12_2017

GANSABHAUET

halb läuft das Spektakel ohne Speaker und ohne Mikrofon ab. Und so soll es auch bleiben. Es gibt auch Kritik Nun wird die zweite Gans am Seil befes- tigt, und das etwas morbide Spiel be- ginnt von vorn. Wenn man das tote Fe- dervieh da hängen sieht, kann man nachvollziehen, dass die «Gansabhauet» immer mal wieder für Kritik sorgt. «In einer Zeit, in der das Schlachten von Nutztieren grösstenteils aus der alltägli- chen Wahrnehmung verbannt ist, löst der ritualisierteWettkampf um die Gänse bisweilen Befremden oder gar scharfe Kritik aus», sagt Stadtarchivar Michael Blatter. Er akzeptiert die Kritik. Doch an der Tradition wird nicht gerüttelt. Viel- leicht helfe der ungewohnteAnblick, uns bewusst zu werden, woher das Fleisch kommt, das wir essen.

Bei der zweiten Gans müssen sich die Zuschauer etwas länger gedulden. Erst beim neunten Schlag fällt sie. Jan Erni aus Eich darf sich feiern lassen. Nun wird die Bühne von den Kindern in Beschlag genommen, welche dort ein Sackhüpfen durchführen. Ein Räbeliechtliumzug bil- det später das Ende der Veranstaltung. Alles hat einwandfrei funktioniert am heutigen Martinstag. Doch auf die erste Frau, die der Gans an den Kragen geht, muss das Surseer Publikummindestens noch ein weiteres Jahr warten.

Mit kräftigem Hieb holt Raphael Sieger die erste Gans vom Seil (links). Der Zünfter hilft beim Abnehmen der Maske (Bild Mitte). Stolz präsentiert der Gewinner seineTrophäe dem Publikum (rechts). Bilder: A. Bossert Meier

Astrid Bossert Meier

I nfos: http://www.sursee.ch/de/kultur/gansabhauet/

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SCHWEIZER GEMEINDE 12 l 2017

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