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GOLF TIME

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4-2016

45

D

er alljährliche Eisentest ist stets eine

besondere Herausforderung. Denn:

Bei keinem anderen Test ist die

Varianz der Lofts so groß wie bei den

eingesandten 6er-Eisen. So auch bei diesem,

bei dem wir zwölf aktuelle Eisen der führen-

den Hersteller näher unter die Lupe genommen

haben. Schwierig, ja fast schon problematisch

ist der direkte Vergleich, da die Unterschiede

zwischen den Lofts in diesem Jahr von 25° bis

31° reichen. Ganz klar im Vorteil sind da natür-

lich die Modelle mit den niedrigen Lofts, denn

sie generieren wegen der flacheren Schlag-

flächenstellung eine höhere Ball Speed im Treff-

moment und damit meist auch mehr Carrylänge,

Roll und letztlich Gesamtdistanz. Aber es ist, wie

es ist. Wichtig ist uns, Sie darauf hinzuweisen,

auch aus Fairness gegenüber den Herstellern.

AUFWENDIGES TESTVERFAHREN

Nach vor-

hergehender Justierung schlug jedes Eisen, in

den Miya Shot Robo V-Schwungroboter mit

seinen drei unabhängig voneinander arbei-

tenden Servomotoren eingespannt, insge-

samt 50 Bälle. Davon zehn im Sweetspot mit

„square“ ausgerichtetem Schlägerblatt, zehn

im Sweetspot mit geöffnetem Schlägerblatt

(6°), um Slices zu simulieren, sowie zehn im

Sweetspot mit geschlossener Schlagfläche

(6°), um wiederum Hooks zu simulieren.

Hinzu kamen zehn außerhalb des Sweet-

spots nahe des Schafts (Heel) getroffene

Schläge sowie zehn, die außerhalb des

Sweetspots nahe der Schlägerspitze (Toe)

getroffen wurden. Damit wurde die Fehler-

toleranz der Eisen bei unsauber getroffenen

Bällen simuliert – alles also wertvolle Infor-

mationen, nicht nur für Anfänger.

Die Schwunggeschwindigkeit bzw. die

Geschwindigkeit, mit der die Bälle im Treff-

moment geschlagen wurden, betrug bei jedem

Schlag 80 mph (~129 km/h). Alle Modelle

waren zudem mit Graphitschäften mit „Regular

Flex” versehen. Als Ball wurde für den Test

einheitlich der Callaway Supersoft verwendet.

FOKUS

Welche Kriterien spielen bei der Wahl

eines Eisensatzes eine wichtige Rolle, welches

sind dabei eher subjektive Eigenschaften?

Zunächst sollte ein Eisen eine möglichst

hohe Ball Speed, also Ballgeschwindigkeit, im

Treffmoment generieren, wodurch der Energie-

transfer auf den Ball verdeutlicht wird.

TEST-ExpERTEN

Jonathan taylor

(t&K Golf

Research, M.)

und sein team

rund um den

Miya shot Robo V

testroboter

Beim Abflugwinkel und auch bei der maxi-

malen Höhe der Flugbahn des Balls ist dies

eine andere Sache: Beide Faktoren sind eher

subjektiv, werden dabei maßgeblich von der

Spin Rate des Balles – ein wiederum bedeu-

tender Faktor – beeinflusst. Darunter ver-

stehen wir den Spin, den der Ball nach dem

Treffmoment aufnimmt. In der Regel gilt: Je

höher die Spin Rate, desto höher die Flug-

bahn, da sich der Ball dadurch höher in den

Himmel „schraubt“. Dies geht jedoch zulasten

der Carry-Länge, der Distanz also, die der

Ball in der Luft zurücklegt, bis er zum ersten

Mal auf den Boden trifft, sowie des Rolls und

damit der Gesamtdistanz (= Carry plus Roll).

Zu wenig Spin wiederum bzw. eine zu

flache Flugbahn resultiert meist ebenfalls

in einem kurzen Carry, jedoch in der Regel

verbunden mit einem längeren Roll. Der

Ball „stürzt“ hier regelrecht ab. Das perfekte

Zusammenspiel ist auch hier einmal mehr das

A und O – nicht zuletzt natürlich der Ball bzw.

dessen Spin-Eigenschaften.

Bei den Fehlertoleranz-Kategorien ist dies

eine ganz einfache Sache. Hier gilt: Je geringer

die Abweichung von der Ideallinie null, desto

besser (ein Minus bedeutet links oder kürzer,

kein Minus rechts davon bzw. weiter).

FEEDBACK

Sie haben Fragen zu den

GOLF TIME-Robotests? Senden Sie uns gerne

eine E-Mail an

robotest@golftime.de

. Alle

Daten finden Sie zudem auf unserer Testplatt-

form im Internet unter

www.robogolf.com

.

gt

TRACKmAN-GRAFIKEN

Interessante Darstellung der Flugkurven der getesteten eisen. einmal von der

seite (Grafik oben) und einmal aus der Vogelperspektive (Grafik unten). Alles sehr dicht beieinander.