GOLF TIME 2/2026
COVER | MASTERS TOURNAMENT
das war ihm herzlich egal. Aber falls jemand wissen wollte, was ein Top Amateur im mittleren Alter in Au gusta an einem Turniertag schießen kann: Brandons 81 am Donnerstag und die respektable 78 am Freitag justieren unser aller Perspektive auf den Unterschied zwischen Ama teur- und Profigolf eindrucksvoll. Im Herbst will Holtz seinen Titel bei der U.S. Mid-Amateur verteidigen. Den Platz The Lido in Wisconsin, auf dem gespielt wird, kennt er nicht. „Ich fahre im Sommer mal hin, um probezuspielen. Und wenn es gut läuft, bin ich nächstes Jahr wie der hier. Aber bis dahin wartet eine Menge Arbeit im Immobilienbüro auf mich.“ Kaum auszudenken, wie oft Holtz wohl beim Masters gestartet wäre, hätte er es mit seinem Talent gleich mit Golf versucht, ohne vorher fast in der NBA zu landen. ZEITKAPSEL AUS TRADITION Dass überhaupt Amateure mitmi schen dürfen, geht natürlich zurück bis in die Anfangstage des Masters, das vom erfolgreichsten Amateur Golfer aller Zeiten, Bobby Jones, erdacht wurde. Und Tradition ist das Stichwort, wenn es um das Masters geht. Kaum ein Golfexperte oder Fan wird ernsthaft darüber diskutie ren wollen, ob das Masters das tra ditionsreichste Major im Golfsport ist. Zwar wurden die anderen drei Großereignisse schon lange vor dem Tag gegründet, als 1934 erstmals im tiefen Süden der USA ein Golfturnier in Augusta, Georgia, ausgetragen wurde. Doch während sich The Open (seit 1860), die U.S. Open (seit 1895) oder die PGA Championship (seit 1916) in puncto Zuschauererlebnis und sogar, was die Spielmodi angeht, weiterentwickelt haben, verharrt das Masters in seiner selbstgewähl ten Zeitkapsel. Nach wie vor sind bspw. Mobil telefone auf dem Augusta National streng verboten. So strikt, dass selbst eine Golflegende wie Mark Calcavecchia, The-Open-Champion von 1989, humorlos von der Anlage
Eines von vier Hole-in-ones: Justin Thomas
Sieger Aaron Rai
Bryson DeChambeau (r.) mit Schauspieler Kevin Hart am Bag
PAR-3-CONTEST
entfernt wurde, als er am Mittwoch mit seinem Handy erwischt wurde. Jeder Journalist überprüft deshalb vor dem Verlassen des Pressezent rums mindestens zweimal, ob sich das Smartphone nicht doch noch in irgendeiner Tasche versteckt hat. Kritik gab es in diesem Jahr auf grund des Auftretens diverser Su perstars aus Film und Sport und des allgemeinen Getöses rund um den Contest, welches mehr an die LIV T raditionell (wie so ziemlich alles beim Masters) fand am Mitt wochnachmittag auf dem Par-3 Platz des Augusta National der Par 3-Contest statt. Wie jedes Jahr ein herrliches Spektakel, bei dem vor allem die Familien der Spieler im Vordergrund stehen. Meist treten Ehefrauen, Kinder und Partnerinnen als weiß gekleidete Caddies auf und versuchen sich – wie bspw. Tommy Fleetwoods Sohn Frankie – daran, das große Wasserhindernis an Loch 9 zu überwinden.
Private Kameras sind an den Practice Days geduldet, jedoch übernimmt ab dem Donnerstag der Augusta National Golf Club als Gastgeber und Hausherr die Kontrolle über jedwedes Bildmaterial, das vom Masters um die Welt geht. Sieger wurde übrigens Aaron Rai, der damit den „Fluch“ fortführte, der besagt, dass kein Gewinner des Par 3-Contests je ein Masters gewinnen wird. Vier Hole-in-Ones gab es zu bestaunen: Keegan Bradley (zweites Jahr in Folge), Tommy Fleetwood, Justin Thomas und Wyndham Clark. Tour als an das Masters erinnerte. Die Tasche von Bryson DeChambeau wurde von Hollywood-Schauspieler Kevin Hart getragen, und auch zwei Größen aus dem American Football waren beteiligt. Jason Kelce trug das Bag von Akshay Bhatia, und sein Bruder Travis, Verlobter von Taylor Swift, kommentierte das Spektakel für einen TV-Sender.
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