GOLF TIME 2/2026
VOM BOCK ZUM GÄRTNER
KOSTENANALYSE Golf gehört seit Jahrzehnten zur erklärten Leidenschaft von Donald Trump. Doch seit Beginn seiner ersten Präsidentschaft wird jede Runde zum Politikum und Kostenfaktor für die amerikanischen Steuerzahler in Millionenhöhe. Trump selbst wirtschaftet dabei ordentlich in die eigene Tasche. Von Marcus Brunnthaler
E s war ein denkwürdiges ver längertes Wochenende mit einer nicht minder denkwür digen Eröffnungsrede, die dem Autor bis heute gut in Erinne rung geblieben ist. Der Anlass: Eine Exklusiv-Einladung von Mercedes Maybach zum Pre-Event des Ryder Cups 2008. Der Ort des Geschehens: Der exklusive Mar-a-Lago Club in Palm Beach Florida, eines gewissen Donald J. Trump – damals noch gefei erte US-Lichtgestalt der Immobilien- und Showbranche ohne politische Ambitionen, dafür aber schon damals mit einer besonderen Vorliebe für den Golfsport beseelt. Unter den Gästen: Neben den damaligen beiden Ryder Cup-Kapitänen Paul Azinger (USA) und Nick Faldo (Europa) jede Menge an nationaler und internationaler Prominenz.
Gästen im frisch renovierten Anwe sen verlor sich der Gastgeber in einer gefühlt halbstündigen Aufzählungs tirade, was alles im Zuge der Reno vierungsarbeiten wieviel gekostet hatte. So beispielsweise, dass alleine der große Saal mit seinen goldenen Stuckverzierungen im Stil von Schloss Versailles rund 200 Millionen US-Dol lar verschlungen hatte. Oder, dass das große Tor am Eingang 1 Million US-Dollar gekostet hatte, weil natür lich auch aus echtem Gold – also die glänzenden Teile. erwähnt, dass er durch die Erhöhung einer der Abschlagboxen des Golfplat zes nun den höchsten Punkt in West Palm Beach sein eigen nennen könne und ging süffissant-amüsiert in die Geschichte über, wie er den lokalen Behörden ein Schnippchen geschla gen hatte: Es ging um den riesigen KLOTZEN UND PROTZEN Nebenbei ließ Trump nicht un
Fahnenmast mit überdimensionierter USA-Fahne auf dem Anwesen, der die lokalen Vorgaben für die er laubte Höhe von Fahnenmasten um knapp zwei Meter überschritt. Statt sich jedoch zu fügen und den Fah nenmast zu kürzen, hatte Trump es vorgezogen, stoisch Strafzahlungen zu leisten, statt sich den Vorschriften zu beugen. Bis ihm einer seiner Berater einen „work-around“ unterbreitete, wie folgt: Den Fahnenmast auf die vorgeschriebene Höhe zu kürzen, gleichzeitig einen entsprechend hohen Hügel aufzuschütten und den Fahnenmast darauf wieder zu errich ten. Das Ergebnis: Gleiche Höhe bei Einhaltung der gesetzlich vorgeschrie benen Fahnenmasthöhe – und keine Strafzahlungen mehr. Ein Vorschlag ganz nach Donald Trumps Geschmack und bereits da mals seltsam anmutende Einblicke in die Mentalität des Mannes, der neun
Gleich zu Beginn seiner Eröffnungs rede vor den rund 200 geladenen
GOLF TIME 2-2026 | 35
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