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Mit GOLF TIME in den Oman, Karibik des Orients Flucht in die Sonne 9 Seiten Reise-Tipps für denWinter

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EDITOR’S INTRO

GOLF INNOVATIV Wie man sich täuschen kann. Als wir vor fünf Jahren in der Redaktions-Konferenz die Idee einer „Deutschen Putt-Liga“ geboren haben, war die Skepsis groß: Wer wird denn schon an einer Turnier-Serie teilnehmen, bei der es gar nicht ums richtige Golf geht, sondern schlicht nur ums Putten? 18 Mal auf dem Putting-Green einlochen oder so … Das Finale der Caledonia Deutsche Puttliga by VICE Golf im Schloss Fleesensee Ende Oktober bestätigte einmal mehr: Mit unorthodoxen Ideen kann sehr wohl Unglaubliche Überraschungen

OSKAR BRUNNTHALER Chefredakteur

das immer mehr vor sich hindümpelnde Turnier-Golf wieder attraktiver gemacht werden. Jedenfalls haben die 31 Finalisten der 86 Qualifikations-Turniere in den teilnehmenden Clubs durchgehend bestätigt: eine tolle Sache. Klar, dass der dies- jährige Überraschungs-Sieger, der erst 13-jährige Blondschopf mit Hcp 11, Lukas Kaufmann, strahlte: „Ein wirklich an Spannung kaum zu überbietendes Turnier.“ Er hatte erst durch ein Stechen im Qualifikations-Modus im GC Pleiskirchen den Einzug in das Finale geschafft („Der jüngste Sieger der Geschichte“, ab Seite 64). Hat Lukas seinen ersten Pokal gewonnen und auch sein erstes Sieger-Interview gegeben, so steht Xander Schauffele bereits ganz oben auf der Karriere-Leiter und ist trotzdem genau so wenig bekannt in deutschen Landen wie der „kleine“ Lukas. Dem US-Boy mit deutschen Vorfahren und deutschem Pass ist die Titelgeschichte gewidmet – damit der beste Deutsche in der Weltrangliste auch hierzulande bekannter wird („Deutschlands neue Nummer 1“, ab Seite 20). Zwei Beispiele, die einmal mehr bestätigen: Man muss nicht alles wissen. Aber man sollte einer Idee, einem Talent, einer unorthodoxen Sache einfach eine Chance geben. Xander Schauffele und Lukas Kaufmann sind dafür gute Beispiele.

»… damit der beste Deutsche in

der Weltrangliste, der US-Boy mit deutschen Vorfahren und deutschemPass, auch hierzulande ein wenig bekannter wird …“

SENSATIONS-SIEGER Xander Schauffele (o.) und Lukas Kaufmann

Schön, dass man sich auch täuschen kann. Schön, wenn man nach einer Fehl- einschätzung diese wieder revidieren kann. Und schön, dass es im Golfsport doch noch Überraschungen gibt! Ihr

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75 HOTEL TIPP TENERIFFA Das 5 Sterne Hotel Suite Villa Maria ist idealer Ausgangspunkt für Golfer auf der Insel des ewigen Frühlings. GOLFREISE INSPIRATIONEN Lassen Sie sich von unserem Golfreise- Veranstalter GOLF TIME tours für Ihren nächsten Golfurlaub inspirieren. FIRST SHOT STRATEGY The Move Academy Head Pro Jonathan Taylor rät, weniger im Stableford- Format zu spielen. DAS MACHT HOFFNUNG Biomechaniker Dr. Christian Haid über Feedback zu der von ihm entwickelten Healthy-Swing Methode. 84 ERFOLGREICHESWINTERTRAINING Kagami-Gründerin Sabana Crowcroft über die Kunst, die Winterzeit erfolg- reich zu nutzen. 82 76 TRAINING 80

NEXT STOP OMAN Warum das Sultanat auf dem besten Weg ist, seinen lange ge- hegten Status als Ge- heimtipp zu verlieren 70

44 WEIHNACHTS-SPECIAL Geschenk-Ideen von Golfern für Golfer: Die besten Inspirationen für Ihre Liebsten

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KURZSPIEL À LA JIMÉNEZ Der 21-fache European Tour- Champion eröffnet im Las Colinas G&CC sein eigenes Kurzspiel-Areal.

64 JÜNGSTER CHAMPION GEKÜRT Mit Lucas Kaufmann setzt sich ein 13-Jähriger beim Finale der Caledonia Deutsche Puttliga by Vice Golf in Schloss Fleesensee durch. Das Indoor-Putting Center des GC Vel- bert-Gut Kuhlendahl bietet perfektes Überwintern für Golfenthusiasten. 68 RÜCKBLICK AUF EINE TOP SAISON Der Mercedes-Benz AWGC feierte 2017 eine echte Rekordsaison. REISE 70 KARIBIK DES ORIENTS 66 INDOOR TRAUM

86 HEIMTRAINING

Felix Lubenau gibt zwei wertvolle Tipps fürs Golftraining im Büro oder in den eigenen vier Wänden.

87 STARKER RÜCKEN

Wie Sie mit Kieser Training anhand zweier Übungen die Schultermuskulatur aufbauen und stärken.

88 DER BALL IN DER SCHLUCHT Golfregel-Experten Dr. Ulrike und Holger Gartz analysieren knifflige Situationen aus dem Alltag der Pros. TEA TIME 90 HOCH GEFLOGEN Die Eagles feierten mit dem Präsidenten Cup ihr großes Jahres- highlight in Griechenland.

STANDARDS 5 Editor’s Intro 8 FOTO-TIME 10 Go ask … Strüver 12 Countdown | News 18 Mein Lieblingsloch

Schluss mit dem Dasein als weißer Fleck auf der Golflandkarte: Oman.

74 Das Götz-Zitat 83 Martinas Ecke 95 Cartoon 98 TIME-OUT

UMFRAGE Das kommt heraus, wenn man die Pros anonym befragt ... UNZENSIERT INSIDE TOUR 30

92 FINALE AUF DEM MOND

Das beeindruckende Ambiente des WINSTONgolf Links gab die Bühne des Mercedes-Benz Clubturnier Finales.

93 ST. PAULI & GOLFHEROES

Die neuesten Verrücktheiten von den beiden Golf-Chaos-Clubs – im positiven Sinne, natürlich…

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FOTO TIME

DR. STEELHAMMER IN ST. ANDREWS RING FREI Der ehemalige Box-Weltmeister Wladimir Klitschko gab in diesem Jahr mal wieder ein Gastspiel – bei der Alfred Dunhill Links Championship. Klitschko, der im August seine Box-Karriere beendet hatte, versuchte sich zum zweiten Mal beim beliebten Pro-Am-Turnier in St. Andrews. „Als ich das erste Mal Golf gespielt habe, hat sich nichts natürlich angefühlt. Heute genieße ich es, mit Profis auf die Runde zu gehen“, erklärte er. Klitschko spielte im Team mit Maximilian Kieffer (siehe großes Foto), der im Anschluss von einer inspirierenden, informativen und lustigen Zeit sprach. Die sportliche Ausbeute? Eher mager! Das Duo beendete das Pro-Am auf dem 167. Rang. 30 Schläge fehlten auf den Cut. GT

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COUNTDOWN NEWS LEUTE HIGHLIGHTS

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SVEN STRÜVER Der einstige European Tourspieler (1992 bis 2010) mit knapp 500 Turnier-Teilnahmen über seine Lieblingsspieler, seinen Lieblingsschläger, und welche Eigenschaft er am liebsten hätte.

FUN TALK IN FLEESENSEE Oskar Brunnthaler, Sven Strüver

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Ein Schlag, den du gerne noch einmal ausführen würdest? 1999 bei der South African Open am 72. Loch mit dem 9er-Eisen aus einem Divot. Da war ich zu gierig, lieber hätte ich auf sicher spielen sollen.

Welche Superpower hättest du gerne? Die von den Incredibles, stark genug zu sein, um alles richtig hinzubiegen. Was wärst du geworden, wenn nicht Golfprofi? Dann hätte ich Maschinenbau studiert und wäre wahrscheinlich Ingenieur geworden, aber das ist ja heute irrelevant. Gott sei Dank.

er dreifache European-Toursieger wird ab nächstem Jahr auf der Senior-Tour spielen. Sven Strüver,

50, ist seit Anfang diesen Jahres Leiter der Fleesensee Golf Akademie und steht vor seinem zweiten Golf-Frühling. Dein Leben steht auf dem Spiel und es gilt, einen schwierigen Downhill-Putt mit Break aus drei Metern zu lochen. Wen wählst du für diese Aufgabe? Den würde ich gerne selber machen wollen.

Dein emotionalster Moment in deiner bisherigen Golf-Karriere?

Der letzte Putt 1992 bei der Honda Classic in Hamburg, damit hatte ich

Hund oder Katze? Hund.

die Tourkarte in der Tasche.

Dein emotionalster Moment abseits des Golfplatzes?

Deine Top-3-Golfer aller Zeiten?

Fisch, Fleisch oder nur Gemüse? Fisch und Fleisch.

Jack Nicklaus, Severiano Ballesteros und Ben Hogan.

Das Kennenlernen meiner Frau Stephanie und die Geburt meiner

zwei Kinder.

Ein Schlag, auf den du besonders stolz bist?

Nie mehr Golf oder nie mehr Sex?

Dein Lieblingsschläger im Bag?

Pitching-Wedge im Stechen an der 18 in Crans Montana 1998, der Schlag

Mein Putter, ein Scotti Cameron aus dem Jahr 2013.

Das wäre ja gleich wie kein Leben. Also muss ich beides wollen.

zum Sieg, der identisch war mit meinem Schlag eine Viertelstunde zuvor an der gleichen Stelle.

Wir nehmen dich zu einer Kostümparty mit. Wie verkleidest du dich?

Dein Tipp an die GOLF TIME-Leser!

Golf ist ein Spiel und spielen sollte auch immer Spaß machen.

Ich würde versuchen, nicht mit- kommen zu müssen. Andernfalls

käme ich als Agent.

SVEN STRÜVER UND SEINE MANNSCHAFT Der einstige European Tour-Spieler ist Boss der Fleesensee Golf Akademie

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COMEBACKVERSUCH

MUTIG Im April unterzog sich Tiger Woods einer schweren Rückenoperation, die ihn erneut zu einer monatelangen Pause zwang. Doch seit einiger Zeit lässt er die Welt an seinen Genesungsschritten auf dem Golfplatz teilhaben. Ende August gab es die ersten Chips zu sehen, kurz darauf den ersten vollen Schwung.

TEAM USA GEWINNT PRESIDENTS CUP Der neunte Presidents CupSieg der USA beim Heimspiel in New Jersey war alles andere als eine Sensation. 13 von 18 möglichen Punkten konnten bei den Vierballbegegnungen gewonnen werden, bevor Daniel Berger im dritten Einzel am Sonntag den zum Sieg fehlenden Punkt für das USTeam holte. Für die Vertreter von Team International ging es ohnehin nur darum, Würde zu wahren. 7,5 Punkte aus den zwölf Einzeln versüßten die 19 zu 11Niederlage zumindest etwas. Entwürdigend war hingegen das Verhalten der amerikanischen Fans. Es beinhaltete Buhrufe für gute Schläge des Gegners, Anmachsprüche in Richtung der Spieler­ frauen und andere Peinlichkeiten. Dazu passend übergab Präsident Trump die Trophäe an seine glorreichen Sieger. Nun wagt Tiger bei der Hero World Challenge (30.11. bis 3.12.) die Rückkehr ins Profigolfgeschehen. Ob er schon über vier Tage mit der hochkarätigen Konkurrenz (14 Spieler der aktuellen Top 20 der Welt) mithalten kann? Ein echtes Comeback scheint der Auftritt noch nicht zu sein, eher ein vorsichtiges Zurücktasten ins Golferleben. Auch was seine außersportlichen Probleme betrifft, kommt Tiger nach seiner Festnahme im Mai voran. Im Oktober bekannte er sich hinsichtlich der Anklage wegen rücksichtslosen Fahrens für schuldig und wurde zu einer Geld­ strafe, zu Sozialstunden und der Teilnahme an einem Kurs­ programm verurteilt.

CHAMPION DES MONATS

TYRRELL HATTON Einen Plan B hatte es nie gegeben. Seit seinem 11. Lebensjahr war Tyrrell klar, dass er von Beruf Golfer werden will. Fünf Jahre später war auch sein Vater überzeugt. Als der Sohnemann mit 16 die Schule schmiss, gab auch Jeff Hatton seinen Job auf und verdingte sich als Tyrrells Manager. Mit 18 qualifizierte sich der TopAmateur für die Open Championship, 2011 wurde Tyrrell Hatton Profi und arbeitete sich bis Mitte 2016 beständig in die Top 100 der Welt vor. Dann erreichte der heute 25jährige Engländer in Schottland das nächsten Karrierelevel: Ein zweiter Platz bei der Scottish Open markierte den Anfang, in der Folgewoche gelang ihm ein geteilter fünfter Rang bei der Open in Troon und schließlich feierte er seinen ersten Sieg bei der Dunhill Links. Im Sommer 2017 fiel Hatton in ein kleines Formtief, verpasste fünf Cuts in Folge, bevor er sich erneut einen goldenen Herbst bescherte. Wieder krönte er sich bei der Dunhill Links zum Champion der Links in Kingsbarnes, Carnoustie und St. Andrews. Und eine Woche später gewann er bei der Italian Open den größten Siegerscheck seiner

Karriere. Als aktuelle Nummer 17 der Welt kann er sich nun sogar berechtigte Hoffnungen auf eine Ryder CupTeilnahme machen. Vielleicht erlebt er dann seinen dritten goldenen Herbst in Folge.

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DIE TOP 10 DER GOLFTODE

Jede Golfrunde birgt ihre Risiken, sei es durch herumfliegende Golfbälle, wilde Tiere oder Menschen. Dies sind die kuriosesten Tragödien mit fatalem Ausgang. f

1 MATERIALFEHLER Edward Harris Driver zerbrach beim Durchschwung. Harris stolperte, der Schaft durchbohrte seinen Unter- leib und er verblutete in kürzester Zeit. 2 SCHWIMMTEICH Jean Potevan warf aus Frustra- tion sein Bag in ein Wasserhindernis. Da seine Autoschlüssel noch in der Golftasche steckten, wollte er die Aus- rüstung bergen und ertrank dabei. 3 GEREIZT Takeo Niyama war ein verurteil- ter Gewaltverbrecher. Als Spielpartner Aioa Sakjiri Witze über seinen miesen Schwung machte, schlug Niyama ihn mit seinem Eisen 5 tot. 4 SCHLAGARTIG Emil Kjek gelang mit 79 Jahren sein erstes Hole in One. Als er den Ball im Loch erblickte, stammelte er „Oh, nein!“ und starb an einem Herzinfarkt. 5 (R)ATTENTAT David Bailey wollte seinen Ball aus einem Wasserhindernis bergen, als eine aufgescheuchte Ratte an seiner Hose hochkletterte und darauf urinierte. Bailey wischte mit der Hand darüber, rauchte eine Zigarre, steckte sich so mit hochaggressiven Bakterien an und starb zwei Wochen später.

6 DON’T DRINK AND DRIVE Sturzbetrunken stürzte Alexander Nagy aus dem Golfcart und starb. Seine Witwe verklagte erfolglos den Hersteller des Carts, da keine Sicher- heitsgurte vorhanden waren. 7 QUERSCHLÄGER Jeremy Brenno donnerte sein Holz 3 aus Wut gegen eine Bank. Der Schaft brach ab, flog durch die Luft und durchbohrte Brennos Halsschlagader. 8 ALLERGIESCHUB Marinesoldat George Prior musste seine Golfrunde abbrechen, da ihm plötzlich übel wurde. Nach zwei Wochen starb er an Organversagen. Erst Monate später konnte geklärt werden, dass Prior hochallergisch auf das Fungizid Daconil 2787 reagiert hatte, das auf dem Platz versprüht worden war. 9 LOCH IM ERDBODEN Eine Frau in Japan stürzte während einer Golfrunde in ein plötz- lich entstandenes Erdloch und starb. 10 NAHRUNGSKETTE Jacques van der Sandt wollte nach seiner Golfrunde noch ein paar Bälle aus einem Wasserhindernis unweit des Krüger Park in Südafrika fischen. Da schnappte ihn ein Krokodil. Zwei Tage später wurde seine Leiche geborgen.

WELTSPITZE MIT 60 SUPERLATIV Mit einem gelochten EaglePutt aus fünfeinhalb Metern gewann Bernhard Langer sensa­ tionell die Dominion Energy Charity Classic mit einem Schlag Vorsprung vor Scott Verplank. Und schon eine Woche später wurde dem besten deutschen Golfer aller Zeiten erneut ein Siegerpokal überreicht. Bei der PowerShares QQQ Championship, dem zweiten FinalEvent im Rennen um den Charles Schwab Cup, besiegte Langer (60) den sieben Jahre jüngeren Spanier Miguel Ángel Jiménez im Stechen am zweiten Extra­ loch. Es war Langers siebter Saisontitel, darunter drei

MajorTrophäen, die er in diesem Jahr einsammeln konnte. Erneut spielt Bernhard Langer die „Saison seines Lebens“ und gewinnt 2017 mehr Profigolftitel als jeder andere Spieler auf der Welt. Warum diese Leistungen in Deutschland nach wie vor kaum gewürdigt werden, können wir nicht nachvollziehen.

DREI FRAGEN AN… HIDEKI MATSUYAMA

War die Saison 2016/17 aus deiner Perspek- tive auch ohne Major-Sieg ein Erfolg?

gute Tage gehabt und zwei, an denen es nicht optimal lief. Bei der PGA Championship habe ich gelernt, dass man viel Geduld braucht und dass man an schlechten Schwungtagen ver­ suchen muss, eine ParRunde zusammen­ zuhalten, um sich seine Chancen zu bewahren.

es wäre die beste Golfrunde des Jahres ge­ wesen, aber es war bestimmt eine der besten meiner Karriere. Das Layout des Firestone CC liegt mir und eine bogeyfreie Runde am Sonntag war natürlich großartig. Ich wusste, dass ich mit der 61 den Platzrekord ein­ stelle, immerhin war ich vier Jahre

Ehrlich gesagt habe ich gemischte Gefühle. Einerseits war es ein Erfolg,

jedoch war mein knappes Scheitern bei der U.S. Open oder der PGA Championship schon enttäuschend. Bei der PGA war Justin Thomas schlicht der bessere Golfer, doch ich hoffe, eines Tages wird meine Stunde kommen. Was hast du aus den beiden knapp verpassten Siegen bei der U.S. Open bzw. PGA Championship gelernt? Bei der U.S. Open habe ich gelernt, dass man für einen MajorSieg vier gute Runden benötigt. Ich habe in Erin Hills zwei

Einige Fachleute sagen, deine 61 bei der WGC Bridgestone Invitational war die beste Runde des Jahres. Wie siehst du das? Ich würde nicht so

zuvor dabei, als Tiger ihn auf­ gestellt hat. Damals habe ich mir nicht vorstellen können, selbst je so gut zu spielen. Doch an diesem Tag lief es wirklich optimal, obwohl ich auf der Range eher mittelmäßig getroffen habe.

weit gehen zu sagen,

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DAS PUTT MAJOR

MSOP Ende Oktober fand in Las Vegas die erste „Major Series of Putting“ statt, eine offene PuttMeisterschaft, bei der es 250.000 Dollar Preisgeld zu gewin­ nen gab. Inmitten der Zockerstadt wurde eine 1.850 Quadratmeter große, von Jack Nicklaus Design erdachte „Grünanlage“ gebaut. Mitmachen konnte jeder, die Start­ gebühr lag jedoch zwischen 250 bzw. 11.000 Dollar für ein spezielles PromiCharityEvent. Gespielt wurde in verschiedenen Kategorien, sogar ein eigenes Turnier nur für Golfprofis („All Pro Championship“) wurde angesetzt, bei dem auch PGA TourSpieler wie Brad Faxon oder

Colt Knost mitmischten. Wie auf dem großen Platz gab es Zählspielund MatchplayWertungen. Die MSOP war ein so großer Erfolg, dass sie 2018 wiederholt werden soll. Und nicht nur das: Die komplette Putt­ Installation wird bestehen bleiben und kann für 35 Dollar Greenfee Tag und Nacht bespielt werden. Mit einem Minigolfplatz hat das Geläuf jedoch wenig zu tun. 18 anspruchs­ volle Grüns mit modernstem Kunst­ rasen erwarten die Spieler, dazu vier ExtraLöcher, falls ein Match im Playoff entschieden werden muss. Ausgedacht hat sich den Spaß der Kanadier Guy Laliberté, der Schöpfer des Cirque de Soleil und Mitveran­ stalter der World Series of Poker.

SPIETH vs. OBAMA MATCHPLAY Eine wirklich illustre Runde spielte im Oktober ein Golfmatch in Dallas: Barack Obama, Jordan Spieth, NBAStar Steph Curry und dessen Bruder Seth. Während der Runde fragte Spieth POTUS Nr. 44, worauf er beim Antritt seiner Präsidentschaft nicht vor­ bereitet war. Die Antwort: „Auf die Aliens! Du würdest nicht glauben, wie unfassbar verrückt die Außerirdi­ schen aussehen.“ Spieth erklärte später, er könne nun wohl mindestens für eine Woche nicht mehr schlafen. Ob Obama nur gescherzt hatte, fand er nicht heraus. Wohl aber, wie es um dessen Puttkünste bestellt ist. „Auf der 18 ging es um den Sieg“, berichtete Spieth. „Der Präsident musste einen schweren Putt aus drei Metern über zwei Breaks lochen.“ Es hatten sich einige Zuschauer versammelt. Er sagte: „Mit Publikum treffe ich am letzten Loch immer“ und versenkte den Ball zentral im Loch. „Hab’s dir gesagt“, freute er sich über den Sieg.“

PREMIERE Zwischen Planet Hollywood und dem MGM zu finden: das beeindruckende MSOP Stadium in Las Vegas

CASEY FÜR EUROPA

VERSTÄRKUNG Beim Ryder Cup 2016 wurde Paul Casey schmerz­ lich vermisst. Der Engländer erfüllte, obwohl er in den letzten beiden Jahren fast acht Mio. Dollar Preisgeld auf der PGA Tour gewinnen konnte, nicht die Qualifikationskriterien für das europäische Team, da er fast ausschließlich in den USA spielt. In Paris will die

DUSTIN JOHNSON Wenn der Weltranglistenerste aus South Carolina einen sicher geglaubten Sieg abschenkt, geht es immer um bedeutende Titel und viel Geld. 2010 verdaddelte er die U.S. Open und die PGA Championship, 2015 war es erneut die U.S. Open, 2016 der FedExCup und 2017 eine Führung von sechs Schlägen, mit der er in die Finalrunde der WGC-HSBC Champions gestartet war. Innerhalb von sieben Bahnen (10-16) machte Sieger Justin Rose den kompletten Rückstand wett und auch Henrik Stenson stellte Johnson und kam schlaggleich mit ihm als geteilter Zweiter ins Ziel. VERLIERER DES MONATS

Nummer 15 der Welt unbedingt wieder antreten. Ab November wird er deshalb wieder vermehrt in Europa starten. EuroKapitän Thomas Bjørn zeigte sich wenig beeindruckt von diesen

Neuigkeiten. „Ich habe keinen Druck, jemanden auszuwählen“, sagte der Däne. „Ich habe Paul nichts ver­ sprochen.“ 2010 wurde Casey trotz sehr guter Form von Kapitän Colin Mont­ gomerie übergangen.

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DER GOLFTEST Der Belgier Nicolas Colsaerts besticht durch seine Disziplin und würde nie aus der Reihe tanzen. Reicht das im Golftest?

FRAU AM STEUER BADESPASS Auf manchen Golfplätzen er­ innern Plaketten an der einen oder anderen Bahn an besondere golferische Großtaten. Im Saddleback C.C. in Colorado wird jedoch an ein historisches Ereignis ganz anderer Art erinnert. Denn das an einem Wasserhindernis angebrachte Schild erzählt vom Ausgang eines Ehestreits. Rentner Josh Tray protestierte energisch, als seine Ehefrau beim Senioren­ golf plötzlich das Steuer des Golfcarts

Bist du je im Lauf- schritt zum Abschlag gehetzt, weil du zu spät dran warst? Hast du je „Fall ins Loch“ gerufen, obwohl der Ball 20 Meter zu kurz war? Hast du je vor Wut einen Schläger zertrümmert?

Auf der Challenge Tour habe ich mich einmal völlig verschätzt und musste mir im Laufschritt noch die Golf- klamotten anziehen. Ich habe es eben so zum Abschlag geschafft, aber das war kein Spaß. Wir Profis benehmen uns alle irgendwann wie Clowns auf dem Platz. Bei mir ist es vornehmlich so, dass ich dem Ball eine Anweisung hinterherschreie und das Ding macht garantiert das exakte Gegenteil. Mit 14 habe ich ein Eisen 2 zerbrochen. Mein Vater, der mich beobachtet hatte, war nicht erfreut. Das war eine gute Lektion. Doch es vergeht kein Tag auf dem Platz, an dem ich nicht in Versuchung gerate. Einmal aufgrund der „one ball rule“. Ich hatte ein anderes Modell in meiner Tasche als das, mit dem ich gestartet war. Das war während der Challenge Tour, als ich ohne Caddie unterwegs war. Nicht fünf, aber vier – leider bei meinem Singles-Match im Ryder Cup 2012 gegen Dustin Johnson, das hat mich natürlich das Loch gekostet. Nicht direkt ein Luftschlag, aber bei einem Schlag aus dem Rough ist mein Ball senkrecht in die Luft geflogen und steckte anschließend an der gleichen Stelle wie zuvor, nur deutlich tiefer. Mit Sicherheit, aber ich weiß nicht mehr genau wann und wo. Doch zwei provisorische Bälle hinterher- schlagen, das ist mir in 20 Jahren Golf bestimmt schon passiert. Wem ist das nicht schon passiert? Nicht selten sind kleine Unebenheiten im Gras von alten Pitchmarken schuld. Aus 50 Zentimetern auf schnellen Grüns ist das keine Seltenheit. Nicht wirklich, das würde ich nicht tun. Da bin ich wohl etwas zu altmodisch und liebe das Spiel zu sehr, um mit meinen Kollegen solche Faxen zu machen. Das wäre natürlich echt doof. Glücklicherweise kam das noch nie vor ... bis jetzt!

ERGEBNIS BIRDIE

ERGEBNIS PAR

übernehmen wollte. Die Dame umkurvte einige vor ihr fahrende Golfautos, dann verwechselte sie jedoch Gas und Bremse und das Ehepaar nahm ein unfreiwilliges Bad. Damit nie in Vergessenheit ge­ rät, auf wen die Ehefrau hätte hören sollen, wurde das Hinweisschild aufgestellt.

ERGEBNIS BIRDIE

Gingen dir auf der Runde schon einmal die Bälle aus?

ERGEBNIS PAR

Wurdest du schon einmal disqualifiziert?

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EDOARDOS 500

Hast du schon einmal fünf Putts benötigt?

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EXPERIMENT Zirka 2.500 zu 1 stehen die Chancen auf ein Hole in One bei einem Golfprofi. Im Rahmen

Ist dir schon einmal die Peinlichkeit eines Luftschlages unter- laufen? Hast du schon einmal doppelt nachladen müssen am Abschlag?

ERGEBNIS PAR

eines besonderen Golfexperimentes demonstrierte

Edoardo Molinari, wie schwierig und glück­ lich so ein Volltreffer

ERGEBNIS BIRDIE

wirklich ist. Maximal 500 Anläufe sollte der European TourSpieler unternehmen, um aus 132 Metern ein Ass zu spielen. Schon Molinaris erster Schlag kam dem Loch er­ staunlich nah. Und viele andere Bälle eben­ falls, einer knallte sogar gegen die Fahne. Insgesamt 189 Bälle lagen in einem Radius von zwei Metern oder weniger ums Loch. Doch fallen wollte keiner. „Kaputt, done!“, keuchte der dreifache Toursieger am Ende eines langen und frustrierenden Tages. Auf Youtube kann man sich den Spaß ansehen – natürlich als Zusammenfassung!

Hast du je einen Putt aus 50 Zentimetern verschoben?

ERGEBNIS BIRDIE

Hast du schon einmal einem Tour-Kollegen einen Streich gespielt?

ERGEBNIS BOGEY

TOTAL -4

Dass er einmal ein Eisen 3 aus einem Hotelzimmer geschlagen hat, verschwieg uns der Belgier wohl, um den Anschein der Professionalität zu wahren.

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TWEET IT! Kuriose Halloween-Kostüme, zwei heiße Eisen, drei überlebens- große Ehemänner, eine abgearbeitete To-do-Liste und ein Phil mit drei Ex-Präsidenten – das sind die Social Media-Highlights!

Mit einer perfekten Verkleidung im Open Championship- Outfit seines Golf- idols feierte Justin Thomas’ größter Fan Josh Weber Halloween. Was für eine tolle Idee!

Halloween ist Luke Donalds Lieb- lingsfest. Jedes Jahr präsentiert sich Familie Donald in perfekt aufeinander abgestimmten Kostümen. In diesem Jahr war der Disney-Film „Vaiana“ das Motto.

Wenn der Ehemann den ganzen Tag auf dem Golf- platz steht, muss eben ein überlebensgroßes Abbild genügen, wie im Fall von Danny Willett, Lee West- wood und Sergio García.

Eine völlig utopische To-do- Liste kann jeder am Anfang eines Jahres erstellen. Diese jedoch mehr als komplett abzuarbeiten, das schaffte 2017 nur Justin Thomas!

Jeder kennt das sogenannte „Foot Wedge“, doch wer würde zugeben, es je eingesetzt zu haben? Ganz anders der Pro-Am-Partner von Greg Chalmers, der so- gar eines im Bag mitführt.

Große Freude herrschte in Royal Birkdale, als man das Paket öffnete, in dem Jordan Spieths Eisen 3 lag, mit dem er seinen Rettungsschlag von der Driving Range bei der Open 2017 aus- geführt hatte.

Ein Selfie mit einem U.S. Präsidenten ist immer ein Glücksfall (von Nr. 45 vielleicht abgesehen). Doch gleich drei ehemals mächtigste Männer der Welt bekommt nur Phil Mickelson auf ein Bild.

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NEWS TICKER SPENDE Knapp

100.000 Dollar und somit sein komplettes Preisgeld bei der Shriners Hospitals for Children Open spen- dete Charley Hoffman

den Opfern des Massakers in seiner Heimatstadt Las Vegas +++ CHAOS Der Schweizer Golfverband ASG hatte

DAS RENNEN IST ERÖFFNET Im September 2018 findet in Paris der Ryder Cup statt. Laut Weltrangliste sind beide Teams gleich stark, doch wessen Mannen laufen zur Höchstform auf?

eigentlich geplant, die Spielberechtigungen der clubfreien Golfer selbst zu verwalten und die beiden bislang zu- ständigen Organisatio- nen kalt zu stellen. Nun

RYDER CUP Seit dem Czech Masters sam­ meln auch die europäischen Golfer Ryder CupPunkte. Um ein ähnliches Desaster wie 2016 zu vermeiden, als einige außer Form befindliche Spieler über die Rangliste ins Team rutschen konnten, wurden die Qua­ lifikationskriterien geändert. Ab der BMW PGA Championship im Mai bis September zählen die gewonnenen Qualifikations­ punkte doppelt. Allerdings wurde ein besonderer Schwerpunkt auf die Turniere der Rolex Series der European Tour gelegt, was Spieler benachteiligen könnte, die vornehmlich in den USA spielen. Um dem entgegenzuwirken, gönnt sich Kapitän Thomas Bjørn vier Captains Picks. In beiden Teams werden wohl einige Rookies mitmischen, darunter die beiden Senkrechtstarter Jon Rahm (Spanien) und Justin Thomas (USA). Aber auch unab­ hängig vom Saisonverlauf dürften die üblichen Verdächtigen die Eckpfeiler der jeweiligen Teams bilden. Europa wird von Sergio García, Henrik Stenson, Justin Rose und Rory McIlroy angeführt, in den USA

werden Dustin Johnson, Jordan Spieth und Matt Kuchar die nötigen Erfahrungswerte einbringen. Würde man die Teams strikt nach Weltrangliste zusammenstellen, die Mannschaften würden sich derzeit in jeg­ licher Hinsicht auf Augenhöhe bewegen. Wie trügerisch dieses Bild sein kann, hat sich 2016 gezeigt, als bspw. Bubba Watson als damalige Nr. 7 der Welt nicht qualifiziert war und auch keine Wild Card erhielt. Das Qualisystem der USA und nun auch in Europa rückt die aktuelle Form in den Vordergrund. Mit einem starken Saisonfinish könnte also auch ein Spieler ins Team rutschen, den derzeit noch niemand auf dem Zettel hat.

soll diese Entscheidung noch einmal um mindestens ein Jahr vertagt werden +++ KURIOS Ausgerechnet bei einer Promo-

Aktion für die WGC-HSBC Champions in China ver- letzte sich Henrik Sten- son an den Rippen, als er wie Superman an einem Trapezgurt durch den Nachthimmel gezogen

wurde. +++ GEEHRT Bei der WGC-HSBC Champi- ons wurde auch der beste Caddie des Jahres geehrt. Preisträger ist Rickie Elliot, der für U.S. Open-Cham-

pion Brooks Koepka die Tasche schleppt +++ GEDULD In seinem 18. Jahr als Profi gelang Ryan Armour bei der Sanderson

Farms Championship sein erster Sieg auf der PGA Tour +++ 59 Drei Tage nach dem

Jahrestag des Todes seines Großvaters Arnold Palmer gelang Sam Saunders die siebte 59 in der Geschichte der Web.com-Tour +++ ENDE Bubba Watson spielt fortan nicht mehr mit einem pinken Ball der Marke Volvik, sondern greift wieder zum bewährten Titleist Pro

Leider verloren: Europas Team von 2016

SO KÖNNTEN DIE RYDER CUP-TEAMS AUSSEHEN Elf Monate vor dem Event gibt es noch kein aussagekräftiges Ranking, deshalb bemühen wir die aktuelle Weltrangliste. Erstaunlicherweise sind beide Teams aktuell nahezu gleichwertig.

V1x +++ SCHNELL Ian Poulter, Tyrrell Hatton, Matthew Fitzpatrick und Matthew Southgate

USA

EUROPA Jon Rahm Justin Rose

ALTER OWGR* BISHERIGE RYDER CUPS

ALTER OWGR* BISHERIGE RYDER CUPS

33 24 24 27 28 39 41 27 40 33 30 24 30

1 2 3 7

3 2 0 1 3 4 0 2 0 0 0 0

22 37 41 28 37 40 35 25 26 34 22 32

5 6 9 8

0 4 4 4 8 3 0 0 0 0 1 1

Dustin Johnson Jordan Spieth Justin Thomas Brooks Koepka Rickie Fowler

Henrik Stenson Rory McIlroy Sergio Garcia

sind die neuen Weltrekordhalter für das schnellste Golfloch der Welt. Sie spielten

10 14 18 22 24 25 26 27 15

12 15 16 17 19 20 21 33 15

Matt Kuchar

Paul Casey Alex Noren

ein 450 Meter langes Par 5 in 32,7 Sekunden und brachen den Rekord von Südafrika um zwei Zehntelsekunden +++

Pat Perez

Patrick Reed

Tyrrell Hatton

Charley Hoffman

Tommy Fleetwood

Kevin Kisner Brian Harman Daniel Berger Durchschnitt

Rafael Cabrera-Bello 33

Francesco Molinari Matthew Fitzpatrick

15

25

Durchschnitt

* OWGR = Weltrangliste Stand 01.11.2017

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COUNTDOWN | MEIN LIEBLINGSLOCH

JOSÉMARÍA OLAZÁBAL LIEBLINGSLOCH Der zweimalige Masters-Champion und Ryder Cup- Captain 2012 liebt den Anspruch und die Schönheit dieses Klassikers. Nr. 18 LOCH LOMOND M eine Idee eines großartigen Lochs hat nicht unbedingt etwas mit einem hohen Schwie- rigkeitsgrad zu tun. Andersherum denke ich da zwei Bunker auf der rechten Seite, genau auf Drive- Höhe. Trotzdem ist dieses Loch vom Tee aus einladend. Das Kurzgemähte zu treffen ist jedoch nicht einfach. Der ideale Abschlag ist ein leichter Draw, der in Richtung der Bunker startet und Mitte Fairway landet. Für mich ist das eine Herausforderung.

auch nicht, dass die besten Löcher die einfachsten sind. Idealerweise ist die Bahn eine Mischung aus Schönheit und Schwierigkeit. Deshalb ist die Nummer 18 in Loch Lomond, Schottland, schon lange mein Lieblingsloch. Dieses Loch hat von allem etwas. Eine Vier ist immer ein guter Score und Birdies sind rar. Die Ausblicke auf die Umgebung sind eine einzige Freude und erinnern einen daran, an was für einem wunderschönen Fleck- chen Erde man sich befindet. Die Szenerie raubt einem den Atem. Die großen Bäume umrahmen das Fairway, das sich links um die Ecke des Sees schlängelt. Dann sind

Der Annäherungsschlag hat es ebenfalls in sich. Der Schlüssel, um das Grün zu treffen, heißt Distanzkon- trolle. Ein kleiner Hügel links vor dem Grün lässt zu kurz gespielte Bälle den Abhang herunterrollen. Ich mag diese Schwierigkeiten. Mir gefällt, dass es hier viele ver- schiedene Schläge gibt, die um das Grün herum gespielt werden können. Fantasie verdient es, belohnt zu werden. Dieses Loch ist einfach wunderbar. GT

NR. 18, LOCH LOMOND 425 Meter, Par 4

Illustration: Gary Lees

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GOLF TIME | 8-2017

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TEN

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COVER | XANDER SCHAUFFELE

XANDER SCHAUFFELE 2017 tauchte ein bislang gänzlich unbekannter Name urplötzlich an der Spitze der Rangliste der PGA of Germany auf. Wer ist dieser erstaunliche junge Mann und warum ist er der beste Golfer Deutschlands? NUMMER 1 DEUTSCHLANDS NEUE

Von Götz Schmiedehausen

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1 Oben angekommen! Xander Schauffele gewinnt die Greenbrier Classic und damit sein erstes Turnier auf der PGA Tour 2 U.S. Open 2017 in Erin Hills – Xander Schauffele gelingt als erstem U.S.- Open-Debütanten in der 122-jährigen Geschichte des Turniers eine fehler- freie Auftaktrunde ohne Schlagverlust

1

neunten Platzes bei den Tour Finals der Web. com-Tour erhielt Schauffele (anders als Jäger) schließlich doch noch seine Tourkarte. Im Juni 2017 waren dann immerhin schon Zweidrittel der PGA Tour-Saison 2016/17 ge- spielt und Xanders Chancen, seine Tourkarte zu erhalten, wurden zusehends kleiner. Bei seinen bisherigen zwölf Starts hatte er gerade einmal fünf Cuts überstanden und belegte den 135. Platz im FedExCup-Ranking. Doch dann sollte sich Xanders Leben schlagartig ändern. Ähnlich wie bei seinem Vater vor 30 Jahren, wenn auch nicht ganz so schmerzhaft. Stefan Schauffele war in den Achtziger- jahren einer der besten deutschen Zehn- kämpfer und konnte sich berechtigte Hoffnung auf eine Olympia-Teilnahme machen. Seine Karriere wurde jedoch jäh beendet, als sein Auto von einem betrunkenen Fahrer gerammt wurde. Ein Glassplitter bohrte sich in das linke Auge des Zwanzigjährigen. Trotz zahl- reicher Operationen war die Sehfähigkeit auf dem Auge nicht mehr zu retten. Als Folge des Unfalls konnte Schauffele auch keinen Leis- tungssport mehr betreiben. „Ich musste jeden Tag an der Stelle mit den Brandflecken vorbei, das habe ich nicht ertra- gen“, erinnert sich Xanders Vater an das trau- matische Erlebnis. Schließlich wanderte er an die Westküste der USA aus, nach San Diego. In der neuen Welt begann Stefan Schauffele, Golf zu spielen. Nach einem zweijährigen Auf- enthalt in Japan, wo er seine taiwanesische Frau kennenlernte, erreichte er schnell Handi- cap null, wurde Golflehrer und baute AndMore Products, eine Firma für Golfaccessoires, auf. Schauffele wurde Vater von Nicolas und Alexander Victor, der jedoch immer nur „Xander“ gerufen wurde. Mit neun Jahren machte auch Xander unter der Anleitung des Vaters die ersten Golf- schwünge. Bei Stefan Schauffele ging er

2

E

igentlich war es nur eine Schnaps-Idee von Xander Schauffele, Mitglied bei der PGA of Germany zu werden. Als der 23-jährige Jungprofi 2016 auf der Web.com-Tour, der Nachwuchsliga der PGA

Tour, spielte, kam er mit dem Münchener Golfprofi Stephan Jäger ins Gespräch. Als der Amerikaner erwähnte, dass er einen deutschen Pass besitzen würde, riet Jäger ihm, der Orga- nisation der deutschen Profigolfer beizutreten. Fallen doch für die besten Spieler hin und wie- der Startplätze für die deutschen Profiturniere wie die BMW International Open ab. „Man muss sich alle Türen offen halten“, dachte Schauffele und füllte den Aufnahmeantrag aus. Sowohl Jäger als auch Schauffele scheitern 2016 denkbar knapp an der Top 25 der Web. com-Tour-Rangliste, deren Erreichen gleich- bedeutend mit einer Spielberechtigung für die PGA Tour ist. Bei Xander waren es gerade einmal 975 Dollar Preisgeld, die am Ende der regulären Saison fehlten. Doch dank eines

SENSATION Xander Schauffele feiert einen sensationellen Sieg bei der Tour Championship 2017, dem letzten Event der FedExCup Playoffs, mit einem Schlag Vorsprung vor Justin Thomas. Noch nie ist es einem Rookie gelungen, das Tourfinale der PGA Tour zu gewinnen

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