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Schule für Flüchtlinge – Einfacher Text ‐

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EINFACHER TEXT 

Michael Stenger ist seiner Zeit voraus: Vor 15 Jahren hat  er in München eine Schule für minderjährige Flüchtlinge  gegründet. Anfangs wurde der Menschenrechtsaktivist für  sein Vorhaben von der Landesregierung niedergemacht,  heute bekommt er Auszeichnungen.  „Mein Karriereziel habe ich längst erreicht“, sagt Michael  Stenger, hält inne und horcht. Von nebenan ertönt klassi‐ sche Klaviermusik. „Ich könnte wetten“, sagt der 55‐Jäh‐ rige und springt auf, „dass da ein Schüler spielt.“ Vorsich‐ tig linst er ins nächste Klassenzimmer hinein. Tatsächlich  fliegen die Hände eines afghanischen Jungen über die Tas‐ ten. Stenger, mit seinen 1,91 Metern ein Bär von einem  Mann, geht auf den Jungen zu, kniet vor ihm nieder und  huldigt dem Talent. „Kannst du auch so schnell schreiben  wie spielen?“, fragt er den Künstler. Beide prusten vor La‐ chen.  „Mein Karriereziel war es“, setzt er noch einmal an, „eine  Schule ins Leben zu rufen, in die Lehrer und Schüler gerne  gehen. Und das hab’ ich geschafft.“ Für seine Gabe, an‐ dere zu motivieren und zu bestärken, hat sich der Päda‐ goge eine besonders hilfsbedürftige Zielgruppe ausge‐ sucht: unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge zwischen  16 und 21 Jahren. Sie kommen aus Syrien, dem Irak, Af‐ ghanistan oder Somalia, viele haben auf der oft monate‐ langen Flucht Schlimmes erlebt und sind traumatisiert.  „Kopf hoch“ heißt die erste Lektion an der im Jahr 2000  gegründeten „Schlau‐Schule“ in München, das Kürzel  steht für „schulanalogen Unterricht“. Für jugendliche  Flüchtlinge ist sie die einzige Bildungschance, denn für  staatliche Schulen sind sie schon zu alt. „Sobald die Schü‐ ler Vertrauen fassen, geht alles von ganz allein“, sagt  Stenger. Er ist selbst immer wieder erstaunt, was die  Flüchtlingskinder – viele von ihnen sind Analphabeten und  wohnen in überfüllten Lagern – alles schaffen: In zwei o‐ der drei Jahren lernen sie fließend Deutsch und saugen so  viel Stoff in sich auf, dass sie die Hauptschulprüfung ma‐ chen können. Fast alle bestehen. Das Erfolgsrezept der  Schlau‐Schule sind kleine Klassen. Engagierte und speziell  fortgebildete Lehrer und Sozialpädagogen helfen ihren  Schützlingen, Probleme und Krisen zu bewältigen. Ein kur‐ discher Junge aus dem Nordirak etwa erhielt täglich Droh‐ anrufe von seinem Vater. Wenn er kein Geld schicke,  schlage er die Mutter. Als die Lehrer davon Wind beka‐ men, besorgten sie dem Jungen zu seinem eigenen Schutz  eine neue Handynummer. Sie sprachen ihm Mut zu und  unterstützten ihn ganz besonders bei seinem Endspurt:  Drei Monate später hatte er den Hauptschulabschluss in  der Tasche. 

Michael Stenger ist sehr fortschrittlich: Vor 15 Jahren hat  er in München eine Schule für Flüchtlinge unter 21 ge‐ gründet. Michael Stenger setzt sich für Menschenrechte  ein. Die Landesregierung hat ihn früher für seine Pläne  heftig kritisiert. Heute bekommt er Preise.   Michael Stenger sagt: „Mein Karriereziel habe ich längst  erreicht.“ Plötzlich wird er still und horcht. Von nebenan  kommt klassische Klaviermusik. Der 55‐Jährige springt auf.  Er sagt: „Ich könnte wetten: Da spielt ein Schüler.“ Vor‐ sichtig schaut er ins nächste Klassenzimmer hinein. Tat‐ sächlich spielt ein afghanischer Junge Klavier. Stenger ist  mit seinen 1,91 Metern ein sehr großer Mann. Er geht auf  den Jungen zu und kniet vor ihm nieder. Stenger bewun‐ dert sein Talent. Er fragt den Künstler: „Kannst du auch so  schnell schreiben wie spielen?“ Beide müssen laut lachen.  Michael Stenger spricht weiter: „Ich hatte ein berufliches  Ziel. Ich wollte eine Schule gründen. Lehrer und Schüler  sollten gerne in diese Schule gehen. Und das habe ich er‐ reicht.“ Der Pädagoge kann etwas besonders gut. Er kann  andere motivieren und bestärken. Damit möchte er min‐ derjährigen Flüchtlingen ohne Eltern zwischen 16 und 21  Jahren helfen. Sie kommen aus Syrien, dem Irak, Afghanis‐ tan oder Somalia. Die Flucht hat oft mehrere Monate ge‐ dauert. Viele haben Schlimmes erlebt. Viele können das  nicht vergessen.  Im Jahr 2000 gründete Michael Stenger die „Schlau‐ Schule“ für Flüchtlinge in München. Die Schule möchte  den Schülern als Erstes neuen Mut machen. Sie bietet  „schulanalogen Unterricht“ an. Das bedeutet: Unterricht  ähnlich wie in einer Schule. Jugendliche Flüchtlinge kön‐ nen nur in die „Schlau‐Schule“ gehen. Denn für staatliche  Schulen sind sie schon zu alt. Stenger sagt: „Die Schüler  sollen der Schule vertrauen können. Dann geht alles von  ganz allein.“ Michael Stenger wundert sich immer wieder  über die guten Fortschritte von seinen Schülern. Viele von  ihnen sind Analphabeten und wohnen in überfüllten La‐ gern. Trotzdem lernen sie in zwei oder drei Jahren flie‐ ßend Deutsch. Die Schüler lernen sehr schnell. Deshalb  können sie die Hauptschulprüfung machen. Fast alle be‐ stehen die Prüfung. Die Schlau‐Schule ist aus einem Grund  erfolgreich: Die Klassen sind klein. Engagierte und speziell  fortgebildete Lehrer und Sozialpädagogen helfen ihren  Schülern. Gemeinsam lösen sie Probleme und Krisen. Ein  kurdischer Junge aus dem Nordirak etwa erhielt täglich  Drohanrufe von seinem Vater. Der Junge sollte dem Vater  Geld schicken.  Sonst würde der Vater die Mutter schla‐ gen. Die Lehrer haben das herausgefunden. Sie besorgten  dem Jungen daraufhin eine neue Handynummer. Damit  wollten sie den Jungen schützen. Die Lehrer machten dem  Jungen Mut. Sie unterstützten ihn ganz besonders beim  Lernen für den Hauptschulabschluss. Drei Monate später  hatte er den Abschluss geschafft.

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