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SCHWEIZER GEMEINDE 11 l 2017

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KURZNACHRICHTEN AUS DEN GEMEINDEN

Lausanne

Happige Bussen für

Spucker undWildpinkler

Wer in der Stadt Lausanne künftig im

öffentlichen Raum spuckt, uriniert oder

einen Hundekot nicht beseitigt, wird zur

Kasse gebeten. Die Stadtbehörden zie­

hen die Schrauben auch bei den Fried­

höfen an. Ab Dezember ziehen ins­

gesamt zehn Vergehen neu Ordnungs­

bussen nach sich. Davon betreffen sechs

den öffentlichen Raum. Wer uriniert

(200 Franken), spuckt (100 Franken) oder

den Hundekot nicht wegräumt (150 Fran­

ken), muss bezahlen. Auch für wegge­

worfene Abfälle müssen 150 Franken

berappt werden. Andere Vergehen be­

treffen bestimmte Orte. Wer in Beglei­

tung eines Hundes einen Friedhof betritt,

muss 70 Franken Busse bezahlen.

sda

Zürich

Sozialhilfebezüger gezielter

für den Arbeitsmarkt fördern

Von den rund 20000 Personen, die in der

Stadt Zürich Sozialhilfe beziehen, sind

etwa 30 Prozent eigentlich in der Lage zu

arbeiten. Hauptgrund ist in der Regel

ihre schlechte Qualifikation. Das Sozial­

departement will deshalb gezielt in de­

ren Aus und Weiterbildung investieren

und sie so für den Arbeitsmarkt fit ma­

chen. Wer nah am ersten Arbeitsmarkt

dran ist und eine hohe Motivation zeigt,

soll gezielter gefördert, begleitet und

qualifiziert werden. Anhand ihrer Chan­

cen für eine Stelle und Motivation wer­

den die infrage kommenden Personen

in verschiedene Zielgruppen eingeteilt.

Je nach Zielgruppe sind Kurse in Grund­

kompetenzen, Fachkurse oder aber auch

eine Laufbahnberatung sowie ein

JobCoaching mögliche Angebote.

Rund 70 Prozent der Sozialhilfebeziehen­

den kommen für eine Arbeitsintegration

allerdings gar nicht infrage. Sie sind ent­

weder gesundheitlich beeinträchtigt, be­

treuen Kinder unter einem Jahr oder

warten auf die Leistungen anderer So­

zialversicherungen wie AHV oder IV.

sda

Eschenbach (SG)

Ein Bauer wehrt sich mit

Erfolg gegen Skibetrieb

Ein Bauer aus der Gemeinde Eschen­

bach muss nicht dulden, dass der Betrei­

ber eines Skilifts sein Land als Skipiste

präpariert. Das Bundesgericht bestätigte

den Entscheid des Kantonsgerichts

St.Gallen. Dieses hatte festgehalten,

dass keine gesetzliche Grundlage be­

stehe, die den betroffenen Bauer dazu

verpflichte, den Skibetrieb auf seinem

Land zu dulden. Unerheblich sei, dass

die betroffenen Grundstücke einer soge­

nannten Skizone zugeteilt seien. Diese

Zonenzuteilung diene lediglich dazu,

Flächen für den Skisport freizuhalten.

Grundeigentümer müssten allein des­

halb nicht zulassen, dass ihr Land mit

Pistenfahrzeugen befahren werde.

sda

Kriens (LU)

Gemeindeinitiative für

bezahlbarenWohnraum steht

In der Luzerner Vorortsgemeinde Kriens

ist die Gemeindeinitiative «Bezahlbarer

Wohnraum – für ein lebenswertes

Kriens» zustande gekommen. Die Initi­

anten haben rund 1000 Unterschriften

der Gemeinde überreicht. Nötig gewe­

sen wären 500. Dies sei ein klares Be­

kenntnis, dass bezahlbarer Wohnraum

für Kriens ein gewichtiges Thema sei,

schrieb das Initiativkomitee. Das Komi­

tee setzt sich aus Vertretern der Grünen

und der SP,Vertretern von Baugenossen­

schaften und dem Generalsekretär des

schweizerischen Mieterinnen und Mie­

terverbands zusammen. Die als Anre­

gung formulierte Initiative fordert den

Gemeinderat und den Einwohnerrat auf,

sich für den Erhalt und die Förderung

bezahlbaren Wohnraums in der Ge­

meinde Kriens aktiv einzusetzen und

dies gesetzlich zu verankern.

sda

BaselLand

Gemeinden sollen selber

Gewässerraum ausscheiden

Baselbieter Gemeinden sollen den Ge­

wässerraum im Siedlungsgebiet künftig

im Rahmen der kommunalen Nutzungs­

planung selber ausscheiden. Dies

schlägt die Regierung aufgrund eines

Urteils des Kantonsgerichts zu einem

geplanten Neubau der Psychiatrie Basel­

land vor. Mit der vorgeschlagenenÄnde­

rung des kantonalen Raumplanungs

und Baugesetzes sollen den Bedenken

des Kantonsgerichts Rechnung getragen

werden, heisst es in einer Mitteilung der

Baselbieter Bau und Umweltschutzdi­

rektion. Im Planungsverfahren würden

die Betroffenen einbezogen, anderer­

seits würde den Gemeinden die Pla­

nungsautonomie in ihrem Siedlungsge­

biet bestmöglich gewahrt. Bisher sah

das Baselbieter Gesetz vor, dass Ufer­

schutzzonen der Gemeinden in Bauzo­

nen, Gewässerbaulinien oder beste­

hende gesetzliche Abstandsvorschriften

«grundsätzlich als vom Kanton ausge­

schiedener Gewässerraum» im Sinne

des Gewässerschutzes des Bundes gel­

ten sollen. Der Kanton wollte so die Bun­

desvorgabe umsetzen, wonach alle

Kantone bis 2018 Gewässerräume aus­

scheiden müssen.

sda

BaselStadt

EVoting: Ausweitung auf

alle Stimmberechtigten

In BaselStadt sollen neben Ausland­

schweizern und Behinderten auch im

Kanton wohnhafte Stimmberechtigte

elektronisch abstimmen können. Der

Grosse Rat hat nach kontroverser De­

batte 5,9 Millionen Franken für die Aus­

dehnung des EVotings bewilligt. Behin­

derte können seit Juni 2016 – damals als

Schweizer Premiere – an baselstädti­

schen Urnengängen online teilnehmen.

Auslandschweizerinnen und schweizern

steht dies schon seit Ende 2009 offen.

Über 60 Prozent der Letzteren nutzten

diese Möglichkeit, sagte Regierungsprä­

sidentin Elisabeth Ackermann vor dem

Grossen Rat. Gemäss dem von der Bas­

ler Regierung 2014 verabschiedeten

Fahrplan sollen bis 2019 alle Stimmbe­

rechtigten im Stadtkanton elektronisch

abstimmen können. Dabei gelte das

Motto «Sicherheit vor Tempo», betonte

Ackermann nun. Geplant ist, EVoting im

kommenden Jahr vorerst auf die Wahl­

kreise GrossbaselOst und Kleinbasel

auszudehnen.

Der Fahrplan ist indes durch einen

Rechtsstreit infrage gestellt: Der Kanton

Genf, dessen EVotingSystem bei der

baselstädtischen Vergabe jenem der

Schweizer Post unterlegen war, hat diese

Vergabe angefochten. Der Fall ist beim

baselstädtischen Appellationsgericht

pendent. BaselStadt hatte das Genfer

System zunächst probeweise eingesetzt,

sich dann aber für das Postsystem ent­

schieden.

sda

Corippo (TI)

Die 13 Einwohner werden

nun von auswärts regiert

Die nach Zahl der Einwohner kleinste

Schweizer Gemeinde muss ohne Regie