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Auswirkungen einer durch Moor- und CO
2
-Bäder induzierten Hyper-
thermie auf das Herz-Kreislaufsystem und psychologische Parameter
Hyperthermie bezeichnet eine Erhöhung der Körperkerntemperatur auf
Werte über 37° C. In der Naturheilkunde wird in diesem Zusammenhang
auch von einer Überwärmungsbehandlung gesprochen. Überwärmungsver-
fahren stellen traditionelle therapeutische Methoden dar, die in der letzten
Zeit wieder an Bedeutung gewonnen haben. Zeitgemäße Anwendungen der
hyperthermen Verfahren werden unter anderem bei chronischem Erschöpfungs-
syndrom, bei leichter Depression und Appetitlosigkeit, chronischen Schmer-
zen und als Begleitbehandlung bei Krebs eingesetzt. In der hier vorgestellten
„Überwärmungsstudie“ wurden folgende Fragen untersucht:
❒
Gibt es Unterschiede zwischen den Medien (Moor, CO
2
, Leitungswasser)
bezüglich Steigerung der Körperkerntemperatur?
❒
Gibt es Unterschiede zwischen den Medien bezüglich Verträglichkeit?
❒
Gibt es Unterschiede zwischen den Medien und der Temperaturen bezüglich
psychophysiologischer Entspannungsinduktion?
Die Studie wurde an 28 gesunden Versuchspersonen durchgeführt, die frei-
willig an der Studie teilnahmen. Die Untersuchungsteilnehmer erhielten an drei
aufeinander folgenden Tagen jeweils zur selben Tageszeit ein Moorbreibad, ein
CO
2
-Wasserbad oder ein Leitungswasserbad. Dabei wurden zwei Gruppen
gebildet. Die Gruppe A erhielt die Bäder mit einer Temperatur von 38° C, bei
der Gruppe B betrug die Temperatur des Bademediums 40° C.
Folgende Messungen wurden durchgeführt:
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Elektromyographie zur Messung der Muskelspannung
❒
Elektrokardiographie zur Messung der Herzaktivität
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Elektroenzephalographie zur Messung der Hirnaktivität
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Blutdruckmessungen
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Messungen der Körperkerntemperatur
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Erhebungen von Befindensparametern
In den nachfolgenden Abbildungen sind die wesentlichsten Ergebnisse der
Studie graphisch dargestellt.
Wie die Abbildung 51 zeigt, nahmen die Temperaturen der Bäder imVerlauf
des Bades ab, wobei die Bäder mit 40° C rascher abkühlten als jene mit 38° C.
Die Abkühlung der Moorbäder erfolgte langsamer als jene der Wasserbäder.
Die im Mittelohr gemessenen Temperaturen nahmen im Verlauf der Bäder
zu, wobei die Zunahme bei den wärmeren Bädern ausgeprägter war. Zwischen




