Vitamin K 2-2020

Das Gesundheitsmagazin für Köln und Umgebung

Ausgabe 02.2020

Künstliche Intelligenz Neues System bei der Darmspiegelung 14 Shockwaves Stoßwellentherapie für Herzkranzgefäße 16 Erholen und auftanken Kurbäder in der Bayerischen Rhön 24

Immunsystem richtig stärken

Vitamin K online! www.vitamin-koeln.de

MEHR HÖR-WOCHEN

Editorial

In dieser Ausgabe

Liebe Leserinnen und Leser,

Titelthema 4 Abwehrzellen brauchen Nachschub 7 Wissenschaft setzt auf sekundäre Pflanzenstoffe Neues aus der Medizin 8 Krebstherapie in Zeiten der Pandemie 10 Entspannt durch die Narkose 12 Digitalisierung in der Orthopädie 14 Künstliche Intelligenz und Darmkrebsvorsorge 16 Neues Verfahren bei Gefäßverkalkungen Treffpunkt Gesundheit 18 Die Lunge – Fakten, Infos, Wissenswertes 20 Vorsorge schützt vor Lungenerkrankungen 22 Mehr Lebensqualität dank Antirefluxchirurgie 24 Erholen und Auftanken im Naturpark Bayerische Rhön Service 26 Schminktipps für frischeres Aussehen 28 Linsen sind echtes Powerfood 29 Rezepte mit den vielseitigen Hülsenfrüchten 30 Was Wildfrüchte uns schenken 31 Gewinnspiel

nach wie vor bestimmt die Corona-Pandemie unseren Alltag. Auch in unseren Krankenhäusern hat sich einiges geändert, um die Sicherheit aller zu gewährleisten: Be­ suche sind nur eingeschränkt möglich, die Arbeitsabläufe unterliegen noch strengeren, zusätzlichen Hygieneregeln und alle, die in unsere Einrichtungen kommen, werden auf Symptome untersucht bzw. auf den Erreger getestet. Das alles geschieht, damit ein Aufenthalt bei uns sicher ist, auch in Zeiten der Pandemie. Es gibt daher keinen Grund, aus Sorge vor einer Ansteckung eine Operation zu verschieben oder ernste Symptome eines Notfalls zu ignorieren. Auch Sie selbst können eine Menge tun, um gesund durch den anstehenden Herbst und Winter zu kommen. Die „AHA-Regel“ - Abstand halten, Hände waschen und Alltagsmaske tragen - schützt auch vor Erkältungs- und Grippeviren. Ihr Immunsystem freut sich über gesunde Ernährung und Bewegung, gehen Sie auch bei Schmuddel- wetter vor die Tür. Und Ihre Lunge können Sie mit wenig Aufwand stärken und bei ihrer Arbeit unterstützen. Wie, das erklären Ihnen unsere Experten.

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Kommen Sie gesund durch Herbst und Winter!

Ihr

Zum Zwecke der besseren Lesbarkeit verwenden wir bei vielen Personenangaben allgemein die männliche Form.

Impressum

Die Hörakustiker Dormagen GmbH Köln

Herausgeber und verantwortlich für den Inhalt: Hospitalvereinigung St. Marien GmbH Graseggerstraße 105 50737 Köln Tel 0221 974514-8661 E-Mail info@cellitinnen.de Redaktion: Susanne Bieber, Iris Gehrke, Nicole Hundt, Katrin Meyer, Johanna Protschka, Hospitalvereinigung St. Marien GmbH; Claudia Dechamps, Text&PR, www.claudia-dechamps.de

Severinstr. 42 | 50678 Köln Telefon: 0221 - 932 895 89

Stefan Dombert Geschäftsführer der Hospital­ vereinigung St. Marien GmbH*

Dormagen Kölner Strasse 57 | 41539 Dormagen Telefon: 02133 - 276 29 00

* Die Krankenhäuser der Stiftung der Cellitinnen sind zu- sammengeschlossen in der Hospitalvereinigung St. Marien GmbH. Dazu gehören in Köln das Heilig Geist-Kranken- haus, das St. Franziskus-Hospital, das St. Marien-Hospital und das St. Vinzenz-Hospital mit den dazu gehörigen Einrichtungen.

OTON Die Hörakustiker Neuss GmbH Neuss

Konzept, Gestaltung und Anzeigenvertrieb: Drei K Kommunikation, www.drei-k.de

Oberstraße 128 | 41460 Neuss Telefon: 02131 - 539 83 00

Titelbild: © 2018 Shutterstock, Ärzte- und Krankenhausfotos: © Tim Friesenhagen

Titelthema

Titelthema

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Abwehrzellen brauchen Nachschub

Ernährung ist der beste Hebel zur Stärkung des Immunsystems

Jeden Tag ist in unserem Körper rund um die Uhr ein Heer von Abwehrzellen im Einsatz, um krankmachende Stoffe zu bekämpfen. Diese Zellen nähren sich aus dem, was wir essen. „Über die Ernährung haben wir den stärksten Ansatzpunkt, um gut durch den Winter zu kommen und bis ins hohe Alter gesund und fit zu bleiben“, sagt Prof. Dr. Ralf-Joachim Schulz, Chefarzt der Klinik für Geriatrie am St. Marien-Hospital Köln.

Millimeter dicken Darmwand muss permanent zwischen Freund und Feind unterschieden werden, damit keine schädlichen Viren oder Bak- terien, die wir herunterschlucken, in das Körpersystem gelangen können. Diese Barriere im Darm erhält ihre Nährstoffe zum Teil aus dem Blut und zum anderen Teil buchstäblich über unsere Nahrung, in der idealerweise ausreichend Ballaststoffe, Eiweißkör- per (Proteine), Kohlenhydrate und Vitamine enthalten sind. Ein Apfel am Tag … Wie das Zusammenspiel funktioniert, zeigt sich besonders anschaulich am Beispiel des vielzitierten täglichen Apfels: Er enthält Ballaststoffe wie das Pektin (Apfelstärke). Gemeinsam mit den guten Darmbakterien ernährt

Unser Immunsystem wird von zwei wichtigen „Spielern“ bestimmt: Da sind zum einen die Antikörper im Blut, die bei Bedarf zu einem Entzün- dungsort wandern, und zum anderen gibt es die Abwehrzellen, die im Gewebe der verschiedenen Körper­ organe „Wachposten“ beziehen. Diese Abwehrzellen scheinen – so viel man bisher weiß – auch im Zusammen- hang mit Covid-19-Infektionen eine entscheidende Rolle zu spielen. Das Abwehrsystem des Darms Eine besondere Aufgabe übernimmt das Abwehrsys- tem des Magen-Darm-Traktes. Die Oberfläche der Darm- schleimhaut erreicht die Größe eines Fußballfeldes. Auf der wenige

Fotos: © Artem Beliaikin/pexels.com (Frau), mali maeder/pexels.com (Apfel)

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Titelthema

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Hilfreiche Tools, um das eigene Essverhalten zu kontrollieren

„Wichtig ist, sich zunächst einmal ganz bewusst zu machen, was man täglich zu sich nimmt. Dabei helfen heute zum Beispiel Apps auf dem Smartphone.“

Was ich esse Ernährungspyramide als App

www.bzfe.de > Mediathek > Apps

Immunbooster Das Immunsystem gezielt stärken, ist wich- tiger denn je. Am besten fängt man jetzt im Herbst damit an. In den letzten Jahren waren Wissenschaftler der Meinung, dass antioxidative Vitamine und Mineralien freie Radikale bändigen und uns gesund halten. Heute setzen die Fachleute vermehrt auf den Einsatz von Phytochemikalien, also auf sekundäre Pflanzenstoffe. Diese sind in vielen Lebensmitteln, und ganz besonders in frischem Obst und Gemüse enthalten. Wissenschaft setzt jetzt auf sekundäre Pflanzenwirkstoffe

Wer lieber ein Buch in der Hand hat, kann beim Medienservice der Bundesanstalt für Landwirt- schaft und Ernährung ein Ernäh- rungstagebuch bestellen.

Einfach besser essen Mein Ernährungstagebuch

Paranussbäume lassen sich nicht in Plantagen züchten. Um die Wildsammler in ihren Lebensbedingungen zu unter­ stützen, sollte man die Nüsse im Fairen Handel kaufen (oder hier beziehen https://shop.el-puente.de). Sehr gut fürs Immunsystem sind Tomaten. Sie enthalten viel Lycopin, das auch beim Kochen nicht verloren geht. Lycopin vermindert die Wirkung schädlicher freier Radikale, wirkt vorbeugend gegen Herz- und Gefäßerkrankungen und kann Vorgänge bremsen, die zu Schäden an der Erbsubstanz führen und Krebs verursachen.

www.ble-medienservice.de

Foto: © Daria Obymaha/pexels.com

der Körper nicht ausreichend versorgt ist, holen sich die Abwehrzellen ihre Nährstoffe nicht etwa aus den Fettre­ serven, sondern aus der Muskulatur. Das Wichtigste sei, so Prof. Schulz, zunächst einmal bewusst zu schauen, was man an Nahrungsmitteln zu sich nimmt. Wer nicht ständig Buch führen und in Tabellen herumsuchen möchte, kann auch auf Online-Angebote oder mobile Apps zurückgreifen, die diese Aufgabe übernehmen. Wer sich dann noch regelmäßig an der frischen Luft bewegt, hat gute Aussichten, gesund durch den Winter zu kommen.

es die Gewebeschicht, so dass sie eine effektive Barriere für Schadstoffe bilden kann. Auch die im Apfel enthaltenen Vitamine C, aber auch A, B1, B2, B6 und E spielen bei Ent- zündungsreaktionen eine wichtige Rolle und unterstützen das Immunsystem. Sie sitzen direkt unter der Apfelschale. Um gesund durch den Winter zu kommen, ist eine ausge- wogene Ernährung mit frischem Obst also sehr wichtig. Vitamine, Proteine und Bewegung im Freien Ebenso wichtig wie das Obst ist die tägliche Aufnahme von durchschnittlich 1,2 Gramm Eiweiß (Proteine) pro Kilo Körpergewicht. Ein etwa 70 Kilo schwerer Mensch sollte also im Durchschnitt 84 Gramm Eiweiß pro Tag zu sich nehmen, was nicht immer ganz einfach ist. Proteine sind vornehmlich in Fleisch enthalten. Wer sich für eine fleisch- lose Ernährung entscheidet, muss die benötigte Menge mit pflanzlichen Nahrungsmitteln ausgleichen. Auf jeden Fall ist es wichtig, einen Mangelzustand zu vermeiden. Wenn

Interessant für Veganer und Vegetarier sind Linsen mit ihrem erstaunlich hohen Eisengehalt (8 mg pro 100 g). Eisen braucht der Körper für die Blutbildung. Um das pflanzliche Eisen op- timal verwerten zu können, empfiehlt es sich, gleichzeitig Vitamin C zu sich zu nehmen. Mehr zu Linsen finden Sie auf der Seite 28.

Von synthetischen Nahrungsergänzungsmitteln raten Mediziner eher ab. Sie dienen der Gewissensberuhigung, Ernährungsfehler lassen sich nur in ganz besonderen Situ- ationen sinnvoll durch Tabletten ausgleichen. Eine ausge­ wogene Ernährung liefert dem gesunden Erwachsenen in der Regel ausreichend Vitamine (Ausnahme Vitamin D) und andere essenzielle Nährstoffe.* Es gibt tolle Lebensmit- tel mit bemerkenswerten Inhaltsstoffen zur Immunstärkung, die Ihnen vielleicht bisher unbekannt waren. Wussten Sie, dass Sanddornbeerensaft sehr viel Vitamin C enthält? Flavonoide, die beispielweise in Äpfeln, Trauben, Pflaumen oder Auberginen enthalten sind, wirken immun- modellierend und entzündungshemmend. Sehr gesund sind auch Brombeeren. Sie besitzen sehr viele Anthocyane – das sind Stoffe, die die Pflanze vor Sonne schützen. Beim Men- schen haben sie eine zellschützende Wirkung.

Apfel- Wacholder-Boost

* Wohl aber gibt es für einzelne Risiko­ gruppen kritische Nährstoffe. So gehören Schwangere und Stillende beispielsweise zu den Personengruppen mit erhöhtem Nährstoffbedarf, die gegebenenfalls Eisen und Jod zusätz­ lich einnehmen sollten und Frauen, die schwanger werden wollen oder könnten, sollten täglich 400 µg Fol­ säure ergänzen. (Quelle: DGE)

Zutaten für 2 Personen • 2 Äpfel • 6 getrocknete Wacholderbeeeren • 3 cm frischer Ingwer • 200 ml natürliches Mineralwasser mit Kohlensäure

Chefarzt Prof. Dr. Ralf-Joachim Schulz Klinik für Geriatrie

Den Ingwer schälen, mit allen Zutaten (außer Mineralwas- ser) im Standmixer glatt pürieren. Smoothie in Gläser ge- ben, mit Mineralwasser auffüllen, kurz umrühren. (Dieses Rezept eignet sich nicht für Schwangere und Menschen mit Nierenerkrankungen !)

Tel 0221 1629-2303

geriatrie.kh-marien@cellitinnen.de www.st-marien-hospital.de

Ähnliche Rezepte gibt es auf der Seite Informationszentrale Deutsches Mineralwasser, www.mineralwasser.com

Paranüsse punkten mit einer hohen Selenbilanz. Das Spurenelement hilft dem Körper bei der Immunabwehr. Fotos: © Alisha Mishra/pexels.com (Smoothie), Polina Tankilevitch/pexels.com (Brokkoli)

St. Marien-Hospital | Köln-Innenstadt

Foto: © IDM

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Neues aus der Medizin

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zu jeder Zeit. Und hier noch ein Mutmacher: Nach aktueller Datenlage erkrankt nicht jeder, der zur Risikogruppe gehört, auch zwangsläufig schwer bei einer Infektion mit SARS- CoV-2. Dennoch gilt für alle in Zeiten der Pandemie: Rück- sichtsvolles Verhalten und die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln sind in jedem Fall der beste Schutz, um eine Infektion von vornherein zu verhüten. Mehr Infos beim Krebsinformationsdienst Einen guten Überblick rund um das richtige Verhalten und neueste Erkenntnisse zum Thema Krebserkrankungen und

isoliert und die Hygienevorschriften streng kontrolliert. Besuche von außen sind reglementiert und alle Besucher werden registriert. Gerade Krebspatienten sind natürlich per se schon eine sensible Patientengruppe. Oftmals wird neben einem operativen Eingriff zur Behandlung des Tumors eine ambulante Chemotherapie durchgeführt. Dadurch sind die Patienten „immunsupprimiert“, das heißt, das Immunsystem wird als Nebenwirkung einer Chemotherapie geschwächt, und der Körper kann in bestimmten Phasen der Therapie grundsätzlich Infektionen mit Viren oder Bakterien nicht so gut abwehren. „Wir haben am Heilig Geist-Krankenhaus durch das Brustzentrum, das gynäkologische Krebszentrum, das Prostatakrebszentrum und das Darmkrebszentrum na- türlich auch viele Krebspatientinnen und -patienten bei uns. Sie fragen uns immer wieder, wie sie sich in Coronazeiten grundsätzlich verhalten sollen“, sagt Priv.-Doz. Dr. Verena Kirn, Senologin und Leiterin des Brustzentrums an der Frauenklinik in Longerich. Dr. Kirn empfiehlt in jedem Fall: • Soziale Kontakte und Besuche reduzieren; • Hände gründlich und regelmäßig waschen; • auch mit Atemschutzmaske einen Abstand von mindestens 1,5 Metern einhalten. Auch das private Umfeld sensibilisieren Grundsätzlich, so Dr. Kirn, seien das Empfehlungen, die über die Pandemie hinaus für immunsupprimierte Krebs­ patienten gelten. Auch Grippeviren könnten diesen Patien- ten zu schaffen machen. Mit Covid-19 sei letztlich einfach noch ein Risikofaktor hinzugekommen. „Dieses Thema bewegt die Patienten“, bestätigt auch Dina Sahi, Oberärztin und Koordinatorin des zertifizierten Prostatakrebszentrums. Nicht jeder Krebspatient sei aber zu jeder Zeit auch gleich gefährdet, erklärt die Urologin. Es sei wichtig, immer wieder gemeinsam mit den behan- delnden Ärzten den Gesamtzustand einzuschätzen. „In jedem Fall ermutigen wir die Patienten oder Angehörigen, das soziale Umfeld noch einmal besonders dafür zu sensibi- lisieren, dass es während der Therapie Phasen gibt, in denen dringend Rücksicht genommen und auf Besuche vielleicht lieber ganz verzichtet werden sollte“ ergänzt Dina Sahi. Und schließlich: „So seltsam es sich anhören mag, aber es beginnt schon vor der Diagnose mit einem umsichti- gen Verhalten. Vorsorgetermine wahrzunehmen oder eine Abklärung, wenn man sich gesundheitlich nicht gut fühlt, sind auf jeden Fall angezeigt“, sagt Titus Bach, Oberarzt in der Klinik für Chirurgie, Allgemein-, Viszeral- und Unfall­ chirurgie und dem zertifizierten Darmkrebszentrum am Heilig Geist-Krankenhaus. Je eher eine Krebserkrankung er- kannt wird, desto besser sind die Therapiechancen – das gilt

Nur Mut! Krebstherapie auch in Zeiten der Pandemie angehen

Corona gibt es auch auf der Internetseite des Krebsinformationsdienstes: www.krebsinfor- mationsdienst.de/leben/alltag/coronavirus- krebs-haeufige-fragen.php

Leiterin Brustzentrum Priv.-Doz. Dr. med. Verena Kirn Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

Tel 0221 7491-8289

Foto: © eakgrungenerd/Adobe Stock Foto: © Milan/Adobe Stcock

Eine Krebserkrankung ist schon unter „normalen“ Umständen eine große persönliche Heraus­ forderung. In Zeiten der Corona-Pandemie kann die Aussicht auf einen operativen Eingriff und eine lang andauernde Therapie aber noch beängstigender wirken. Deswegen eine wichtige Behandlung aufzuschieben, ist nicht sinnvoll.

senologie.kh-heiliggeist@cellitinnen.de www.die-frauenklinik.koeln

Heilig Geist-Krankenhaus | Köln-Longerich

angepasst und setzen dies in der Regel so um: Das Tragen eines Mundschutzes ist für alle verpflichtend und Patienten, die nicht als Notfall ins Krankenhaus kommen, werden zwei Tage vor ihrem Termin auf Corona-Viren getestet. Patienten mit Verdacht auf eine Covid-19-Infektion werden sofort

So schwer es ist, eine Krebsdiagnose zu verarbeiten, so wichtig ist es aber auch zu reagieren. Denn die Behandlung einer bösartigen Erkrankung lässt sich nicht aufschieben. Deutschlandweit haben Arztpraxen und Krankenhäuser ihre Prozesse an die Herausforderungen der Coronapandemie

Leitende Oberärztin Prostatakrebszentrum Dina Sahi Klinik für Urologie

Tel 0221 7491-8264

urologie.kh-heiliggeist@cellitinnen.de www.hgk-koeln.de

Richtiger Umgang mit Mund-Nasen-Schutz

Heilig Geist-Krankenhaus | Köln-Longerich

• Mund-Nasen-Bedeckung durchgehend eng anliegend über Mund und Nase tragen • Masken regelmäßig wechseln z. B. wenn sie durchfeuchtet sind • Vor dem Anziehen der Maske gründlich die Hände waschen • Beim Anziehen Innenseite der Maske nicht anfassen, beim Abziehen Außenseite nicht berühren • Nach dem Abziehen Hände waschen • Selbstgemachte Alltagsmasken nach jedem Benutzen idealerweise bei 95 Grad, mindestens aber bei 60 Grad waschen und anschließend vollständig trocknen

Oberarzt Darmkrebszentrum Titus Andreas Bach Klinik für Chirurgie - Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie Tel 0221 7491-8258

chirurgie.kh-heiliggeist@cellitinnen.de www.hgk-koeln.de

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Neues aus der Medizin

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weinerlich. Oder ein sehr geduldiger Mensch wird plötzlich ungehalten, laut oder gar aggressiv“, nennt Martin Rößler Beispiele. „Zutiefst verstörend wirkt es, wenn beispielsweise ein Mann seine Ehefrau oder die eigenen Kinder verwech- selt. Oder wenn der Patient fantasiert und wirre Geschich- ten erzählt.“ Den Angehörigen macht das Angst und sie haben dann das Gefühl: Das ist nicht mehr der Mensch, den ich kenne. Geborgenheit und Orientierung geben Tritt ein postoperatives Delir auf, ist es ganz wichtig, die Angehörigen einzubeziehen. Je besser diese Bescheid wissen, desto eher können sie ihre Liebsten unterstützen. „Druck rausnehmen, Geborgenheit und Vertrautheit vermitteln und mit klarer Ansprache für Orientierung sorgen“ – nach diesen Leitlinien handelt auch das Pflegepersonal, das sich auf Pati- enten mit besonderem Zuwendungsbedarf eingestellt hat. „Es sind Kleinigkeiten, die helfen“, so der Experte Rößler. Dazu gehören die korrekte Funktion von Brille, Gebiss oder Hörgerät sowie die richtige Beleuchtung. Am Tag solle das Licht nicht zu grell sein, nachts dunkel bzw. so, wie es der Patient gewohnt ist. Bei einem Besuch seien ruhige Musik oder ein Spaziergang erlaubt. Rößler: „Wichtig ist, die individuellen Bedürfnisse zu respektieren und auch ernst zu nehmen. Gerade in Köln wissen wir: Jeder Jeck ist anders.“ Aufklärung und Prävention Prävention beginnt am besten schon zuhause. Die Patienten und ihre Angehörigen erhalten Informationen und Check- listen und können sich im Idealfall auf den stationären Aufenthalt vorbereiten. „Für das Arzt-Patientengespräch nehmen wir uns viel Zeit und erklären, was auf den Pati- enten zukommt“, beschreibt Rößler die Abläufe. Abgeklärt werden auch Risikofaktoren wie eingenommene Medika- mente, Alkohol- und Tabakkonsum und mögliche trauma­ tische Erfahrungen bei früheren Operationen. „Wir ver­ suchen, im Gespräch Vertrauen auf- und Angst abzubauen“, fasst Rößler zusammen. Wenn der Patient angstfrei in die Narkose gehe, sei auch das Aufwachen viel entspannter.

ganz wichtige Rolle spielen: Gerade die menschliche Be- treuung sei ein wichtiger Pfeiler im Delirmanagement, sagt er. Je ruhiger und zuversichtlicher der Patient in die Narkose gehe, desto besser ist das für seine psychische Verfassung. „Vor der Narkose muss man heute keine Angst haben“, beruhigt der Anästhesist deshalb gerade die älteren Patien- ten. Dank moderner Narkosemittel und apparativer Über- wachung sei beispielsweise die Sorge unbegründet, während der Operation aufzuwachen. „Die Narkosen sind heutzutage schmerzfrei, sicher und werden von den Patienten gut ver- tragen“, erklärt Rößler. Delir mit Wahnvorstellungen Dennoch bestehe für Patienten ab 65 Jahren ein erhöhtes Risiko, nach einer Narkose ein Delir zu erleiden. Darunter versteht man einen Zustand geistiger Verwirrung mit Desorientierung und teilweise auch Halluzinationen. Ein Delirium kann innerhalb weniger Stunden nach dem Erwa- chen, mitunter auch erst am zweiten oder dritten Tag nach der Operation auftreten und mehrere Tage anhalten. Die Symptome sind sehr unterschiedlich und können in ihrer Intensität und den Erscheinungsformen im Tages­ verlauf wechseln. Neben Wahnvorstellungen (etwa Dinge wahrnehmen, die nicht der Realität entsprechen) können bei einem Delir Wesensveränderungen auftreten. „Da zieht sich eine sonst lebhafte Person zurück, reagiert ängstlich und Die Narkose Was gibt es vorher zu beachten? • Am Morgen nicht schminken oder eincremen. Nagellack oder künstliche Fingernägel, Schmuck, (Ohr)Ringe, Piercings entfernen. • Keine Kontaktlinsen anziehen, Zahnprothesen heraus- nehmen, Brille im Zimmer lassen. • Tun Sie sich den Gefallen und hören Sie einige Tage vorher mit dem Rauchen auf, besser sogar vier bis acht Wochen vorher. Nikotingenuss kann zu Komplikationen nach der OP führen, die Wundheilung ist dadurch schlechter. Laut Studien haben etwa 28 von 100 ope- rierten Rauchern nach dem Eingriff Probleme. • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen – auch rein pflanzliche Präparate! • Eine ausgewogene, gesunde Ernährung hilft dem Körper beim Heilungsprozess und verringert das Risiko von Komplikationen. Eiweiß unterstützt das Immun- system, Gemüse liefert Vitamine und Nährstoffe. Auf Fleisch und Hülsenfrüchte sollten Sie zwei Tage vorher verzichten, auch Alkohol ist tabu.

Foto: © WavebreakMediaMicro/Adobe Stcock

Entspannt durch die Narkose Nach einer Operation können gerade ältere Patienten als Folge der Narkose in einen Zustand geistiger Verwirrtheit geraten. Diesem postoperativen Delir, so der medizinische Fachbegriff, widmet man heute sehr viel Aufmerksamkeit und versucht, das Delir nach Möglichkeit zu verhindern. Im St. Franziskus-Hospital ist Martin Rößler, Ärztlicher Projektleiter für Delir- und Demenzmanagement, Spezialist für dieses Thema.

Ärztlicher Projektleiter Martin Rößler Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie Tel 0221 5591-1762

lisiert. Er kümmert sich speziell um die Bedürfnisse von älteren Patienten vor, während und nach einer Operation. Daneben bietet er Beratungsgespräche für Angehörige und Fortbildungen für Ärzte und Pflegepersonal an. Martin Rößler weiß, dass bereits vor der Narkose vertrauensvolle Gespräche, das Beruhigen und Eingehen auf Ängste und Befürchtungen der Patienten und auch Angehörigen eine

Früher hat man die Verwirrtheitszustände nach einer Opera­ tion als Durchgangssyndrom bezeichnet und nicht weiter beachtet. Heute widmet man dem postoperativen Delir viel Aufmerksamkeit, um solche Zustände klar zu diagnostizie- ren, zu mildern und möglichst zu verhindern. Martin Rößler ist Facharzt für Anästhesie am St. Franziskus-Hospital und hat sich auf das Delir- und Demenzmanagement spezia-

anaesthesie.kh-franziskus@cellitinnen.de www.stfranziskus.de

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Nebeneffekt ist, dass unsere jungen Ärzte an den original- getreuen 3D-Gelenken den Eingriff sehr realitätsnah üben können: Das Absägen des Gelenkkopfes, das Bohren des Stiftes, auf dem die Prothese dann sitzt, und schließlich das Aufsetzen des künstlichen Gelenkersatzes. Als Implantate verwenden wir ausschließlich langjährig bewährte Medi- zinprodukte, die alle in ein Register eingetragen werden. So haben wir immer die Kontrolle über den Erfolg und die Lebensdauer. Eine andere digitale Technik, die Sie einsetzen, ist die Microsoft Hololens-Brille. Wie nutzen Sie diese? Dr. Schlüter-Brust: Die Hololens, die wir seit 2019 einsetzen, ist eine so genannte AR-Brille. „AR“ steht für Augmented Reality (augmented - engl. erweitert /man versteht darunter das Zusammenspiel von digitalem und analogem Leben, eine computergestützte Erweiterung der Realität). Ein Hologramm der individuellen Anatomie des Patienten wird simuliert und ins Gesichtsfeld der Brille projiziert. Der Operateur hat also das zu operierende Gelenk originalgetreu vor Augen? Dr. Schlüter-Brust: Genau, der Operateur sieht die Anatomie 1:1 vor sich, noch bevor ein Schnitt getan ist. Dies ermög- licht absolute Präzision, insbesondere bei komplizierten und aufwändigen Eingriffen. Gerade weil wir viele ältere

Menschen operieren, ist das wichtig. Die Patienten sollen möglichst schnell mobil werden und wieder gut im All- tag zurechtkommen. Sehr stolz sind wir auf unsere sehr geringen Revisions- und Komplikationsraten. Übernimmt künftig der Computer die Behandlung der Patienten? Dr. Schlüter-Brust: Ganz sicher nicht. Das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Arzt und Patient ist immer noch der entscheidende Faktor. Digitale Planung hilft, aber bei aller Technik: Es zählt immer noch der Mensch.

Dr. Schlüter-Brust plant anhand der Daten der Computertomografie den individuellen Gelenkersatz, der exakt auf die Anatomie des Patienten passt .

Chefarzt Dr. Klaus Schlüter-Brust Klinik für Allgemeine Orthopädie und spezielle orthopädische Chirurgie Tel 0221 5591-1131

Foto: © Fünf6 GmbH

orthopaedie.kh-franziskus@cellitinnen.de www.stfranziskus.de

Digitalisierung bietet heute ungeahnte Möglichkeiten in der Orthopädie Bei künstlichen Gelenken für Hüfte, Schulter oder Knie setzt das St. Franziskus-Hospital auf digital geplanten Gelenkersatz. Der große Vorteil: Die neue Schulter oder das neue Knie wird vor der Operation individuell auf den Patienten abgestimmt. Das Implantat passt perfekt, der Eingriff verläuft so minimalinvasiv wie möglich. Zum Einsatz kommen 3D-Druck und die Holo- lens-Brille. Über die neuen digitalen Verfahren beim Gelenkersatz spricht Vitamin mit Dr. Klaus Schlüter-Brust, Leiter des Endoprothetik-Zentrums am St. Franziskus-Hospital. Hightech für Hüfte, Schulter oder Knie

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und der digitalen Volumentomografie (DVT) bereiten wir zunächst ein digitales Modell des individuellen Gelenks vor. Das geschädigte Gelenk können wir dann im 3D-Printer ausdrucken, so dass der Patient es sogar selbst in die Hand nehmen kann. Schließlich passen wir anhand des original- getreuen Abbilds die Prothese exakt an. Die eigentliche OP verläuft dann optimal vorbereitet, präzise und schonend. Aus dem 3D-Drucker kommt die neue Hüfte also nicht? Dr. Schlüter-Brust: Nein, wir erstellen eine 3D-Kopie des geschädigten Gelenks. Die Kopie dient, wie beschrieben, der verbesserten Diagnostik und Anpassung der Prothese. Ein

Warum setzen Sie auf digitale Planung? Dr. Schlüter-Brust: Die digitale Planung ermöglicht uns, die Beschaffenheit eines Gelenks exakt zu erfassen. Bei der Diagnostik, ob der Patient z. B. eine neue Schulter benötigt, hilft uns das sehr. Wir können uns auf die Anatomie des Patienten genau einstellen. Eine Prothese kann so gewählt werden, dass sie perfekt passt, möglichst lange hält und komplikationslos implantiert werden kann. Wie exakt gehen Sie bei der 3D-Druck-Planung vor? Dr. Schlüter-Brust: Am Anfang wird der Patient genauestens vermessen. Aus den Daten der Computertomografie (CT)

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klinischem Bildmaterial „gelernt“, worauf es zu achten hat. Dem untersuchenden Arzt bietet es eine großartige Unter- stützung: „Das ist so, als ob mir jemand über die Schulter blickt und einen Hinweis gibt, wo ich etwas übersehen haben könnte“, erklärt Klaus Weiß. Computer entdeckt versteckte Veränderungen Für den Patienten ändert sich erst einmal nichts: Er wird wie gewohnt untersucht, während im Hintergrund das Computerprogramm mitläuft und dem Arzt mithilfe einer grünen Umrandung auf dem Bildschirm signalisiert, wo er noch einmal genauer hinschauen sollte. „Dann treffen natürlich wir Ärzte – und nicht das Computerprogramm – die Entscheidung, ob wir an dieser Stelle wirklich tätig werden müssen oder nicht“, so Weiß. „Das System entdeckt besonders schwierige, beispielsweise flache oder versteckte Läsionen, die auch für einen geübten Mediziner manchmal schwer erkennbar sind.“ Noch mehr Sicherheit für die Patienten Der Facharzt für Innere Medizin sieht darin eine große Chance, um noch mehr Sicherheit für seine Patienten herzustellen und ihnen mehr Gewissheit geben zu können. Für den erfahrenen Mediziner ist das Programm mit der Künstlichen Intelligenz ein überaus großer Gewinn für sein Fachgebiet: „Mit der Koloskopie haben wir eine sehr große Verantwortung gegenüber unseren Patienten. Wenn wir keinen Befund feststellen, dann kommt der Patient erst nach zehn Jahren wieder regulär zur nächsten Untersuchung. Sollten wir etwas übersehen haben, dann kann in dem Zeit- raum aus dem winzigen Polyp schon ein Tumor gewachsen sein.“ Die Erfolgsrate des neuen Untersuchungsverfahrens gibt ihm recht: Rund zehn Prozent mehr Krebsvorstufen werden mit Hilfe der KI bei den Untersuchungen entdeckt. Das liegt daran, dass das System immer das gesamte Bild im „Blick“ hat, während sich der Mensch naturgemäß nur auf einen Punkt fokussieren kann.

Diesen Augen entgeht nichts Künstliche Intelligenz (KI) wird bei Darmspiegelungen eingesetzt Um Darmkrebs zu verhindern, müssen bei jeder Darmspiegelung alle noch so kleinen Polypen (gutartige Schleimhautwucherungen) erkannt und entfernt werden. Polypen gelten als eine Vorstufe des Darmkrebses. Dank KI können jetzt im St. Vinzenz-Hospital zehn Prozent mehr Krebsvorstufen entdeckt werden.

große Herausforderung dar, selbst für geübte Mediziner. Während der Darmspiegelung – der Koloskopie – muss der untersuchende Arzt jederzeit aufmerksam sein, um auch kleinste Veränderungen wahrzunehmen. Großartige Unterstützung für den Arzt In der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Gastro- enterologie am Nippeser St. Vinzenz-Hospital hilft nun die Künstliche Intelligenz (KI) dabei, bei der Koloskopie Poly- pen im Dickdarm in Echtzeit zu erkennen. Dieses künstli- che neuronale Netz – in Form eines Computerprogramms – wurde über einen langen Zeitraum mit leistungsstarken Rechnern „trainiert“ und hat mit einer immensen Menge an

„Auch an Tagen mit vielen Darmspiegelungen darf man niemals die Konzentration verlieren“, sagt Klaus Weiß, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie am St. Vinzenz-Hospital. „Kleinste Veränderungen in der Darmschleimhaut müssen auch mit müden Augen immer noch entdeckt und beurteilt werden“, beschreibt der Gastroenterologe seinen Arbeitsalltag. Ein Augenblinzeln zu viel, eine Millisekunde Ablenkung – und möglicherweise habe man eine winzigste Läsion (pa- thologische Veränderung) übersehen. Die Darmspiegelung gehört zu den Routine-Untersuchungen – aber aufgrund der Tragweite ihres Ergebnisses stellt sie immer wieder eine

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Dank Künstlicher Intelligenz sieht der Computer versteckte Veränderungen, die auch für den geübten Mediziner kaum sichtbar sind.

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Viele kleine Gefäße verlaufen kranzförmig rund um das Herz und versorgen den Herzmuskel mit Blut. Lagert sich an den Innenwänden Kalk an, verhärten die Gefäße, werden starr und verengen sich. So wird der Herzmuskel nur noch unzureichend mit Blut und den darin transportierten Nähr- stoffen und Sauerstoff versorgt. Symptome wie Schmerzen, Enge in der Brust oder Atemnot beeinträchtigen die Betrof- fenen sehr. Mediziner sprechen dann von einer Koronaren Herzkrankheit (KHK). Während die Beschwerden anfangs nur bei körperlicher Anstrengung auftreten, werden sie mit zunehmender Verkalkung schlimmer und können einen Herzinfarkt auslösen. Neben einem höheren Lebensalter gibt es weitere eindeu- tige Risikofaktoren, die für die Entwicklung einer KHK ausschlaggebend sind: genetische Faktoren, Rauchen, Bewegungsmangel, Fehlernährung und Übergewicht, Blut- hochdruck, Diabetes mellitus sowie psychosozialer Stress. Liegen gleich mehrere Risikofaktoren vor, addiert sich die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung nicht einfach, sondern steigt überproportional an. Nicht zuletzt deshalb gilt die KHK als Volkskrankheit mit einem hohen Risiko, daran zu versterben. Die behandelnden Ärzte werden durch starke Verkalkungen der Herzkranzgefäße immer wieder vor große Herausforde- rungen gestellt. Die herkömmliche Aufdehnung mit einem Ballon kann die Veränderungen häufig nicht ausreichend beseitigen. Auch das „Auffräsen“ mit einem Diamantbohrer (Rotablation) ist nicht in jedem Fall das beste Mittel. „Doch jetzt können wir mit einem speziellen Ballonkatheter sehr ausgeprägte und hartnäckige Verkalkungen mithilfe von Stoßwellen zertrümmern“, beschreibt Chefarzt Prof. Dr. Jan-Malte Sinning eine neue Behandlungstechnik, die im St. Vinzenz-Hospital angewendet wird. Shockwave heißt das Verfahren, bei dem über einen Ballon Schallwellen mit einem Druck von bis zu 50 bar erzeugt werden, die den Kalk zertrümmern, das umliegende Gewebe aber nicht verletzen. So kann sich eine Gefäßstütze (Stent) optimal im Herz-

Die koronare Lithotripsie: Stoßwellen für die Herzkranzgefäße Stoßwellenbehandlungen um Nieren- oder Gallen­ steine zu zertrümmern, sind in der Medizin schon lange bekannt. Jetzt wird dieses technische Verfahren an einigen Kliniken auch bei verkalkten Herzkranz­ gefäßen eingesetzt. Der abgelagerte Kalk wird durch die Stoßwellen zerkleinert. Die schonende Behand- lung dauert wenige Minuten und kann den Patienten eine Bypass-Operation ersparen.

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Neue Wellen für das Herz Effektives Verfahren für verkalkte Gefäße im St. Vinzenz-Hospital Verhärteten und starren Gefäßen rund um das Herz kommen die behandelnden Ärzte normalerweise mit einem Ballon, der das Gefäß aufdehnt, oder einem Diamantbohrer bei. In der Kardiologie des St. Vinzenz-Hospitals wird nun ein schonenderes, aber durchaus effektives Verfahren eingesetzt: die Stoßwellentherapie. Dabei geht es den Gefäßverkalkungen in einem ähnlichen Verfahren wie sonst den Nierensteinen an den Kragen.

kranzgefäß entfalten und es von innen sicher stabilisieren. Die neue Therapie ist nicht nur schonend, sondern dient auch langfristig dem Ziel, die bestehenden Beschwerden zu mindern – in Häufigkeit und Schwere ihres Auftretens. „Dies verbessert die körperliche Belastbarkeit der Patienten und somit zugleich ihre Lebensqualität“, weiß Prof. Dr. Sinning. „Trotzdem kommen die Patienten nicht darum herum, die beeinflussbaren Risikofaktoren konsequent zu reduzieren, wenn sie langfristige Erfolge erzielen möchten“, mahnt der Kardiologe an. Mitte diesen Jahres wurde der erste Patient von Chefarzt Prof. Dr. Sinning und dem Leitenden Oberarzt Dr. Jan Pulz mit dieser neuen Methode behandelt. Inzwischen sind weitere Patienten hinzugekommen, sie alle sind mit dem Behandlungserfolg zufrieden. „Wir freuen uns sehr, dass es den Patienten so gut geht, und wir ihnen eine Bypass- Operation ersparen konnten“, freut sich Prof. Dr. Sinning. „Zukünftig wird dieses Verfahren bei entsprechend starken Verkalkungen oder nicht vollständig entfalteten Stents bei uns routinemäßig zum Einsatz kommen.“

Chefarzt Prof. Dr. Jan-Malte Sinning Klinik für Innere Medizin III – Kardiologie und Rhythmologie Tel 0221 7712-351

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Die Lunge Durch Corona ist die Lunge verstärkt in den Fokus gerückt. Wir haben hier für Sie ein paar wichtige Infos zusammengestellt:

Was Sie für Ihre Lunge tun können: • Schnelles Gehen, Joggen (im Wald), ver­ bunden mit Atemübungen trainiert die Lungen, sie werden durchlüftet und gut durchblutet. • Das Atmen durch die Nase reinigt, wärmt und feuchtet die Atemluft an, bevor sie in die Lunge kommt. Bei handwerklichen Ar- beiten mit Staub oder Schleifpartikeln sollten Sie trotzdem zusätzlich einen Schutz tragen. • Lassen Sie regelmäßig Ihre Lungenfunktion testen. So können viele Erkrankungen früh- zeitig entdeckt werden. • Schön wäre es, wenn Sie jetzt mit dem Rau- chen aufhören. Tabak schwächt das Immun- system, schädigt die Zellen und verringert die Selbstreinigungsfähigkeit der Lunge. • Hier finden Sie Unterstützung bei der Rauchentwöhnung: Lungenklinik Köln-Nord, Ansprechpartnerin: Frau Heike Tursas, Tel 0221 1629-2004 oder per Mail: pneumo- logie.kh-marien@cellitinnen.de

Künstliche Beatmung Wenn die Lunge Hilfe braucht Wenn eine Infektion so stark ist, dass die Lunge den Körper nicht mehr richtig mit Sauerstoff versorgt, können verschiedene Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Diese reichen von der nicht­ invasiven Atemunterstützung mit einer Maske bis hin zur invasiven, künstlichen Beatmung. Hierbei wird der Patient in Narkose versetzt, und eine Maschine übernimmt die Sauerstoffversorgung, bis der Körper sich soweit erholt hat, dass er wieder eigenständig atmen kann. Um zu verhindern, dass dabei zu viel Atemmuskulatur abgebaut wird, wird das Beatmungsgerät unter engmaschiger intensiv­ medizinischer Überwachung so eingestellt, dass der Patient phasenweise selbst atmen muss und die Maschine ihn nur wenig unterstützt.

Endoskopie Mit Sonde Krankheiten auf der Spur Um Lungenkrankheiten diagnostizieren zu können, wird häufig die Lungenspiegelung oder Broncho- skopie eingesetzt. Dabei wird eine starre oder eine bewegliche Sonde durch Mund oder Nase in die Lunge eingeführt. Die starre Bronchoskopie findet unter Vollnarkose statt, bei der beweg­ lichen reicht oft eine Kurznarkose. Endoskopien werden sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie eingesetzt, zum Beispiel zum Entfernen von eingeatmeten Fremdkörpern, zum Schleim- absaugen, für Lungenspülungen, zur Aufweitung von Bronchienverengungen oder im Rahmen der Strahlentherapie bei Lungenkarzinomen.

Weaning Das Atmen wieder lernen

Die Intensität der maschinellen Unterstützung kann prozentual eingestellt werden. Je besser die Infektionswerte, desto weniger Unterstützung. Und je länger die Beatmungszeit gedauert hat, desto länger ist auch die Zeit der Beatmungsentwöh- nung, das sogenannte Weaning. Dabei wird der Pa- tient unter der Aufsicht von Atmungstherapeuten langsam daran gewöhnt, die Atmung wieder selbst zu übernehmen.

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dann von einer Lungenentzündung. In der Regel betrifft das einen Teilbereich der Lunge und kann medikamentös gut behandelt und eingegrenzt werden. Bei einer Lungen- entzündung – egal durch was sie ausgelöst wird – gelangt Schleim, Eiter oder Flüssigkeit in die Lungenbläschen. Die müssen aber leer sein, damit der Gasaustausch stattfinden kann“, erklärt Dr. Turjalei. „Bei den schweren Verläufen einer Covid-19-Infektion hatten wir es mit einer ungewöhnlichen Dynamik zu tun. Innerhalb kürzester Zeit konnte die ganze Lunge betroffen sein“, berichtet der Lungenspezialist. COPD – Besser mit dem Rauchen aufhören! Bei der Chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), die vor allem durch starkes Rauchen ausgelöst wird, liegt die Entzündung im Bereich der Bronchien. Sie können die verbrauchte Luft nicht abtransportieren, es kommt zu einer Überblähung der Lunge und zur Zerstö- rung der Lungenbläschen. Die Krankheit ist nicht heilbar. Mit Inhalativa können die Bronchien jedoch erweitert wer- den. In schlimmeren Fällen verschaffen implantierte Ventile den Patienten wieder Luft. Werden über einen längeren Zeitraum mit der Atemluft Gifte eingeatmet – sei es freiwillig, wie beim Rauchen oder unwissentlich, wie im Fall von Asbest – führt das im Lungenkrebszentrum Das Lungenkrebszentrum St. Marien- und St. Vinzenz-Hos- pital Köln betreut Patienten mit bösartigen Erkrankungen der Lunge interdisziplinär an den Standorten St. Vinzenz-Hospital in Köln-Nippes und St. Marien-Hospi- tal in Köln-Kunibertsviertel. Im Lungenkrebszentrum sind die Pneumologie und Thoraxchirurgie unter dem Namen Lungenklinik Köln-Nord gemeinsam tätig. In wöchentlichen Tumorkonferenzen kommen Pneumo­ logen, Onkologen, Chirurgen, Radiologen und Strahlen- therapeuten zusammen, um für jeden Patienten die beste Behandlung zu erarbeiten. Neben der operativen Entfernung des entarteten Ge- webes können die Chemo- oder Strahlentherapie zum Tragen kommen. Bei den noch neuen sogenannten Sys- temischen Immuntherapien erhalten die Patienten über Infusionen gezielt Antikörper, die an den erkrankten Zel- len andocken und von den körpereigenen Abwehrzellen erkannt und bekämpft werden. Diese Form der Therapie führt zu deutlich weniger Nebenwirkungen.

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schlimmsten Fall zur Bildung eines Lungenkarzinoms, dem Lungenkrebs. Einzelne Zellen entarten und wachsen unkontrolliert. „Das Hinterhältige dabei ist, dass viele Pa- tienten erst Symptome bekommen, wenn der Tumor leider schon recht groß ist“, so der Mediziner. Regelmäßige Vor- sorgeuntersuchungen seien daher unbedingt zu empfehlen, rät Dr. Turjalei. Es gibt viele Erkrankungen, die das Atmen erschweren. Gut, wenn wir ab und zu daran denken, ganz bewusst zu atmen. „Wer einmal das Gefühl von Atemnot erlebt hat, weiß wie wenig selbstverständlich das Atmen im Grunde ist“, so Lungenfacharzt Dr. Turjalei.

Empfindliches Organ Die Lunge liefert Sauerstoff für den ganzen Körper Unsere Atmung wird aus dem Gehirn gesteuert, läuft völlig automatisch ab und kann höchs- tens vorübergehend willentlich gestoppt werden. „Das ist auch gut so, denn über die Atmung versorgt die Lunge alle Organe mit Sauerstoff“, sagt Dr. Adjmal Turjalei, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin und Pneumologie (Lungenheilkunde) am St. Marien-Hospital.

Oberarzt Dr. Adjmal Turjalei Klinik für Innere Medizin/Pneumologie und Allgemeine Innere Medizin Tel 0221 1629-2004

Kohlendioxid bei der Ausatmung wieder heraus. „Krank- machende Keime wie Viren und Bakterien können überall ansetzen“, weiß Lungenspezialist Dr. Turjalei. „Im Hals- und Rachenraum, in den Bronchien, im Lungengewebe und in der umgebenden Atemmuskulatur.“ Die Dynamik von Covid-19 Werden die Lungenbläschen durch andockende Krankheits- keime geschädigt, kann der Sauerstoffaustausch ins Blut nicht mehr in vollem Umfang stattfinden. „Wir sprechen

„Die Lunge ist ein unglaublich leistungsstarkes, aber auch ein sehr verletzliches Organ“, erklärt Lungenfacharzt Dr. Adjamal Turjalei. „Mindestens 10.000 bis 12.000 Liter Luft strömen jeden Tag durch sie hindurch.“ – Sicher eingebettet in den Brustkorb, besteht die Lunge aus zwei Lungen- flügeln. Durch Mund und Nase gelangt die Luft über die oberen Atemwege und die weitverzweigten Bronchien in das Lungengewebe, wo sich die Lungenbläschen befinden. Hier wird der Sauerstoff herausgefiltert und über das Blut in alle Organe transportiert. Auf dem gleichen Weg gelangt das

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Brennen im Brustkorb Die Antirefluxchirurgie kann neue Lebensqualität geben Es brennt im Brustkorb nach einer fettreichen Mahlzeit? Fast jeder kennt das Gefühl und weiß, wie unangenehm es sein kann. Die Diagnose: Sodbrennen. In der Regel ist das nicht weiter dramatisch, denn Sodbrennen verschwindet meist von selbst wieder. Aber Achtung! Anders verhält es sich, wenn sich hinter häufigem Sodbrennen eine gastroösophageale Refluxkrank- heit, die sogenannte Rückflusskrankheit verbirgt.

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anatomische Problemstellungen in diesem Bereich gibt. Mit dem Ermitteln des pH-Wertes lässt sich der tatsächliche Säuregehalt in der Speiseröhre messen. Ist dieser über einen längeren Zeitraum hoch, dann ist eine gastroösophageale Refluxkrankheit wahrscheinlich. „Die Folgen der Erkrankung sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden“, betont Prof. Dr. Ernst Eypasch, Chefarzt der Klinik für Chirurgie, Allgemein-, Visceral- und Unfallchirurgie am Heilig Geist-Kranken- haus. Sie können zu einer Ösophagitis, also einer Spei- seröhrenentzündung, führen. Diese kann Veränderungen der Zellen in der dortigen Schleimhaut provozieren, was wiederum die Wahrscheinlichkeit, einen Speiseröhrenkrebs zu entwickeln, erhöht. „Es gibt die Möglichkeit, Zellen, die sich bereits verändert haben, mit einer sogenannten Radio- frequenzablation zu entfernen und so einer Krebsentstehung vorzubeugen“, erläutert der Chirurg. Chronischer Hustenreiz durch Refluxkrankheit Aber auch andere Symptome wie chronischer Hustenreiz können durch eine Refluxkrankheit ausgelöst werden. Um die Symptome einer gastroösophagealen Refluxkrankheit zu lindern, können bereits Maßnahmen wie Gewichtsab- nahme und Änderungen der Ess- und Lebensgewohnheiten helfen. Eine weitere Maßnahme können beispielweise säurehemmende Medikamente sein. Als Ultima Ratio bleibt die Möglichkeit, durch eine Operation den Rückfluss der Säure zu verhindern. Ein minimalinvasiver Eingriff, eine sogenannte Fundoplicatio, erzielt in der Regel sehr gute Er-

gebnisse. Dabei wird die Speiseröhrenmündung durch eine Umformung des Magens verstärkt. Wie eine Manschette werden Anteile der Magenwand um den unteren Teil der Speiseröhre genäht. Wenn sich der Magen bei der Nah- rungsaufnahme füllt, gelangt der Speisebrei dann in diese Manschette, deren Muskeln sich dann zusätzlich zusam- menziehen. Dadurch wird der Rückfluss des sauren Magen- inhalts in die Speiseröhre verhindert und der Auslöser des Sodbrennens behoben. Vorteil ist dabei, dass keine Ernährungsumstellung notwen- dig ist. „Wir erzielen mit dieser Methode, mit der wir sehr viel Erfahrung haben, auch sehr gute Ergebnisse. Wenn das anhaltende Brennen im Brustkorb aufhört, steigt die Lebensqualität der Betroffenen enorm an“, weiß Prof. Dr. Eypasch aus Erfahrung.

Reflux diese Lebensmittel sollten Sie meiden

Das Sodbrennen ist dabei das Hauptsymptom dieses Krankheits- bildes. Auch Heiserkeit und Husten können ein Zeichen dafür sein, dass die Magensäure häufig ihren Weg die Speiseröhre hinauf in Richtung Rachen findet. Bei einer Reflux- krankheit ist der Schließmuskel des Magenmundes überwiegend nicht mehr in der Lage, den Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre zu verhindern. Gründliche Diagnostik Grundsätzlich steht bei Ver- dacht auf eine Refluxkrankheit zu Beginn für den Arzt eine gründliche Diagnostik im Vorder- grund. Neben der Spiegelung (En- doskopie) der Speiseröhre, können eine Ösophagus-Manometrie, also eine Druckmessung, und die Rönt- genkontrastdarstellung der Speise­ röhre Aufschluss darüber geben, ob es

• Pizza, Pommes oder Hamburger • Räucherwurst und Räucherlachs • Scharfe Gewürze

• Paprika, Zwiebeln • Zitronen, Orangen, Grapefruit • Sprudel, Limo mit Kohlensäure • Kaffee und Alkohol • Süßigkeiten mit viel Zucker

Chefarzt Prof. Dr. Ernst Eypasch Klinik für Chirurgie - Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie Tel 0221 7491-8258

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zugleich Atemwegsprobleme kurie- ren. In Bad Bocklet kann man Wasser aus Deutschlands stärkster Stahlquel- le probieren. Der hohe Eisengehalt macht eine Anwendung nicht nur bei Eisenmangel und Übersäuerung sinn- voll. Gleich fünf Heilquellen können Besucher in Bad Kissingen kosten und beim Schlendern in der Wandel- Steckbrief Rhön Es gibt eine Bayerische, eine Hes- sische und eine Thüringische Rhön. Der Großteil dieses Mittelgebirges liegt im Biosphärenreservat Rhön. Im Kalten Krieg war das Gebiet stra- tegisch wichtig, die Gedenkstätte Point Alpha ist ein unvergleichliches Zeugnis dieser deutschen Vergan- genheit. Bei den Ausflugszielen ist für jeden etwas dabei: Schlösser, Burgen, besondere Naturgebiete, Geschichte oder Heilbäder.

Orte zum Erholen und Auftanken Kurbäder der Bayerischen Rhön bieten eine große Auswahl Das Unesco-Biosphärenreservat Rhön ist nicht nur aufgrund seiner intakten Natur mit Hoch- mooren und Bergkuppen außergewöhnlich. Nah beieinander liegen im Bayerischen Bäder- land mehrere Kurstädte, die auf eine lange Bädertradition zurückblicken. Über den Rhön- Radweg lässt sich die Mittelgebirgslandschaft erkunden. Für Wanderer gibt es ein vielseitiges Wegenetz und wer einfach nur Erholung sucht, ist in den Kurstädten gut aufgehoben.

Land der offenen Fernen nennt man die Rhön auch. Hier geht der Blick von der Wasserkuppe, dem höchsten Berg, in die Weiten des Biosphärenreservates.

Foto: © Dechamps

nau verfügt über insgesamt sieben mineralstoffreiche Heilquellen. Gäste nutzen das Heilwasser, um Mineral- stoffmängel, Magen- und Darmprob- leme sowie Verspannungen natürlich zu lindern. Weitere Tipps zu den Heilbädern in der Bayerischen Rhön finden Sie hier: www.baederland- bayerische-rhoen.de. (djd) dem geschützten und geschmackvol- len eigenen Areal zu besuchen. Auch die Möglichkeit einer persönlichen Ab- schiednahme ist von elementarer Be- deutung, sich der traurigen Realität des Todes zu stellen. Hier bietet AHLBACH Abschiedsräume in ruhiger Atmosphä- re. Bei der Vorbereitung der Trauer- feier gestaltet AHLBACH Bestattungen stilvolle und individuelle Dekorationen auf allen Friedhöfen, aber auch in der Trauerhalle AHLBACH. Hier kann man vor allem ohne zeitlichen Druck einen Abschied ganz nach eigenen Vorstellun- gen gestalten. Ganz abgesehen von einem akuten To- desfall raten Experten bereits zu Lebzei- ten einen Bestattungsvorsorgevertrag abzuschließen. Einen Beratungstermin kann man bei AHLBACH Bestattungen telefonisch vereinbaren, die Beratung dazu ist kostenfrei und unverbindlich. Bei einem solchen persönlichen Ge- spräch klären die Beraterinnen und Berater auch über weitverbreitete Irrtü- mer auf, etwa eine Feuerbestattung sei grundsätzlich günstiger als eine Erdbe- stattung. www.ahlbach.com

halle wirken lassen. Die bei Atem- wegserkrankungen, Erschöpfungszu- ständen oder Blutarmut bewährten Heilwässer werden von Brunnen- frauen ausgeschenkt. Trinkkuren in Bad Neustadt und Bad Königshofen haben sich bei Erkrankungen der Verdauungsorgane (Magen, Darm, Leber, Galle) bewährt. Bad Brücke- Beim Tod von Angehörigen stehen Trauernde plötzlich vor einer Vielzahl wichtiger Entscheidungen. AHLBACH Bestattungen GmbH Venloer Straße 685, 50827 Köln Filiale Innenstadt: Zülpicher Platz 8, 50674 Köln Telefon: 0221 – 9 58 45 90 info@ahlbach.com Das Kölner Familienunternehmen AHL- BACH Bestattungen möchte in einer sol- chen Krisenzeit profunde beraten und Wegweiser in der Vielfalt moderner Be- stattungsmöglichkeiten sein. Aus seiner fast neunzigjährigen Firmengeschichte heraus wissen die Mitarbeiter von AHL- BACH Bestattungen um die Ängste, Fra- gen und Sorgen, mit denen uns der Tod konfrontiert. Weitreichende Entschei- dungen wie die Wahl der Bestattungsart, die Auswahl eines Bestattungsplatzes auf einem der 55 Kölner Friedhöfe oder auch im AHLBACH Columbarium sind zu treffen. Es lohnt sich, das AHLBACH Columbarium, die Urnengrabstätte auf

welche heimischen Heilkräuter am Wegesrand wachsen, kann in Bad Bocklet zudem an geführten Kräu- terwanderungen teilnehmen. Für alle, die Kraft, Kondition und Koordina- tion trainieren möchten, gibt es in Bad Kissingen, Bad Bocklet und Bad Neustadt regelmäßig Gesundheits- wanderungen. Beim Durchatmen im Gradierpavillon von Bad Königshofen können Spaziergänger abschalten und

landschaft bietet der Naturpark Baye- rische Rhön. Hier ein paar Tipps, wie ein Besuch im Bäderland der Rhön Beschwerden lindern sowie Körper und Seele entschleunigen kann: Kurse im Waldbaden, die auch als Shinrin Yoku bekannte japanische Gesund- heitsvorsorge, werden in Bad Bocklet und Bad Kissingen von einer zerti- fizierten Stresspräventionstrainerin angeboten. Wer gern wissen möchte,

Die positive Wirkung von Blätterrau- schen und Vogelgezwitscher auf das Wohlbefinden hat sicher jeder schon einmal erfahren. Inzwischen konnten amerikanische Wissenschaftler in einer Untersuchung sogar belegen, dass bereits 20 Minuten im Grünen ausreichen, um das Level an Stress- hormonen zu senken. Eine Fülle an natürlichen Heilmitteln in einer abwechslungsreichen Mittelgebirgs-

Kompetenter Wegbegleiter in schweren Zeiten

Heilwasser-Brunnen in historischer Kulisse

Die 300 Jahre alte Balthasar-Neumann-Quelle in Bad Bocklet ist die eisenhaltigste Quelle Deutschlands, reich an zweiwertig-aktivem Eisen, Kalzium sowie wertvollen Mineralien.

Fotos: © Tourismus Bad Bocklet

„Hilfe suchen – Vertrauen finden“ Das Credo von AHLBACH Bestattungen

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