Blickpunkt Schule 3 2026

erfolgen, denn das Fach Deutsch kann nicht das Sammelbecken für sämtliche sprachliche Herausforderungen im Kon text von Schule sein. Aus diesem Grund sieht der Vorstand im FV Hessen, neben dieser auf die Unter richtspraxis bezogenen Arbeit, seine Auf gabe auch darin, die Interessen und Anlie gen der Deutschlehrkräfte und des Faches Deutsch im Land Hessen gegenüber der Politik und öffentlichen Verwaltung zu ar tikulieren und zu vertreten. Ebenso wollen wir die Kooperation und Vernetzung mit anderen schulischen Fachverbänden und Lehrkräftevertretungen suchen, um ge meinsame Interessen und Anliegen brei ter bearbeiten zu können. Für unsere Mitglieder stellen wir viermal im Jahr die gedruckte Version der Mittei lungen des Deutschen Germanistenver bandes zur Verfügung, wobei es zusätzlich eine Online-Version mit Zugriff auf neue und alte Ausgaben gibt. Darüber hinaus haben unsere Mitglieder die Möglichkeit, vergünstigte Konditionen für einschlägige Fachzeitschriften zu erhalten. Unser digi taler Newsletter mit ausgewählten fachli chen und fachpolitischen Informationen erscheint zweimal im Jahr und wird über E-Mail zugestellt. Daneben haben unsere Mitglieder Zugriff auf unser Intranet mit Beiträgen von Tagungen, Berichten über Fortbildungen und Beispielen aus der Unterrichtspraxis. Der Fachverband Deutsch in Hessen möchte eine Plattform für kollegialen Austausch und Begegnung sein, er möchte Deutschlehrkräfte in allen beruf lichen Phasen begleiten und mit ihnen gemeinsam an Fort- und Weiterbildun gen arbeiten und Interessen der Kollegin nen und Kollegen in einer sich verändern den Bildungslandschaft vertreten. Philipp Mohm | Hessischer Landesvorsitzender des Fachverbands Deutsch im Deutschen Germanistenverband

12 Historisch-politische Lernorte | Fachverbände stellen sich vor

n Das ehemalige Krankenhausgebäude steht seit 2006 leer. Es soll mitsamt Gelände zukünftig im Rahmen des Projektes ‘Gedenk- und Lernort Kalmenhof’ entwickelt werden Foto: Gedenkstätte Hadamar, 2024

Der Kalmenhof Von der fortschrittlichen Fürsorgeeinrich- tung zur Mordstätte der NS-’Euthanasie’ 1888 gründeten Frankfurter Bürger und Sozialpolitiker unter schiedlicher Konfessionen den gemeinnützigen ‘Verein für die Idiotenanstalt zu Idstein’, der zum Träger einer Behinderten- und Fürsorgeeinrichtung im nahe gelegenen Idstein wurde. Der Verein erwarb dort Gelände und den Gebäudekomplex ‘Kal menhof’. Die Zahl der untergebrachten sogenannten Zöglinge wuchs stetig. Im Laufe der Zeit wurden aus diesem Grund meh rere Häuser dazugekauft, zum Teil abgerissen und neu gebaut. Z iel der Einrichtung war, die dort untergebrachten Men schen zu pflegen, berufs Vor allem in den 1920er-Jahren verstand sich die Heilerziehungs anstalt Kalmenhof als ein Ort des

vorbereitend zu betreuen und nach Möglichkeit auszubilden. Der Kalmenhof verfügte deshalb über Kindergartenräume, Klassen zimmer und verschiedene Ausbil dungsstätten wie eine Gärtnerei, Bäckerei, Schmiede, Schneiderei und Schreinerei. Die Einrichtung nahm Kinder evangelischen, katholischen und jüdischen Glaubens auf und gewährleistete für Letztere auch die Versorgung mit koscheren Speisen.

Fortschritts. Hier fanden neue Therapiekonzepte Anwendung. Bald nach der nationalsozialisti schen Machtübergabe 1933 wurde der Kalmenhof gleichgeschaltet, unter kommunale Kontrolle ge bracht und nach nationalsozialisti schen Vorstellungen ausgerichtet. 1 Wo zuvor die Erziehung und Aus bildung von Kindern und Jugend lichen mit Behinderungen im Vordergrund stand, wurden die Zöglinge in der zunehmend über füllten Einrichtung nun unzu-

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