GOLF TIME 2/2026

REGELTIME

BEKANNT – ODER SO GUT WIE SICHER ... Was tun, wenn man sich nicht sicher ist, ob der Ball in einem Hindernis gelandet ist?

Oft kommt es zu der Frage, ob ein provisorischer Ball gespielt werden durfte oder

Der Ball ist mit 95-prozentiger Sicherheit in der Penalty Area. Die Beschaffenheit des Geländes um die

„DAS BRINGT DIE FRAGE MIT SICH, WANN ANGENOMMEN

nicht. Das bringt die Frage mit sich, wann angenommen werden kann, dass ein nicht gefundener Ball tatsächlich im Wasser ist, sprich, die

Penalty Area ist für diese Einschätzung maßgeblich.

In diesem Fall dürfte der Betroffene aber auch einen provisorischen Ball spielen, um das Zurücklaufen zum ursprünglichen Punkt des Schlags zu vermeiden. Wird im zweiten Fall nicht nach R18.2b („Ball verloren“) verfahren, sondern nach R17.1d („Wasserregel“), so wird vom falschen Ort gespielt. Das kann mitunter als schwerwiegender Verstoß geahndet werden – es fällt hierbei zumindest die Grundstrafe an und zusätzlich droht auch die mögliche Disqualifikation. WERDEN KANN, DASS EIN NICHT GEFUNDENER BALL TATSÄCHLICH IM WASSER IST…“

Spielrichtung A – der Ball wurde nicht gefunden: War die Spielrichtung über übersichtliches Gelände wie beispielsweise offenes Fairway und eine gut einsehbare Penalty Area, der Ball kann jedoch auf dem Fairway nicht gefunden werden, ist Regel R17.1d anwendbar. Und das auch, wenn außerhalb der Penalty Area gesucht wurde. Trotz geringer Zweifel ist der Ball mit größter Wahrscheinlichkeit im Teich gelandet.

„Wasserregel“ Regel R17.1d angewandt werden darf?

Die Antwort lautet – wie so oft – es kommt darauf an. Grundsätzlich gilt: Um nach Regel R17.1d verfahren zu dürfen, muss der verlorene Ball in der Penalty Area sein oder alle verfügbaren Informationen müssen darauf hindeuten, dass sich der Ball mit zumindest 95 Prozent Wahrscheinlichkeit („bekannt oder so gut wie sicher“) in der Penalty Area befindet. Die 95 Prozent sind dabei ein Anhaltspunkt, wie sicher sich der Spieler sein muss. Denn: Für viele Spieler ist der Umgang mit Zahlen oder Skalen einfacher, als zu entscheiden, ob etwas so gut wie sicher ist. EIN BEISPIEL ZUM VERSTÄNDNIS Aber versuchen wir es mit einem Beispiel. Bekannt oder so gut wie sicher, bedeutet hier: Der Spieler, Mitspieler oder jemand anderes hat mit Sicherheit gesehen, dass der Ball in der Penalty Area gelandet ist.

Nicht bekannt oder so gut wie sicher, bedeutet hier:

Spielrichtung B – der Ball wurde nicht gefunden: War die Spielrichtung über z. B. Hardrough und wird der Ball nicht gefunden, ist Regel R17.1d nicht anwendbar. Weder ist bekannt, noch so gut wie sicher, dass sich der Ball in der Penalty Area befindet, weswegen der Spieler hier

Schönes Spiel, wir sehen uns auf dem Platz! GT

von einem verlorenen Ball außerhalb der Penalty Area ausgehen muss. Er muss daher mit Schlag- und Distanzverlust nach R18.2b weiterspielen, sobald die 3-minütige Suchzeit abgelaufen ist.

DR. TORBEN WISSUWA DGV-Spielleiter und -Referee, Mitbetreiber

des Regelforums „golf-rules.com“

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