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SCHWEIZER GEMEINDE 3 l 2017

67

Bern

Velofahrer sollen bei Rot

rechts abbiegen dürfen

Der Berner Stadtrat möchte, dass Velo-

fahrer bei Rot rechts abbiegen dürfen.

Der Gemeinderat soll sich dafür beim

Bund einsetzen. Das Parlament hat zwei

entsprechende Vorstösse aus den Rei-

hen von SP, Grünem Bündnis und

Junger Alternative überwiesen. Die

Ratsmehrheit befand, beim Rechtsab-

biegeverbot für Velofahrer handle es

sich um eine überflüssige Regelung.

Der Bund sehe das auch so, dieWeichen

seien bereits gestellt. Allerdings stehe

der Entscheid trotz positiven Erfahrun-

gen beimTest in Basel noch aus. Mit den

beiden Vorstössen könne man den

Druck aufrechterhalten. Widerstand

kam von der SVP. Es sei nicht einzuse-

hen, warum es Sonderrechte für Velo-

fahrer brauche. Bei Rot müsse man war-

ten, bei Grün dürfe man fahren, diese

Regel müsse im ganzen Land für alle

gelten.

sda

Airolo (TI)

Airolo will teilweise

Überdeckung der A2

Vom zweiten Strassentunnel am Gott-

hard will auch die Gemeinde Airolo pro-

fitieren.Wenn 2020 mit den Arbeiten für

die zweite Röhre begonnen wird, sollen

in Airolo selbst die Bagger anrollen.

Denn gemeinsam mit dem Bundesamt

für Strassen (ASTRA) und dem Kanton

Tessin hat die amTunnelportal gelegene

Gemeinde eineVariante für eineTeilüber-

bauung der Autobahn A2 ausgearbeitet.

Für diese Baumassnahme solle das Aus-

hubmaterial für die zweite Röhre direkt

auf Tessiner Seite verbaut werden. Ziel

der 100 bis 150 Millionen Franken teu-

ren Variante ist der verbesserte Lärm-

schutz und die bessere Integration der

Autobahn A2 in die umliegende Land-

schaft. Dafür soll ein Abschnitt an der

Eisenbahnstrecke in der Gemeinde

Airolo teilüberbaut werden und auch die

Ein- und Ausfahrten neu strukturiert

werden. So könnte einTeil desTalbodens

für die Gemeinde zurückgewonnen wer-

den, sagte der Leiter der ASTRA-Filiale.

Seine Gemeinde sei durch frühere Bau-

stellen und den Verkehr genug «ge-

straft» worden – deshalb begrüsse er

jetzt die Hilfe von Bund und Kanton für

den Landschaftsschutz in Airolo, sagte

der Gemeindepräsident Franco Pedrini

(CVP) an einer Medienorientierung.

Über die Verteilung möglicher Zusatz-

kosten wollen ASTRA, Kanton und Ge-

meinde bis April entscheiden.

sda

Thurgauer Gemeinden

Nein zur USR III hat Folgen

fürThurgauer Spitexkosten

Das Nein des Schweizervolks zur Unter-

nehmenssteuerreform (USR III) hat im

Thurgau Folgen für eine geplante Än-

derung des Krankenversicherungsge-

setzes: Die Beteiligung des Kantons an

den Spitexkosten der Gemeinden wird

erst später kommen und geringer aus-

fallen.

Dies teilte derThurgauer Finanzdirektor

Jakob Stark aufAnfrage der Nachrichten-

agentur sda mit. Der Kanton wollte bei

seiner Beteiligung an den Spitexkosten

auf zusätzliche Mittel aus der direkten

Bundessteuer zurückgreifen. Diese Vor-

aussetzung fehlt jetzt nach dem Nein zur

USR III. «Nun wird diese Vorlage später

und mit weniger Mitteln dotiert kom-

men, parallel zur Umsetzung der neuen

Pflegeheimplanung», schreibt Stark in

einer Mitteilung.

sda

Waadtländer Gemeinden

Vorkaufsrecht auf

Grundstücke für Gemeinden

In derWaadt dürfen Gemeinden Grund-

stücke mit einem Vorkaufsrecht erwer-

ben, um den Bau von bezahlbarenWoh-

nungen zu fördern. Das Waadtländer

Stimmvolk hat ein entsprechendes Ge-

setz deutlich angenommen. Das Vor-

kaufsrecht darf nur ausgeübt werden,

wenn die Grundstücke zum Verkauf

angeboten werden. Das neue Gesetz

wurde als Gegenvorschlag zu einer

Volksinitiative des Waadtländer Mieter-

verbandes ausgearbeitet. Nach der An-

nahme im Kantonsparlament zog der

Mieterverband die Initiative zurück.

Allerdings ergriff die Immobilienkam-

mer das Referendum.

sda

Emmen (LU)

Gemeindeboden gibt es

künftig nur noch im Baurecht

In Emmen hat das Stimmvolk einen Um-

setzungsvorschlag des Parlaments zur

Bodeninitiative von SP und Grünen

deutlich mit 60 Prozent Jastimmen an-

genommen. Das neue Reglement hält

fest, dass Boden imBesitz der Gemeinde

künftig grundsätzlich nur noch im Bau-

recht abgegeben werden kann. Der Ver-

kauf eines gemeindeigenen Grund-

stücks ist nur möglich, wenn ein

gleichwertiges Areal erworben wird.

Der Gemeinderat hat jedoch mehrere

Ausnahmen formuliert, die das Ver-

kaufsverbot aufweichen. Dazu gehören

beispielsweise öffentliche Bauvorhaben

des Kantons oder des Bundes oder

bei Kleingrundstücken, deren Fläche

100 Quadratmeter nicht übersteigt.

Vor einem Jahr hatte die Stimmbevöl-

kerung die Gemeindeinitiative «Boden

behalten und Emmen gestalten» in

Form einer allgemeinen Anregung

knapp gutheissen. Für die Umsetzung

der Bodeninitiative erarbeitete der Ge-

meinderat einen Umsetzungvorschlag.

In der Stadt Luzern ist eine ähnliche In-

itiative der Grünen hängig.

sda

Schwyz (SZ)

Keine Mobilfunkantennen

mehr inWohnzonen

In der Gemeinde Schwyz dürfen neue

Mobilfunkanlagen künftig definitiv in

erster Linie nur noch in Arbeitszonen

realisiert werden. Andernorts sind neue

Anlagen nur in Ausnahmefällen zuläs-

sig. Das Stimmvolk hat eine entspre-

chende Teilrevision des Baureglements

gutgeheissen. Mit dem Beschluss wer-

den Bestimmungen einer Planungszone

von 2009 ins ordentliche Baureglement

aufgenommen.

sda

Baselbieter Gemeinden

Regierung will mehr

Autonomie für Gemeinden

Die Zusammenarbeit zwischen Kanton

und Gemeinden soll im Kanton Ba-

sel-Landschaft präziser gefasst werden.

Der Landrat hat sich einstimmig für eine

Änderung der Verfassung ausgespro-

chen. Diese sieht vor, dass Aufgaben

gemäss Subsidiaritätsprinzip vorrangig

den Gemeinden zugetragen werden.

Dafür sollen diese entschädigt werden.

Zugestanden werden soll den Gemein-

den grösstmögliche Regelungs- und

Vollzugsfreiheit. Abgelehnt hatte der

Landrat vor zwei Wochen indes ein

neues Gemeinderegionengesetz. Kern-

element wäre die Bildung von sechs

Regionalkonferenzen gewesen. DieVor-

gaben des Kantons waren bei einzelnen

Gemeinden und im Landrat auf Kritik

gestossen. Gemeinden würden schon

jetzt zusammenarbeiten, wo es deren

Meinung nach Sinn ergibt.

sda

AUS DEN GEMEINDEN