Blickpunkt Schule 4 2026

42 3 Fragen an … SCHULE 4|2026

3 Fragen an … Cornelia Schwartz, Vorsitzende des Philologenverbandes Rheinland-Pfalz

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Foto: Jochen Ring

1 Was sind die Charakteristika des Philologenverbandes Rheinland Pfalz? Ein zentrales Merkmal des Philolo genverbandes Rheinland-Pfalz ist der kritisch-konstruktive Dialog – mit dem Bildungsministerium und inner halb des Verbandes. Wir gehen keine faulen Kompromisse ein, sondern hal ten Kurs für bessere Bildung in Rhein land-Pfalz. Das wissen auch unsere Verbandsmitglieder bei der Schulbe hörde und beim Bildungsministerium zu schätzen. Unsere Mitglieder arbei ten vor allem an Gymnasien und Inte grierten Gesamtschulen, aber zuneh mend sind auch Realschulen plus und Grundschulen im Verband vertreten. Im Gegensatz zu anderen Verbänden und Gewerkschaften lassen wir kon troverse Debatten über Bildung und Bildungspolitik zu und beleuchten Themen von allen Seiten, um trag fähige Lösungen zu finden. Das zeigt sich etwa beim Thema Lernlandschaften: Wir befürworten sie als Ergänzung zum Klassenraum, nicht als Ersatz. Ein eigener Raum für jede Klasse und jeden Kurs muss ge währleistet bleiben. Eigenverantwort liches Lernen ist wichtig, darf aber nicht zum alleinigen Leitprinzip wer den. Ebenso zentral ist der Unterricht

im Klassenverband, in dem auch Ko operation mit nicht von den Schüle rinnen und Schülern selbst gewählten Partnern eingeübt wird – eine wichti ge Grundlage für das Zusammenle ben in einer Demokratie. Aus diesem Grund lehnen wir es ab, Klassenräume aufzulösen und die Klassengemeinschaft sowie den erwie senermaßen lernwirksamen lehrerge leiteten instruktiven Unterricht abzu schaffen. Ein solcher Unterricht um fasst mehr als den Lehrervortrag – wir sprechen uns ganz klar für Methoden vielfalt (inklusive Lehrervortrag) aus. Natürlich brauchen wir im Hinter grund eine funktionierende haupt amtliche Geschäftsstelle, die wir aber so schlank wie möglich halten. Ansonsten lebt unsere Arbeit vom Ehrenamt: So gut wie alle Kolleginnen und Kollegen engagieren sich neben ihrem Unterricht. Auch ich unterrichte noch ein bis zwei Klassen und Kurse neben meiner Arbeit als Vorsitzende des Hauptpersonalrates Gymnasien und Kollegs. Für unsere Arbeit brau chen wir die Nähe zum Schulalltag. 2 Welches waren seine größten Erfolge im vergangenen Jahr? Wir waren medial stark präsent und konnten – anders als in den Jahren zu

vor – viele Medienvertreter tatsächlich auch von unseren Ideen überzeugen und so unsere Positionen wirksam in die öffentliche Debatte einbringen. In der letzten IQB-Studie erreichten vier zig bis fünfzig Prozent der Kinder gar nicht oder nur knapp den Mindeststan dard in den Bereichen Lesen, Zuhören, Orthografie und Rechnen. Wir haben argumentiert, dass Kinder, die kaum noch sinnentnehmend lesen oder zu hören können, bald kein Interesse mehr an Zeitungs- oder Fernsehnach richten haben werden. Diese Entwick lung gefährdet mittlerweile unsere Demokratie. Vor diesem Hintergrund haben wir der jahrzehntealten Ent wicklung hin zur Überbetonung des selbstständigen Lernens – das einer seits positiv ist, andererseits aber auch viele Schülerinnen und Schüler über fordert – ein eigenes Konzept, nämlich ‘Schule jetzt!’, entgegengesetzt. Wis senschaftlich unterstützt wurden wir

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