Lubentiusbrief 2022

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Lubentiusbrief Dietkirchen 2022

Grußwort zu Ostern

Liebe Gemeindemitglieder der Pfarrei St. Lubentius,

Macht die Augen auf, sagt Jesus: Ich stelle eure Welt auf den Kopf! Aus Blindheit wird Se- hen, aus Krankheit wird Heilung, aus

die Welt steht Kopf. Gerade erhoffen wir uns die Überwindung der schon jahrelang andauernden Corona-Pandemie, nun überrollen uns die beun- ruhigenden Nachrichten mit den Kriegsmeldun- gen aus der Ukraine und aus anderen Teilen der Welt. Viele der älteren Mitbürgerinnen und Mit- bürger litten im Zweiten Weltkrieg und haben jetzt Angst, diese schrecklichen Zeiten noch ein- mal erleben zu müssen. Wir alle haben Sorge um die vom Elend betroffenen Menschen und Sorge um unser eigenes Land. Wie soll man da noch glauben können? Auch den Frauen und Männern, die mit Jesus zu- sammen waren, erging es so. Sie waren in Traurig- keit und Verzweiflung nach seinem Tod am Kar- freitag gefangen und glaubten nicht, dass sich etwas verändern wird. Sie begruben Ihre Hoff- nung mit einem großen Stein, gleich dem, mit dem das Grab verschlossen war. Ein Stein, der auf ihren Herzen und Gedanken lag. Denn der Tod hatte auch vor ihrem Hoffnungsträger nicht Halt gemacht – alles schien zu Ende zu sein. AmOster- morgen können sie nicht glauben, was sie sehen und nicht deuten, wie sehr es ihr Leben verän- dern wird. Für Gott wird eine Grenze, die für uns endgültig ist, zumNeubeginn. Die Osterbotschaft wird zur Hoffnungsbotschaft – sie verändert uns und wie wir mit unserem Leben umgehen. Frère Alois, Prior der Ökumenischen Gemein- schaft von Taizé, hat die Bedeutung von Ostern, wie sie sie für uns Christen hat, in folgendeWorte zusammengefasst: „An Christus glauben, glauben, dass er da ist, auch wenn wir ihn nicht sehen, glauben, dass er durch den Heiligen Geist in der Welt wirkt und in unseren Herzen wohnt, darin liegt das Wagnis, zu dem das Osterfest uns einlädt. So gibt die Aufer- stehung Christi unserem Leben einen neuen Sinn, und entzündet eine Hoffnung für die Welt.“ (Frère Alois: Glauben wagen. Die christlichen Fes- te im Jahr)

Sterben wird Leben, aus Armut wird Hoffnung. Jesus schafft Neubeginn, er gibt uns eine Pers- pektive. An Ostern feiern wir einen Neuanfang, die Auferstehung Jesu. Ostern ist nicht nur das Fest der Hoffnung, sondern bedeutet auch einen Neuanfang und Aufbruch. Mut machen mir die vielen Zeichen der Hilfsbe- reitschaft: die Nachbarstaaten, die die Flüchtlinge aufnehmen, die unglaublich hohe Unterstützung durch Hilfsgüter- und Geldspenden sowie die Be- reitschaft unserer Bürger, Flüchtlinge aufzuneh- men und Lebensraum zu teilen. Ich teile die Hoff- nung der vielen Menschen, die an Demonstratio- nen für den Frieden teilnehmen und bin froh, dass die europäischen Länder an einem Strang ziehen. Bewundernswert sind die Ukrainer selbst: dass sie nicht aufgeben, für ihre Rechte, für Frei- heit und Demokratie zu kämpfen. Wir sind dazu aufgerufen, in den Kriegsopfern und Flüchtlin- gen Jesus zu erkennen und ihm zu dienen (vgl. Mt 25,40). So wünsche ich Ihnen, auch im Namen der syno- dalen Gremien, der Gemeindereferentin Jasmin Jung, des Pastoralteams und der Pfarrsekretärin Alexandra Schröder, dass der österliche Glaube Sie stärken und helfen möge, den momentanen Herausforderungen furchtlos entgegen zu ge- hen. Limburg, im März 2022

Gereon Rehberg

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