I-VO-interlinear (Stand 19.12.2023)

2. Übersetzungskriterien

a) Eine ungewohnte Wortreihenfolge Bisher galt bei sämtlichen Bibelübersetzern die eiserne Regel, dass eine komplette oder doch zumindest teilweise Umstellung der Wortreihenfolge im Deutschen unvermeidbar sei, da die Sätze sonst allzu holprig, missver ständlich und unleserlich würden. Bis vor kurzem war ich noch selber die ser Ansicht. Deshalb wollte ich die „Interlineare Vollanalyse“ ursprünglich auch ausschliesslich als Nachschlagewerk und Vorstufe zu meiner darauf folgenden „eigentlichen“ und auch „leserlichen“ Übersetzung schaffen. Dann aber, während der Übersetzungsarbeiten, geschah das Unglaubliche. Entgegen jeder bisherigen Auffassung und Logik drängte es mich zu einem Experiment. Ich nahm mir vor, einmal nicht nur die deutsche Wortreihen folge exakt der griechischen unterzuordnen, sondern darüber hinaus auch noch die gesamten Wortkonstruktionen in sich selbst. Und das bislang Un mögliche geschah. Je kompromissloser ich alles dem griechischen Urbild unterwarf, desto mehr begannen die Texte an geistlicher Tiefe zuzunehmen. Dazu fiel mir auf, dass dadurch gleichzeitig auch die Sprache wieder lesbarer wurde. Das anfänglich holprige und seltsam anmutende Deutsch wurde also infolge der systematischen Treue zum griechischen Stil zunehmend wieder „normal“, sodass es mir schon bald regelrecht leicht fiel, die Texte fliessend durchzulesen. b) Der analoge Wortaufbau Zu diesem analogen Wortaufbau ein Beispiel. Während im Deutschen die Person immer vorweg genannt wird, also z.B. „ ich (1) ging(2) Einkaufen(3)“, wird im Griechischen die Person immer an die Wortendung angehängt, al so: „Einkaufen(1) ging(2) ich (3)“. Damit alle Neueinsteiger die griechi schen Worte leichter und schneller erkennen und verstehen lernen, habe ich so konsequent als möglich diesem hellenischen Wortaufbau die Treue gehalten. Da nun auch noch der „Genus Verbi“, also das Kennzeichen von aktiv, Medium oder passiv mit der Angabe der Person am Ende eines Wor tes zusammenfällt, habe ich z.B. das Medium analog der Codierung in der „I-VO“ ganz ans Ende, also noch hinter die Personenangabe gesetzt. Auch dazu ein Beispiel:

3

Made with FlippingBook - Share PDF online