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SCHWEIZER GEMEINDE 7/8 l 2015

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beantworten Fachleute verschiedene

Fragen zum Energiesparen im Alltag,

zumNutzen von erneuerbaren Energien

oder zum Beschaffen von sparsamen

Geräten, Fahrzeugen und Leuchtmitteln

oder von sparsamer Haushaltselektro-

nik. Thalwil bietet ausserdem ein Ener-

gie-Coaching bei Planung und Bau an.

Zum Beratungsangebot gehört auch die

«Betriebsoptimierung mit energo», mit

dem Ziel, die Energieeffizienz von Ge-

bäuden zu steigern. energo ist ein unab-

hängiger, national tätiger Verein. Als

Projektpartner von EnergieSchweiz will

energo dazu beitragen, dass das Bun-

desprogramm «CO

2

-Reduktion um 20%

bis zum Jahr 2020» seine Ziele erreicht.

Thalwil zahlt Förderbeiträge für kleinere

energetische Sanierungen, die nicht

durch das Gebäudeprogramm von Bund

und Kantonen unterstützt werden. Und

zwar mit 150 Prozent der im Gebäude-

programm vorgesehenen Beiträge. Zu-

dem gewährt die Gemeinde spezielle

Beiträge für Minergiebauten. Photovol-

taikanlagen auf dem Gemeindegebiet

werden mit einem zusätzlichen Förder-

beitrag von 50 Prozent der Einmalvergü-

tung unterstützt. Ebenfalls fördert die

Gemeinde die Errichtung von Anlagen,

die gleichzeitigWärme und Strom erzeu-

gen (Wärmekraftkopplung, stromerzeu-

gende Heizungen, Blockheizkraftwerke,

Brennstoffzellen). Die Voraussetzung

dafür ist, dass dieWärme und der Strom

ganz oder teilweise am Ort der Produk-

tion genutzt werden und die Anlage nur

bei Wärmebedarf in Betrieb ist.

Wärmeverbund geplant

Die Gemeinde, die 2010 das Energie-

stadt-Label erhielt, geht selber mit gu-

tem Beispiel voran. Der Einsatz lohnt

sich. «Wir haben das Ziel, den CO

2

-Aus-

stoss zwischen 2003 und 2010 bei den

gemeindeeigenen Liegenschaften um

zehn Prozent zu reduzieren, erreicht»,

sagt Schmitz. Die neuesten Zahlen lie-

gen noch nicht vor. Thalwil hat in jüngs-

ter Vergangenheit − auch dank dem ei-

genen Förderprogramm − verschiedene

Schulgebäude saniert und auf einem

Schulhaus eine Photovoltaikanlage ins-

talliert. Im Ortsteil Gattikon ist ein Wär-

meverbund mit Energieholz geplant.

Und die Gemeinde prüft, ob im Ortszen-

trum einWärme-Kälte-Netz erstellt wer-

den kann.

E-Bikes und LED Lampen

Ausserdem hat die Gemeinde Aktionen

lanciert, bei denen die Bevölkerung

E-Bikes und LED-Lampen zu vergüns-

tigten Preisen kaufen konnte. «Es wur-

den 14 E-Bikes und 1000 LED-Lampen

verkauft», sagt Schmitz. 2011 und 2012

fanden unter dem Patronat der EKZ

Energiewochen in der Verwaltung statt.

Das hat sich positiv ausgewirkt. «Der

Stromverbrauch ist dauerhaft um 15 Pro-

zent gesunken», sagt Schmitz. Zudem

organisiert derVerein Ökopolis, der einen

Beitrag zur Zukunftsfähigkeit vonThalwil

leisten will, in Kooperation mit der Ge-

meinde jährlich einen Energie-Apéro.

Der diesjährige Anlass stand unter dem

Motto «Konsumieren mit Köpfchen».

Philippe Blatter

Informationen:

www.tinyurl.com/foerderprogramm-thalwil www.tinyurl.com/leitfaden-energie www.gemeindeenergie.ch

ENERGIE

Mehr Energieeffizienz

in öffentlichen Gebäuden

Der Kanton Freiburg hat Mitte März

zusammen mit Partnern eine Stiftung

gegründet, um die Energieeffizienz in

öffentlichen Gebäuden zu verbes-

sern. Alle Vertreter von öffentlichen

Institutionen wie Spitälern, Pflegehei-

men, Ausbildungsstätten (Universitä-

ten, Schulen) sowie die Verantwortli-

chen der Verwaltungsgebäude sind

Mitglieder der Stiftung. «So können

wir Prioritäten setzen», sagte Serge

Boschung, Chef vom kantonalen

Energieamt, gegenüber dem Regio-

naljournal Bern FreiburgWallis.

Durch eineAnschubfinanzierung wer-

den Massnahmen umgesetzt, die den

Wärme- und Stromverbrauch in den

Gebäuden reduzieren. Die Massnah-

men − Optimierung der technischen

Anlagen, Energieaudits, Sanierun-

gen − werden von den Ingenieuren

desVereins energo und der Groupe E

durchgeführt. «Das durch die Energie-

effizienz gesparte Geld fliesst in einen

Fonds», so Boschung. Damit werden

neue Projekte vorfinanziert. Der Kan-

ton Freiburg besitzt über 120 Ge-

bäude. Das Sparpotenzial sei gross,

sagt Boschung. «Ich rechne jährlich

mit über zwei Millionen Franken Ein-

sparungen.» Gemäss Adrian Gros-

senbacher, Chef Gebäude beim Bun-

desamt für Energie, hat das Freiburger

Projekt Vorbildfunktion.

pb

Informationen:

www.tinyurl.com/regi-energieeffizienz

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