SCHWEIZER GEMEINDE 12 l 2016
72
GEMEINDEN/COMMUNES
Rümlang ZH
Kosovos Bildungsminister zu
Gast beiVerwaltungsfachleuten
An der Impulstagung, die derVerein Zür-
cher Gemeindeschreiber und Verwal-
tungsfachleute (VZGV) am 3. November
in Rümlang durchführte, standen die
Themen Digitalisierung und duales Bil-
dungssystem im Zentrum. An der Ta-
gung nahmen auch Arsim Bajrami, Bil-
dungsminister der Republik Kosovo, und
sein politischer Berater Zenun Halili teil.
Wie der «Zürcher Unterländer» berich-
tet, ist für Bajrami der duale Bildungs-
weg, wie die Schweiz ihn kennt, die
beste Antwort auf die Herausforderun-
gen im Arbeitsmarkt. «Ich sehe dieses
System als optimal an, um eine Verbin-
dung zwischen Schule und Beruf zu
schaffen – und damit auch kompetente
Arbeitskräfte», sagte er. SeineVision sei
es, im Kosovo ein vergleichbares Sys-
tem umzusetzen. Ausserdem werden
sich die Schulen dort spätestens ab dem
Jahr 2021 mit Digitalisierung, neuen Un-
terrichtsmethoden und angepassten
Lehrgängen für Lehrpersonen auseinan-
dersetzen, heisst es im Artikel des «Zür-
cher Unterländers». Der kosovarische
Bildungsminister und der VZGV pflegen
seit geraumer Zeit einen Austausch. Gi-
orgio Ciroli, Gemeindeschreiber von
Rümlang, hatte im vergangenen Früh-
ling den Kosovo mit einer Gruppe von
Kolleginnen und Kollegen anderer
Gemeindeverwaltungen besucht.
red
Bern
Berner Statthalter erhalten
neue Rolle im Asylbereich
Die Berner Regierungsstatthalter erhal-
ten eine neue, zusätzliche Aufgabe.
Droht ein Mangel an Asylunterkünften,
können sie künftig die Gemeinden unter
bestimmten Bedingungen anweisen,
Plätze zur Verfügung zu stellen. Diese
Neuerung beschloss der bernische
Grosse Rat am 24. November anlässlich
einer Revision des kantonalen Einfüh-
rungsgesetzes zumAusländer- undAsyl-
gesetz. Diese Revision hat direkt mit der
neuen bernischen Asylstrategie zu tun,
welche der Grosse Rat tags zuvor verab-
schiedet hatte. Die Statthalter kommen
bei einer sogenannten «angespannten
Lage» im Asylwesen zum Zug. Diese
Lage definiert das Gesetz als Zustand, in
dem die Zahl der Asylsuchenden innert
weniger Monate die Zahl der zur Verfü-
gung stehenden Betten zu übersteigen
droht. Zudem fehlt es an genügend
Wohnraum auf dem freien Markt. In ei-
ner solchen Lage gibt die Kantonsregie-
rung den Statthaltern die Aufgabe, in
einem ersten Schritt zusammen mit den
Gemeinden nach Unterkünften zu su-
chen. Bleibt das erfolglos, können die
Statthalter die Gemeinden anweisen,
Plätze zurVerfügung zu stellen. Allenfalls
können die Statthalter gar selber Unter-
künfte bezeichnen. Die Zwangsmassnah-
men dauern maximal zwei Jahre. Wenn
eine Gemeinde nicht einverstanden ist
und Beschwerde erhebt, kommt dieser
keine aufschiebendeWirkung zu. Die an-
deren Stufen neben «angespannter
Lage» sind «normale Lage» und «Not-
lage». Die Berner Regierung reagiert mit
dieser neuen Regelung auf die Probleme
des Jahres 2015. Letztes Jahr brachte die
bernische Polizei- und Militärdirektion
mehrere Gemeinden gegen sich auf, als
sie diese verpflichten wollte, Zivilschutz-
anlagen für Asylsuchende zu öffnen. Die
Gemeinden wehrten sich und zogen vor
Verwaltungsgericht – bis der Kanton die
Verfügungen zurückzog. Von den Statt-
haltern erhofft sich der Regierungsrat
mehr Nähe zu den Gemeinden und da-
durch auch mehr Akzeptanz für die Un-
terbringung von Asylsuchenden.
sda
Langenthal/Obersteckholz
Fusion auf Eis gelegt
Die Fusionsverhandlungen zwischen
Langenthal und Obersteckholz werden
sistiert. Das haben die beiden Gemeinde-
räte beschlossen. Zuerst müsse die Frage
derWasserversorgung geregelt werden,
teilten sie mit. UmdieWasserversorgung
der 400-Seelen-Gemeinde Obersteckholz
kümmert sich heute eine Genossenschaft.
Das würde sich im Fall einer Fusion än-
dern. Denn für die beiden Gemeinderäte
macht es keinen Sinn, dass Obersteck-
holz nach dem Zusammenschluss ein
paralleles Leitungsnetz und ein eigenes
Gebührensystem betreiben würde. Doch
die Genossenschaft stellt sich quer. «Eine
einvernehmliche Lösung mit der Genos-
senschaft zurAbtretung des Leitungsnet-
zes konnte bislang nicht erwirkt werden»,
schreiben die beiden Gemeinderäte. Des-
halb legen sie die Fusion nun auf Eis.Wie
es weitergeht, ist ungewiss. Erst im ver-
gangenen Juni hatten die Obersteckhol-
zer Stimmberechtigten und das Langen-
thaler Stadtparlament im Grundsatz
grünes Licht zum Zusammenschluss
gegeben. Abklärungen hatten zuvor er-
geben, dass die Fusion sinnvoll sein
könne – wenn eine Lösung für die Was-
serversorgung gefunden werde. Der Kan-
ton hatte die Fusionsabklärungen mit
47000 Franken unterstützt. Er versucht
seit Langem, die Zahl der Gemeinden zu
reduzieren. Noch immer gibt es aber
352 Gemeinden. Fast jede zweite hat we-
niger als tausend Einwohner.
sda
Zofingen AG
Grösste kantonale
Asylunterkunft schliesst
Die grösste Asylunterkunft des Kantons
Aargau mit bis zu 142 Personen in Zofin-
gen schliesst wie geplant Ende Januar.
Das während zwei Jahren zwischenge-
nutzte alte Pflegezentrum des Spitals
Zofingen weicht einem Neubau. Die
Stadt muss nun künftig mehr Asylplätze
anbieten. Der Mietvertrag für das Pfle-
gezentrum laufe Ende Januar 2017 aus,
teilten Stadt und Spital Zofingen sowie
der Kanton Aargau in einer gemeinsa-
men Medienmitteilung mit. Die Zwi-
schennutzung des alten Pflegezentrums
habe sich alsWin-win-Lösung erwiesen.
Das Mietverhältnis sei aus Sicht des Spi-
tals stets angenehm und die Zusammen-
arbeit mit dem Kanton und der Stadt
Zofingen sehr konstruktiv gewesen.Weil
der Kanton eine Grossunterkunft in
Zofingen betrieb, musste die Stadt
selbst weniger Asylsuchende in eigener
Regie unterbringen. Gemäss Verteil-
schlüssel ist die Stadt für 54 Asyl-
suchende verantwortlich. Derzeit bietet
Zofingen 21 Personen Platz. Nach dem
Ende der kantonalen Grossunterkunft
muss die Stadt 33 weitere Personen auf-
nehmen.Wenn Zofingen die Aufnahme-
pflicht nicht erfüllt, hat die Stadt dem
Kanton pro Jahr mehr als eine Million
Franken als Ersatzzahlung zu überwei-
sen. Daher will der Stadtrat die Aufnah-
mepflicht erfüllen.
sda
Frutigen BE
Frutigen will «FairTrade
Town» werden
Als siebte Schweizer Gemeinde bewirbt
sich Frutigen um die Anerkennung als
«Fair Trade Town». Die Auszeichnung
wird Städten und Gemeinden verliehen,
wenn sie sich aktiv für fair hergestellte
Produkte einsetzen. Der Frutiger Ge-
meinderat folgte mit der Kandidatur ei-
nemAntrag des lokalen claro-Weltlades
und von Gemeinderätin Annelies Gros-
sen (Liberales Frutigen/glp), wie aus Mit-
teilungen der Gemeinde und des Dach-
verbandes Swiss FairTrade hervorgeht.
Um die Auszeichnung als «Fair Trade
Town» zu erhalten, muss die Gemeinde




