Blickpunkt Schule 4 2026

KI-Korrekturen können Lehrkräfte unterstützen – aber nicht ersetzen  PhV NRW lehnt FDP-Vorschlag nach grundsätzlich KI-gestützter Korrektur ab  Viele Lehrkräfte nutzen bereits Chatbots, bleiben aber skeptisch  PhV NRW: Schule kann nicht alle gesellschaftlichen Probleme lösen

Titelthema

Der Philologenverband Nord rhein-Westfalen (PhV NRW) spricht sich klar gegen den Vorschlag der FDP (s. Link unten) aus, Klassenarbeiten und Klausuren an weiterfüh renden Schulen künftig

Gerade die Fähigkeit von Lehrkräften, sich in Denkwege von Schülerinnen und Schülern hineinzuversetzen und Leistungen über län gere Zeiträume ganzheitlich zu beurteilen, ist durch KI nicht ersetzbar. Zugleich fordert der Verband klare recht liche und ethische Rahmenbedingungen für den KI-Einsatz im Bildungsbereich. Dazu gehören:  Einsatz geprüfter und datenschutzkon former Systeme;  transparente Verfahren gegenüber Schü lerinnen und Schülern;  Möglichkeit zur Überprüfung und Korrek tur von KI-gestützten Vorschlägen;  gezielte Fortbildungsangebote für Lehr kräfte. Die Ergebnisse der regelmäßigen Mitglieder befragungen des PhV zeigen ein differenzier tes Bild: Während eine Mehrheit der Gymna siallehrkräfte KI bereits punktuell nutzt, be steht insbesondere bei der Leistungsbewer tung große Zurückhaltung. Der PhV plädiert daher für einen prüfenden Einsatz von KI: als unterstützendes Werkzeug im Korrektur prozess, nicht jedoch als eigenständige Bewertungsinstanz. »Wer die Korrektur vollständig an Chat bots delegieren will, verkennt einen wesent lichen Baustein von Bildung: die verantwort liche, fachlich fundierte und pädagogisch sensible Beurteilung durch den Menschen«, sagt Sabine Mistler. Pressemitteilung des PhV NRW

Pressemitteilung vom 19. März

weitgehend mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) korrigieren zu lassen. Eine solche Auto matisierung der Leistungsbewertung greift zu kurz und gefährdet zentrale pädagogische und fachliche Standards. Aus Sicht des Philologenverbands Nordrhein Westfalen kann der verantwortungsvolle Ein satz datenschutzkonformer KI-Systeme Lehre rinnen und Lehrer sinnvoll unterstützen: etwa bei der Analyse von Fehlern, der Identifikation typischer Schwächen oder bei der Formulierung von Rückmeldungen. KI-gestützte Werkzeuge können so zu einer Entlastung im Korrekturall tag beitragen und mehr Zeit für individuelle Förderung schaffen. »Die abschließende Bewertung von Leistun gen und insbesondere die Notenvergabe müs sen jedoch uneingeschränkt in der Hand der Lehrkraft bleiben«, erklärt Sabine Mistler, Lan desvorsitzende des PhV. »Chatbots können fachliche und pädagogische Urteile nicht erset zen, sondern allenfalls vorbereiten und beglei ten.« Die Risiken automatisierter Korrekturen sind hoch Der PhV warnt vor den Risiken einer vollständi gen Automatisierung:  Fehlbewertungen und inkonsistente Beurtei lungen;  mangelndes Verständnis komplexer Argu mentationen und kreativer Lösungsansätze;  Einschränkung der pädagogischen Freiheit und der individuellen Würdigung von Lern prozessen;  Verzerrungen in den zugrunde liegenden Trainingsdaten.

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 Vorschlag der FDP

https://www.landtag.nrw. de/portal/WWW/dokumen tenarchiv/Dokument/ MMD18-18104.pdf

SCHULE 4|2026

 Zu den PhV-Umfragen:

https://phv-nrw.de/ aktuelles/umfragen/

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