Blickpunkt Schule 4 2026
? Welche Rückmeldung bekom men Sie von Lehrkräften über die Akzeptanz bei Eltern? TIMMERMANN: Wenn ich nur jetzt auf uns gucke, wie die Elternreaktionen darauf waren, dann ist es durchweg positiv gewesen in der Tat, weil sich El tern darüber freuen, dass sie eine Rückmeldung bekommen, die sehr ge nau ist, dass sie ihren Kindern vor allen Dingen auch helfen können. Diese Ausführlichkeit überzeugt. Das andere ist, dass Eltern sich davon auch erhof fen, dass die Bewertung objektiver sei. Das lasse ich mal dahingestellt. ? So ein Service ist natürlich nicht kostenfrei. Wie steht es denn um die Kosten? TIMMERMANN: Wenn man sich regis triert hat, kann man edaira kostenfrei und unverbindlich testen. Das heißt, man hat zehn Bewertungen frei und kann einfach mal ausprobieren: Wie funktioniert das? Überzeugt mich die Qualität? Ist das ein Workflow, mit dem ich gerne arbeiten möchte? Und dann ist es so, dass wir uns für ein System mit credit points entschieden haben. Lehrkräfte kaufen sich solche Pakete selbst oder Fachschaften nutzen diese gemeinsam und schaffen diese wie auch Abos von Fachzeitschriften an.
Titelthema
? Worin sehen Sie den größten Entlastungsfaktor für Kollegin nen und Kollegen? TIMMERMANN: Da ist natürlich auf der einen Seite ein zeitlicher Faktor durch die Übernahme von Routine aufgaben im Korrekturprozess, aber eigentlich ist es letztlich die mentale Entlastung. Das Korrigieren kostet nicht nur Zeit, sondern es ist halt auch sehr anstrengend. Nicht um sonst haben wir ja einen Anspruch, dem wir auch gerecht werden wollen. Wir wollen fair sein, wir wollen fach lich korrekt sein, wir wollen mög lichst viel rückmelden, das ist extrem anstrengend.
? Wie stellen Sie sicher, dass zum Beispiel auch bei Updates der Sprachmodelle der Vorschlag für eine Schülerabgabe bei einem spezi fischen Erwartungshorizont immer identisch ist und nicht am Montag die eine Bepunktung ausgegeben wird und nach dem Update am Dienstag eine andere? TIMMERMANN: Kein Tag vergeht, an dem wir nicht testen, ob die Qualität noch dem entspricht, was wir erwar ten, denn die KI-Modelle entwickeln sich so rasend schnell, das ist ja kein Geheimnis. Wir haben uns halt dazu entschlossen, den Fokus darauf zu setzen, dass wir die KI nicht frei laufen lassen. Durch die Anwendungsarchi tektur führen wir sie ganz ganz eng am Erwartungshorizont und den pä dagogischen Kriterien der Lehrkraft und haben Sicherheitsmechanismen eingebaut. Unser Anspruch ist es eben, den Spielraum einer Bewertung möglichst gering zu halten, sodass unter der Arbeit, wenn sie einmal kor rigiert wurde, nicht einmal eine Zwei und dann eine Fünf steht. Wir weichen momentan in einem Prozentsatz von fünf Prozent ab. Das heißt, ein und dasselbe Schülerergebnis schwankt um den Bereich, in dem auch der Mensch schwanken würde, je nach dem, ob man eben morgens korrigiert, wenn man ausgeschlafen ist, oder abends schon sehr müde. Das Interview führte Carsten Hütter, PhV NRW.
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Bild: KI generiert
SCHULE 4|2026
Erstveröffentlichung in Bildung aktuell 3/2026 . Mit freundlicher Genehmigung des PhV NRW.
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