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SCHWEIZER GEMEINDE 12 l 2017

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In der Zuger Altstadt werden

L iebespaare

besungen

Am Sonntagabend nach Aschermittwoch ziehen Sängergruppen durch die

Zuger Altstadt und bringen verliebten Paaren ein Ständchen. Dafür verlangen

sie Krapfen oder eben «Chrööpfeli». Der Brauch ist rund 250 Jahre alt.

Eine rote Laterne am Fenster oder Bal-

kon zeigt, wo das Feuer der Liebe brennt.

So wissen die Gesangsgruppen, wo jene

Paare zu Hause sind, die frisch verliebt

sind oder bald heiraten werden. Die Sin-

genden stellen sich unter den Balkon,

rufen das verliebte Paar heraus und brin-

gen ihm ein Ständchen. Nicht etwa

Schnitzelbänke oder Fasnachtslieder,

auch wenn das «Chrööpfelimee» jeweils

amAltfasnachtssonntag stattfindet. Son-

dern Liebeslieder, ergänzt mit Necke-

reien und Spässen. Das Repertoire reicht

von «All you need is love» von den Be-

atles über Schlager wie «Aber dich gibts

nur einmal für mich» von den Nilsen

Brothers bis zu ideenreichen Eigenkom-

positionen.

Ein Korb mitWein und Chrööpfeli

Die Verliebten, ihre Gäste und die zahl-

reichen Schaulustigen in den Strassen

lauschen demGesang. Dann belohnt das

Liebespaar die Sängerinnen und Sänger,

indem an einem Seil ein Korb mit Wein

und «Chrööpfeli» hinuntergelassen wird.

Häufig gibt die Gesangstruppe eine Zu-

gabe und verlangt anschliessend nach

«mehr Krapfen» oder eben «Chrööpfeli-

mee». Dann verabschieden sich die Sän-

ger und streifen weiter durch dieAltstadt

auf der Suche des nächsten Paares, an

dessen Balkon oder Fenster eine rote La-

terne hängt. Rund ein Dutzend Sänger-

gruppen machen jeweils mit. Es sind

Delegationen von Chören oder

Ad-hoc-Formationen mit teilweise aben-

teuerlichen Namen wie «Füür und

Flamme», «Honigmond» oder «Ten Sing

CHRÖÖPFELIMEE

Beim «Chrööpfelimee»

ziehen Gesangsgruppen durch die

Zuger Altstadt und singen

für verliebte Paare.

Bild: zvg