GOLF TIME 2/2026

2026

Um dieses vordergründige Ungemach zu kompensieren, zeigt sich das Mas ters den Patrons gegenüber extrem großzügig. Die analogen Telefon stationen auf der Anlage, von denen man Kontakt zur Außenwelt her stellen kann, sind ebenso kostenlos wie das Parken auf den gigantischen Großparkplätzen. Und bekanntlich befinden sich die Preise für Essen und Getränke nach wie vor auf dem Stand der Achtzigerjahre, was es einer vier köpfigen Familie erlaubt, mit einem Budget von ca. 50 Dollar entspannt über den Tag zu kommen – inklusive alkoholischer Getränke für die Er wachsenen. BIG BUSINESS MERCHANDISE Damit rein gar nichts vom puren Golferlebnis ablenkt, gibt es zudem keinerlei Sponsorenwerbung oder ex terne Anbieter von Kost, Waren oder Dienstleistungen auf der Anlage. Das Masters bleibt sich und den Patrons treu, doch wer unbedingt größere Geldbeträge loswerden möchte, tut dies im riesigen Masters-Merchan dising-Shop. Zehn Millionen Umsatz werden hier erzielt – an jedem einzel nen der sieben Tage der Masters-Wo che. Hauptattraktion ist seit ca. zwei bis drei Jahren der „Gnome“. Dank So cial-Media-Hype stürmen die meis ten Besucher vor Betreten der Anlage in den Shop, um einen der stark li mitierten Gartenzwerge zu ergattern. A nders als bei anderen Golf turnieren wird beim Masters besonders auf Etikette geachtet. Das Publikum verhält sich außerordent lich diszipliniert – kein Wunder, ris kiert man doch für ansonsten relativ harmloses „Mashed Potato“- oder „In the Hole“-Gebrülle einen hu morlosen Rauswurf. Umso schockie render, wenn sich nicht die Patrons, sondern Spieler danebenbenehmen. Sergio Garcia ließ seinen Frust über einen Power-Slice auf Bahn 2 an der Tee-Box aus und zertrümmerte dabei seinen Driver. VOLL DANEBEN

Führte das Feld nach der 3. Runde an, wurde am Ende geteilter Dritter: Cameron Young

Um 6:30 Uhr morgens beginnt der Verkauf, kurz nach acht sind die 50 Dollar teuren Kerlchen restlos vergrif fen. Kein Wunder: Auf eBay wird der Gnome kaum unter dem zehnfachen Preis weiterverkauft, weshalb manche mehrköpfige Familie stolz mit einem Zwerg pro Nase über die Anlage fla niert und auf eine Amortisierung der Reisekosten hofft. ESSENZ DES MASTERS WAHREN Als Gary Player vor 68 Jahren erst mals am Masters teilnahm, war es für ihn und viele andere Spieler fraglos nur das viertwichtigste Großereig nis im Golfkalender. Eine U.S. Open

Robert MacIntyre, der 80 Schläge für seine erste Runde benötigte und fortwährend seinen Frust auf dem Platz ausließ. Höhepunkt war ein Mittelfinger, den er nach einem Wassertreffer an Loch 15 in die Kamera streckte. Dieses Verhalten hatte ein Nachspiel, denn er wurde vom Augusta National zum Rapport zitiert. Es kann durchaus sein, dass Bobby Mac vorerst keine weiteren Einladungen zum Masters erhält.

Noch ausfälliger wurde der Schotte

GOLF TIME 2-2026 | 27

www.golftime.de

Made with FlippingBook - professional solution for displaying marketing and sales documents online