Gate to Travel No 16
I M A G E blog
Das Geheimnis eines guten Fotos
zuschließen, was nicht direkt zum Bild beiträgt. Betrachten Sie beim Verfassen nur die kräftigsten, breitesten und grund legendsten Linien und Formen in Ihrem Bild, und zwar auf eine allgemeingültige Art und Weise. Das Einzige, was zählt, sind die kräftigen, breiten Striche. Es ist ein Foto, kein Gemäl de, also ergeben sich die Details von selbst. Die breiten Striche an sich werden nicht ausreichen. Sie, und nur Sie allein, müssen sie genau an die gewünschte Stelle bringen, bevor Sie das Bild aufnehmen. Nichts auf einem Bild ist so, wie es scheint. Auch wenn Betrachter vielleicht sagen: „Das Ding in der Ecke ist ein Gummi stiefel“, handelt es sich beim Komponieren um eine gelbe Form, die Sie aus keinem anderen Grund in Ihrem Bild verwenden, als dass sie als Farbklecks dient. Vergessen Sie beim Komponieren das Thema. Sie verwenden jedes Element im Bild als Kompositionselement, genauso, wie Sie ausgeschnittene Tonpapierstücke zu einer interessanten Komposition anordnen würden. Dieses Bild hat eigentlich gar keine Details. Es ist die Komposition aus Linien und Struk turen um das Taxi herum, welche die Auf merksamkeit des Betrachters erregt. Ohne diese Struktur wäre das Taxi belanglos.
Teil eines Bildes angezogen, erst danach be ginnt der Blick zu schweifen und zu schauen, was es sonst noch zu sehen gibt. Halten Sie Details von den Ecken fern und achten Sie darauf, dass wichtige Ele mente nicht durch die Rahmenkanten abgeschnitten werden. Wie versetzen wir Berge? Ganz einfach: Drehen Sie die Ka mera oder gehen Sie ein paar Schritte nach links oder rechts, um sie relativ zum Baum in Ihrem Bild zu bewegen. Indem die Ecken dunkel gehalten werden, wird verhindert, dass unser Blick von den Rändern abweicht. Indem Details aus den Ecken herausgehalten werden, wird auch verhindert, dass unsere Augen den Rahmen verlassen. Unsere Augen blicken zuletzt in die dunklen Bereiche. Sie gelangen nur dann dorthin, wenn das Bild von Anfang an gut genug ist, um unsere Aufmerksamkeit erst malig zu erregen, dann genügend hellere Details enthält, um uns eine Weile um schauen zu lassen, und letztlich gut genug ist, dass wir immer noch neugierig genug sind, um zu sehen, was sich in den Schatten befindet.
einfach sein wie eine Spiegelung oder eben ein spezieller Moment.
Farbe
Die Grundlagen
In der Fotokunst ist das Motiv zweitrangig
Warme Farben, Rot, Orange und Gelb, scheinen sich auf den Betrachter zuzube wegen. Unser Blick wird zuerst von ihnen angezogen. Kühle Farben, Grün, Blau und Violett, treten vom Betrachter zurück. Farben neigen dazu, harmonisch zu wirken, wenn zwei Farben von gegenüberliegenden Seiten des Farbkreises ausgeglichen wer den. Sie können ausgefallen sein und zwei Variationen einer ähnlichen Farbe haben, die eine andere Gegenfarbe ausgleichen. Sie können versuchen, drei Farben zu ver wenden, die alle gleichmäßig auf dem Farb kreis verteilt sind. Warme Farben bringen uns in Stimmung. Kühle Farben wirken friedlich. Wenn Sie in Farbe fotografieren, müssen Sie auch auf die farbliche Gestaltung achten. Sie können nicht einfach in Farbe fotografieren und erwarten, dass die Farben magisch wunder bar zur Geltung kommen. Man muss sie suchen. Das Dead Vlei ist berühmt für das Foto motiv der abgestorbenen Bäume. Dabei sind es jedoch nicht die Bäume, die das Foto so besonders machen, sondern die Farbkomposition des beigen Sandes mit den roten Dünen und dem blauen Himmel.
merksamkeit erregt und den Betrachter in den Bann zieht. Das macht diese Aufnahme aus, denn das Motiv selbst ist belanglos und würde ohne Farbe nicht viel bedeuten. Sobald ein Foto Ihre Aufmerksamkeit er regt hat, muss es Details enthalten, um das Interesse der Augen sozusagen aufrecht zuerhalten. Das scheint grundsätzlich ein fach, da jedes Foto Details enthält. Das Problem besteht darin, dass nur wenige Fotos überhaupt eine Struktur haben, die das Auge bei der Betrachtung anleitet. In diesem Fall sind die weniger wichtigen Details die Straße, die Geschäfte und die Autos im oberen Teil des Bildes. Bei diesem Foto geht es, wie bei allen guten Fotos, um Formen, Farben und Ausgewogenheiten. Das hat nichts damit zu tun, dass es sich bei dem eigentlichen Motiv um eine simple Straße handelt. Die offensichtlichsten Elemente von Hell und Dunkel, von Farben und Formen sind also die Grundlagen. Hätte ich diese Auf nahme in Schwarzweiß gemacht, gäbe es kaum oder gar keinen Kontrast zwischen den roten und gelben Markierungen und dem Rest der Straße.
Jedes Bild braucht eine Grundstruktur. Ohne diese ist es nur ein weiteres langweiliges Foto. Und jedes Bild braucht diese starke zugrunde liegende Kompositionsordnung, um den Blick des Betrachters zu fesseln. Wenn das, was Sie fotografieren, nicht ins Auge fällt, wird das Foto auch nie in teressant sein, egal wie viele feine Details es auch enthalten mag. Details spielen keine Rolle, wenn sie nicht durch eine Struktur präsentiert werden und so eine Geschichte erzählen. Woraus besteht diese Struktur? Es sind die Grundfarben, Formen und Kontraste zwischen Hell und Dunkel, auf deren Struktur alle anderen, weitaus weniger wichtigen Details angeordnet sind. In diesem Bild zieht sich eine rote Straßenmarkierung von der Mitte bis ins rechte untere Eck des Bildes und ist ein gebettet in das Blaugrau der Straße. Die rote Markierung, umgeben von gelber Markierung ist der offensichtliche, positive Raum. Das Blaugrau, das den positiven Raum umgibt, wird Negativraum genannt. Rot und Gelb springen ins Auge, besonders wenn sie vor Blau oder Blaugrau platziert werden. Diese Betonung ist es, die nicht nur das Rot hervorhebt, sondern auch die Auf
Es geht immer um die zugrunde liegende kompositorische Struktur. Eventuell vor handene Themen werden ausgewählt, weil sie eine Struktur unterstützen oder schaffen, nicht umgekehrt. Was ein Objekt im wirk lichen Leben darstellt, ist unerheblich. In einem guten Foto werden die Motive so ausgewählt, dass sie die Formen oder Far ben liefern, die wir für das grundlegende Design eines Bildes festlegen möchten. Was wie eine Tür aussehen könnte, wird eigentlich nur verwendet, weil es die Form eines Rechtecks oder zweier Quadrate hat. Wenn wir schräg darauf schießen, wird es zu einem Trapez oder einem abgeschnit tenen Dreieck. Das eigentliche Objekt ist bedeutungslos, weil das Auge es aus einer Entfernung von dreißig Metern eh nicht er kennen kann.
Pointe
Die besten Bilder haben eine Pointe. Wer möchte schon einen Witz hören oder einen Film ohne gutes Ende sehen? Eine Pointe ist das, was Sie finden, nachdem Sie sich im Bild umgesehen haben. Eine Pointe muss nicht versteckt werden. Eine Pointe kann so
Komposition
Hell und Dunkel
Unsere Augen werden zuerst vom hellsten, kontrastreichsten oder farbenprächtigsten
Ignorieren Sie bei der Komposition eines Bildes Details. Achten Sie darauf, alles aus
Grundlagen
Komposition
Farbe
Pointe
Hell und Dunkel
Gate to travel 16|2023
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