Gate to Travel No 16
Ein Logenplatz am Atlantik, wie er schöner nicht sein kann, kein Mensch soweit das Auge reicht.
sind macht einem die Exklusivität dieses Naturgenusses voll bewusst. Es ist ein Segen, die einzigartige Skeleton Coast auf diese Weise erleben zu dürfen – doch Wilderness bietet noch einen weiteren Höhepunkt, der seinesgleichen sucht und sich ins Gedächtnis einbrennt.
Schiffswracks, deren Kapitäne Opfer dichten Nebels, unberechenbarer
Strömungen und heftigen Seegangs wurden. Dazwischen riesige Kolo nien von Kap-Pelzrobben an einer endlosen, wild tosenden Küste. Schier 500 (!) lange raue Küstenkilo meter, völlig naturbelassen, bilden ein einzigartiges wildromantisches Panorama. Wir beobachten eine Zeit lang die lustigen und sympathischen Seehunde, bevor es zu unserem liebevoll arrangierten Picknickplatz am Strand geht. Ein Logenplatz am Atlantik, wie er schöner nicht sein kann, kein Mensch soweit das Auge reicht. Nach dieser eindrucksvollen Er fahrung beginnt die Rückreise zum Camp mit einer weiteren Wilderness Überraschung. Es wurde ein Rück flug mit der Cessna organisiert, der diesem Ausflug ein würdiges Finale verleiht. Die Eindrücke aus der 4x4 Fahrt verwandeln sich aus der Vogel perspektive in einen vollkommen neuen Traum. Der 30-minütige Flug bis zum Camp gleicht einem Muse umsbesuch: Ort Namibia, Eintritt frei und die Erde schickt ein Bild moderner Kunst nach dem anderen nach oben. Durch diesen kurzen Flug sparen wir so viel Zeit, dass wir am späten Nachmittag noch unser Camp genießen können, ein weiteres, ganz eigenes Erlebnis. Direkt am Hoanib Flussbett inmitten völlig unberührter Natur gelegen kann dieses Camp nur
Es ist die vierstündige 4x4-Fahrt zur Küste, über die wilde Aue des Hoanib-Flusses und sanfte Dünen zum eisigen Atlantik, wo die aus antarktischen Gewässern ge speiste kalte Benguela-Strömung auf die warme Küstenwüste der Namib trifft und sich der für die Region berühmte morgendliche Nebel in den Dünen bildet. Auf der Fahrt durch den Skeleton Coast National Park wechselt die Landschaft ständig, oft sehen wir wildtier reiche Oasen, bis die Sanddünen immer höher und immer heller und gleichzeitig dunkler werden. Ein unendlich weites Schach brett aus weißen und schwarzen Dünen liegt uns zu Füßen und von diesem Augenblick an ist dies für mich einer der beeindruckendsten Plätze dieser Erde. Plötzlich stoppt Jamaal unseren Jeep, dreht eine Runde um das Auto und lässt Luft aus jedem Reifen. Danach geht es mit schwungvoller Fahrt auf den Scheitelpunkt der Sanddüne vor uns. Der Motor heult auf und mit letzter Kraft erreichen wir den Gipfel. Kaffeepause für den Jeep, für Jamaal und für uns. Ein schöneres Setting kann man sich nicht vor stellen und gestärkt nach etwas Koffein, Muffins und jeder Menge Adrenalin toben sich Jamaal und unsere beiden Töchter noch aus: Sprünge an der Dünenklippe, Rutschfahrten auf der Campingtischplatte und Purzel bäume im Sand – ein Wahnsinnserlebnis! Weiter geht es vorbei an einer stahlblauen Oase im weißen Sand bis die windgepeitschte Küste erreicht ist. Wieder eine neue Welt. Eine Komposition aus faszi nierender Fauna und malerischer Flora in der sich unzäh lige Schiffs-Wracks und gebleichte Knochen wie Mahnmahle aneinander reihen. Nicht nur die Knochen ehemals gestrandeter Wale haben der Skelettküste ihren Namen gegeben, sondern auch die Relikte zahlreicher
Gate to travel 16|2023
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