Gate to Travel No 16
Mauritius’ Vielfalt erleben
der Demerara, herzhaft malzig der naturbelassene dunkle Muscovado. Wie die auf dem Markt gekauf ten Gewürze in der kreolischen Küche verwendet werden, lernen wir bei der Cooking Class mit Nunkw. Am stärksten sei der indische Einfluss, dann der asiatische und afrikanische, berichtet der Küchenchef, während er die Ingwer-Knoblauchpaste mixt. Ins Chicken-Curry auf Kokosmilch Basis gibt er beherzt Safran, Korian derkörner, Kumin und eine haus eigene Currymischung. Ausbalanciert wird das Curry mit der feinen Säure frischer Tomaten. Beim Köcheln ver breitet sich ein verführerischer Duft. Für die Vorspeise schneiden die beiden Köche Palmherzen in feine Ringe. Auf Mauritius heißt der Palm herzensalat, der mit Zitrone ange macht wird, „Salad of the Millio naire“. Aus jeder jungen Palme kann nur eine, noch nicht einmal beson ders üppige Portion gewonnen werden. Kostbar ist dieser mild nussige Genuss. Kostbar wie dieses kleine Inseljuwel in der Weite des Indischen Ozeans.
Sie alle kommunizieren auf Kreol, obwohl die Amts sprachen Französisch und Englisch sind. Heute sind die Bewohner stolz auf ihre lebendige tolerante Demokratie, die als eine der stabilsten Afrikas gilt. Nirgendwo lässt sich der Facettenreichtum eindrucks voller erleben als auf dem Markt der Hauptstadt Port Louis. Indisches Gebäck neben chinesischen Heilkräu tern. Exotische Gewürzmischungen verströmen Appetit anregende Düfte. Begehrt ist vor allem die berühmte Vanille. Das Nachhaltigkeitsprojekt will Besucher auch mit der Geschichte der Insel vertraut machen. Zum Beispiel im Museum L’Aventure du Sucre. Die umfassende Aus stellung mit interaktiven Elementen in der früheren Zu ckerfabrik Beau Plan illustriert die unterschiedlichen Phasen in der Produktion von Zucker, mehr noch, der Inselgeschichte. Das Zuckerrohr war über Jahrhunderte wichtigster Wirtschaftsfaktor, 90 Prozent der bebaubaren Fläche ist von Zuckerrohrpantagen bedeckt. Inzwischen wurde die Vorreiterrolle vom Tourismus übernommen. Wie hart die Arbeit im Zuckerfeld war und immer noch ist, lässt sich anhand der Exponate und der Geschichten, die erzählt werden, nachvollziehen oder besser noch am eigenen Leib erfahren: Regelmäßig werden Exkursionen angeboten, bei denen man lernt, das Zuckerrohr zu schlagen. Oder man versucht, im Museum einen der zentnerschweren Zuckersäcke hochzuheben, die die Sklaven auf ihren Schultern transportieren mussten. Das süße Ende kommt zum Schluss: Sieben unter schiedliche Zuckersorten kann man verkosten. Man staunt, wie unterschiedlich sie schmecken: nach Karamell
Es ist lebhaft, es ist mit 261 Zim mern und Suiten groß, das LE MÉRIDIEN ILE MAURICE nörd lich von Port Louis, das sich an der Baie de Piments langzieht. Während der Pandemiejahre war das Hotel ge schlossen, die Zeit wurde für eine umfassende Renovierung genutzt. Ein weiter offener Willkommensbe reich teilt das Resort: Im östlichen Teil, der passenderweise Nirvana heißt, gilt „adults only“, im westlichen sind Familien willkommen, die hier einen Kinderpool und ein vielfältiges Ange bot von Spielmöglichkeiten vorfinden. Die Gästeklientel des LE MÉRIDIEN ist bunt gemischt. Das passt gut zu Mauritius: Europa, Afrika, Indien und China – die ganze Welt vereint auf einer kleinen Insel. Vorbildlich ist, wie die Kulturen von Hindus, Muslimen, Christen und Buddhisten friedlich und respektvoll zusammenleben. Religiöse Feiertage werden von allen Bewohnern gemeinsam gefeiert. Wie das möglich ist, darüber sind sich die Geschichts forscher bis heute nicht einig. Mag sein, dass der Grund darin liegt, dass Mauritius unbewohnt war, als Portugiesen es entdeckten. Als die Franzosen die Insel übernahmen, holten sie für den Zuckerrohranbau Sklaven aus Afrika. Nachdem die Sklaverei 1835 abgeschafft wurde, ersetzten Inder die fehlenden Arbeits kräfte. Chinesen wiederum waren für den Handel zuständig. Keine der Bevölkerungsgruppen kann für sich angestammte Vorrechte reklamieren.
www.marriott.de/hotels/travel/mrumd-le meridien-ile-maurice/
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