Blickpunkt Schule 1 2026

Zeitschrift des Hessischen Philologenverbandes

Zeitschrift des Hessischen Philologenverbandes

Ausgabe 1|2026 · D 30462

SCHULE

Werte- und Demokratie- bildung in der Praxis

Teil 1

SCHULE 1|2026

• Vertreterversammlung

• Drei Fragen an …

• hphv unterwegs

Foto: kuegi|AdobeStock

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Zeitschrift des Hessischen Philologenverbandes

Ausgabe 1|2026 · D 30462

SCHULE

Bildung ein zum Thema passendes Angebot vor. Ebenfalls auf das Heftthema ist das ‘Pro und Contra’ ausgerichtet, in dem es diesmal um die Frage geht, ob man Gedenkstättenbesuche für Jugendliche verpflichtend machen soll. Während wieder einige andere Katego rien wegen der vielen und umfangreichen Texte in diesem Heft pausieren, wird im Rahmen der ‘Historisch-politischen Lern orte’ die Stiftung Adam von Trott in Ims hausen vorgestellt. Die ‘Drei Fragen an …’ gehen diesmal an die Vorsitzende des Phi lologenverbandes NRW, Sabine Mistler. Den Schwerpunkt der Rubrik ‘hphv in tern ’ bildet die Vertreterversammlung des hphv Ende November 2025 in Bad Soden. Hierzu finden sich ein umfangreicher Text, viele Fotos und die verabschiedete Resolu tion. Es gibt auch schon einen ersten Aus blick auf die Vertreterversammlung 2026. Die Rubriken ‘hphv unterwegs ’, ‘dlh intern ’ sowie ‘dbb intern ’ geben wieder einen guten Einblick in die reichhaltigen Aktivitäten des hphv und seiner Kooperationsverbände. Ein Bericht unseres Seniorenbeauftrag ten Heinz Seidel über die Ehrung der hphv Jubilare am 9. Dezember 2025 in Frankfurt rundet diese Ausgabe ab. Wie immer danke ich allen Verfasserinnen und Verfassern der Artikel für ihre Mitarbeit an diesem Heft. Ohne sie könnte es nicht in der vorliegenden Form erscheinen. Wer auch gerne einmal einen Beitrag für Blick punkt Schule verfassen möchte, ist herzlich dazu eingeladen. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf! Ich wünsche Ihnen eine anregende und abwechslungsreiche Lektüre sowie einen guten Start in das zweite Halbjahr des aktuellen Schuljahres.

von BORIS KRÜGER

SCHULE 1|2026 Inhalt | Vorwort 2

W ährend im letzten Heft ‘Das Verbänden, Institutionen und Universitäten versammelt waren, lebt die vorliegende Ausgabe von den Erfahrungen und der Kreativität der Mitglieder des hphv. Auf meinen Aufruf vom Dezember 2025 habe ich zahlreiche Rückmeldungen bekommen von Lehrkräften, die erprobte Unterrichts stunden und Konzepte vorstellen wollten. Knapp zwanzig davon sind in Texte gegos sen worden. Alle diese in einem einzigen Heft vorzustellen, hätte dessen Rahmen gesprengt und zur Unübersichtlichkeit ge führt. Daher hat sich die Redaktion ent schlossen, statt einem nun zwei Hefte zum Thema ‘Werte- und Demokratiebildung in der Praxis’ herauszugeben. Das erste liegt Ihnen heute vor, das zweite wird als Aus gabe 2|2026 von Blickpunkt Schule er scheinen. Da das Niveau aller Beiträge in etwa gleich hoch war und das Titelthema aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wurde, wurden die Texte für dieses erste Heft durch das Los festgelegt. Die Verteilung der Beiträge auf die Hefte und ihre Reihenfolge stellen also keine Rangfolge ihrer Inhalte dar. Nach einem Basisartikel, in dem das HMKB seine Sicht des Themas umfassend erläutert, werden verschiedene Unter richtsbeispiele und Konzepte für die prak tische Umsetzung von Demokratie- und Wertebildung vorgestellt. Diese reichen vom ‘Award des Duke of Edinburgh’ über ‘Demokratie zum Mitmachen’ bis hin zu einer ‘Reise zum Europaparlament’ nach Straßburg. Als Institution stellt die Hessische Landeszentrale für politische Gymnasium der Zukunft’ viele Vertreterinnen und Vertreter von

Werte- und Demokratie- bildung in der Praxis

Teil 1

SCHULE 1|2026

• Vertreterversammlung

• Drei Fragen an …

• hphv unterwegs

Foto: kuegi|AdobeStock

Vorwort Editorial

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Titelthema » Werte- und Demokratiebildung in der Praxis sichtbarer machen

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» Demokratiebildung an der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Schule Fritzlar/Homberg (Efze)

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» Agieren statt Konsumieren für die Demokratie

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» Politische Bildung und gelebte Demokratie am Beispiel der Hessischen Europaschulen 11 » »Du kannst mehr, als du glaubst« 14 » Rechtsexperte Dr. Frank Bräutigam zu Gast an der Marienschule Limburg » Medienkompetenz und Demokratiebildung im digitalen Raum » ‘Sprach- und Wertebildung in allen Bildungsetappen für eine erfolgreiche schulische Integration’ 22 Historisch-politische Lernorte » Lernort für Demokratie: Die Stiftung Adam von Trott 24 3 Fragen an … » Sabine Mistler, Vorsitzende des Philologenverbandes Nordrhein-Westfalen 26 hphv intern » Vertreterversammlung 2026 27 » Schulen stärken – Bildung fördern 28 » Vorrang der Grundschulempfehlung 31 » Weihnachtsfeier des hphv Bezirksverbandes Fulda 32 » Drei Mitglieder des hphv unterwegs » Workshop zur Finanzbildung im Unterricht 35 dlh intern » »Bildung geht uns alle an!« 36 dbb intern » Silvester: Verletzungen und Randale in der Neujahrsnacht wären vermeidbar 37 16 17 18 » Demokratie zum Mitmachen 20 » 80 Jahre Hessen 21 » Sollten Gedenkstättenbesuche verbindlich gemacht werden? geschäftsführenden Vorstands nun auch in juristischer Funktion tätig » Neue Beitragssätze ab 1. April 2026 32 34

Herzliche Grüße Ihr

Boris Krüger

Hauptpersonalrat » Nachrichten aus dem HPR Senioren » Ehrung der Jubilare in Frankfurt Personalien » Geburtstage | Wir trauern um

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Haben Sie einen Beitrag, Anregungen, Kritik oder Fragen? Schreiben Sie uns: blickpunkt-schule@hphv.de

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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

IMPRESSUM

am 19. November 2025 hat der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts seinen Beschluss zur Besoldung der Ber liner Landesbeamten (Besoldungsord nung A) veröffentlicht. Etliche Klagen zu diesem Thema haben in den vergange nen Jahren Karlsruhe erreicht. Und auch wenn es noch nicht um die Besoldung des Landes Hessen geht, so ist es ein Urteil, das Hoffnung macht. Wir erinnern uns: Am 30. November 2021, gut vier Jahre sind seitdem vergangen, stellte der VGH Kassel fest, dass die hessische Beamtenbesoldung von mindestens 2013 bis 2020 verfassungswidrig zu niedrig war. Dies betraf sowohl die A- als auch die W2-Besoldung. Auch wenn die einzelnen Klagen auf grund der Tatsache, dass die Bezahlung der Beamtinnen und Beamten Länder sache ist, hinsichtlich der konkreten Jah reszahlen wie auch der Besoldungsord nung etwas voneinander abweichen, so gilt (siehe Urteil zur Besoldung in Berlin), dass der zugrunde liegende verfassungs rechtliche Maßstab, an dem die Rechts grundlagen zu messen sind, sich immer aus GG Art. 33 Abs. 5 ergibt. In der Pres semitteilung werden die verschiedenen Punkte ausgeführt (Gebot des Alimenta tionsprinzip, Garantie eines amtsgemes senen Unterhalts, Mindestbesoldung usw.). Folgende Sätze fallen beim Lesen die ses wegweisenden Urteils (für Berlin) auf: »… hat der Gesetzgeber seine Pflicht zur kontinuierlichen Fortschreibung der Besoldung in zahlreichen Besol dungsgruppen und Jahren EVIDENT verletzt.« »Angesichts der bis weit in den ge hobenen Dienst reichenden Unter schreitung der Mindestbesoldung ist das Besoldungsgefüge NACHHALTIG erschüttert.« »Die Erweiterung der Prüfungsge genstände ist schließlich auch des halb sinnvoll, weil die vorliegende Entscheidung für ZAHLREICHE VER GLEICHBARE Verfahren aus anderen Ländern relevant ist.« Das BVerfG macht gerade mit dem letz ten Satz deutlich, dass ansonsten die → → →

von VOLKER WEIGAND Vorsitzender des Hessischen Philologenverbandes

Der Hessische Philologenverband ist der Gesamtverband der Lehre rinnen und Lehrer an den Gymna sien in Hessen sowie an Schulen mit gymnasialem Bildungsange bot. Er ist der Fachverband im Deutschen Beamtenbund, Lan desbund Hessen (dbb), er ist dem Deutschen Lehrerverband Hessen (dlh) und durch den Deutschen Philologenverband (DPhV) dem Deutschen Lehrerverband (DL) angeschlossen. Für den Inhalt verantwortlich: Der Vorstand des Hessischen Philologenverbandes. Chefredaktion: Boris Krüger (V.i.S.d.P.) Mail: blickpunkt-schule@hphv.de Mit dem Namen der Verfasser gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Hessischer Philologenverband e.V. Geschäftsstelle: Schlichterstraße 18 Hessischen Philologenverbandes erscheint fünfmal im Jahr 2026. 76. Jahrgang | ISSN 0723-6182 Verleger: Hessischer Philologen- verband e.V. Die Zeitschrift »BLICKPUNKT SCHULE« des DE57 6609 0800 0018 4532 68 Der Verkaufspreis ist durch die Mitgliedsbeiträge abgegolten. Verlag und Anzeigenverwaltung: Pädagogik & Hochschul Verlag Graf-Adolf-Straße 84 40210 Düsseldorf Tel.: 0211 3558104 Fax: 0211 3558095 Mail: dassow@dphv-verlag.de Satz und Layout: Tel.: 0211 1795965 Fax: 0211 1795945 Mail: heinemann@dphv-verlag.de www.dphv-verlag.de Anzeigenverwaltung: 65185 Wiesbaden Tel.: 0611 307445 Fax: 0611 376905 Mail: hphv@hphv.de Web: www.hphv.de Bank: BBBank BIC: GENODE61BBB IBAN:

Editorial

eigene Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt zu werden droht. Für den Bereich der Lehrkräfte ist der Besoldungsbereich A12 bis A16 hierbei relevant. Zunächst bezieht sich das ‘Berliner’ Urteil auf die Besoldungsstu fen bis A9, schlussfolgert aber, dass »für sämtliche oberhalb der von der Unter schreitung der Prekariatsschwelle un mittelbar betroffenen Besoldungsgrup pen liegenden oberen fünf bis sieben Besoldungsgruppen als Folgewirkung eine mittelbare Verletzung des Abstands gebots anzunehmen« ist. Das Urteil vom 19. November 2025 be trifft somit zunächst nur das Land Berlin. Einen Termin für das zu erwartende Ur teil für die hessische Besoldung gibt es noch nicht. Der dbb Hessen wird als un ser Dachverband und maßgeblicher Un terstützer der Klage umgehend infor mieren, sobald ein Urteil auch für unser Bundesland gefällt worden ist. Ange sichts der anstehenden Tarifverhandlun gen für Hessen (ab Februar 2026) dürfte es ein besonders spannendes Jahr für die hessischen Beamtinnen und Beam ten werden, die seit vielen Jahren auf eine verfassungsgemäße Besoldung warten. Und auch wenn möglicherweise wie für Berlin dann nochmals aufgrund einer vorgegebenen Frist etwas Zeit ver streichen wird, bis das Land ein Urteil umsetzt, so rückt die langersehnte Ent scheidung doch endlich näher. Wichtig ist und bleibt für uns: Hessische Beam tinnen und Beamte haben unabhängig von der Haushaltslage das Recht auf eine verfassungsgemäße Bezahlung.

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SCHULE 1|2026

SCHULE 1|2026

Mit kollegialen Grüßen

Volker Weigand

Werte- und Demokratiebildung in der Praxis sichtbarer machen Die hessische Initiative ‘WERTvoll’ als Antwort auf gesellschaftliche Herausforderungen Bildungsauftrag im Wandel →

Titelthema

Demokratische Resilienz: Weltweit stehen demokra tische Systeme unter Druck. Besonders bei jungen Menschen wächst teilweise die Akzeptanz autoritärer Strukturen. Aktive Demokratiebildung ist daher essen ziell für die Stabilität unserer freiheitlichen Ordnung. Werteorientierung: Schulen vermitteln jungen Men schen Orientierung und ein gemeinsames Verständnis von Respekt und Verantwortung – besonders in Zeiten, in denen die Bereitschaft zur Einhaltung grundlegen der gesellschaftlicher Regeln nachlässt. Mit einer systematischen Werte- und Demokratiebildung lassen sich in der Schule diese Herausforderungen für den Fortbestand der demokratischen Strukturen unserer Ge sellschaft bewältigen. Wertebildung als Erfolgsfaktor Die Empirie untermauert die Bedeutung werteorientierter Schulkultur eindeutig. Neben der unmittelbaren positiven Wirkung auf ein besseres demokratisches Gemeinwesen hat ein werteorientiertes Schulklima auch Auswirkungen auf andere Bildungsergebnisse. Wo Respekt, Verantwor tung und demokratische Teilhabe praktisch gelebt werden, entsteht ein Lernklima, das auch schulische Erfolge be günstigt. Wertebildung erweist sich damit als ein zentraler → Die hessische Initiative umfasst ein breites Spektrum prak tischer Ansätze. Dabei geht es zentral um eine Einbindung der Werte- und Demokratiebildung in die Schule als Sys tem. Sowohl im Unterricht und in der außerunterrichtlichen Bildungsarbeit als auch im Erleben von Partizipation und demokratischer Werteorientierung in der gesamten Schule gilt es, den gesellschaftlichen Herausforderungen – wie Polarisierung, Desinformation und Abwertung demokra- tischer Normen – zu begegnen. Damit ist Werte- und Demokratiebildung eine Schulentwicklungsaufgabe, die alle Elemente der schulischen Arbeit umfasst: den Unter richt, die Schulkultur, die Qualifikation des Personals und die Kooperation mit anderen Partnern. Um die Schulen bei diesem Prozess zu unterstützen, stellt die hessische Initiative ‘WERTvoll’ ein breites und praxisnahes Spektrum an Angeboten bereit. Diese lassen sich in mehrere Handlungsfelder gliedern: Qualitätsfaktor des Bildungssystems. Die Initiative ‘WERTvoll’: konkrete Maßnahmen

Die Qualität eines Bildungssystems bemisst sich nicht al lein an fachlichen Kompetenzen. In einer Zeit, in der die demokratischen Grundwerte, wie sie im Grundgesetz nie dergeschrieben wurden, von Extremen aller Couleur infra ge gestellt werden, reicht es nicht mehr aus, diese Werte alleinig an Gedenktagen in (politischen) Reden zu be schwören, sondern es gilt, diese Werte und deren Bedeu tung im Alltag der Menschen wieder sichtbar zu machen. Die Werte- und Demokratiebildung ist deshalb insbeson dere an unseren Schulen von zentraler Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund hat das Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen die WERTvoll-Initiative vorangetrieben, die bereits bestehende Ansätze der Werte- und Demokratiebildung in der schulischen Praxis heraus stellt und für alle anderen Schulen zugänglich macht. Ei nes der Ziele der landesweiten Initiative ist es, nicht mit zentralen, »von oben« verordneten Maßnahmen die Wer te- und Demokratiebildung zu fördern, sondern auf die Vielfalt der schulischen Praxis zu setzen und hierfür die Schulen zu vernetzen. Zusätzlich gibt es eine Fülle von landesweiten Maßnahmen, die mit den schulischen An- geboten, die bereits bestehen oder ausgebaut werden, verbunden werden können. Die Bedeutung systematischer Wertebildung ergibt sich aus mehreren gesellschaftlichen Entwicklungen: Demografischer Wandel: In hessischen Schulen lernen junge Menschen aus über 140 Nationen zusammen. Ein verbindender Wertekanon bildet die Grundlage für ge lingenden gesellschaftlichen Zusammenhalt. Digitale Transformation: Soziale Medien prägen maß geblich die Informationsaufnahme junger Menschen. Algorithmen verstärken Polarisierung und Extremposi tionen. Digitale Medienkompetenz und kritisches Den ken sind unverzichtbare Schlüsselkompetenzen. Wirtschaftliche Anforderungen: In der globalisierten Arbeitswelt werden Sozialkompetenzen und Team- fähigkeit zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren. Die Vermittlung dieser Kompetenzen gehört zum Kern auftrag schulischer Bildung. → → → Gesellschaftliche Notwendigkeiten

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1. Pädagogische und curriculare Umsetzung Werte- und Demokratiebildung in allen Schulformen und Jahrgangsstufen: Umsetzung über Projekttage, ergänzende Unterrichts → einheiten und fächerübergreifende Verankerung. Praxisnahe Unterrichtsbeispiele und erprobte Projekte: Hessische Schulen teilen ihre erfolgreichen Konzepte und Erfahrungen, um anderen Schulen Orientierung zu bieten. Nutzung vorhandener Materialien in der Sprach- förderung: Einbindung von Angeboten zur Werte- und Demokra tiebildung in Intensivklassen und Vorlaufkursen (zum Beispiel Deutsch für den Schulstart). 2. Programme und Beteiligungsformate Demokratielernen, Klassenräte, Cops im Dialog, Buddy-Programme: Etablierte Formate fördern Mitbestimmung, Verant wortung und soziale Kompetenzen im Schulalltag. Ausbau multiprofessioneller Teams: Zusammenarbeit von Lehrkräften, Schulsozialarbeit, Beratungsstellen und externen Fachkräften stärkt die Schulgemeinschaft. Wettbewerbe wie ‘Influencer für Demokratie’: Motivieren Schülerinnen und Schüler, sich kreativ und öffentlich für demokratische Werte einzusetzen. 3. Professionalisierung und Qualifizierung Fortbildungsangebote: Schulungen und Workshops unterstützen Lehrkräfte, Schulleitungen und pädagogisches Personal bei der → → → → Umsetzung werteorientierter Bildungsarbeit. WERTvoll-Tour mit Staatsminister Schwarz: Landesweite Veranstaltungsreihe zum Austausch be währter Praxisbeispiele und zur öffentlichen Sichtbar machung gelungener Schulprojekte. → → →

4. Kooperation und Dialog

Dialogveranstaltungen mit Eltern (»Verantwortung teilen«): Stärken die gemeinsame Verantwortung von Schule und Elternhaus bei der Wertevermittlung. Kooperation mit externen Partnern und Stiftungen: Ergänzende Ressourcen und Expertise fördern nach haltige Schulentwicklung. 5. Beratung, Unterstützung und Materialien Telefonische Beratung durch die Stabsstelle Werte- und Demokratiebildung: Direkte Ansprechmöglichkeit für Schulen bei Fragen zu Umsetzung und Projekten. Rechtliche Hilfestellungen mit Praxisbeispielen: Orientierung zu Themen wie Meinungsfreiheit, Kon fliktmanagement und schulischer Mitbestimmung. Publikationen und Handreichungen: Aktualisierte Ausgaben von Schulpraxis Werte- und Demokratiebildung sowie Grundrechtsklarheit, Werte vermittlung, Demokratieerziehung bieten praxisnahe Unterstützung. Beratungsstellen und regionale Ansprechpartnerin nen und Ansprechpartner: Vor Ort verfügbare Expertinnen und Experten begleiten Schulen bei der Weiterentwicklung ihrer Werte- und Demokratiearbeit. >> → → → → → →

Titelthema

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INFO

Alle relevanten Informationen, Materialien und Unterstützungsangebote für die Schulgemeinde sind

auf der WERTvoll-Plattform verfügbar: https:/ kultus.hessen.de/schulsystem/ wertevermittlung/wertvoll-plattform

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Unterstützung statt Mehrbelastung Die hessische Initiative verfolgt bewusst den Ansatz, dass Schulen bewährte Konzepte und Praxismodelle für andere Schulen zur Verfügung stellen und sich so gegenseitig stärken und dass präventive Investitionen sich als signifi kant effizienter als reaktives Krisenmanagement erweisen. Dies untermauern die zahlreichen positiven Rückmeldun gen seit Schuljahresbeginn 2025/2026. Werte werden nicht (nur) als zusätzliches Fach unter richtet, sondern systematisch in bestehende Schulcurricula und -konzepte integriert – als durchgängiges Prinzip, das alle Unterrichts- und Schulbereiche prägt. Maßgeblich bleibt die Haltung der Lehrkräfte als wichtigste Botschaf terinnen und Botschafter demokratischer Grundwerte, un terstützt durch gezielte Qualifizierungs- und Entlastungs maßnahmen. Eine wertschätzende Unterrichtsatmosphäre kann re gelhaft zu einer Entlastung der Lehrkräfte bei gleichzeitig verbesserten pädagogischen Ergebnissen führen. Diese Unterstützung stärkt die Resilienz des Personals

Die Angebote der WERTvoll-Initiative werden außerdem regelmäßig überprüft, angepasst und erweitert. Wertebildung als schulische Kernaufgabe Die historische Erfahrung lehrt: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie muss in jeder Generation neu erarbeitet, erlebt und verteidigt werden. Schulen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Systematische Wertebildung ist keine zusätzliche Auf gabe neben dem eigentlichen Bildungsauftrag – sie ist in tegraler Bestandteil qualitätsvoller Bildung. Die hessische Initiative ‘WERTvoll’ zeigt, dass dies durch innovative Kon zepte, digitale Tools und vernetzte Strukturen gelingen kann, ohne die Lehrkräfte zusätzlich zu belasten. Der hessische Ansatz verbindet pragmatisch bewährte pädagogische Prinzipien mit zeitgemäßen Maßnahmen. Damit leistet Hessen einen wichtigen Beitrag zur Zukunfts fähigkeit des Bildungssystems und zur Stabilität unserer demokratischen Gesellschaft.

Titelthema

und fördert langfristig die Qualität der Werte- und Demokratiebildung im Unter richtsalltag.

Evelyn Metz | Ralph Horstkötter | Kai Wißner Hessisches Ministerium für Bildung, Kultus und Chancen

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Bild: aidliskndr|AdobeStock

Demokratiebildung an der Reichspräsident- Friedrich-Ebert-Schule Fritzlar/Homberg (Efze)

W ie können wir im Schulalltag Haltung zeigen? Diese Frage prägt unser schulisches Han deln im Umgang mit diskriminierendem Verhalten und im Einsatz für demokra tische Werte. Dabei kommt schnell der Wunsch nach konkreten Handlungs anweisungen auf, denn der angemes sene Umgang mit den alltäglichen Herausforderungen ist schwer und wird in einem rauer werdenden gesellschaft lichen Klima immer schwerer, da sich diese Auseinandersetzungen auch in den Schulen widerspiegeln. Die Reichspräsident-Friedrich-Ebert Schule hat sich als berufliche Schule und der damit verbundenen Vielfalt an Schulformen zunächst mit der Frage beschäftigt, welche Haltung von der Schulgemeinschaft vertreten werden soll, und folglich den Einsatz gegen Dis kriminierung und für ein respektvolles Miteinander im schulischen Leitbild und der Schulordnung verankert. Im Rahmen unserer Teilnahme am Modellprojekt ‘Starke Lehrer – Starke Schüler’ haben wir darüber hinaus einen pädagogischen Tag zum Schwerpunkt Demokratiebil dung gestaltet, der eine vertiefende Be schäftigung mit konkreten Fragestellun gen und stärkendem Austausch ermög licht hat. Damit ist allen ein Bezugsrah men gegeben, dessen Ausgestaltung zwei Schwerpunkte beinhaltet: Sensibi lisierung für gruppenbezogene Men schenfeindlichkeit und Steigerung der Handlungssicherheit im Umgang damit.

dem mit außerschulischen Bildungsträ gern und kann die gewonnenen Erfah rungen und die vielfältigen Angebote an die Schulgemeinschaft weitergeben. Einer solchen Weitergabe von The men im Sinne der Sensibilisierung die nen auch die über das Jahr verteilten kleineren und größeren Ausstellungen in der Pausenhalle, die Gedenktage (zum Beispiel zur Pogromnacht) und aktuelle Themen (zum Beispiel orange days) aufgreifen. Auch Newsletter sollen zur Auseinandersetzung mit Herausforderungen der Demokratiebil dung anregen. Der umfangreichste Baustein innerhalb des Jahresplans des Demokratieteams ist die Demokratie woche, in der mit vielfältigen Angebo ten möglichst viele Klassen erreicht werden sollen. Vorträge, Workshops, Lesungen, Theatervorstellungen und außerschulische Lernorte ermöglichen verschiedene Zugänge, deren Auswer tung innerhalb der Klassen und des Kollegiums dann wiederum Impulse für zukünftige Schritte liefern. Neben diesen Bausteinen stehen die Mitglieder des Demokratieteams für Beratungen zur Verfügung. Der Aus tausch mit Lehrenden und Lernenden über konkrete Vorfälle, Fragen und Un sicherheiten ist eine nicht zu unter schätzende Stärkung der demokrati schen Schulkultur. Im Vordergrund steht dabei das Ziel, die eigene Haltung in einer Handlung sichtbar zu machen, die Betroffene schützt. Wenn wir das verinnerlichen, können wir die Antwort auf die Ausgangsfrage jeweils anpas sen und handlungsfähig im Sinne de mokratischer Werte sein.

von LENA MANCHEN Deutsch, Politik/ Wirtschaft, Geschichte, Koordination des Schwerpunkts Demo kratiebildung an der RFES

Titelthema

Diese Ziele stehen im Fokus des schu lischen Demokratieteams, das sich aus rund 15 Kolleginnen und Kollegen zu sammensetzt. Bei regelmäßigen Tref fen werden Projekte und Strategien ge plant, um sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrkräfte in ihrer Zivilcourage zu stärken. Der dabei entstandene Jahresplan gibt Meilensteine vor, die sich als Folie für weitere Schuljahre nutzen lassen und dabei Raum für wechselnde The menschwerpunkte lässt, zum Beispiel ‘Digitaler Extremismus’. Vorgesehen ist dabei erstens eine schulinterne Fortbil dung für Lehrkräfte durch externe An bieter wie dem Landesamt für Verfas sungsschutz, um den Austausch unter einander zu fördern und spezifische Anliegen zu fokussieren. Ein zweiter Baustein sind Exkursionen zu his torisch-politischen Lernorten wie zum Beispiel Trutzhain, Breitenau, dem Sara-Nussbaum-Zentrum Kassel oder der Synagoge Felsberg, die die Jugend lichen außerhalb des Klassenzimmers viel unmittelbarer erreichen und in Aus einandersetzung bringen. Auf diese Weise vernetzt sich die Reichspräsi dent-Friedrich-Ebert-Schule außer

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» Holocaustgedenktag

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» Ausstellung in der Pausenhalle zum Namensgeber der Schule Friedrich Ebert und seinen Werten

Titelthema

Alle Bilder: © Technik AG Schillerschule

Agieren statt Konsumieren für die Demokratie Lernende zu Handelnden statt zu Behandelten werden lassen D ie Bedeutung von Demokra tiebildung und Wertevermitt lung in der Schule ist eine

terricht (drei Wochen vorab bei den das Zielpublikum unterrichtenden Lehrkräften). Bewährte Optionen für das Fragenstellen während der Podi umsdiskussion sorgen für ein invol viertes und partizipierendes Publikum: Ein fest platziertes Mikrofon im Raum oder wandernde Mikrofone ermög- lichen eine direkte, authentische, aktivierende und auflockernde Frage situation, beugt aber nicht der Un vorhersehbarkeit der Fragen (ohne thematischen Passung) oder einer Selbstinszenierung vor und aktiviert eher Selbstbewusste und Extrover tierte. Alternativ können Fragen über QR Codes während der Veranstaltung ein gereicht werden, die von einem Team gesichtet und der Moderation auf der Bühne zugespielt werden, wodurch mehrere Schülerinnen und Schüler partizipieren und eine thematische Fokussierung gesichert wird. Erlebt wird zum Beispiel regelmäßig, dass bei Podiumsdiskussionen zur Kom munalwahl Fragen zum Fächerkanon, zur Leistungsbeurteilung oder Abitur prüfung gestellt werden, die auf die ser politischen Ebene nicht bearbeitet werden können. Der Charme der per sönlichen Note einer vor dem Publi kum gestellten Frage entfällt dadurch

jedoch. In jedem Falle ist im Vorfeld zu überlegen, was während dieser Phase passiert (zum Beispiel musikalischer Beitrag) und wie diese moderiert wird. Verschiedene Quiz- und Abstim mungsformate haben sich, wenn sie zielführend formuliert sind, etabliert und steigern die Aufmerksamkeit und Involviertheit des Publikums, können andererseits aber ablenken und den Fokus verschieben. Sie sollten nur be dacht und dosiert eingesetzt werden, denn ein Kahoot-Quiz um des Ka hoots Willen einzusetzen, ist ein Grund gegen den Kahoot-Einsatz. Aus eigener Erfahrung kann berich tet werden, dass durch das regel mäßige Veranstalten von Podiumsdis kussionen vor Wahlen aller politischen Ebenen Schülerinnen und Schüler mittlerweile auf die Schulleitung zu kommen und die Durchführung einer Podiumsdiskussion anregen und übernehmen. Organisierende und moderierende Lernende haben eine Leuchtturmfunktion und motivieren damit andere, selbst eine Veranstal tung zu organisieren, was zu einer vertieften Förderung der Handlungs kompetenz führt. Sie übernehmen damit zudem Ver antwortung für die Veranstaltung so wie für ihre Mitschülerinnen und Mit

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fächerübergreifende Querschnitts aufgabe (vgl. Klingler et al. 2025), gelingt »nicht allein durch die Bespre chung des Grundgesetzes im Unter richt« (Landreh 2024: 127) und ist als »Whole-School-Approach-Ansatz« (Achour 2021: 4) zu verstehen. Exem plarisch werden in diesem Beitrag er probte »handlungsorientierte Umset zungsformate« (ebd.) für eine praxis nahe und nachhaltige Demokratiebil dung und Wertevermittlung angebo ten, um »die Schülerinnen und Schü ler in den Mittelpunkt des Lernens zu stellen« (Landreh 2014: 67). Dabei werden die Lernenden von Konsumie renden und Rezipierenden zu (Inter-) Agierenden, Partizipierenden und übernehmen selbst Verantwortung. Durch die »Etablierung politischer Themen und Diskurse« (Beutel 2025: 49) bei regelmäßigen Podiums diskussionen erleben Lernende Kon troversität auf der Bühne und haben eine Demokratieerfahrung, bei der es gilt, sie zu involvieren und agieren zu lassen. Das Publikum wird a priori involviert und agiert durch das Sammeln von Fragen an die Podiumsgäste im Un

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dialogP – intensives Dis kussions-Speed-Dating Ein intensiveres Diskussionsformat, jedoch mit geringerer Schülerpopula tion, ist dialogP (www.dialog-p.de). Abgeordnete aller Fraktionen des Landtags sind zu Gast und rotieren etwa alle zehn Minuten von Tisch zu Tisch, an dem jeweils einer der Gäste eine im Unterricht formulierte und vorbereitete Fragestellung mit einer Schülergruppe diskutiert. Die Lernen den nahmen dieses Format als sehr gewinnbringend und intensiv wahr. Besonders beeindruckend war, als Lernende im Gespräch mit einem Abgeordneten, der Müllexporte Deutschlands in andere Länder leug nete, Unterrichtsmaterialien mit Fakten präsentierten und somit theo retisches Wissen in echte Handlungs kompetenz überführen konnten. dialogP ermöglicht leichter als Podi umsdiskussionen eine Diskussion mit den Abgeordneten, was durch eine abschließende Reflexion der Kontro versitätsanalyse und eigenen Urteils bildung zuträglich ist. Ferner können aufgrund von Intensität und Vorberei tung populistische, menschenverach tende oder rassistische sowie gegen die freiheitlich-demokratische Grund ordnung gerichtete Positionen ent larvt werden. Ergebnisse der Studie »Wer hat, dem wird gegeben« (vgl. Achour/

schüler und erwerben damit »eine zentrale soziokulturelle Kompetenz« (Landreh 2024: 112). Doch »Verant wortung muss gelernt werden, in be gleiteten und gestalteten Kontexten« (ebd.). In vorbereitenden Gesprächen mit einer Lehrkraft wird die Ver anstaltung geplant. Die Lernenden erhalten Impulse, denn in der Erfah rung kommen die Organisatoren bereits mit durchdachten und innova- tiven Ideen, für die beratend Leit planken gesetzt werden (zum Beispiel Themenauswahl, Gästeauswahl, Gesprächs- und Frageformat, schul rechtliche Vorgaben wie die Geneh migung einer Podiumsdiskussion beim Staatlichen Schulamt). Eine er fahrungsbasierte erarbeitete Check liste ist Orientierungsrahmen, dient der Zeitplanung und Arbeitsteilung (Klärung des Formats, Frage nach einer Begrenzung der Redezeit für die Gäste, Einladungsliste und Vor gehen), entlastet und entschleunigt die Planung des Veranstaltungstages (Gestaltung der Bühne, Wasser und Geschenke für die Gäste, Bestuhlung und Reinigung der Aula, Empfang der Gäste). Hierbei zeigte sich eine Etab lierung von Verbindlichkeiten in der Zusammenarbeit (Aufgabenteilung mit Checkliste, Terminierung regel mäßiger Treffen und bis dahin er- ledigter Aufgaben) als für die Ver anstaltung und Lernen der Beteilig ten als produktiv.

Wagner 2019) zeigen eine positive Wirkung auf politische Einstellung und die Bereitschaft zur politischen Beteiligung durch die Diskussion mit politischen Akteuren (vgl. Achour 2021: 4). Gleiches gilt für die Aus einandersetzung »mit Rassismus, Menschenfeindlichkeit und Rechts extremismus« (ebd.). Augen auf! Schmierereien auf der Spur Eine Suche und Dokumentation von Schmierereien im Schulgebäude ist ein Beitrag im Kampf gegen gruppen bezogene Menschenfeindlichkeit, was auf der zum Bildungsauftrag gehö renden Grundfrage »Wie gehen wir miteinander um und wie gestalten wir die Welt?« (Landreh 2024: 30) fußt. Lernende fotografieren, protokollie ren und kategorisieren Symbole und Schriftzüge, die für die Lernenden fremdenfeindlich, antidemokratisch oder eine persönliche Grenze über schreitend sind. Darauf folgt im ersten Schritt die Reflexion darüber, was man fand und was man aber auch nicht fand. Entdeckte verbotene Symbole werden vom Schulhausverwalter zeit nah neutralisiert, denn ein Tolerieren verbotener oder diskriminierender oder gar menschenfeindlicher Sym bole kann die Akzeptanzschwelle und »die Grenzen des Sagbaren« (Belling 2025: 54) verschieben. >>

Titelthema

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Zweitens sind die Ergebnisse Dis kussionsgrundlage für die Schullei tung oder mit Demokratiebildung be auftragte Lehrkräfte. Drittens folgen daraufhin breit gefächerte, langfristig angelegte Präventionsmaßnahmen (Workshops mit dem Hessischen Ver fassungsschutz, Ausweitung der Aus einandersetzung mit Werten) im Dia log mit der SV. In der Praxis zeigte sich durch die dokumentierende Sichtung eine Sensibilisierung der teilnehmen den Schülerinnen und Schüler, die nicht akzeptable Schmierereien im öffentlichen und schulischen Raum wahrnehmen und auch einschreiten, wenn andere Schülerinnen und Schü ler verächtlich miteinander reden. Ziel ist, dass die Mitwirkenden zu Multipli katoren werden. Bei dieser sicherlich alle Schulen betreffenden Thematik sind vor allem Lehrkräfte und Lernende gemeinsam in der Verantwortung, für den Lern- und Lebensort Schule Fürsorge zu be treiben, »denn Ausgrenzung und Het ze sind keine Privatangelegenheit« (Warrach/Klare 2025: 34).

Wenn Schülerinnen und Schüler durch Formate wie die vorgestellten selbst handeln und intensiv diskutie ren, erkennen sie, »dass kein Bereich der Gesellschaft politikfrei ist« oder »dass sich Komplexität nicht auf we nige Sätze runterbrechen lässt«, dass »Demokratie im Endeffekt Leben rettet« und »Demokratie der Grund baustein für das Lösen von globalen Herausforderungen ist«, wie diese Zitate von Abiturienten des Jahres 2024 zeigen. Diese nachhaltigen Poli tikerfahrungen machen ihnen Lust auf Politik und Diskurs und legen das Fundament für eine mündige, werte basierte und verantwortungsvolle Ge sellschaft, denn »das Nutzen des Ler nens liegt in der Gegenwart und trägt in die Zukunft« (Landreh 2024: 98). Florian Seemann | Leitung des Fachbereichs II

Achour, Sabine und Susanne Wagner (2019): »Wer hat, dem wird gegeben«. Politische Bildung an Schulen. Bestandsaufnahme, Rückschlüsse und Handlungsempfehlun gen. Berlin. Belling, Ann-Christin (2025): Wie angehende Lehrkräfte antidemokratischen Herausfor derungen begegnen können. Ein Seminar konzept zur Förderung von Handlungs kompetenz in der politischen Bildung. In: Demokratiefeindlichkeit und Schule. Sonderausgabe Wochenschau Verlag 25s/2025, S.52-56. Beutel, Wolfgang (2025): Demokratiebil dung. Chance und Herausforderung zu gleich. In: Friedrich Jahres-heft 43/2025 – Bildung, S.48-51. Klingler, Philipp, Maria Schneider und Susann Gessner (2025): Demokratiebildung und Haltung. Eine komplexe, dauerhafte und gemeinsame Aufgabe. In: Demokratie feindlichkeit und Schule. Sonderausgabe Wochenschau Verlag 25s/2025, S.10-13. Landreh, Guido (2024): Schule und die Krise der Demokratie. Was sich ändern lässt und wie. Heidelberg: Carl Auer. Warrach, Nora und Heiko Klare (2025): Was machen wir denn jetzt!?! Zum pädagogi schen Umgang mit rechten Inhalten in Klassenchats. In: Demokratiefeindlichkeit und Schule. Sonderausgabe Wochenschau Verlag 25s/2025, S.34-38.

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(Gesellschaftswissenschaften) Schillerschule, Frankfurt am Main

Literatur: Achour, Sabine (2021): Demokratiebildung: Was ist das? – Politische Bildung, die sich lohnt. In: Demokra-tiebildung. Sonderheft Wochenschau Verlag 21s/2021, S.4-13.

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Politische Bildung und gelebte Demokratie am Beispiel der Hessischen Europaschulen

D emokratie lebt vom Mitmachen, vom Aus tausch unterschiedlicher Meinungen und vom kritischen Hinterfragen politischer Pro zesse. Wie politische Bildung praxisnah, lebendig und nachhaltig gelingen kann, zeigt das Schulent wicklungsprogramm ‘Hessische Europaschulen’, dem insgesamt 33 Schulen aller Schulformen sowie das Studienseminar für beruflichen Schulen in Gie ßen angehören. Deren Aktivitäten sollen exempla risch an der Regionalgruppe der nord- und osthessi schen Europaschulen aufgezeigt werden, die acht Schulen zwischen Hofgeismar und Fulda sowie zwi schen Fritzlar und Eschwege umfasst. Die nord- und osthessischen Europaschulen or ganisierten 2025 mehrere Veranstaltungen und Projekte rund um die Bundestagswahl sowie die eu ropäische Zusammenarbeit. Schülerakademien, po litische Dialogformate und internationale Bildungs fahrten boten engagierten Schülerinnen und Schü lern vielfältige Möglichkeiten, sich intensiv mit de mokratischen Grundwerten, aktuellen politischen Herausforderungen und europäischer Politik aus einanderzusetzen. Ein wichtiger Baustein dieser Aktivitäten war die Schülerakademie der nord- und osthessischen Europaschulen , die am 7. und 8. Februar 2025 in der Evangelischen Akademie Hofgeismar stattfand. Unter dem Leitthema »Wie geht’s der Demokratie in Deutschland?« kamen Schülerinnen und Schüler der acht Schülervertretungen gemeinsam mit Lehr kräften zusammen, um sich mit zentralen Fragen demokratischer Teilhabe und politischer Verantwor tung zu beschäftigen. Ziel der Akademie war es, das Verständnis für demokratische Prinzipien zu vertie fen und zugleich den Blick für aktuelle gesellschaft liche und politische Entwicklungen zu schärfen. Der Workshop begann mit einer interaktiven Ken nenlernrunde, die nicht nur dem persönlichen Aus tausch diente, sondern bereits erste politische Dis kussionen anregte. Im weiteren Verlauf setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit den Wahlprogram men verschiedener Parteien auseinander. Zentrale Themen wie Sozialpolitik, wirtschaftliche Entwick lungen sowie Umwelt- und Klimaschutz standen dabei im Mittelpunkt. Durch den Vergleich unter schiedlicher Positionen lernten die Jugendlichen, politische Inhalte kritisch zu analysieren und eigene Standpunkte fundiert zu begründen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Arbeit in Expertengruppen , in denen sich die Schülerinnen und Schüler mit komplexen Fragestellungen wie

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» Straßburg-Fahrt – der Europaabgeordnete Engin Eroglu (FW) mit der Gruppe

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» Schüler in Aktion

autoritären Entwicklungen in Europa, dem Krieg in der Ukraine und dessen globalen Auswirkungen be schäftigten. Neben der eigenständigen Recherche wurden mögliche politische und gesellschaftliche Maßnahmen zur Stärkung demokratischer Struktu ren sowie zur Sicherung von Frieden und Stabilität diskutiert. Ergänzt wurde dies durch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Einfluss sozialer Me dien auf demokratische Prozesse. Die Jugendlichen analysierten Mechanismen von Desinformation und Fake News und entwickelten Strategien, wie diesen Herausforderungen im Alltag begegnet werden kann. Insgesamt bot die Akademie eine facetten reiche Auseinandersetzung mit aktuellen politi schen Themen und förderte zugleich den Austausch zwischen den Europaschulen – eine Grundlage für eine künftig noch engere Zusammenarbeit der Schülervertretungen. Einen weiteren Höhepunkt politischer Beteiligung stellte das Politik-Speed-Dating dar, das im Vor feld der Hessischen Europawochen an der Albert Schweitzer-Schule Hofgeismar stattfand. Schüle rinnen und Schüler der nord- und osthessischen Europaschulen trafen dabei auf Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Parteien. Ziel dieses For mats war es, den direkten Dialog zwischen Jugend lichen und Politik zu ermöglichen und politische Entscheidungsprozesse greifbarer zu machen. Vertreten waren unter anderem die Landtags abgeordneten Hans-Christian Göttlicher (CDU), Sascha Meier (Bündnis 90/Die Grünen) und Oliver Ulloth (SPD). Zudem reiste die frisch gewählte Bundestagsabgeordnete Violetta Bock (Die Linke) eigens aus Berlin an. Die Freien Wähler wurden durch Martin Graefe aus Guxhagen vertreten. Für einen verhinderten Politiker sprang kurzfristig Emma Schulman ein, eine amerikanische Prakti kantin von Oliver Ulloth, die den Jugendlichen spannende Einblicke in die politische Situation ihres Heimatlandes bot. Nach einem lockeren Warm-up mit persönlichen Fragen an die Gäste begann das eigentliche Speed Dating: In jeweils zwölfminütigen Gesprächsrunden diskutierten die Schülerinnen und Schüler an sechs Tischen über Themen wie Migration, Klimapolitik, Wirtschaft und Außenpolitik. Die Gespräche ver liefen lebhaft, aber stets sachlich und respektvoll. Eine abschließende Abstimmung zeigte, welche politischen Positionen bei den Jugendlichen beson ders überzeugten. Das Format wurde von allen Beteiligten sehr positiv bewertet, sodass Boris Krüger als Mitorganisator zusagte, das Politik Speed-Dating auch im kommenden Jahr erneut durchzuführen. Abgerundet wurden die Aktivitäten durch eine dreitägige Bildungsfahrt nach Straßburg und

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» Schüler in Aktion

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» Politik-Speed-Dating – Sascha Meier (Bündnis 90/ Die Grünen) im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern

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HESSISCHE EUROPASCHULEN – DAS PROGRAMM IM ÜBERBLICK Das Schulentwicklungsprogramm der Hessischen Euro paschulen startete 1992 und hat sich seitdem unter Be rücksichtigung der jeweiligen bildungs- und geopoliti schen Gegebenheiten kontinuierlich weiterentwickelt. Aktuell umfasst es 33 allgemein- und berufsbildende Schulen, die auf europäische Integration ausgerichtet sind, sowie das Europa-Studienseminar für berufliche Schulen in Gießen. Das Programm wird vom Land Hes sen gefördert und fachlich umfassend begleitet. Die im Folgenden abgebildeten fünf Programmziele beschrei ben und definieren den Schul- und Unterrichtsentwick lungsauftrag und das Selbstverständnis der Hessischen Europaschulen. Die fünf Programmziele 1) Lehren und Leben demokratischer Kultur als tragen de Säule der europäischen Wertegemeinschaft 2) Fördern interkultureller Kompetenz für ein Leben und Arbeiten in multikulturellen und vielfältigen Gesell schaften 3) Befähigen zu nachhaltigem Denken und Handeln in Verantwortung für die eigene Generation und nach folgende Generationen 4) Entwerfen und Erproben innovativer Lern- und Lebensräume im Rahmen einer zukunftsweisenden Unterrichts- und Schulentwicklung 5) Arbeiten in Netzwerken und Beteiligung am Erfah rungsaustausch auf nationaler und internationaler Ebene. Der Referenzrahmen des Europarates: Kompetenzen für eine demokratische Kultur Zur Umsetzung der fünf Programmziele implementieren die Hessischen Europaschulen seit dem Schuljahr 2024/2025 den im Auftrag des Europarats entwickel ten Reference Framework of Competences for Demo cratic Culture (RFCDC). Das Kompetenzmodell des RFCDC benennt zwanzig Kompetenzen, die Lernende erwerben müssen, um an einer Kultur der Demokratie Colmar , an der vom 24. bis 26. November 2025 Schüle rinnen und Schüler der acht nord- und osthessischen Euro paschulen teilnahmen. Die Fahrt richtete sich an langjährig engagierte Mitglieder der Schülervertretungen als Aner kennung für ihr kontinuierliches Engagement. Nach der Anreise und einer Stadtführung durch die his torische Altstadt von Colmar stand der zweite Tag ganz im Zeichen Europas. In Straßburg besuchte die Gruppe das Europäische Parlament und traf dort den Europaabgeord neten Engin Eroglu (Freie Wähler) zu einem intensiven Ge spräch. Besonders eindrucksvoll war der Besuch einer Ple nardebatte zur humanitären Lage im südlichen Sudan, die

den Jugendlichen einen unmittelbaren Einblick in den par lamentarischen Alltag auf europäischer Ebene vermittelte. Kulturelle Eindrücke, gemeinsame Erlebnisse und der Be such des Weihnachtsmarktes rundeten die Fahrt ab. Insgesamt zeigen diese Projekte eindrucksvoll, wie politi sche Bildung junge Menschen dazu befähigen kann, Demo kratie aktiv zu erleben und mitzugestalten. Durch Dialog, internationale Perspektiven und konkrete Begegnungen mit Politik wird Demokratie für Schülerinnen und Schüler greif bar – und bleibt lebendig.

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Boris Krüger | Regionalkoordinator der nord- und osthessischen Europaschulen

mitwirken und in kulturell vielfältigen Gesellschaften friedlich mit anderen zusammenleben zu können. Diese Kompetenzen sind in die Bereiche Werte, Haltungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie Wissen und kriti sches Verstehen aufgegliedert. Die Hessischen Europaschulen sind europaweit die ersten Bildungseinrichtungen, die gemeinsam als Netz werk dieses vom Europarat in Auftrag gegebene, inter national anerkannte Referenzinstrument gezielt in ihre Schulentwicklung einbinden. Der Referenzrahmen soll »… die Mitgliedstaaten da bei unterstützen, mit Hilfe ihres Bildungswesens offene, tolerante und vielfältige Gesellschaften zu entwickeln« (Reference Framework of Competences for Democratic Culture, Bd. 1, S. 7). Durch die Nutzung des Referenz rahmens in den Hessischen Europaschulen werden die hierfür benötigten Kompetenzen, zum Beispiel kriti sches Denken und Konfliktlösungskompetenzen, be wusst wahrgenommen und gezielt weiterentwickelt. Der RFCDC bietet einen systematischen Ansatz zur Förderung der Kompetenzen, die benötigt werden, um aktiv an der demokratischen Kultur teilzunehmen, die Menschenrechte zu respektieren, zu fördern und zu verteidigen und an einem effektiven, angemessenen und respektvollen interkulturellen Dialog teilzuhaben. Die internationale Ausrichtung sowie die Einbettung in ein kohärentes Konzept mit umfangreichen Hand lungsanleitungen und Praxis-Tools ermöglichen zu kunftsorientierte, ganzheitliche Schulentwicklung in nerhalb der Hessischen Europaschulen. Durch die Ver wendung des europaweit anerkannten RFCDC werden die Vernetzung und der fachliche Austausch innerhalb des Netzwerks, aber auch mit vielfältigen regionalen, europäischen und internationalen Partnerinnen und Partnern begünstigt. https://kultus.hessen.de/schulsystem/ internationales/ europaschulen

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»Du kannst mehr, als du glaubst« Der Duke of Edinburgh’s Award als Impuls für Persönlichkeitsbildung an Schulen in Hessen

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» Erster Durchgang Dukees an der Goetheschule Wetzlar

Ein Programm mit Potenzial für die Schule von heute Wie können Schulen junge Menschen so fördern, dass sie nicht nur fachlich bestehen, sondern auch persönlich wachsen? Diese Frage beschäftigt Lehrkräfte angesichts steigender Anforderungen und zunehmender Orientierungslosigkeit vieler Jugend licher immer stärker. Der Duke of Edinburgh’s International Award (kurz: Duke Award) bietet hier einen Ansatz, der weit über ein Zertifikat hinausgeht. Der Duke Award wurde 1956 von Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, und dem Pädagogen Kurt Hahn ge gründet. Ziel war es, jungen Men schen außerhalb des schulischen Curriculums Gelegenheiten zur Persön lichkeitsbildung, Selbstverantwortung und zum Engagement zu geben. Heute ist das Programm in über 130 Ländern weltweit etabliert und erreicht jährlich mehrere Hunderttausend Teilnehmen de. Damit zählt der Award zu den größ ten und international anerkanntesten Jugendprogrammen zur Förderung von Schlüsselkompetenzen und gesell schaftlicher Verantwortung. An der Goetheschule Wetzlar haben wir das Programm im Frühjahr 2024

lernt’ wird, sondern sie selbst über nehmen die Rolle der Gestaltenden. So entstehen Lernprozesse, die Moti vation, Kreativität und Eigeninitiative freisetzen. Vier Säulen – ein ganzheitlicher Prozess Der Award besteht aus vier Bereichen: Soziales Engagement: Verant wortung für andere übernehmen – sei es durch Nachhilfe, Mitarbeit in Vereinen oder Engagement im Umwelt- und Tierschutz. Talente: Persönliche Interessen vertiefen, ob beim Musizieren, Programmieren oder Kochen – Ausdauer und Neugier entwickeln. Fitness: Regelmäßige Bewegung als Ausgleich – Disziplin, Gesund heit und Teamgeist fördern. Expedition: Mehrtägige, selbst organisierte Reise in die Natur – Teamfähigkeit, Durchhaltever mögen und Achtsamkeit für die Umwelt trainieren. Jede dieser Säulen trägt zum Ziel bei, junge Menschen nicht nur zu qualifi zieren, sondern zu stärken – als Per sönlichkeiten, die sich in einer kom plexen Welt behaupten können. → → → →

von STEFAN LESSER Studienrat für Ethik und Geschichte, Award-Koordinator an der Goetheschule Wetzlar

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eingeführt. Schon nach kurzer Zeit zeigte sich, dass der Award eine Lücke schließt: Er schafft Erfahrungsräume, die im schulischen Alltag oft fehlen – Räume, in denen Schülerinnen und Schüler Verantwortung übernehmen, Durchhaltevermögen entwickeln und Selbstwirksamkeit erfahren. Bildung als Erfahrung – nicht als Zusatzstoff Das Besondere am Duke Award ist sei ne Haltung : Er vermittelt nicht neue Inhalte, sondern ermöglicht Erfahrun gen. Jugendliche entscheiden selbst, wo sie sich engagieren, welche Talente sie entwickeln oder welche sport lichen Ziele sie verfolgen. Den Rah men gibt das Programm vor – die Ge staltung liegt in der Verantwortung der Teilnehmenden. Für viele Schülerinnen und Schüler ist das eine völlig neue Erfahrung. Nicht die Lehrkraft legt fest, was ‘ge

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Stimmen aus der Praxis Die Rückmeldungen unserer Schüle rinnen und Schüler (unserer ‘Dukees’ ) sind eindeutig: »Der Award hat mein Selbstvertrauen gestärkt.« »Wir haben gelernt, auch in schwierigen Situationen Ein 18-jähriger Teilnehmer brachte die Wirkung auf den Punkt: »Der Award zeigt, dass Vielfalt keine Hürde ist, sondern eine Ressource. Unser Enga gement hat mir gezeigt, dass Demo kratie von unserem Handeln lebt.« Schule und Lebenswelt verbinden Der Duke Award entfaltet seine Wir kung vor allem deshalb, weil er an der Schnittstelle von Schule und Lebens welt ansetzt. Für uns als Oberstufen gymnasium bedeutet das: Wir gewin nen ein Instrument, das Jugendliche ernst nimmt und ihnen echte Verant wortung zutraut. Expeditionen ohne Handy, soziale Projekte außerhalb des Klassenzimmers und die Einbindung lokaler Partner wie Vereine und Kul tureinrichtungen machen Schule zum zusammenzuhalten.« »Es war anstrengend – aber es hat sich gelohnt.«

» Am Ziel angekommen: Roth 2025 (Abschlussexpedition Bronze)

Titelthema

» Erfolgreicher Zeltaufbau in Roth 2025

Knotenpunkt einer lebendigen Bil dungslandschaft. So wird deutlich: Bildung ist nicht auf den Klassenraum beschränkt. Sie entsteht dort, wo junge Menschen er fahren, dass sie selbst wirksam sind – in Projekten, im Ehrenamt, im Team . Chancen für Schulen in Hessen Für das hessische Schulsystem bietet der Award mehrere Anknüpfungs punkte: Ergänzung der schulischen Per sönlichkeitsbildung: Der Award unterstützt zentrale Bildungs- und Erziehungsziele des hessi schen Kerncurriculums. Stärkung von Resilienz und Zu kunftskompetenzen: Gerade in Krisenzeiten sind Selbstvertrauen und Teamfähigkeit entscheidend. Öffnung von Schule: Durch Kooperation mit lokalen Partnern wird Schule stärker im Gemein wesen verankert. Das Programm drängt sich nicht in den Unterrichtsplan, sondern wirkt ergänzend – in Projekten, Arbeits gemeinschaften oder auch in Koope rationen, die Schulen individuell aus gestalten können. Grenzen und Realismus Wichtig ist, den Award nicht als ‘Wun dermittel’ zu sehen. Er ersetzt keine solide pädagogische Arbeit und kann strukturelle Probleme nicht lösen. Aber er bietet einen erprobten Rah- → → →

men, in dem Schülerinnen und Schü ler Verantwortung übernehmen und in dem Schule Impulse für Persönlich keitsbildung setzen kann – ohne zu sätzlichen Druck, sondern durch Moti vation und Selbstbestimmung. Fazit Der Duke of Edinburgh’s Award ist mehr als ein Zertifikat. Er ist ein Bil dungsprozess, der Jugendlichen die Chance gibt, über sich hinauszuwach sen. Für uns als Lehrkräfte ist er eine Erinnerung daran, dass Schule nicht nur Wissensvermittlung ist, sondern vor allem ein Ort des Wachsens. Kontakt für weitere Fragen bzw. den Einstieg in das Programm: stefan.lesser@goetheschule ldk.de Duke Award Deutschland: https://duke-award.de/ Duke Award an der Goethe schule: https://www. goetheschule- wetzlar.de/ MEHR INFORMATIONEN

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» Planung der Route für die Expedition

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projekte-und-ags- mainmenu-330/ ag-duke-award

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