Blickpunkt Schule 3 2026

Gleichheit ist noch keine Gerechtigkeit Mathias Brodkorb und Klaus Zierer gegen die ‘Tyrannei der Gleichheit’

Rezension

eine gesellschaftliche Notwendigkeit im Sin ne einer funktionierenden Volkswirtschaft, Leistung einzufordern sei auch ein pädago gisch-ethisches Postulat, geboren aus der Überzeugung, dass jeder junge Mensch diese auf einem bestimmten Feld erbringen kann, aber deswegen keinesfalls jeder denselben schulischen Bildungsgang durchlaufen oder denselben Abschluss erwerben müsse. Nicht alle Erkenntnisse Brodkorbs und Zierers sind neu, aber alle Beispiele und alle folgerichtigen Forderungen sind lesenswert und diskussionswürdig. Eine durchweg emp fehlenswerte Lektüre!

Eine Buchrezension von Walter Tetzloff D ieses Buch provoziert, aber es faszi niert auch. Wir alle kennen die politi schen Forderungen nach gleichen Chancen, gleichen Gegebenheiten in den Bildungseinrichtungen und nach Gleichheit im gesellschaftlichen Umfeld. Gleichheit als Endziel aller politischen Bemühungen. Gebetsmühlenartig wird sie postuliert, und nicht selten wird das Grundgesetz als Legiti mation dieser Forderungen herangezogen. Schluss damit! Das fordern jetzt zwei namhafte Persönlichkeiten aus der deut schen Bildungslandschaft, nämlich Mathias Brodkorb (Schwerin) und Klaus Zierer (Augs burg). Während der Erstgenannte reichlich Erfahrungen mit der politischen Legislative und Exekutive, in diesem Fall in Mecklen burg-Vorpommern, sammelte und nun aber die publizistische Arbeit vorzieht, ist Profes sor Klaus Zierer ein international renom mierter Wissenschaftler, der die Erziehungs wissenschaftler mit seinen Veröffentlichun gen bereichert hat. Beide Autoren sind streitbar und diskussionsfreudig und beide verstehen es, ihr Anliegen fundiert und gleichzeitig verständlich zu vermitteln. Und dieses Anliegen ist die geforderte saubere Trennung von Gleichheit und Ge rechtigkeit. Es ist eben nicht gewährleistet, dass die gleichen Bedingungen in der Schule oder eine einheitliche Schulstruktur den ein zelnen Schülerinnen und Schülern auch gleichzeitig gerechtere Bildungs- und Ent faltungsmöglichkeiten gewährleisten. Dies ist – unterlegt mit zahlreichen ein leuchtenden Beispielen – das Hauptthema des handlichen Buches, in dem unterschied liche Neigungen und Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen auch unterschiedliche Förderung verlangen. Gleiches gilt für die Voraussetzungen in den Elternhäusern, wo mit nicht allein migrationsbedingte Sprach barrieren gemeint sind. Beide Autoren plädieren überdies für eine entschiedene Rückkehr zum Leistungs begriff. Leistung einzufordern sei nicht allein

Erstveröffentlichung in PROFIL 4/2026

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ZUM BUCH

Bildquelle: MSB-Verlag

Foto: Krism|AdobeStock KI-generiert

Mathias Brodkorb, Klaus Zierer: Tyrannei der Gleichheit Für mehr Gerechtigkeit in Schule und Gesellschaft Matthes & Seitz Berlin-Verlag | 2026 Klappenbroschur 192 Seiten| ISBN: 978-3-7518-2115-5 9783751821155 | Preis: 20,00 Euro eBook 192 Seiten| ISBN: 978-3-7518-2116-2 | Preis: 16,99 Euro

SCHULE 3|2026

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