LSV-Sportforum

EDITORIAL

LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER,

die außerordentliche Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sport- bundes (DOSB) hat sich am 26. September in Baden-Baden für München als deutschen Bewerber um Olympische und Paralympische Spiele entschieden. Gemeinsam mit Kiel als Austragungsort der Segelwettbewerbe geht die bayerische Landeshauptstadt damit in die nächste Phase des Bewerbungsverfahrens. Diese Entscheidung ist ein großer Erfolg – nicht nur für Kiel, für Schleswig-Holstein und den Segelsport, sondern über alle Sportarten für den gesamten Sport in Deutschland und eine riesige Chance für die Inklusion. Unser besonderer Dank gilt München für das Vertrauen in Kiel und die Einbindung unseres Standortes in das hervorragende Bewerbungskonzept. Viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter haben sich in der Bewerbungsphase mit großem Engagement für Kiel eingesetzt. Ihnen allen und den Kielerinnen und Kielern, die mit ihrem klar positiven Votum einen starken Rückhalt für die Bewerbung geschaffen haben, gilt unser ausdrücklicher Dank. Olympische und Paralympische Spiele sind nicht nur aus Sicht der Athletinnen und Athleten mit keiner anderen sportlichen Großveranstaltung zu vergleichen. Es werden Barrieren abgebaut und neue Brücken gebaut – sportlich, sprachlich, kulturell. Die enorme Strahlkraft, das riesige mediale Interesse sowie die politischen, wirtschaft lichen und gesellschaftlichen Effekte der Spiele suchen ihresgleichen. Darüber hinaus kann der gesellschaftliche Zusammenhalt in Deutschland gestärkt werden, wie das „Sommermärchen“ der Fußball-WM 2006 schon einmal auf beeindruckende Weise gezeigt hat. Unser Land kann diesen Zusammenhalt gerade in dieser herausfordernden und schwierigen Zeit sehr gut gebrauchen. Die beiden Landeshauptstädte München und Kiel verbindet seit 1972 eine gemeinsame olympische Geschichte, die wir nun erfolgreich fortschreiben wollen. Gemeinsam mit dem starken Partner München, dem DOSB, dem Land Schleswig-Holstein und der Stadt Kiel wollen wir als Landessportverband mit unseren Mitgliedsorganisa tionen die deutsche Bewerbung weiter voranbringen, um im internationalen Wett- bewerb zu bestehen.

Olympische und Paralympische Spiele sind nicht nur aus Sicht der Athletinnen und Athleten mit keiner anderen sport- lichen Großveranstaltung zu vergleichen.

Aber Olympische Spiele und Paralympische Spiele sind weit mehr als nur zweimal zwei Wochen spannende sportliche Wettkämpfe auf Weltniveau. Sie verleihen einer ganzen Region einen enormen Schub und können die gesamte Bevölkerung begeistern und dem Sport weit über die Wettbewerbe hinaus neue Impulse geben. Damit diese Wirkung tatsächlich bei den Menschen ankommt, muss schon heute damit begonnen werden, verlässliche Rahmenbedingungen in der Breite zu schaffen und gezielt mit nachhaltiger Wirkung in den organisierten Sport zu investieren. Ich denke dabei insbesondere an eine zeitgemäße und vor allem funktionale Infrastruktur, aber auch an mehr verbindliche Bewegungszeiten für Kinder und Jugendliche in der Schule oder auch an die gezielte Stärkung der Verbandsstrukturen zur Entlastung des Ehrenamts und der Vereine. Olympische wie auch Paralympische Spiele sind in diesem Kontext einzigartige Beschleuniger, um wichtige Projekte umzusetzen, die sonst viele Jahre länger dauern würden.

Hier bietet unser neues Positionspapier „Für mehr Spielraum: Sieben Punkte für ein starkes Sportland“ eine Vielzahl von geeigneten Ansatzpunkten.

Wenn es nun gelingt, alle Partner hinter der noch weiter zu konkretisierenden Olympiakampagne zu vereinen, bin ich überzeugt, dass unser Sportland Schleswig-Holstein über die nächsten Jahre und Jahrzehnte einen echten Mehrwert erfahren wird.

Barbara Ostmeier Präsidentin des Landessportverbandes Schleswig-Holstein

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LANDESSPORTVERBAND SCHLESWIG-HOLSTEIN E.V.

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