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Schule für Flüchtlinge – Einfacher Text ‐

Engagierte und speziell fortgebildete Lehrer  und Sozialpädagogen helfen ihren Schülern.  Gemeinsam lösen sie Probleme und Krisen.  Ein kurdischer Junge aus dem Nordirak etwa  erhielt täglich Drohanrufe von seinem Vater.  Der Junge sollte dem Vater Geld schicken.   Sonst würde der Vater die Mutter schlagen.          Die Lehrer haben das herausgefunden. Sie be‐ sorgten dem Jungen daraufhin eine neue Han‐ dynummer. Damit wollten sie den Jungen  schützen.  Die Lehrer machten dem Jungen Mut. Sie un‐ terstützten ihn ganz besonders beim Lernen  für den Hauptschulabschluss. Drei Monate spä‐ ter hatte er den Abschluss geschafft.  Michael Stenger sagt: „Die Schüler müssen wis‐ sen: Die Lehrer helfen ihnen. Auch wenn es  Probleme gibt.“  Ein einziges Mal gab es große Probleme. Eine  Schülerin sollte zurückgeschickt werden.  Der Schulleiter versuchte alles. Er informierte  Presse, Politik und Prominenz. Dadurch wollte  er dem Mädchen aus Togo helfen. Sie sollte da‐ bleiben können.  Stenger sagt: „Wir haben das Mädchen aus  dem Flugzeug geholt. Fast wäre es zu spät ge‐ wesen. Zur Not hätte ich mich ans Fahrgestell  gefesselt.“  Manchmal ist Stenger radikal. Aber nur so kann  man die Welt verändern und ein bisschen ge‐ rechter machen.

20. Engagierte und speziell fortgebildete Lehrer  und Sozialpädagogen helfen ihren Schützlin‐ gen, Probleme und Krisen zu bewältigen.  21. Ein kurdischer Junge aus dem Nordirak etwa  erhielt täglich Drohanrufe von seinem Vater.  Wenn er kein Geld schicke, schlage er die Mut‐ ter.  22. Als die Lehrer davon Wind bekamen, besorgten  sie dem Jungen zu seinem eigenen Schutz eine  neue Handynummer.  23. Sie sprachen ihm Mut zu und unterstützten ihn  ganz besonders bei seinem Endspurt: Drei Mo‐ nate später hatte er den Hauptschulabschluss  in der Tasche. 

24. „Die müssen wissen, dass wir auf ihrer Seite  stehen, auch wenn es eng wird“, sagt Stenger. 

25. Besonders eng war es, als zum ersten und bis‐ her einzigen Mal eine Schülerin abgeschoben  werden sollte.  26. Der Schulleiter setzte alle Hebel in Bewegung,  schaltete Presse, Politik und Prominenz ein, um  das Mädchen aus Togo vor der Abschiebung zu  bewahren.  27. „Wir haben sie in letzter Minute aus dem Flie‐ ger geholt. Zur Not hätte ich mich ans Fahrge‐ stell gefesselt.“ 

28. Da blitzt sie durch, die Radikalität, die man  braucht, wenn man die Welt verändern und ein  bisschen gerechter machen will. 

© nat verlag 2016 

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