Blickpunkt Schule 1 2026
Rückblick Integrationskongress 2025 ‘Sprach- und Wertebildung in allen Bildungsetappen für eine erfolgreiche schulische Integration’ A m 20. September 2025 wurde die Goethe-Universität Frankfurt zum Zentrum des Austauschs für » START-Stipendiaten
Titelthema
Schulleitungen, Lehrkräfte und Bil dungspartner. Eingeladen vom Hessi schen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen sowie der Hessischen Lehrkräfteakademie, widmete sich der Integrationskongress einem klaren Ziel: der systematischen Verankerung von Sprach- und Wertebildung in Schul- und Unterrichtskonzepten über die gesamte Schullaufbahn hinweg. Inhaltlich standen drei zentrale Entwicklungen in der hessischen Bildungslandschaft im Mittelpunkt. Neben der engen Verzahnung von Sprach- und Wertebildung wurde vor allem der Übergang von Intensiv- in Regelklassen beleuchtet – eine Phase, die Schulen vor Herausforderungen stellt, aber auch große Chancen bie tet. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Sprachbildung in allen Fächern: Hier wurde intensiv diskutiert, wie Lehrkräfte aller Disziplinen ihre Schü lerinnen und Schüler sprachlich so unterstützen können, dass die Bil dungsbiografie gestärkt wird. Das Programm gestaltete sich viel fältig und praxisorientiert: An das Grußwort von Kultusminister Armin Schwarz und den Impulsvortrag von Prof. Dr. Frank Dievernich zur Bedeu tung zivilgesellschaftlichen Engage ments für die Sprach- und Wertebil dung knüpfte Dr. Benjamin Siegmund (Pädagogische Hochschule Freiburg)
an. In seinem Vortrag zur ‘Sprachsen siblen Schulentwicklung’ beleuchtete er wissenschaftlich fundiert Gelin gensbedingungen für eine durchgän gige Sprachbildung. Wie dies vor Ort konkret aussieht, veranschaulichten Erfahrungsberichte aus hessischen Schulen verschiedener Bildungsetappen. Ein emotionaler Höhepunkt waren die Beiträge der START-Stipendiatinnen und -Stipen diaten: Ihre persönlichen Schilderun gen von Flucht, Neuanfang und dem eigenen Bildungsweg berührten das Publikum tief. In den 28 praxisorientierten Ar beitsgruppen tauschten sich die Lehr kräfte engagiert aus, reflektierten Herausforderungen und erarbeiteten konkrete Lösungsansätze für den Schulalltag. Dabei wurde deutlich, dass Sprachbildung nicht nur Aufgabe der Deutschförderung, sondern aller Unterrichtsfächer ist. Mehr noch: Es bedarf einer systematisch-strukturel len Verankerung in der gesamten
Schule. Wertebildung ist integrativ zu verstehen und muss in allen Bildungs etappen verankert sein. Deutlich wurde das große Engagement in den intensiven fachlichen Austauschen unter den Teilnehmenden, der sich auf dem Markt der Möglichkeiten fortsetzen ließ. In diesem Jahr wurde der Markt von den Staatlichen Schul ämtern gestaltet und bot ein vielfäl tiges Informationsangebot aus den einzelnen Schulamtsbereichen für die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung. Die Atmosphäre des Kongresses war geprägt von Offenheit, Dialogbereit schaft und der gemeinsamen Motiva tion, die schulische Integration in Hes sen weiterzuentwickeln. Zahlreiche Impulse, wissenschaftliche Beiträge und praxisnahe Erfahrungsberichte machten die Veranstaltung zu einer wichtigen Plattform für Austausch, Weiterbildung und Vernetzung. Einen gelungenen Abschluss bildete das einfühlsame Klavierstück der ukrai nischen Schülerin Afina Airapetian von der Adolf-Reichwein-Schule in Neu Anspach, mit dem sie das Fachpubli kum musikalisch verabschiedete. Die Veranstaltung zeigte deutlich, dass Sprach- und Wertebildung weit über den Unterricht hinausreicht. Sie ist ein zentrales Thema, das alle Bildungs akteurinnen und -akteure bewegt, verbindet und neue Kräfte freisetzt. Dr. Verena Fries | Sarah Felicitas Troxel | Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen | Fachreferat III.5 – schulische Integration
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» Blick ins Publikum
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