GOLF TIME 4/2026
COVER | 20. SOLHEIM CUP
HUNDSTAGE I n den Südstaaten der USA werden die heißen Sommertage auch als „100 days of hell“ bezeichnet. Die 100 Tage hatten wir diesen Sommer auch fast erreicht mit all ihren be kannten Auswirkungen bis in unser alltägliches Leben. Dem Zitat Sepp Herbergers folgend, dass nach dem Spiel immer vor dem (nächsten) Spiel ist, müssen wir uns jetzt schon Gedan ken machen, wie wir in den kommen den Jahren mit ähnlichen Situationen umgehen wollen und müssen. Waren unsere diesjährigen Maß nahmen ausreichend? War die Kom munikation stimmig und ist sie auf Verständnis gestoßen? Gibt es Ver besserungspotential und wenn ja, was sollte zuerst angegangen werden? Für das Greenkeeping (wenn man es ernst nimmt mit der wörtlichen Übersetzung des Begriffs) heißt das Wasserverfügbarkeit und -menge, Optimierung der Beregnungsanlage, angepasstes Schnittregime, Nachsaat mit trockenheitsverträglicheren Ra senarten und deren speziellen Sorten als wichtigste Punkte. Daneben darf aber der täglich der Hitze ausgesetzte Mitarbeiter an sich nicht vergessen werden. Fällt der ganz oder teilweise aus, sind viele der oben beschriebenen Punkte nicht mehr um setzbar. Sonnenschutz, Sonnencreme, flexible Arbeitszeiten in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden, Bereitstellung von ausreichend Ge tränken bis hin zum Hautscreening beim Betriebsarzt sind unumgängliche Maßnahmen zum Erhalt der Arbeits kraft für die Zukunft. „You have to go through hell to get to heaven”, so die Überlieferung aus den Südstaaten. Dazu freuen wir uns jetzt auf einen angenehmen Herbst mit viel „Indian Summer“, dann sind auch wir dem Himmel wieder näher! Ihr
Berauschende Atmosphäre: Tee 1 in Bernardus Golf
und Rose Zhang. Wieder begann das europäische Duo stark und lag früh 2 auf, doch das Match kippte. Nach neun Löchern führten plötzlich die Amerikanerinnen. Was folgte, gehörte zu den ein drucksvollsten Phasen Henseleits an diesem Wochenende. Sie und Maguire arbeiteten sich zurück in die Partie, retteten sich mehrfach aus schwierigen Situationen und ließen sich auch von Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen. Auf der 15 versuchte Henseleit sogar barfuß, einen Ball aus dem Wasser zu spie len. Die spektakuläre Rettungsaktion gelang zwar nicht, doch das Match war noch lange nicht verloren. Auf den letzten drei Löchern schlug Europa zurück. Henseleit bereitete den entscheidenden Lochgewinn auf der 18 mit einem starken Chip vor, Maguire vollendete – 1 auf. Zweiter Einsatz für die Deutsche, zweiter Sieg. Europa führte nun 7:5. Nord qvist gönnte Henseleit anschließend erneut eine Pause. Zunächst sah es trotzdem danach aus, als könnte Europa davonziehen. Maja Stark und Linn Grant setzten ihre außergewöhnliche Woche fort und gewannen auch ihr Fourball Match gegen Khang und Coughlin mit 2&1. Zwischenzeitlich stand es
8:5. Doch dann wechselte die Farbe auf dem Leaderboard. Die USA ge wannen die verbleibenden drei Four balls. Hull und Woad unterlagen Noh und Andrea Lee 1 down, Maguire und Nadaud verloren gegen Zhang und Kim mit 3&2, ehe Kupcho und Duncan gegen Ciganda und Boutier auf den Schlusslöchern ebenfalls einen Punkt holten. Innerhalb weniger Stunden war Europas Vorsprung verschwunden. Es stand 8:8 – nach 16 Matches be gann der Solheim Cup am Sonntag praktisch noch einmal ganz von vorne.
HUBERT KLEINER Past-Präsident des deutschen Greenkeeper-Verbands
Führte Team USA an: Nelly Korda
26 | GOLF TIME 4-2026
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