Gate to Travel No 16

demokratisches Parlament gegrün det, eines der ersten der Welt. Daher ist für die meisten Isländer Þingvellir ein heiliger Ort. Aber auch der geologische Pro zess, der das Land im Þingvellir- Na tionalpark formte ist in jeder Hinsicht einmalig. Die eurasische und die nord amerikanische tektonische Platte treffen in Þingvellir aufeinander. Sie bewegten sich für lange Zeit aus einander und kreierten das drama tische und zerklüftete Schluchtental, das durch das Areal verläuft. Þing vellir ist eine der außergewöhnlichs ten geologischen Stätten Islands, fast schon der Welt. Der Grund dafür ist, dass man in Þingvellir sehr deutlich sehen kann, wie die zwei Kontinen talplatten auseinanderdriften. Seit 2004 ist Þingvellir aufgrund seiner geologischen Einmaligkeit und histo rischen Bedeutung Teil des UNESCO Weltkulturerbes. TIPP: Silfra ist eine Spalte, die direkt durch den Kontinentaltreffpunkt ver läuft. Sie formte sich durch ein relativ junges Erdbeben und füllte sich rasch mit extrem klarem Wasser, das über Jahrhunderte durch die Lavafelder aus dem Langjökull- Gletscher gefiltert wurde. Man sagt, dass man hier die beste Sichtweite zum Tauchen auf der Welt findet! Deshalb werden dort Schnorchel- und Tauchtouren an geboten. Die Erfahrung, zwischen den Kontinentalplatten zu tauchen ist ein einmaliges Erlebnis. Þingvellir liegt ebenfalls im Goldenen Kreis. DER SELJALANDSFOSS ist nicht der größte, höchste, wasserreichste Wasserfall. Er ist auch keiner, bei dem man die urwüchsige Gewalt riesiger Wassermengen spürt, wie etwa beim Gullfoss oder Dettifoss. Seine Besonderheit: Man kann ihn komplett umrunden und das Wasser von hinten beobachten. Hinter dem Wasserfall ist es durch die Gischt überall feucht bis nass und der Weg ist glitschig. Man ist gut beraten, dichte Regenkleidung an zuziehen und vorsichtig zu gehen. Objektiv und Kamera bekommen hier sehr viel Spritzwasser ab. Ein Regen schutz für die Kamera ist definitiv eine gute Investition. So feucht und voll es hier auch ist, es birgt eine be sondere Faszination, hinter den Seljalandsfoss zu gehen. Bei strahlendem Sonnenschein lassen sich besonders schöne Fotos machen, auch wenn er schon längst kein Geheimtipp mehr ist und als totfotografiert gilt. Der Seljalandsfoss liegt direkt an der Ringstraße am östlichen Rand des Eyjafjöll. DER GOÐAFOSS „Der göttliche Wasserfall“ gehört zwar nicht zu den größten aber ohne Zweifel zu den schönsten Wasserfällen Islands. Das Wasser des Flusses Skjálfan dafljót („Der bebende Fluss“) ist hier von einem türkis farbenen Leuchten. Wie ein lebendiger Vorhang fällt das Wasser des Goðafoss in breiten Kaskaden über eine halb runde Kante herab, die einem Amphitheater gleicht. Steigt man am Ostufer über einen der kleinen Pfade auf Flusshöhe hinunter kann man dieses Amphitheater haut nah bewundern. Man ist hier den Wassernebeln, die aus mikroskopisch kleinen Wassertropfen bestehen, be sonders nah und kann die Frische atmen. Goðafoss liegt im Nordosten Islands, direkt an der Ringstraße. DER SKÓGAFOSS liegt am Skogá-Fluss im Süden Islands etwa 30 km nach dem Seljalandsfoss und 409 km vor Vik. Die Klippe, von der das Wasser in die Tiefe rauscht, bildet einen Teil der früheren Meeresküste, die heute etwa fünf Kilometer weiter im Landesinneren liegt. Man kann sich gut vorstellen, wie unglaublich diese Küste früher ausgesehen haben muss! Skógafoss liegt inmitten einer unglaublichen Landschaft. Auf der östlichen Seite führt ein Weg zum berühmten Fimmvörðuháls-Pass. Unzählbar – Die Wasserfälle

GEYSIRE · Mächtig beeindruckend ist es, wenn Wasser mit einem lauten Knall und unglaublichen Druck aus der Erde viele Meter in den Himmel schießt. Dieses Natur spektakel kann man nur an wenigen Plätzen auf der Erde betrachten, einer davon ist auf Island. Die Mutter aller Geysire wird in Island auch nur Geysir genannt und wird vom isländischen Wort „geysa“ abgeleitet, was so viel wie ‚herausströmen‘ oder ‚sprudeln‘ heißt. Eigentlich schießt der Geysir das Wasser mit Rekord höhen von bis zu 122 Metern (nach einem Beben im Jahr 2000) hoch in die Luft. Im Inneren herrschen Wassertem peraturen von bis zu 125 °C. Er ist der erste entdeckte Geysir in Europa und zieht seitdem Besucher an, doch seit 2003 sind die Ausbrüche des ursprünglichen Großen Geysirs äußerst rar geworden. Unweit davon befindet sich jedoch der Strokkur, der alle vier bis zehn Minuten ausbricht und dabei Höhen von 15 bis 20 Metern erreicht. Das Heißwassertal Haukadalur mit den Geysiren befindet sich im Goldenen Kreis und ist sicher eine der am meisten frequentierten Attraktionen. JÖKULSÁRLÓN – die „Gletscherflusslagune“ zählt zu den Kronjuwelen Islands, der schwarze Strand daneben wird sogar Diamond Beach genannt – die Eisblöcke auf dem Sand erinnern an Diamanten, die in der Sonne glitzern. Für mich ist es eines der Top Highlights auf Island. Die Gletscherlagune Jökulsárlón liegt direkt neben dem Vatnajökull, Europas größtem Gletscher. Der Vatnajökull und seine Umgebung bilden Islands größten National park und den zweitgrößten Nationalpark in Europa – nach dem Yugyd Va in Russland. Die Lagune entsteht auf natürlichem Wege aus dem Wasser, das vom Gletscher abschmilzt; sie wird Jahr für Jahr größer, während große Eisblöcke von dem schrumpfenden Gletscher abbröckeln. Die Eisbrocken, die in die Lagune fallen, schmelzen lang sam und treiben aufs Meer hinaus; dort bersten die at lantischen Wellen auf sie nieder und spülen sie an den schwarzen Vulkanstrand, der sich am Ufer erstreckt. Man sollte auf jeden Fall eine Bootstour zum Gletscher machen. Von der Ferne sieht der ziemlich „normal“ aus. Nähert man sich dem Gletscher jedoch mit dem Boot, wird es zu einem eindrucksvollen Spektakel. Die Boots tour muss man vorab buchen, ansonsten kann es bei dem Ansturm, den Jökulsárlón erlebt, zu einer Enttäuschung DER GULLFOSS Wasserfall ist eine der schönsten und bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Island und liegt direkt am berühmten Goldenen Kreis. Der Name Goldener Kreis stammt vom Namen des Gullfoss, der übersetzt ‚Goldene Fälle‘ oder ‚Wasserfall aus Gold‘ bedeutet. Über zwei gewaltige, fast im rechten Winkel zueinander stehende Kaskaden, stürzt das Wasser des Gletscherflusses Hvítá in eine 2,5 Kilometer lange und 70 Meter tiefe Schlucht. An warmen Sommertagen donnern pro Sekunde bis zu 1.200 Kubikmeter Wasser in die Tiefe. Die obere Stufe des Wasser falls hat eine Höhe von elf Meter, die untere Stufe erreicht eine Höhe von 20 Metern. Der Parkplatz am Gull foss ist ziemlich groß, da sich kaum ein Tourist dieses Schauspiel ent gehen lässt. Dass man den Gullfoss heute noch besuchen kann, ist der Bauerntochter Sigríður Tómasdóttir vom nahegele genen Brattholt-Hof zu verdanken. In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts plante eine englische Gesellschaft, am Gullfoss ein Wasser kraftwerk zu errichten. Sigríður Tómasdóttir kämpfte jahrelang ju ristisch gegen dieses Vorhaben und drohte sogar, sich in die Fluten zu stürzen. Schließlich hatte sie einen derart großen öffentlichen Druck er zeugt, dass sich der isländische Staat zum Eingreifen genötigt sah. Auf grund einer zu spät gezahlten Pacht rate konnte der Staat den Pachtver trag für das Land beenden und den Gullfoss erhalten. Ein Denkmal und der Sigríður-Weg erinnern an Sigríðurs

kommen. Es empfiehlt sich, gleich am Morgen die erste Tour zu nehmen, denn dann ist es noch sehr ruhig und angenehm am Gletschersee, bevor der große Ansturm kommt. Wir raten Ihnen dringend, ein kleines Boot zu buchen. Der Mehrpreis lohnt sich wirklich, denn die kleinen Boote kommen dem Gletscher viel näher, sind sie doch kleiner und wendiger, wenn die Eisbrocken immer dichter werden. www.icelagoon.is MÝVATN · Das Wasser des Mývatn besitzt einen aus gesprochen hohen Grad an biologischer Aktivität, da der Gehalt an Nitrogen, Phosphor und anderen Nährstoffen hier sehr hoch ist. Dadurch gibt es einen Überschuss an Pflanzen und Algen, die beide um die Vorherrschaft kämpfen! Der See ist ein wichtiges Vogelschutzgebiet, in dem viele Entenarten und andere Wasservögel beobachtet werden können, leider ist er aber auch ein Eldorado für die Mücken, die ihm seinen Namen gaben – Mückensee. In unmittelbarem Umfeld des Sees gibt es viel zu ent decken und vielfältige Wandermöglichkeiten. Es wäre viel zu schade, hier nur schnell durchzurauschen. Man sollte hier zwei Nächte einplanen. Von hier aus lässt sich auch bequem der Dettifoss besuchen, wie auch die Stadt Húsavík, die Walbeobachtungs-Metropole Europas! H úsavík ist bekannt für die Vielfalt an Walarten, die sich am und um den Fjord aufhalten. Am Hafen geht man an Bord eines der traditionellen Eichenschiffe, welche ursprünglich als Fischereifahrzeuge gebaut und als solche für viele Jahre verwendet wurden.

Ungefähr drei Stunden ist

man auf dem Wasser, um das reiche Meeresleben in der Bucht zu erfor schen und zu bestaunen. Die Skjál fandi-Bucht ist die Heimat von rund 24 Walarten. Die vier häufigsten sind der Zwergwal, Schweinswal, Buckel wal und Weißschnauzendelphin. Mit etwas Glück kann man auch Blau wale, Killerwale (Orcas), Finnwale oder Grindwale sichten! Es empfiehlt sich, die Tour im Voraus online zu buchen. www.gentlegiants.is HVÍTSERKUR · Ein traumhaftes Fotomotiv bildet dieser bizarre Felsen und man sollte die 15 Kilometer lange Schotterpiste zum Hvítserkur auf jeden Fall einplanen. Auch ein Spaziergang entlang des Strandes ist ein einmaliges Naturerlebnis. SNÆFELLSNES · Da die Halbinsel Snæfellsnes so viele verschiedene Sehenswürdigkeiten aufweist, wird sie oftmals als „Island in Miniatur“ bezeichnet. Sie bietet einen Vulkan und einen Gletscher, Lavafelder,

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