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Gesundheit
Gicht vorbeugen und behandeln | Moderne Ansätze in der Therapie
Plötzlich auftretende höllische Schmerzen – so macht sich ein Gichtanfall bemerkbar. Unbehandelt drohen durch die chronische Stoffwechselerkrankung schwere Gelenk schäden. Davor soll nun eine neue Leitlinie schützen.
Entstehung von Gicht Gicht ist eine Stoffwechselstörung, bei der sich zu viel Harnsäure im Körper ansammelt. Dadurch bilden sich Harn säurekristalle, die sich vor allem in den Gelenken ablagern. Es kommt zu plötz lichen und sehr schmerzhaften Entzün dungen. Der erste Gichtanfall findet in der Regel in den großen Zehen statt.
„Trotz ihrer Häufigkeit wird die Gicht oft nicht angemessen diagnostiziert und behandelt“, sagt Privatdozentin Dr. med. Uta Kiltz, Oberärztin am Rheuma zentrum Ruhrgebiet in Herne. Das soll sich nun durch eine neue Leitlinie än dern, an der sieben wissenschaftliche Fachgesellschaften beteiligt waren. Die Empfehlungen setzen neue Standards, um Gichtanfälle und Gelenkschäden zu vermeiden.
Änderung des Lebensstils – das kann jeder selbst tun Das Risiko, eine Gicht zu ent wickeln, steigt mit dem Alter an und ist bei Männern dreimal höher als bei Frauen. Auch der Lebensstil spielt eine große Rol le. Das können Sie tun, um die Wahrscheinlichkeit zu reduzie ren, an Gicht zu erkranken: • Bauen Sie Übergewicht kontinuierlich ab. • Reduzieren Sie Ihren Alkohol konsum (vor allem Bier und Hochprozentiges). • Vermindern Sie den Verzehr von rotem Fleisch, Wurst, Innereien und auch Hülsen früchten (z. B. Linsen). Diese sind reich an Purinen, bei deren Abbau die Gicht auslö sende Harnsäure entsteht. • Klären Sie mit Ihrem Arzt die Einnahme von Medikamen ten, die als Nebenwirkung den Harnsäurespiegel erhö hen (z. B. Mittel zur Entwäs serung).
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