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öFFENTLICHKEITSARBEIT
vERTRETERVERSAMMLUNG
Ob die Pfoten
von Plüschdackel Daisy schmerzten oder die Kulleraugen
von Teddybär Thomas tränten – die Studenten der Fachschaften Phar-
mazie und Medizin der Uni Münster versorgten die Wehwehchen der
plüschigen Gefährten von einigen hundert Kindern gewissenhaft und
geduldig. Im Mai hatte das so genannte „Teddybär-Krankenhaus“ vor
dem Münsteraner Schloss für einen Nachmittag geöffnet. Die Apothe-
kerkammer unterstützte das Engagement der Pharmaziestudenten und
steuerte ein paar Kisten gesunde Bio-Äpfel bei. Jedes Kind, das seinen
Plüsch-Gefährten behandeln ließ, bekam einen Apfel mit aufgeklebtem
Apotheken-A. Das Teddybär-Krankenhaus soll Kindern möglichst früh
die Angst vorm Arztbesuch nehmen.
Foto: Fachschaft Pharmazie
Jahresabschluss des Versorgungswerkes:
Erneut gute Zahlen im Niedrigzinsumfeld
Vertreterversammlung beschließt Dynamisierung der Renten und Anwartschaften
Günther Bartels (li.) und Rudolf Strunk (re.)
Vorstands- bzw. Aufsichtsratsvorsitzender
des Versorgungswerks, blickten auf das Jahr 2012 zurück.
Fotos: Sebastian Sokolowski
„Unsere Netto-Rendite lag zum Ab-
schluss des Geschäftsjahres 2012 bei
hervorragenden 4,3 Prozent“, resü-
mierte Bartels. Gerade angesichts des
historisch niedrigen Zins-Niveaus seien
aber derartig gute Ergebnisse bei un-
veränderten
Rahmenbedingungen
nicht auf Dauer zu garantieren, auch
wenn das VAWL mit einem Teil der
2012 erwirtschafteten Überschüsse die
Zinsschwankungsreserve um 8,1 Milli-
onen Euro auf nunmehr 29 Millionen
Euro aufstocken konnte.
Derzeit würden sich die Gremien des
Versorgungswerkes daher mit einer
moderaten Absenkung des Rech-
nungszinses von derzeit vier Prozent
befassen. „Wir werden Ihnen hierzu in
der Vertreterversammlung im Herbst
einen konkreten Vorschlag unterbrei-
ten – voraussichtlich mit einem neuen
Rechnungszins ab 2014 in einer Grö-
ßenordnung von drei Prozent, der nur
für die neuen Beiträge gelten wird.
Für alle bis dahin gezahlten Beiträge
wird somit der Bestandsschutz ge-
währleistet“, kündigte Bartels an.
Der Bilanzwert aller Kapitalanlagen
belief sich zum Jahresende 2012 auf
1,785 Milliarden Euro – das sind 86 Mil-
lionen (5,1 Prozent) mehr als noch im
Vorjahr. Die Beitragseinnahmen san-
ken leicht
–
von 51,2 auf 50,2 Millionen
Euro (-2 Prozent). Dennoch konnte der
Verwaltungskostensatz von 1,59 auf
1,54 Prozent reduziert werden. Dass
die Beitragseinnahmen im Berichtsjahr
2012 zurückgingen und gleichzeitig
die Höhe der Versicherungsleistungen
anstieg (von 33,4 auf 35,2 Millionen
Euro), komme weder überraschend
noch sei diese Entwicklung besorgnis-
erregend, so Günther Bartels: „Dies
ist der normale Verlauf eines Versor-
gungswerkes, das mittlerweile seiner
Gründungsphase entwachsen ist.“
Entscheidend sei, dass sämtliche An-
sprüche aller versicherten Mitglieder
und Versorgungsempfänger durch Ka-
pitalanlagen gedeckt seien.
Der Aufsichtsratsvorsitzende Rudolf
Strunk informierte die Delegierten
über Neuerungen im Befreiungsrecht.
Aufgrund von drei Urteilen des Bun-
dessozialgerichtes vom 31. Oktober
2012 ist seit dem 1. November 2012 für
jede neu aufgenommene pharmazeu-
tische Beschäftigung ein neues Befrei-
ungsverfahren zu beantragen. „Jedes
Mitglied muss bei jedem Wechsel der
Beschäftigung einen neuen Befrei-
ungsantrag über das Versorgungswerk
bei der Deutschen Rentenversicherung
Bund stellen“, so Strunk.
Die Vertreterversammlung erteilte im
Anschluss an die Berichte den Mitglie-
dern des Aufsichtsrates bei Enthaltung
der Betroffenen ohne Gegenstimme
Entlastung. Die Versammlung entla-
stete anschließend den Vorstand des
Versorgungswerkes – ebenfalls ohne
Gegenstimme und bei Enthaltung der
Betroffenen.
Initiative „Gesundheit wählen“ startet
Dialog vor Ort zur Bundestagswahl 2013
30 Apotheker als Wahlkreisbeauftragte in Westfalen-Lippe, 299 in ganz Deutschland
Die ABDA und alle 34 Mitgliedsorganisationen haben die Initiative „Gesundheit wählen“ anlässlich der Bundestagswahl
am 22. September aus der Taufe gehoben. Auch Apothekerkammer und Apothekerverband in Westfalen-Lippe sind tat-
kräftig eingebunden. Ziel ist es nicht, Politik zum Thema Gesundheit zu betreiben, sondern die Gesundheit und insbeson-
dere die Anliegen der Apothekerschaft zum Thema der Politik zu machen.
Vier von fünf Bundesbürgern interessieren sich „sehr“ (44
Prozent) oder „etwas“ (40 Prozent) für Gesundheitspoli-
tik. 13 Prozent der Menschen interessieren sich „weniger“
dafür, aber nur zwei Prozent „überhaupt nicht“. Das er-
gab eine repräsentative Meinungsumfrage von forsa – Ge-
sellschaft für Sozialforschung im Auftrag der ABDA. Das
Interesse nimmt demnach im Alter stark zu: Von den 18-
bis 29-Jährigen interessieren sich 50 Prozent „etwas“ und
24 Prozent „sehr“ für Gesundheitspolitik. Von den Über-
60-Jährigen interessieren sich dagegen 31 Prozent „etwas“
und 55 Prozent „sehr“ dafür.
„Gesundheit wählen“, die Initiative der Apothekerinnen
und Apotheker zur Bundestagswahl am 22. September
2013, will dieses Interesse an Gesundheitspolitik aufgrei-
fen: In den 299 Wahlkreisen befragen Apotheker vor Ort
die Kandidaten der großen Parteien zu den wichtigen Ge-
sundheitsthemen, regen Diskussionen an und sorgen so für
Transparenz der verschiedenen Positionen im Wahlkampf.
Auf der Webseite
laufen ab
sofort gesundheitspolitische Neuigkeiten aus dem ganzen
Bundesgebiet ein – von den Fragen an die Politiker über
„Zeitungsschnipsel“ bis hin zu Videos und Faktenblättern.
Das Besondere dabei: Der persönliche Dialog zwischen
Apotheker und Bundestagskandidat über die Gesundheits-
versorgung vor Ort wird bundesweit für alle Bürger trans-
parent gemacht.
Sechs Positionsabfragen – offene Fragen des jeweils im
Wahlkreis ansässigen Apothekers an seine Bundestagskan-
didaten – sind deutschlandweit weitgehend identisch, be-
ziehen sich jedoch immer auf die Situation vor Ort. Hinzu
kommen zwei regionale Positionsabfragen – in NRW zu
den Themen AMTS und Zukunft der PTA-Ausbildung. Die
Initiative verzichtet dabei ganz bewusst auf klassisches
Wahlprüfsteine. Ein wichtiges Ziel besteht nämlich darin,
einen Dialog zur Gesundheitspolitik zu initiieren, der die
berechtigten Interessen der Patienten berücksichtigt. Daher
werden auch die Bürger/innen bis zum 22. September die
Möglichkeit bekommen, Fragen zur Gesundheitspolitik zu
stellen.
In einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld – unter anderem geprägt von konjunkturellen Problemen in vielen
Ländern Europas und historisch niedrigen Zinsen – hat sich das Versorgungswerk der Apothekerkammer Westfalen-Lippe
bestens behauptet. Das bilanzierte Günther Bartels, Vorstandsvorsitzender des Versorgungswerks, in seinem Jahresbe-
richt vor den Delegierten der Vertreterversammlung. Die Delegierten votierten zudem einstimmig, wie von Vorstand und
Aufsichtsrat vorgeschlagen, für eine Dynamisierung der Renten und Anwartschaften um 0,5 Prozent.