Blickpunkt Schule 3 2026

Leistungsbewertung reflektiert und umsichtig gestalten

Titelthema

Schulische Leistungsbewertung steht immer wieder unter Recht fertigungsdruck. Zwischen indivi dueller Förderung, alternativen Rückmeldeformaten und dem An spruch auf Vergleichbarkeit stellt sie ein bildungspolitisches Kon fliktfeld, häufig verbunden mit Ar beitsverdichtung für Lehrkräfte, dar: differenzierter fördern, indivi dueller rückmelden, vielfältiger prüfen – und zugleich objektiv, gerecht und rechtssicher bewer ten. Umso wichtiger ist die Rück besinnung auf Grundlagen: Was verstehen wir unter Leistung, wel chem Zweck dient ihre Bewertung – und was ist unter schulischen Bedingungen verlässlich leistbar?

Anforderungen. Schülerinnen und Schüler lernen, sich an eigenen und fremdgesetzten Maßstäben weiter zuentwickeln. Und für Lehrkräfte folgt daraus: Leistungsbewertung ist kein tech nischer Akt, sondern Kern professio nellen Handelns. Leistungsmessung und Leistungsbewertung unterscheiden Didaktisch zentral ist die Unterschei dung zwischen Leistungsmessung (Messung und Erhebung der Leis tung) und Leistungsbewertung als Bewertung durch pädagogische Ein ordnungen anhand ausgewählter Maßstäbe. Messung kann standardi siert und zunehmend digital unter

von PROF. DR. SUSANNE LIN-KLITZING Vorsitzende des Deutschen Philologen verbandes

Leistung aus bildungs theoretischer Sicht Im Sinne Wolfgang Klafkis ist Leistung das Ergebnis und der Vollzug einer zielgerichteten Tätigkeit, die Anstren gungsbereitschaft, Selbstüberwin dung und Orientierung an Güte maßstäben verlangt. Leistung umfasst damit Einsatzbereitschaft, Ausdauer und die ernsthafte Aus einandersetzung mit fachlichen

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