Gate to Travel No 16

schlüssel um, so dass der Wagen langsam und lautlos auf ein Wasserloch zurollt – alles ist still. Was sich wie in einem Amphitheater um das Wasserloch versammelt hat, hätten wir in dieser Zusammenstellung nie vermutet. Ele fanten, Giraffen, Zebras, Impalas, Gnus und mittendrin ein ebenfalls durstiger Löwe. Die Augen aller Pflanzen fresser, mit Ausnahme der Elefanten, sind dabei pausenlos auf den Löwen gerichtet, um frühzeitig zu erkennen, ob dieser nicht nur Durst sondern auch Hunger hat. Wir sehen uns dieses Schauspiel bestimmt eine Stunde lang an bevor wir den Park weiter erkunden. Nach dem Lunch bieten sich der Schatten der privaten Terrasse oder der Pool am besten zur Entspan nung an, bis wir um 15.30 Uhr bei Kaffee und Kuchen dann wieder aufgefordert werden, die Lieblingsplätze im Schiffswracks, deren Kapitäne Opfer dichten Nebels, unberechenbarer Strömungen und heftigen Seegangs wurden. Dazwischen riesige Kolo nien von Kap-Pelzrobben an einer endlosen, wild tosenden Küste. Schier 500 (!) lange raue Küstenkilo meter, völlig naturbelassen, bilden ein einzigartiges wildromantisches Panorama. Wir beobachten eine Zeit lang die lustigen und sympathischen Seehunde, bevor es zu unserem liebevoll arrangierten Picknickplatz am Strand geht. Ein Logenplatz am Atlantik, wie er schöner nicht sein kann, kein Mensch soweit das Auge reicht. Nach dieser eindrucksvollen Er Ein Logenplatz am Atlantik, wie er schöner nicht sein kann, kein Mensch soweit das Auge reicht. Jeep einzunehmen für den Game Drive ins wilde Ongava Reserve. Abner muss sich im dichten Buschwerk nun ausnahmslos auf sein Gespür und seine Erfahrung verlassen. Doch schon nach wenigen Minuten stehen wir mit abgestelltem Motor ganz dicht vor zwei jungen Löwen – höchstens fünf Meter trennen uns voneinander. Aber die lassen sich ganz und gar nicht aus der Ruhe bringen, schmusen und putzen sich oder re laxen unter ihrem Schattenbaum. Für uns geht es wenig später weiter über die staubige Piste und Abner folgt der Fährte fahrung beginnt die Rückreise zum Camp mit einer weiteren Wilderness Überraschung. Es wurde ein Rück flug mit der Cessna organisiert, der diesem Ausflug ein würdiges Finale verleiht. Die Eindrücke aus der 4x4 Fahrt verwandeln sich aus der Vogel perspektive in einen vollkommen neuen Traum. Der 30-minütige Flug bis zum Camp gleicht einem Muse umsbesuch: Ort Namibia, Eintritt frei und die Erde schickt ein Bild moderner Kunst nach dem anderen nach oben. Durch diesen kurzen Flug sparen wir so viel Zeit, dass wir am späten Nachmittag noch unser Camp genießen können, ein weiteres, ganz eigenes Erlebnis. Direkt am Hoanib Flussbett inmitten völlig unberührter Natur gelegen kann dieses Camp nur eines Nashorns, das ganz in der Nähe sein muss. Und tatsächlich sehen wir uns nach einigen Kehren durchs enge Gestrüpp dem kolossalen Dickhäuter gegenüber, der mit seinem Hinterhuf im Sand scharrt – es ist ein weißes Nashorn, das diesen erfolgreichen Tag krönt. Pünktlich zum Sonnenuntergang packt Abner an einem sicheren Platz seine rollende Bar aus und serviert den „ver dienten“ Sundowner – Well done Abner!

lediglich drei geräumigen Suiten zählt Little Ongava zu den exklusivsten Unterkünften Namibias. Verbunden werden die Gästeunterkünfte mit Holzstegen, die sich um Felsbrocken winden und sie mit dem einladenden reetge deckten Hauptbereich verbinden. Die Freude über diese wundervolle, romantische Lodge lässt sich kaum verbergen, jeder Winkel und Holz pfad von Ongava wird mit wohlwollenden Lauten kom mentiert, bis der Blick über die goldgelb gefärbte Weite des tieferliegenden Parks selbst diese in Ehrfurcht ver stummen lässt. Man wähnt sich im Paradies gelandet. Es öffnet sich eine große Lounge mit einer Bibliothek und einem Steinkamin, die auf eine ausladende Aussichts plattform mit Blick auf ein Wasserloch führt. Ein Ort wie geschaffen für einen Sundowner. sind macht einem die Exklusivität dieses Naturgenusses voll bewusst. Es ist ein Segen, die einzigartige Skeleton Coast auf diese Weise erleben zu dürfen – doch Wilderness bietet noch einen weiteren Höhepunkt, der seinesgleichen sucht und sich ins Gedächtnis einbrennt.

Es ist die vierstündige 4x4-Fahrt zur Küste, über die wilde Aue des Hoanib-Flusses und sanfte Dünen zum eisigen Atlantik, wo die aus antarktischen Gewässern ge speiste kalte Benguela-Strömung auf die warme Küstenwüste der Namib trifft und sich der für die Region berühmte morgendliche Nebel in den Dünen bildet. Auf der Fahrt durch den Skeleton Coast National Park wechselt die Landschaft ständig, oft sehen wir wildtier reiche Oasen, bis die Sanddünen immer höher

Die ersten namibischen Sonnenstrahlen streicheln das Gesicht und während noch vage Erinnerungen an den letzten Traum durchs Gedächtnis schweben lässt ge waltiges Löwengebrüll das Bett erzittern und die Realität schlagartig ins Bewusstsein treten – man ist mitten in Afrika. Nach diesem einheimischen Weckruf begibt man sich bestens ausgerüstet mit Sonnencreme, Fernglas, Safari-Montur und Kamera voller Vorfreude zum Frühstück und macht auf dem Holzpfad bereits die erste Bekannt

Alleine 114 Säugetier arten finden hier ein Zuhause, unter ihnen das vom Aussterben bedrohte schwarze Nashorn oder die riesigen Etosha-Elefanten. brett aus weißen und schwarzen Dünen liegt uns zu Füßen und von diesem Augenblick an ist dies für mich einer der beeindruckendsten Plätze dieser Erde. Plötzlich stoppt Jamaal unseren und immer heller und gleichzeitig dunkler werden. Ein unendlich weites Schach

Damaraland Östlich der Skelettküste im Inland Namibias gelegen, erstreckt sich das Damaraland zwischen Etosha Na tionalpark im Norden bis hin nach Usakos im Süden auf einem Gebiet, das durch unberührte Wüstenberge, struppige Hochebenen und endlos erscheinende Mondlandschaften gekennzeichnet ist. Eingebettet in diese einzigartige Landschaft mit ihren rötlich schimmernden Steppen und zerklüfteten Felsen begrüßt das mehrfach preisgekrönte und vom National Geographic Traveller 2013 als authentischste und nachhaltigste Lodge ausgezeichnete DAMARA LAND CAMP seine Besucher. Mit seinen urigen Cottages und seinem offen geschnittenen Haupthaus prä sentiert sich das Camp als klassische Safari-Unterkunft in authentischem Setting. Dies war das erste Wilder ness Camp in Namibia, von hier aus scheint die namibische Ästhetik der

Marke entstanden zu sein. Erd-, Khaki- und Holztöne sind alltäglich, dazu Ocker- und Cremetöne. Diese verleihen dem DAMARALAND CAMP das klassische Safari-Feeling mit Korbmöbeln, strohgedeckten Vordächern und Schilfmarkisen. Nur mit geländegängigen Fahr zeugen inklusive Allradantrieb oder Kleinflugzeug zu erreichen, präsen tiert sich das im malerischen Flusstal des Huab River gelegene DAMARA LAND CAMP als echte Naturoase. Wir werden vom gesamten Damaraland Camp -Team mit einem wunderschönen „Welcome“-Song empfangen. Die Freude und Begeis terung, mit der alle Singen und Tanzen ist herzerwärmend und rührend, die Laune beim Betreten der Lodge ent sprechend hervorragend. Bereits im Hauptgebäude offenbart sich das Highlight dieser Lodge: die riesige Veranda mit vielen gemütlichen

Jeep, dreht eine Runde um das Auto und lässt Luft aus jedem Reifen. Danach geht es mit schwungvoller Fahrt auf den Scheitelpunkt der Sanddüne vor uns. Der Motor heult auf und mit letzter Kraft erreichen wir den Gipfel. Kaffeepause für den Jeep, für Jamaal und für uns. Ein schöneres Setting kann man sich nicht vor stellen und gestärkt nach etwas Koffein, Muffins und jeder Menge Adrenalin toben sich Jamaal und unsere beiden Töchter noch aus: Sprünge an der Dünenklippe, Rutschfahrten auf der Campingtischplatte und Purzel bäume im Sand – ein Wahnsinnserlebnis! Weiter geht es vorbei an einer stahlblauen Oase im weißen Sand bis die windgepeitschte Küste erreicht ist. Wieder eine neue Welt. Eine Komposition aus faszi nierender Fauna und malerischer Flora in der sich unzäh lige Schiffs-Wracks und gebleichte Knochen wie Mahnmahle aneinander reihen. Nicht nur die Knochen ehemals gestrandeter Wale haben der Skelettküste ihren Namen gegeben, sondern auch die Relikte zahlreicher

schaft mit einem quietschfidelen Erdmännchen. Die zweite Bekanntschaft wird von längerer Dauer, denn es ist unser Guide Abner, der kurz das Tagesprogramm vor stellt: vormittags Etosha Park inklusive einiger gut be suchter Wasserstellen und am Nachmittag ein Game Drive im etwas wilderen privaten Ongava Reserve. Derart eingestimmt stehen wir kurz nach dem Frühstück am Rande des mit fast 23.000 Quadratkilometern größten Naturschutzgebiets Namibias, von denen die imposante Salz- und Lehmpfanne von Etosha rund 4.800 Quadratkilometer einnimmt. Alleine 114 verschiedene Säugetierarten finden hier ein Zuhause, unter ihnen das vom Aussterben bedrohte schwarze Nashorn oder die riesigen Etosha-Elefanten. Abner steuert zielstrebig durch den Park, biegt einige Male ab und dreht schließlich unvermittelt den Zünd-

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