LSV-Sportforum
EDITORIAL
LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER,
Liebe Leserinnen, liebe Leser, bei der Veranstaltung „Politik trifft Sport“, die auf Einladung von Landtagspräsidentin Kristina Herbst am 14. April im Kieler Landeshaus zum Thema „Was leistet der Sport für Inklusion und Teilhabe?“ stattgefunden hat, habe ich in meiner Rolle als Vertreter des Landessportverbandes in meiner Rede versucht, den organisierten Sport und dessen Ansatz der Inklusion gemeinsam in den Fokus rücken. Dabei nutzte ich das Bild von Marathonläufern, mit der Feststellung, dass wir zwar gestartet sind, das Ziel aber noch lange nicht erreicht haben. Bei dieser Metapher bleibend, bedeutet dies für uns im Kontext der Inklusion: Wir brauchen weiterhin Ausdauer, Motivation und Selbstbewusstsein, aber auch dringend Unterstützerinnen und Unterstützer sowie gute Rahmenbedingungen. Insofern gibt es einerseits eine eigene Verantwortung, andererseits aber auch Fremdanteile, so gesehen also eine Wechselbeziehung und Gemeinschaftsaufgabe. Der Landessportverband Schleswig-Holstein und seine Sportjugend sind beim Ansatz der Inklusion im und durch Sport bereits auf mehreren Ebenen unterwegs wie zum Beispiel über Förderprogramme und Fortbildungsmaßnahmen, durch aktive Gremien-, Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit, über Kampagnen, eine eigens für das Thema Inklusion geschaffene Referentenstelle, durch die Unterstützung von Inklusionskoordinatorinnen und -koordinatoren bei den Kreissportverbänden, mit einem regelmäßig erscheinenden themenbezogenen Newsletter, über das Deutsche Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung, eine Steuerungsgruppe mit ver schiedenen Stakeholdern etc.. Das Wichtigste aus meiner Sicht ist allerdings die klare Haltung des Landessportverbandes und seiner Sportjugend. Denn ohne diese wären die zuvor genannten Maßnahmen und Aktivitäten nicht möglich. Wir sollten Inklusion auch mehrdimensional verstehen und nicht stigmatisierend auf z.B. Rollifahrer, Gehörlose oder Menschen mit Lernschwächen, sondern die Vielfältigkeit von Menschen insgesamt mehr wahrnehmen. So kann sich der Blick weiten und hoffentlich zu noch mehr Akzeptanz und lösungsorientiertem Handeln im Sport führen. Im Mittelpunkt stehen dabei grundsätzlich die Teilhabe und Würde jedes und jeder Einzelnen − eine elementare Grundregel im Sport und ein Grundrecht aller Menschen. Aber es gibt es auch noch zahlreiche Herausforderungen im Sport: Bauliche Barrieren, fehlende Assistenzleistungen, fehlende Beteiligungsformen und hohe wirtschaftliche Anforderungen beim Abbau der Defizite sind immer noch wiederkehrende Aspekte, die wir im Kontext für gelungene Inklusion weiterhin thematisieren müssen. Hier gibt es emotionale Befindlichkeiten und teilweise müssen Menschen noch überzeugt werden. Bei der Diskussion, die wir hier gemeinsam führen, sind Partizipation und Dialog auf Augenhöhe elementar. Der Landessportverband und seine Sportjugend haben einen ganzheitlichen Blick auf die Menschen und den Sport. Wir wollen hier weiterhin gemeinsam mit unseren Mitgliedern und Partnern konstruktiv, kreativ und engagiert Beiträge leisten sowie Vorbild für andere sein. Der organisierte Sport leistet bereits jetzt viel für Inklusion und Teilhabe – aber mehr geht immer – auch durch Ihre Unterstützung!
Wir brauchen weiterhin Ausdauer, Motivation und Selbstbewusstsein, aber auch dringend Unter stützerinnen und Unter- stützer sowie gute Rahmen bedingungen.
Matthias Hansen Vizepräsident des Landessportverbandes Schleswig-Holstein
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LANDESSPORTVERBAND SCHLESWIG-HOLSTEIN E.V.
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