GOLF TIME 2/2026
2026
RISS IN DER MATRIX Diese intensive Vorbereitung zahlte sich aus, denn nach zwei heraus ragenden Runden am Donnerstag und Freitag hatte er einen Rekord vorsprung von sechs Schlägen auf die vielleicht stärkste Konkurrenz im Pro figolf herausgespielt und wirkte bei seinem Auftritt am Freitag mit neun Birdies zuweilen wie jemand, der auf der PlayStation einen Cheatcode ge funden hat, um das Spiel auszutrick sen. Mal ehrlich, es würde mich nicht wundern, wenn Verschwörungstheo retiker den Chip-in
es deshalb vor, sich an diesem Abend nicht der Presse zu stellen, sondern sich vielmehr noch einige Stunden auf die Driving Range zu begeben, um vor allem seine miserable Driver Quote zu verbessern. Im Schnitt traf er gerade einmal die Hälfte der Fair ways, allerdings bietet der Augusta National häufig komfortable Auslauf zonen, weshalb Rory nur selten bitter bestraft wurde. HOCHSPANNUNG AM FINALTAG Über den Sonntag muss man wohl
nicht mehr ausführ lich berichten – Sie werden es selbst am TV mitverfolgt haben. McIlroy trat weiter hin auf der Stelle, während er zeitweise von Cameron Young oder Justin Rose überholt wurde. Doch irgendwie schaffte er es, sein Ergebnis vom Freitagabend (-12) zusammenzu halten, während die Spieler, die kurzzeitig am grünen Jackett
auf der 17 als Beweis für einen Riss in der Matrix heranziehen würden. Überirdisch. Vor dem Samstag lag McIlroy bei 12 Schlä gen unter Par und konnte seine ärgsten Verfolger, darunter sein Playoff-Gegner vom Vorjahr, Justin Rose, LIV-Rückkehrer und Masters-Cham pion von 2018, Patrick Reed, sowie
„DER AUGUSTA NATIONAL FÜHLT SICH DERZEIT WIE MEIN HEIMATCLUB AN, SO OFT HABE ICH IHN IN DEN LETZTEN WOCHEN GESPIELT.“ – RORX MCILROY –
Rorys engster Freund Shane Lowry, dem in Runde 3 ein Hole-in-one auf Bahn 6 gelingen sollte, nur mit dem Fernglas erkennen. Scottie Scheffler, der selbst schon zwei grüne Jacken sein Eigen nennt, rangierte bei Even Par im Mittelfeld. Doch dann kam der Samstag: Wäh rend McIlroy bei einem deutlich leich teren Setup des Platzes auf der Stelle trat, legte die Konkurrenz den Turbo ein. Players-Championship-Sieger Cameron Young zog mit Rory gleich, der einen Zähler verlor, während der US-Amerikaner fünf aufholte. Dicht gefolgt von Sam Burns, Shane Lowry und Justin Rose. Scottie Scheffler, der 2022 und 2024 gewinnen konnte, hatte sogar sieben Schläge unter Par gespielt. Diese Gemengelage warf zurecht die Frage auf, ob erstmals in der Geschichte der Major-Turniere ein so komfortabler Vorsprung vor dem Wochenende nicht zum Sieg reichen würde. Der nordirische Titelverteidiger zog
schnuppern durften, an den eigenen Nerven scheiterten. Dass schlussend lich ausgerechnet Scottie Scheffler den alleinigen zweiten Platz (-11) belegen konnte, der seine Aufholjagd exakt dann startete, als Rory stehen blieb, zeigt, wie viel
Erfahrung und Coolness Spie ler entwickeln
Ass-Schütze am Samstag an Loch 6: Shane Lowry
GOLF TIME 2-2026 | 23
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