CF_4_2021

FUNDAMENT

Besser gemeinsam als einsam Besonders in Krisensituationen zeigt sich, ob und wie gut eine Gemeinschaft funktioniert.

I n diesem Sommer habe ich mich mal wieder intensiv mit

rer, besonders der Schwachen, zu nehmen. Mir scheint, dass diese Lebenshaltung sich in weiten Teilen der westlichen, also auch unserer Gesellschaft durchgesetzt hat. LICHTBLICKE FÜR DIE GEMEINSCHAFT Aber eben nur teilweise: Bei dem furchtbaren Sommerhochwasser 2021 zeigte sichwieder einmal, dass der Mensch häufig doch kein ego- istisches Individuum ist, das nur an sich denkt. In der Not standen und stehen viele Menschen einander bei und helfen mit ihren oft begrenzten Möglichkeiten da, wo sie können, egal ob ehrenamtlich oder haupt- beruflich: in der Freiwilligen Feu- erwehr, im Technischen Hilfswerk (THW), in der Bundeswehr oder in medizinischen Rettungs- und Ver- sorgungsdiensten; nicht selten auch ganz spontan und ungezwungen,

Philosophie beschäftigt. Einige der Fragen, die sich Philosophen im letzten Jahr- hundert stellten, waren: Gibt es außerhalb von mir Bewusst- sein? Wie wirklich ist die Realität? Und welche Rolle spielen ‚die an- deren‘ in meiner Realität? Die Antworten dieser Denker fielen natürlich sehr unterschiedlich aus: Einige wollten alles dem ‚Willen des Kollektivs‘ unterordnen. In seinen schlimmsten Auswüchsen führte solches Denken zum Nationalsozi- alismus in unserem Land sowie bis noch vor 30 Jahren zumKommunis- mus in Osteuropa. Eine andere Extremform ist ein zügelloser Liberalismus, der alles der ‚Freiheit des Einzelnen‘ unter- ordnet, oftmals ohne Rücksicht auf die berechtigten Bedürfnisse ande-

Grafik: Getty Images

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CellitinnenForum 04 | 2021

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