Blickpunkt Schule 2 2026
Rechtsberatung und Rechtsschutz Als Mitglied erhalten Sie … Rechtsberatung Mitglieder haben ab dem ersten Tag der Mitgliedschaft Anspruch auf Rechtsberatung in dienst- und schul rechtlichen Angelegenheiten. Rechtsschutz in allen dienstrecht lichen Fragen und Belangen. Umfasst werden insbesondere Fragen ✅ des Beamtenrechts, ✅ des Arbeitsrechts, ✅ der Lehrerdienstordnung ✅ des Schul- und Prüfungsrechts, ✅ des Vorbereitungsdienstes ✅ des Personalvertretungsrechts. Ablauf Kontaktaufnahme mit unserer Justiziarin Sara Hintze, schriftlich, telefonisch 0611 300865 oder per Mail hintze@hphv.de. Erstberatung schriftlich, telefonisch oder bei einem persönlichen Termin. Sprechstunde ist Dienstag und Donnerstag von 12:00 bis 16:00 Uhr. Einreichen der erforderlichen Unter lagen durch das Mitglied und Prüfung der Rechtslage durch den Justiziar. Beratung und Unterstützung bei wei teren Schritten. Sollte festgestellt werden, dass weitere Erfolg versprechende Unterstützung in berufsspezifischen Angelegenheiten nötig ist, etwa ein Prozess, eine Vertre tung in einer Straf- oder Disziplinar sache, eine sozialrechtliche Streitigkeit (Feststellung des GdB), ein Konkurren tenstreitverfahren oder sonstige ge richtliche oder behördliche Verfahren, dann erfolgt die Vertretung durch un sere kompetenten und erfahrenen An wältinnen und Anwälte im dbb Dienst leistungszentrum. Diese sind mit den Besonderheiten des öffentlichen Dienstes bestens vertraut, denn sie arbeiten fast ausschließlich für Beamtinnen und Beamte und sons tige Beschäftigte im öffentlichen Dienst, nicht nur an öffentlichen Schu len sondern auch an Schulen in pri vater/kirchlicher Trägerschaft. Die Rechtsschutzgewährung ist für unsere Mitglieder absolut kostenfrei.
befassen und nicht nur um argumen tative Wahrheit, ist es essenziell, einen eigenen, wertebasierten Standpunkt zu haben. Deutschlehrkräfte müssen dann aber auch deutlich sagen, dass die Erarbeitung einer Haltung ein lang fristiger Prozess ist. Somit sind immer wieder in Diskussionen um Sachtexte und Literatur die Haltungsfragen der Lernenden und der Texte unterrichts relevant, was auch ausreichend Unter richtszeit erfordert. Eine Unterrichtsreihe (vgl. Dax 2023) zu einer werteorientierten Argumentation verlangt eine Beschäf tigung mit eigenen Interessen und Überzeugungen. Die Lernenden müs sen sich bewusst werden, was ihnen wichtig ist, warum es wichtig ist, warum etwas wichtiger als anderes ist und worauf sie verzichten könnten. Diese gefundenen Überzeugungen müssen anschließend im Spannungs feld von Individuum und Gesellschaft gesehen werden: Glaubwürdigkeit können Überzeugungen nur gewin nen, wenn sie auch anderen zuge sprochen werden. Schlussendlich müssen sämtliche Haltungen mit un verhandelbaren Positionen (zum Bei spiel Menschenrechten) in Einklang stehen. Bei Betrachtung und Durch führung dieses Unterrichtsmodells wird deutlich, dass die klassische Ge wichtung nach ‘dafür’ und ‘dagegen’ der Komplexität der Entwicklung einer persönlichen Haltung zum Thema nicht im Ansatz gerecht wird. Wenn Lehrkräfte nun einen Schritt weitergehen und mit Lernenden Argu mente zu ihren Haltungen bzw. Posi tionen entwickeln, dann verhilft die Betrachtung des Spannungsfeldes von Ich, andere und unverhandel baren Positionen dazu, aspektgelei tete Argumente zu finden. Das Span nungsfeld fragt nach Auswirkungen meiner Haltung auf andere gesell schaftliche Gruppen, auf die Um- und Mitwelt. Die Aspektorientierung er möglicht es, hypothetische Argumen te abzuschwächen und praxisrelevan te Argumente zu stärken. Es entsteht ein Argumentationsgeflecht, das als Ganzes im Blick auf den Austausch mit anderen überzeugt.
Das Modell lohnt die Beschäftigung und die Adaption an den eigenen Unterricht. Der Bezug zur eigenen Haltung nimmt dem schulischen Argumentieren die Abstraktion. Der so gestaltete Unterricht fördert die Selbstwirksamkeit der Lernenden und ermöglicht eine grundsätzliche Offenheit und Argumentationsbereit schaft. Weitergedacht gilt dies auch im Umgang mit Literatur – gerade aus dem Bereich der Holocaust- und Lagerliteratur.
Titelthema
LITERATURHINWEISE
Simon Dax (2023): Werte- orientiertes Argumentieren im Deutschunterricht, in: Mitteilungen des Deutschen Germanistenverbandes 70, Heft 3, Seite 254 bis 269.
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Sabine Zelger (2015): Didaktick: Zu bedeutsamen Interferenzen von Politik- und Literaturver mittlung, in: Sabine Zelger/ Stefan Krammer (Hrsg.): Litera tur und Politik im Unterricht. Schwalbach, Seite 21 bis 41.
SCHULE 2|2026
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