GOLF TIME 2/2026

MISSION IMPOSSIBLE Dies ist die wohl persönlichste Kolumne, die ich je geschrieben habe. Wenn jedoch bestimmte Dinge passieren, muss man darüber reden ...

U nzählige Anachronismen und Besonderheiten, die in der Summe das Masters-Erleb nis ausmachen, reichen bis weit zurück in die Anfangstage des Augusta National, als Bobby Jones 1934 ein viertes Major-Tur nier etablieren wollte. Eine dieser Traditionen ist die Golf-Lotterie für uns Journalisten. Während man vor über 90 Jahren den we nigen Pressevertretern, die da mals schon über das aufstrebende Turnier im tiefen Süden der USA berichten wollten, vielleicht noch gut zureden musste, damit sie sich für eine Golfrunde freinahmen, sind heute rund 600 Journalisten akkreditiert und jedes Jahr ent scheidet das Los, wer einen der heißbegehrten ca. 20 Startplätze erhält. Als ich das erste Mal mit dem Au gusta National in Berührung kam, war ich noch kein Golfer. Für mei nen golfbegeisterten Vater hin gegen war das Masters-Wochen ende das Größte. Leidenschaftlich verfolgte er die Übertragungen und las zudem alles, was ihm zu diesem Thema in die Hände fiel.

club, den man nur auf Einladung eines Mitglieds betreten dürfe. Obwohl ich mich im Nachgang bemühte, einen Kontakt zu einem „Member“ aufzubauen, versande te das Vorhaben schnell. Meinem Vater schenkte ich eine schöne Golf-Reise nach Florida, die ließ sich unkomplizierter buchen. Nicht lange nach diesem gemein samen Golf-Trip, für den ich extra meine Platzreife gemacht (und mir diesen bis heute unheilbare Golf Virus-Infektion zugezogen) hatte, verstarb mein Vater unerwartet DAS GÖTZITAT

nungsbild meines Magazins die Pressestelle des eher konservativ geprägten Clubs ab (Foto-Stre cken mit leicht bekleideten „Bun ker Babes“, schrille Farben auf dem Cover). Jedenfalls erhielt ich meine zweite, erneut sehr höflich formulierte, Absage. 2011 begann ich dann bei der GOLF TIME, seit 2023 genieße ich, dank dieses Wechsels, end lich das Privileg, das Masters live miterleben zu dürfen. Und nach drei erfolglosen Teilnahmen an der Lotterie erschien 2026 end lich mein Name auf der Liste. Am Montagmittag stand ich 23 Jahre nach meinem Schwur am ersten Abschlag des Augusta National, dachte mit angewässertem Blick an meinen Vater und jagte den Ball das erste Fairway hinunter. Ich traf 13 von 14 Fairways, spielte ein Birdie und versemmelte exakt den gleichen Putt, den auch Rory McIlroy 2025 zum Sieg auf der regulären Runde verschob.

Als sein 60. Ge burtstag bevor stand und überlegt wurde, welches besondere Ge schenk man ihm machen könne, kam ich auf die unfassbar naive

an einem Herz infarkt – ausge

rechnet während eines Golfurlaubs. In der Trauerphase bedauerte ich vor allem, dass wir nur wenige gemein same Golfrunden erleben durften. Deshalb schwor ich mir, eines Tages für meinen Vater den Augusta National zu spie len.

„ICH SCHWOR MIR, DASS ICH EINES TAGES FÜR MEINEN VATER DEN AUGUSTA NATIONAL SPIELEN WÜRDE …“

Idee, ihm eine Runde auf der Masters-Bühne ermöglichen zu wollen.

Mission accomplished! Papi wäre sicher stolz auf mich gewesen. GT

Ich schrieb einen Brief an den berühmten Golfclub an der Washington Road in Au gusta – und Sie werden es kaum glauben, ich bekam sogar eine Antwort in Form eines stilvollen Schreibens auf diesem wunderbar verstärkten, leicht beigefarbenen Papier. Man freue sich über meine charmante Idee und würde meiner Bitte gerne nachkommen. Jedoch handele es sich um einen Privat

Zu dieser Zeit, Anfang der Zwei tausender-Jahre, war ich noch Journalist für Video- und Compu terspiele. Doch 2005 sattelte ich um und gründete das Magazin „GolfPunk“. Sofort bewarb ich mich erstmals beim Augusta Nati onal um eine Akkreditierung. Aber vielleicht schreckte das damals noch ziemlich progressive Erschei

GÖTZ SCHMIEDEHAUSEN Ambitionierter Hobbygolfer mit variablem Handicap

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