Imagebroschüre_Institut für Rettungs- und Notfallmedizin

ABGESCHLOSSEN

HALLIGeMED

„HALLIGeMED” war ein vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren sowie vom Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration gefördertes Forschungsprojekt, welches über drei Jahre (2018-2020) durchgeführt wurde. Mit dem Einsatz von innovativen telemedizinischen Technologien sollte die notfallmedizinische Versorgung aller Bewohner:innen sowie Touristen der Halligen Hooge, Langeneß und Oland verbessert werden. Auf den Halligen stellen die Halligpflegerinnen und -pfleger die medizinische und pflegerische Versorgung sicher. Sie sind rund um die Uhr für Notfälle in Bereitschaft. Vor Ort gibt es keine niedergelassenen Ärzt:innen. Auf den Halligen wird kein Rettungsdienst vorgehalten, so dass in Notfällen ggf. Rettungshubschrauber oder Seenotkreuzer zugeführt werden müssen. Aufgrund von Wetter- und Gezeitenlagen entstehen hier mitunter erhebliche Zeiträume ohne notärztliche Patient:innenversorgung. Primäres Ziel des Projekts war, frühzeitig eine ärztliche Behandlung zu ermöglichen, die sonst erst bei Ankunft des Notarztes/der Notärztin mit dem Hubschrauber initiiert werden kann. Schon während diese/r noch unterwegs ist, kann der/die Telemediziner:in via Video- und Audioübertragung den/die Halligpfleger:in unterstützen, indem Medikamentengaben delegiert oder medizinische Maßnahmen angeleitet werden. Des Weiteren hilft die ärztliche Expertise dabei, den med. Schweregrad und die Dringlichkeit einer Behandlung abzuschätzen und so ggf. aufwendige Hubschraubereinsätze zu reduzieren.

Die Telenotfallmedizin im Rahmen des Projekts auf den Halligen befindet sich seit März 2019 im Dienst und seit Juli 2019 in der 24/7 Bereitschaft. Im Anschluss an das Projekt wurde der Betrieb an die Umlaut telehealthcare GmbH in Aachen übergeben. Diese umfasst sowohl Notfälle der jeweils ca. 100 Einwohner als auch die der jährlich rund 110.000 Besucher der Halligen. Es ließ sich feststellen, dass in vielen Fällen die Telemedizin das arztfreie Intervall entscheidend verkürzen und somit eine zielgerichtete Therapie entsprechend früher eingeleitet werden kann.

Das IRuN ist Gründungsmitglied des Forschungsnetzwerks Telenotfallmedizin.

Projektförderer: Gesundheitsministerium SH, Innenministerium SH | Fördersumme: 750.000 € | Zeitraum: 15.03.2018 – 31.12.2020

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