Merkur Journal 1_2017_DRUCK web.indd

AKTUELLES AUS DER MERKUR AKADEMIE INTERNATIONAL

Interview mit Sarah Häusl – Lernzeitkoordinatorin an der Comenius Ganztagsrealschule Karlsruhe

Die Betreuung der Schüler/innen während der Lernzeiten ist ein wichtiger Baustein des Ganztagskonzepts an der Comenius Ganztagsrealschule. Um eine professionelle Betreuung bis 17:30 Uhr zu gewährleisten, wurden neben den Arbeitsgemeinschaften auch pädagogisch betreute Lernzeiten implementiert. Wir sprachen darüber mit der Lernzeitkoordinatorin Sarah Häusl.

M.A.I.: Seit wann sind Sie schon an der Comenius Ganztagsrealschule als Lehrerin tätig? SH: Seit dem Schuljahr 2012/2013 bin ich hier als Lehre- rin tätig und unterrichte die Fächer Mathematik, MUM (Mensch und Umwelt) und EWG (Erdkunde, Wirtschafts- kunde, Gemeinschaftskunde). Vorher war ich an einer staatlichen Schule beschäftigt. SH: Unsere Schüler/innen sollen die Zeit in der Schule nutzen, damit sie zu Hause mehr Zeit für ihre Familie und Hobbys haben. Im Vordergrund stehen selbstständiges Arbeiten und das soziale Lernen. Am besten lernen die Kinder, wenn sie sich gegenseitig helfen – dabei ist der Lerneffekt sehr hoch und fördert zudem Teambildung so- wie die kommunikative Kompetenz. Stehen sie dann doch einmal vor schwierigeren Aufgabenstellungen, können sie auf den/die Lernbegleiter/in zurückgreifen, der/die dann unterstützt und hilft. M.A.I.: Die maximale Klassengröße an der M.A.I. liegt bei 24 Schüler/innen. Wie viele Lernbegleiter/innen stehen den Schüler/innen zur Verfügung? SH: Die Klassen werden aufgeteilt, und somit betreut jede/r Lernbegleiter/in maximal 12 Schüler/innen. Bei den Lernbegleiter/innen handelt es sich um Lehrer/innen, aber auch Lehramts- oder Pädagogikstudent(inn)en kommen zum Einsatz. M.A.I.: Wie laufen die Lernzeiten konkret ab? SH: In den ersten Minuten organisieren sich die Schüler/ -innen selbst – sie planen ihre Schulfächer und anstehenden Hausaufgaben oder sie bereiten sich auf eine Klassenarbeit vor. Hier ist die wichtigste Aufgabe für den/die Lernzeitbe- M.A.I.: Aktuell koordinieren Sie die Lernzeiten. Welche Ziele stehen dabei im Fokus?

gleiter/in, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Gerade in die- ser Phase der Orientierung ist eine zielgerichtete Planung der Lernzeiten sehr wichtig. Jetzt finden auch schon die ersten Gespräche zwischen den Schüler/innen statt, und sie helfen sich oft gegenseitig. Die Lernzeitbegleiter/innen sorgen für den äußeren Rahmen an Ruhe und Disziplin und gehen jetzt auch auf Schüler/innen zu, um sie bei der Bewältigung ihrer aktuellen Lernarbeiten zu unterstützen. M.A.I.: Welchen Nutzen haben die Lernzeiten für die Schüler/innen? SH: Insbesondere zu den Lernzeiten werden unsere Schüler/innen auf ihre zukünftige Arbeits- und Berufswelt vorbereitet – sie erfahren selbstständiges und systemati- sches Lernen und Arbeiten. Vor allem das gegenseitige Helfen, das soziale Lernen, fördert das eigene Verständnis für Stärken und Schwächen und verstärkt den eigenen Lerneffekt beim strukturierten Erklären von Lerninhalten. Besonders hilfreich sind die Lernzeiten bei der Vorbereitung von Klassenarbeiten – hier wird auch das Gemeinschafts- gefühl zur Bewältigung einer Herausforderung in Form von Prüfungen oder Referaten gestärkt. SH: Uns ist es wichtig, dass die Schüler/innen während der Lernzeiten in Ruhe lernen können – dies ist für alle von Vorteil. Bei gutem Verhalten geben wir ein positives Feed- back und loben diejenigen Schüler/innen, die sich an die Regeln halten und zudem noch andere Mitschüler unter- stützten. Ist das Gegenteil der Fall, dann rede ich persönlich mit den betroffenen Schüler/innen und stimme weitere erzieherische Maßnahmen mit den Klassenlehrer/innen und in Ausnahmefällen auch mit den Eltern ab. M.A.I.: Wie beurteilen Sie das Verhalten der Schüler/innen während der Lernzeiten und wie kommunizieren Sie dies?

Merkur

2

Made with