GOLF TIME 4/2026
COVER | 20. SOLHEIM CUP
Das siegreiche Team Europa um Kapitänin Anna Nordqvist
A ls am Sonntagabend gangenen Stunden nicht mehr viel zu spüren. „Sweet Caroline“ hallte über die Anlage, Europas Spielerin nen tanzten, umarmten sich und feierten gemeinsam mit den Fans. Drei lange Tage lagen hinter ihnen, 28 Partien, zahllose Führungswech sel – und am Ende stand ein 15:13 gegen die USA zu Buche. Europa hatte den Solheim Cup zurück erobert. Dabei war lange kaum auszuma chen gewesen, welches Team den 20. Solheim Cup gewinnen würde. Nach dem Freitag stand es 4:4, nach dem Samstag 8:8. Erst am Sonntag entstand jene blaue Welle auf dem Leaderboard, die die Titelverteidi gerinnen aus den USA schließlich überrollte. Der Schauplatz hätte dazu kaum besser passen können: Bernardus Golf in Cromvoirt war 2018 eröffnet worden und damit Champagner über das 18. Grün von Bernardus Golf spritzte, war von der Anspannung der vorange
einer der jüngsten Plätze, auf denen der Solheim Cup bislang gastierte. Kyle Phillips, unter anderem für Kingsbarns in Schottland und Yas Links in Abu Dhabi verantwortlich, hatte einen modernen Champion ship Course geschaffen, der sich an klassischen Heathland-Plätzen orientiert. Harte Fairways, Heideflä chen, strategisch platzierte Bunker und immer wieder Wasser ver langten nicht nur präzise Schläge, sondern vor allem die richtigen Anspielwinkel. Zwischen 2021 und 2023 hatte Bernardus bereits dreimal die Dutch beziehungsweise KLM Open auf der DP World Tour ausgerichtet. Der Solheim Cup aber war noch ein mal eine andere Dimension. Rund 70.000 Zuschauer aus etwa 40 Ländern kamen im Verlauf der Ver anstaltung in die Niederlande. FREITAG: KEINEN ZENTIMETER GESCHENKT Schon die ersten Matches machten deutlich, wie eng dieser Solheim
Cup werden könnte. In den Four somes am Freitagmorgen teilten sich beide Teams die vier Punkte. Die USA gingen zunächst durch ihre bewährte Kombination Nelly Korda und Allisen Corpuz in Führung. Das Duo bezwang Charley Hull und Lot tie Woad mit 4&3 und setzte damit seine beeindruckende gemeinsame Foursome-Serie fort. Kurz darauf erhöhte die amerikanische Paarung Alison Lee/Lauren Coughlin gegen Céline Boutier und Nanna Koerstz Madsen auf 2:0. Für Europa war es deshalb umso wichtiger, dass die Antwort nicht lange auf sich warten ließ. Und genau hier kam Esther Henseleit ins Spiel. Die Hamburgerin bestritt in Bernardus ihren zweiten Solheim Cup und wurde von Kapitänin Anna Nordqvist an der Seite von Leona Maguire auf den Platz geschickt. Die Kombination funktionierte vom ersten Loch an: Gegen Andrea Lee und Lindy Duncan brachte Henseleit ihre Partnerin mit präzisen Annähe
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