Blickpunkt Schule 4 2026
Alltagskompetenz stärken: Finanzbildung und Verbraucherschutz als Querschnittsthemen Multiperspektivität und Kooperation mit externen Partnern Teil 2
Varia
F inanzielle Bildung in der Schule soll den Lernenden das Rüst zeug geben, eigene Entschei dungen treffen und deren Kon sequenzen abschätzen zu können. Dazu sind Anlässe entscheidend, in denen Multiperspektivität und Kon troversität erlebt werden kann. Auch die KMK-Empfehlung zur Verbrau cherbildung unterstreicht, dass klas sische Wissensvermittlung allein nicht ausreicht. Vielmehr bedarf es eines kritischen Hinterfragens und einer in formierten Auseinandersetzung mit Konsumverhalten – ohne Moralisie rung, dafür mit dem Ziel, die Schüle rinnen und Schüler zu mündigen Kon sumenten zu entwickeln. Lehrkräfte sollen demnach keinesfalls Finanz- oder Steuerberater werden (vgl. DPhV 2025). Lehrerinnen und Lehrer sollen vielmehr eine breite Entfaltung kon troverser und unterschiedlicher Blick winkel fördern und müssen sich hierzu – ebenso wie die Schülerinnen und Schüler – ihrer eigenen möglichen blinden Flecken bewusst werden (vgl. Rinke; Wüste 2022). Gleichzeitig ist es sinnvoll, gezielt Expertinnen und Experten hinzuzuzie hen, die über fundiertes Fachwissen verfügen. Auch wenn sie möglicher weise eine spezifische Perspektive vertreten, können sie authentisch und praxisnah Einblicke in Finanz- und Verbraucherfragen geben. Auf diese Weise lassen sich kontroverse Diskus sionen mit einer fundierten Wissens basis verknüpfen. Dabei ist es ent scheidend, dass diese außerschu lischen Kooperationspartner werbe frei agieren und keine wirtschaftlichen Eigeninteressen verfolgen, um eine unabhängige und objektive Vermitt lung der Inhalte sicherzustellen (vgl. BMK 2025). Hier bietet sich beispiels weise eine Kooperation mit den Ver braucherzentralen der Länder, der Deutschen Bundesbank, der Ober
Foto: HMKB
n Tag der Finanz- und Verbraucherbildung an der Brühlwiesenschule in Hofheim mit Bildungsminister Armin Schwarz (2.v.r.) und Finanzminister Prof. Dr. Alexander Lorz (1.v.r.)
finanzdirektion oder der Deutschen Rentenversicherung an, die Work shops zu vielfältigen Themengebieten der Finanz- und Verbraucherbildung anbieten. Speziell geschulte Mitarbei terinnen und Mitarbeiter der Finanz ämter informieren beispielsweise als sogenannte FRESCH-Teams in flexi blen Modulen im Unterricht über das Schwerpunktthema ‘Steuern’. Initiati ven wie Invest it! unterstützen Schu len über punktuelle Events hinaus beim Aufbau eines tragfähigen Kon zepts für Finanzbildung als schu lisches Entwicklungsvorhaben. Herausforderungen und Perspektiven Der 2025 an der Brühlwiesenschule in Hofheim stattgefundene Tag der Fi nanz- und Verbraucherbildung, der sowohl von Bildungsminister Armin Schwarz als auch vom Finanzminister Prof. Dr. Alexander Lorz besucht wur de, hat die Bedeutung des Themas noch einmal hervorgehoben. Der Vor stand der Verbraucherzentrale Hessen, Herr Philipp Wendt, bezeichnete den Tag der Finanz- und Verbraucherbil dung als bundesweit einzigartiges Bei spiel für eine gelingende Kooperation zwischen Schulen, der Verbraucher zentrale Hessen und anderen unab
hängigen Partnern wie der Deutschen Bundesbank oder der Deutschen Ren tenversicherung. Unterstützt wurde die Veranstaltung auch vom Präsiden ten der Hauptverwaltung in Hessen der Deutschen Bundesbank, Dr. Ulf Slopek. Gleichwohl bedarf es noch weiterer Anstrengungen auf diesem Gebiet. Ein enger Austausch mit dem Hessischen Ministerium der Finanzen (HMdF) ist und bleibt von zentraler Bedeutung, um gemeinsam im Sinne der Schülerinnen und Schüler und in gesamtgesellschaftlicher Verantwor tung zu handeln. Für den kommenden Tag der Finanz- und Verbraucherbil dung im Oktober 2026 am Gymnasi um Philippinum in Marburg ist neben den oben genannten Akteuren, die ihre Teilnahme auch für dieses Jahr wieder zugesagt haben, u.a. auch die Teilnahme von Herrn Minister Schwarz sowie von Frau Prof. Eveline Wuttke, Professorin für Wirtschaftspädagogik an der Goethe-Universität, Frankfurt, vorgesehen. Der Zugang zu finanzieller Bildung hängt nach wie vor stark von der so zialen Herkunft ab. Deshalb sollten die Bemühungen verstärkt werden, einen bewussten Umgang mit Geld und eine Sensibilisierung für Finanzthemen un abhängig vom sozialen Hintergrund zu ermöglichen (vgl. Duraj et al. 2025).
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SCHULE 4|2026
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