GOLF TIME 2/2026

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Ich traf 13 von 14 Fairways mit dem Driver, an Loch 8 gelang mir das einzige Birdie des Tages, während 39 Putts widerspiegeln, wie absurd schnell und schwierig die Grüns wirklich sind. An Loch 11 im Amen Corner erlitt ich dank eines Wasser treffers den einzigen Ballverlust der Runde. Am folgenden ikonischen Par 3 spielte ich exakt das gleiche Bogey wie Justin Rose am Vor tag. Ich peilte den hinteren Teil des Grüns an, schlug minimal zu lang und versuchte vergeblich, parallel zum Grün zu chippen, damit der Ball im Downslope zur Fahne rollt. Dieser „Backstage-Teil“ des ANGC beeindruckte mich – wie wahr scheinlich jeden Erstspieler – am meisten. Denn auf das Grün der 12 bzw. den Abschlag von Loch 13 kommt man wirklich nur, wenn man den Platz spielt. Auf der 17 gönnte ich mir den obligatorischen Fünf-Putt, den jeder hier irgendwann spielt. Gierig auf ein Birdie spekulierend, gab ich dem Ball aus ca. 20 Metern etwas zu viel Fahrt mit, sodass er über das ab schüssige Grün zurück aufs Fairway rollte. Das resultierende Triple-Bo gey empfand ich wie eine saftige Ohrfeige der Dame Augusta, die mich daran erinnerte, dass Übermut von ihr schwer bestraft wird. Bahn 18 hingegen war mein persönlicher Höhepunkt des Tages: Nach einem schnurgeraden Drive in das Nadelöhr hatte ich noch 145 Meter zur Fahne auf dem bekannt lich sehr steil ansteigenden Par 4. Ich nagelte ein Eisen 6 drei Meter hinter den Stock, genau an dieselbe Position, von der aus Rory McIlroy 2025 auf der regulären Runde zum Sieg hatte putten müssen. Bei ihm ging es um das Par und den Mas ters-Sieg, bei mir um das Birdie. Ob wohl wir das minimale Break nach links und die leichte Bergab-Lage exakt analysiert hatten, verschob ich ebenso knapp wie der Champion ein Jahr zuvor. Ich habe in meinem Leben in mehr als 50 Ländern Golf gespielt und viele der schönsten Plätze erleben dürfen. Aber besser als dieser Golftag im April wird es wahrscheinlich nie mehr werden. GT

Ein Traum wird wahr: Götz Schmiedehausen mit Flightpartnern auf dem Augusta National

(M)EINE RUNDE AUF DEM AUGUSTA NATIONAL

Dieses Jahr war endlich „mein Jahr“: Ich durfte am Montag nach dem Turnier

Erstaunlich entspannt jagte ich meinen ersten Abschlag das Fairway hinunter. Dank meines Speed-Trai nings im Winter und des aufge stauten Adrenalins hatte ich einen Viertelkilometer auf die erste Fahne gutgemacht. Nach einem Wedge ins Grün und einem Zwei-Putt aus weniger als fünf Metern war ich auf dem Augusta National angekom

den Augusta National (ANGC) spie len. Exakt eine Stunde vor meiner Abschlagszeit um 13.00 Uhr ließ man mich am Haupttor passieren, und ich fuhr die Magnolia Lane entlang. Auf der Range erwartete mich mein Caddie „Gronk“, seit drei Jahren gehört er zu den auserwähl ten Taschenträgern des ANGC. Nach den drei Tagen seit Bekannt gabe der Losung, an denen ich nervöser war als ein Teenager vor dem ersten Date, verpuffte die Aufregung nach den ersten guten Schlägen auf der Range. Zudem versicherte mir Gronk, dass der Platz – abgesehen von den Grüns – für einen Handicap-6-Spieler nicht schwer sei. Gespielt wurde immerhin von den Mitgliederab schlägen, die – abgesehen von den meisten Par-3-Löchern – deutlich weiter vorne platziert sind als die der Profis. Bei Par 72 misst der Platz nur 5.820 Meter anstatt der 6.850 Meter beim Turnier. Zehn Minuten vor dem ersten Abschlag entstand das einzige Bild meiner Golfrunde, das ich für andere Zwecke als den Privatgebrauch verwenden darf.

„BESSER ALS DIESER GOLFTAG IM APRIL WIRD ES WAHRSCHEINLICH NIE MEHR WERDEN.“ – GÖTZ SCHMIEDEHAUSEN –

men. Nun hatte ich auch die Muße, die unfassbare Optik des leergefeg ten Platzes aus der Perspektive des Spielers zu genießen: Die gewalti gen Höhenunterschiede, z. B. vom Abschlag zum Grün der zweiten Bahn, und natürlich all die Schau plätze der vielen Masters-Dramen – „atemberaubend“ ist kein Ausdruck.

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