die Messlatte, an der wir uns alle orientieren.“ IN TIGERS SPHÄREN Es war dies Scottie Schefflers vierter Major-Titel, der zweite in diesem Jahr nach dem Sieg bei der PGA Championship, und sein erster Claret Jug. Damit unterstrich er, was sich seit Monaten, wenn nicht Jah ren, abgezeichnet hatte: Scottie Scheffler ist der dominierende Golfer der Gegen wart — und vielleicht der einzige, der sich aufmacht, in Sphären vorzustoßen, die seit Tiger Woods unerreicht blieben. Es war eine Leistung, die an Tiger Woods’ Sieg mit acht Schlägen Vorsprung bei der Open Championship 2000 erinnerte. Mit jedem Erfolg werden die Vergleiche zwischen Scheffler und Woods weniger

BERNHARD MAY Präsident der Leading Golf Clubs of Germany e. V.

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übertrieben. Es ist oft eine heikle Diskussi on, einen modernen Spieler mit Woods zu vergleichen, dem für viele besten Golfer al ler Zeiten. Es ist meist unnötig, unverdient und eine ungerechtfertigte Belastung. Dass Scheffler ernsthaft in diese Diskus sion einbezogen wird, zeigt, dass er mög licherweise der Einzige ist, der diese Last nicht spürt. Irgendwann in den letzten fünf Jahren setzte sich der Konsens durch, Scheffler sei langweilig. Seinem Golf fehl te oft die Theatralik eines Woods oder die Achterbahnfahrt eines Rory McIlroy. Er galt als langweilig, respektiert, aber nicht verehrt. Seine Persönlichkeit wurde im „SEINE TRÄUME AUSLEBEN ZU KÖNNEN, IST ETWAS GANZ BESONDERES, ABER LETZT ENDLICH BIN ICH NICHT HIER, UM DIE NÄCHSTE GENERA TION VON GOLFERN ZU selben Licht gesehen. Ein unglaublicher Golfer, aber einer, mit dem man sich nicht so identifizieren konnte wie mit den Pub likumslieblingen dieser Generation, wie McIlroy oder Max Homa. EINBLICKE IN GEFÜHLSWELT Diese Stimmung ändert sich seit einiger Zeit langsam, wenn man aufmerksam zu sieht. Scheffler gibt seine Zurückhaltung öfter mal auf, hat aber dennoch keine Zeit dafür, sich Gedanken zu machen, wie es sich anfühlt, die Nummer 1 der Welt zu sein, oder was ein Ergebnis für seinen Kar riereverlauf oder seine Geschichte bedeu ten könnte. Sucht man nach Erklärungen für die Do minanz von Scottie Scheffler, hilft es, in die Pressekonferenz zu Beginn der Open reinzuzoomen. In einem fünfminütigen, unerwarteten Monolog gab der oft miss verstandene Weltranglistenerste Einblick in seine ganz spezielle Gefühlswelt. „Ist es toll, Turniere zu gewinnen und im Golf so viel zu erreichen?“, fragte Scheffler. „Ja, mir kommen die Tränen, wenn ich nur daran denke, denn ich habe mein ganzes Leben lang hart dafür gearbeitet, in diesem Sport gut zu sein. Dieses Erfolgserlebnis zu haben, finde ich, ist ein ziemlich cooles Ge fühl. Seine Träume ausleben zu können, ist etwas ganz Besonderes, aber letztendlich INSPIRIEREN.“ SCOTTIE SCHEFFLER

bin ich nicht hier, um die nächste Gene ration von Golfern zu inspirieren. Ich bin nicht hier, um der beste Spieler der Welt zu werden, denn was bringt das? Das ist kein erfülltes Leben. Es erfüllt durch das Erfolgserlebnis, aber nicht aus tiefstem Herzen.“ Schefflers Identität ist nicht die eines Gol fers. Es ist das, was er tut, aber nicht, wer er ist. Seine Identifikation ist manifestiert in seinem Glauben an Gott und in seiner Fa milie. Diese Distanz zu seinem Tagesjob ist gefährlich – für die Konkurrenz. Ein Geist, frei von der Last der Erwartungen oder der Last der bevorstehenden Geschichte, ge paart mit einem Talent, das besser scheint als alle anderen. GRAND SLAM IM VISIER Mit seinem Triumph bei den Open fehlt Scheffler nur noch ein U.S.-Open-Sieg zum Karriere-Grand-Slam. Sollte er diesen Titel gewinnen, wäre er der erste Karriere Grand-Slam-Sieger, der als Draufgabe auch eine olympische Goldmedaille gewinnen konnte. Interessiert sich Scheffler dafür? Sie kennen die Antwort bereits. Dass er so dominant und generationenübergreifend geworden ist, liegt genau daran, dass er keine Erfüllung darin findet, diesen Erfol gen nachzujagen. Und das Erschreckendste ist, dass Scheff ler trotz allem unermüdlich daran arbeitet,

Unter dem Radar auf Rang zwei: Harris English

besser zu werden – motiviert vom Prozess, nicht vom Ergebnis. In Schefflers dreijähri ger Erfolgsgeschichte ist die eine Schwäche verwoben, die ihn davon abhielt, Rekorde zu brechen: sein Putten. Die Zahlen waren schlecht. Die Optik bei Fehlschlägen noch schlechter. Das führte dazu, dass Scheffler vom Blade- zum Mallet-Putter wechselte und Phil Kenyon als Putting-Trainer engagier te – neben Randy Smith der einzige andere Trainer, den Scheffler je hatte. Das waren drastische Veränderungen für einen

Die Familie und sein Glaube: Das Wichtigste im Leben von Scottie Scheffler

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