Cellitinnen 2_2018

Idee | Einsatz

Fit mit Rollator K lner St. Marien-Hospital bietet Patienten spezielle Trainings

ges Gangtempo zu erreichen. Nur so werden Reflexe auf der Ebene der Wirbelsäule aktiviert. „Das klingt jetzt anspruchsvoll, aber für das Training stellt auch ein hohes Alter kein Hindernis dar. Es dauert nur eben etwas länger“, so Listring- haus. Das Ziel des Trainings ist es, dass der Patient keine oder nur noch möglichst wenig Hilfsmittel braucht. Dazu wird das Gehen nicht nur auf freier Strecke, sowohl im Haus als auch draußen geübt, sondern auch in den Trainingsräumen des Kran- kenhauses auf dem Laufband oder im Gehbarren. Hinzu kommt ein gezielter Aufbau der Ausdauer, des Gleichgewichts, der Koordination und der Kraft. Damit soll die Mobili- tät des Patienten verbessert oder erhalten werden, denn diese trägt essenziell zur Selbstständigkeit des Patienten bei. „Die Möglichkeit sich sicher von A nach B zu bewegen, schützt vor sozialer Isolation und ermöglicht es, sich selbst um Es- sen, Trinken und andere Dinge des täglichen Bedarfs zu kümmern“, er- klärt Prof. Dr. Ralf-Joachim Schulz, Chefarzt der Geriatrischen Reha- bilitationsklinik und der Klinik für Geriatrie des St. Marien-Hospitals. Geriatrische Rehabilitationsklinik Prof. Dr. Ralf-Joachim Schulz Patientenberatung Tel 0221 1629-2222 Lerninhalte

Ein Rollator steht neben dem Kran- kenhausbett. Der Arzt hat ihn emp- fohlen. Das Risiko zu stürzen ist zu hoch, denn der eigene Gang ist zu unsicher. Doch wie fange ich es an, damit zu gehen? So oder ähn- lich denken sicherlich einige der Patienten der Geriatrischen Rehabi- litationsklinik und der Klinik für Geri- atrie amKölner St. Marien-Hospital. Denn sie sind in Folge eines Sturzes im Krankenhaus. Die Angst, wieder zu stürzen, ist groß und so soll der Rollator Sicher- heit geben. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wiederherzu- stellen und die Mobilität zurückzu- erhalten sind erklärte Therapieziele des Hauses. Daher wird auch das Gehen mit dem Rollator intensiv geübt. In speziellen Trainingsgrup- pen oder auch in der Einzelthera-

pie erklären Physiotherapeuten den Patienten, worauf es ankommt. Die Physiotherapie im St. Marien-Hos- pital wird durch das Neurologische Therapiecentrum (NTC) übernom- men. Christian Listringhaus, Lei- tender Physiotherapeut des NTC, erläutert den Beginn des Trainings: „Zuerst passen wir die Einstellun- gen des Rollators an den Patien- ten und sein Krankheitsbild an. Die Körperhaltung sollte aufrecht sein und der Rollator körpernah geführt werden. Dann üben wir den Über- gang vom Sitzen in den Stand mit Rollator. Dabei ist darauf zu achten, dass die Bremsen angezogen sind und der Patient sich nicht auf den Rollator, sondern die Lehnen seines Stuhles stützt.“

Danach ist das Ziel, möglichst schnell wieder ein gewisses zügi-

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CellitinnenForum 2/2018

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