Blickpunkt Schule 3 2026

durchgeführte JIM-Studie Jugend, Information, Medien. Basisunter suchung zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger aus dem Jahr 2025 stützt das, was Teil schulischer Realität ist: »Das Thema künstliche Intelligenz ist inzwischen im Alltag von Jugend lichen an gekommen. Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob Jugendliche KI einsetzen, sondern wie häufig, in welcher Form und wofür. Dabei gaben 74 Prozent der Befragten an, dass sie KI für Hausaufgaben und zum Lernen verwenden, ein Anstieg von 9 Prozent gegenüber der Vorjahresbefragung. Die Häufigkeit, KI als Informations quelle zu nutzen, lag bei 70 Prozent und stellt einen Anstieg von 27 Pro zent gegenüber 2024 dar« (JIM-Stu die 2025: 61 ff.). 1 [s. Abbildung 1] Die Ergebnisse der JIM-Studie aus dem Jahr 2025 gekoppelt mit dem Wissen sowohl um die hohen Ge schwindigkeiten als auch die erkenn baren Qualitätssprünge von KI-An wendungen führen unweigerlich dazu, dass weder das im Einstieg skizzierte Beispiel noch das sich daraus erge bende Fragespektrum abstrakt sind und bleiben werden. Das Gegenteil ist der Fall. Und weil dies so ist, prägen Gespräche mit folgenden Inhalten nicht nur den Austausch in den Leh rerzimmern, sondern füllen gleicher maßen Diskussionen in Fach- und Gesamtkonferenzen, Fortbildungsver anstaltungen, Debatten zur ersten und zweiten Phase der Lehrkräfteaus bildung, wissenschaftliche Auseinan dersetzungen sowie bildungspolitische Diskurse:

schen Aufsatz ad acta legen oder gilt es nicht vielmehr auch selbst bewusst für die Bedeutung und den Wert von all jenen Leistungsnach weisen einzustehen, die von KI- Anwendungen innerhalb weniger Sekunden fehlerfrei gelöst werden können?  Fordern KI-Anwendungen geradezu auf und ein, Leistungsnachweise thematisch enger, methodisch ge führter und im Sinne der Bewertung kontrollierter und kontrollierbarer aufzustellen, oder sind nicht gerade inhaltlich herausfordernde, den Prozess integrierende und metho disch anspruchsvolle Aufgabenstel lungen die richtigen Antworten auf die Fragen der Zeit und den Ver antwortlichkeiten für die Zukunfts fähigkeit von Schülerinnen und Schülern?  Mit welchen Zumutungen sind Lehrkräfte, aber auch Schülerinnen und Schüler im Zusammenhang mit den Möglichkeiten konfrontiert, dass KI-Anwendungen gestellte Aufgaben vermeidlich besser und schneller erledigen können, sodass Anstrengung, Leistung und ge rechte Leistungsbewertung nicht nur obsolet, sondern geradezu absurd erscheinen könnten?  Wie können KI-robuste(re) Formate von Leistungsnachweisen ausse hen?  Fordert KI Schule primär im Sinne technischen Fortschritts heraus oder haben wir es hier vielmehr mit einem echten Paradigmenwechsel zu tun, der aktuell auch dazu führt, als wäre man mit Selbstverständ nissen von Leistungsbewertungen

»plötzlich auf einen anderen Plane ten versetzt worden, wo vertraute Gegenstände in einem neuen Licht erschienen, sich unbekannte hinzu gesellen, wir neue Vokabeln und neue Begriffe benötigen« (vgl. Kuhn 1976: 68, 123) und wenn dies so sein sollte, was macht das mit Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und Schule?  Lassen KI-Anwendungen auf ein mal etwas zu, was aufgrund unter schiedlicher Gegebenheiten bislang keiner Lehrkraft möglich sein konnte: jede Schülerin und jeden Schüler individuell und individuali siert zu fördern?  Öffnet sich womöglich gerade die Schwelle zu Formen und Formaten schulischen Lernens, die sich Lehr kräfte originär wünschen und die etwas möglich werden lassen, wo für sie sich mit der Immatrikulation auf den Weg gemacht haben und wofür sie Tag für Tag antreten: allen Kindern und Jugendlichen durch schulisches Lernen neue Welten öffnen und damit Chancen für ein selbstbestimmtes gedeihliches Leben mit auf den Weg geben?  Welche Kompetenzen benötigen Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrkräfte, um souverän mit der neuen Technologie zu inter agieren?  Welche rechtlichen und techni schen Anforderungen an das Bildungssystem gehen mit dem Einsatz von KI-Anwendungen einher? Nicht nur nicht einfach, sondern richtig schwierig Jede der zuvor aufgeworfenen Fragen trägt sicherlich das Potenzial für en gagiert zu führende Diskussionen in sich. Gleichzeitig, und dies liegt in be sonderer Weise in der Natur der Sa che , lässt sich keine der aufgeworfe nen Fragen schnell noch abschließend beantworten. Ohne an dieser Stelle ausführlich darauf eingehen zu kön nen, was an dieser Stelle die Natur der Sache ausmacht, nur so viel: Das Fin den von Antworten auf zuvor gestellte

Titelthema

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 Müssen wir in der Schule Leis tungsnachweise wie den klassi

Abbildung 1

SCHULE 3|2026

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