GOLF TIME 2/2026
TIME OUT
Auch ok, obwohl ...
Nach 23 Malen vor Ort das Masters vor dem Fernseher zu erleben, war eine neue Erfahrung. Und, ehrlich gesagt, auch ok. Aber, dennoch …
E inmal dagewesen zu sein – das ist so ziemlich der sehnlichste Wunsch eines jeden Golfers. Eines Golf-Masochisten, der ewig davon träumt, einmal, nur ein einziges Mal beim Masters in Augusta, Georgia, live dabei zu sein. Vor Ort zu sein an der Magnolia Lane, wo jedes Jahr in der zwei ten Aprilwoche das erste Major des Jahres ausgetragen wird. Dabei ist die Chance, ganz offiziell ein Ticket für das Masters zu erwerben, praktisch gleich Null. Jedes Jahr warten 16.000 potenzielle „Patrons“ auf ein Ticket und ihre Chance, über das Losverfahren zum Zug zu kommen. Was so ziemlich aussichtslos ist. Außer man ist Journalist, aber selbst da gibt es ein kaum durchschaubares Verfahren, wer eine Akkreditie rung für die Masters-Woche bekommt. Ich selbst wurde anfangs dreimal abgewiesen, bis ich endlich doch den strengen Vorgaben entsprach. Insgesamt war ich in zwischen 23 Mal beim Masters und hatte jedesmal das gewisse Kribbeln in der Magengrube, wenn ich von der Washington Road rechts zum Presseparkplatz abbog. Dieses Jahr habe ich aus persönlichen Gründen auf das golferische Jahres-Highlight verzichten müssen. Das erste Mal nach 23 Jahren in Folge. Daher musste mein Kollege Götz Schmiedehausen, der mit mir die vergan genen drei Masters journalistisch vor Ort betreute, die Berichterstattung aus Augusta alleine übernehmen. Und er wurde dafür ganz speziell entlohnt: Endlich wur de er bei der sogenannten Montags-Lotterie gezogen und spielte am Montag nach dem Masters den Augusta National – mit den gleichen Pin-Positions wie am Final tag. Ein ganz besonderes Glück – 50 Auserwählte (Spon soren, Vip’s, Journalisten) dürfen auf dem Platz spielen, allerdings von Gelb. Ich hatte ebenfalls bereits das Glück, genau vor 20 Jahren Augusta zu spielen zu dürfen. Zum ersten Mal saß ich also zu Hause und verfolg te das Masters vor dem Fernseher. Und ich muss sagen:
Prima. Soviel habe ich selbst vor Ort nie von dem Turnier mitbekommen. Herrliche Bilder, alle wichtigen Spielsi tuationen gesehen. Auch wenn wir im Pressezentrum natürlich unschlagbar versorgt werden, was Live-Bilder, Daten und Statistiken in Echtzeit angeht. Was ich sagen möchte: Als Golf-Enthusiast kann ich Ihnen versichern, zu Hause vor dem Fernseher eigentlich nur wenig zu versäumen. Zugegeben – die Stimmung vor Ort kann ein Bildschirm nicht rüberbringen: Wenn an der 16 ein Hole in One gespielt wird und ein Roar über den Platz hallt, der mit dem eines voll besetzten Fußball stadions zu vergleichen ist – das ist schon gewaltig. Wenn Sie also „nur“ daheim das Masters verfolgen konnten – Sie haben nur wenig versäumt. Außer der Tatsache natürlich, dass Sie, wenn Sie es tatsächlich ein mal geschafft haben sollten, in Augusta gewesen zu sein, sagen können, Sie „waren beim Masters“. GT
OSKAR BRUNNTHALER ob@golftime.de
Die „Auserwählten“: Patrons im Augusta National Golf Club
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